Das MotoGP Punktesystem: Eine detaillierte Übersicht

Die MotoGP hat ihr Wochenendformat in den letzten Jahren immer wieder angepasst, um Fans und Teams ein intensives und spannendes Erlebnis zu bieten. Nach 2024 bleibt dieses Format auch 2025 bestehen.

Das Rennwochenende im Überblick

Das Herzstück der MotoGP, welcher Klasse auch immer, ist das Rennwochenende mit dem eigentlichen Grand Prix am Sonntag. Aber damit dies möglich ist, braucht es die Rennstrecke, die zum Teil die gleiche ist wie in der Formel 1 oder in anderen Rennserien, und einige zusätzliche Einrichtungen und Regeln. Natürlich braucht es auch die Fahrer mit der entsprechenden Fahrberechtigung sowie die Teams, damit es Motorräder geben kann und damit die Finanzierung gesichert ist.

Das Rennwochenende selbst beginnt mit dem Training, wird mit Qualifying fortgesetzt und am Renntag gibt es das Warm-up und schließlich das Rennen selbst. Die MotoGP setzt sich aus drei Klassen zusammen, die im Laufe der Zeit neu benannt und technisch definiert wurden. Lange Jahre gab es die 500 ccm²-Klasse als höchste Klasse, dann die 250er und 125er (noch früher sogar 80er) Klasse. Heute ist die Einstiegsklasse die Moto3 gefolgt von der Moto2 und der höchsten Rennserie mit der MotoGP.

Freitag: Tag der Vorbereitungen

Der Freitag markiert den Start in das Rennwochenende und dient vor allem dazu, Set-ups zu testen, Daten zu sammeln und sich einen Direktplatz im zweiten Qualifying Q2 zu sichern.

  1. Ziel: Das Training hat eine herausragende Bedeutung, da die hier gefahrenen Zeiten entscheiden, welche Fahrer direkt in das zweite Qualifying (Q2) einziehen. Nur die besten zehn Fahrer sichern sich diesen Vorteil.

Samstag: Qualifying und Sprintrennen

Am Samstag wechselt der Fokus von der Vorbereitung zur Performance.

  1. Ziel: Diese Session dient der finalen Vorbereitung für das Rennen. Die Ergebnisse haben jedoch keinen Einfluss mehr auf das Qualifying.

Qualifying (Q1 und Q2)

Das Qualifying ist ein Herzstück des MotoGP-Wochenendes.

  • Zeit: Direkt im Anschluss an FT2
  • Ablauf: Fahrer, die es im Training am Freitagnachmittag nicht in die Top 10 geschafft haben, kämpfen in Q1 um die letzten beiden Plätze im zweiten Qualifying.
  • Ablauf: In Q2 treten die Top 10 des Freitags sowie die zwei schnellsten Fahrer aus Q1 gegeneinander an. Hier wird die Poleposition ermittelt. Die Zeiten aus Q2 bestimmen die Startaufstellung der Top 12 für das Hauptrennen am Sonntag.

Sonntag: Höhepunkt des Wochenendes

Am Sonntag steht alles im Zeichen des Hauptrennens, das nach wie vor das wichtigste Event des Wochenendes ist.

  1. Ziel: Die Fahrer können vor dem Rennen noch einmal die Abstimmung testen und sich auf die Bedingungen einstellen.

Das Punktesystem im Detail

Das Punktesystem der MotoGP hat sich seit 1949 kontinuierlich weiterentwickelt. Bis 1993 befand es sich in ständigem Wandel. Die Einführung von Sprintrennen markiert die bedeutendste Änderung seit Jahrzehnten und zeigt, dass die MotoGP weiterhin bestrebt ist, Spannung in der Meisterschaft zu fördern. Die Motorrad-Weltmeisterschaft 2025 wird mit dem gleichen Punktesystem fortgesetzt, das seit der Saison 2023 mit der Einführung des Sprintrennens verwendet wird.

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, wer in der MotoGP Punkte erhält: Der bestplatzierte Fahrer erhält natürlich die meisten Zähler, wobei ein Sieg 25 Punkte wert ist. Dann geht es weiter bis zum Fünfzehnten in der Gesamtwertung, der lediglich einen Punkt erhält.

Das aktuelle Wochenendformat der MotoGP zielt auf eine gute Balance zwischen Vorbereitung, Wettbewerb und Unterhaltung ab.

Punkteverteilung

Die Punkteverteilung im Hauptrennen ist wie folgt:

  • 1. Platz: 25 Punkte
  • 2. Platz: 20 Punkte
  • 3. Platz: 16 Punkte
  • 4. Platz: 13 Punkte
  • 5. Platz: 11 Punkte
  • 6. Platz: 10 Punkte
  • 7. Platz: 9 Punkte
  • 8. Platz: 8 Punkte
  • 9. Platz: 7 Punkte
  • 10. Platz: 6 Punkte
  • 11. Platz: 5 Punkte
  • 12. Platz: 4 Punkte
  • 13. Platz: 3 Punkte
  • 14. Platz: 2 Punkte
  • 15. Platz: 1 Punkt

Dieses Kriterium für die Punktevergabe wird seit 1993 verwendet. Die eigentliche Neuerung, die 2023 eingeführt wurde und für die Saison 2024 sowie die aktuelle Saison beibehalten wird, ist das Sprintrennen.

Bei den Sprintrennen werden nur die ersten neun Positionen mit Punkten berücksichtigt. Durch zwei Rennen pro Wochenende hat sich die Anzahl der Punkte, die ein MotoGP-Fahrer pro Rennen sammeln kann, erhöht. Das entspricht dem Maximum, das ein Fahrer pro Wochenende gewinnen kann. Nicht uninteressant ist die Tatsache, dass sich der Abstand zwischen dem Sieger und dem Zweitplatzierten im Sprint und im Hauptrennen unterscheidet.

Die Punkteverteilung im Sprintrennen ist wie folgt:

  • 1. Platz: 12 Punkte
  • 2. Platz: 9 Punkte
  • 3. Platz: 7 Punkte
  • 4. Platz: 6 Punkte
  • 5. Platz: 5 Punkte
  • 6. Platz: 4 Punkte
  • 7. Platz: 3 Punkte
  • 8. Platz: 2 Punkte
  • 9. Platz: 1 Punkt

Es ist wichtig zu betonen, dass die Ereignisse am Samstag keinen Einfluss auf das eigentliche Rennen am Sonntag haben. Die Einführung des Sprintrennens hat das Wochenendprogramm der MotoGP natürlich revolutioniert.

Qualifying in der MotoGP-WM

Um in einem Rennen der MotoGP die Siegchancen zu erhöhen, ist ein Startplatz weit vorn im Fahrerfeld von entscheidender Bedeutung. Die Startaufstellung für jedes Rennen einer MotoGP-Saison wird im Qualifying, also der Qualifikation ermittelt. Ausschlaggebend für das Qualifying sind zudem die Ergebnisse in den Freien Trainings: Die zehn schnellsten Piloten aus den Trainings starten im Samstags stattfindenden Qualifying direkt in Q2, alle anderen Teilnehmer kämpfen zunächst in Q1 um den Platz im Rennen.

Hierfür werden die schnellsten Runden aus den ersten beiden Trainingssession herangezogen und in ein Gesamt-Klassement zusammengerechnet. Beide Sessions dauern jeweils 15 Minuten. In Q1 ermitteln die Fahrer, die es im Training nicht in die Top-10 geschafft haben, zwei Piloten, die in Q2 um die Pole Position (also den Platz ganz vorn in der Startaufstellung) eingreifen. Nur die zwei schnellsten Fahrer aus Q1 dürfen auch in Q2 wieder antreten, danach stehen die Startplätze ab Position 13 für ein Rennen der MotoGP fest.

In Q2 treten entsprechend 12 Fahrer an: Die zehn schnellsten Piloten aus den Trainings und die zwei schnellsten aus Q1. Auch die zweite Runde der MotoGP-Qualifikation dauert 15 Minuten lang.

15 Minuten bleiben den zwölf Piloten in Q2, um die schnellstmögliche Rundenzeit zu fahren. Diese gibt am Ende Aufschluss über die Startposition. Der schnellste geht von der Spitze des Fahrerfeldes aus ins Rennen am Sonntag und nimmt die begehrte Pole Position ein.

Ablauf des Wochenendes

  • Freien Training am Freitagvormittag, dessen Länge auf 45 Minuten erhöht wurde.
  • FP2 (Free Practice 2): Ebenfalls am Freitag tritt das Fahrerfeld zum 2. Freien Training an, das ebenfalls 45 Minuten lang geht. Danach haben die Fahrer Feierabend - zumindest auf der Piste. Nach beiden FP-Sitzungen wird das Starterfeld das MotoGP-Qualifying ermittelt.
  • FP3 (Free Practice 3): Der Samstagvormittag beginnt mit dem 3. Freien Training, das hingegen nur noch 30 Minuten dauert.
  • Qualifying 1 und 2: Ebenfalls noch am Vormittag des Samstages treten die Fahrer zu den beiden Qualifying-Sitzungen an, in denen die Startaufstellung festgelegt wird.
  • Sprintrennen: Nach einer Mittagspause ist es dann um 15:00 Uhr Ortszeit soweit und das jeweilige Sprintrennen steht an.
  • Rennen: Am Sonntag steht dann noch das (Haupt-)Rennen auf dem Programm.

Punktgleichheit

Bei Punktgleichheit zwischen zwei oder mehr Fahrern am Ende der Saison wird die Anzahl der gewonnenen Grand Prix‘ gezählt.

Allzeitrekord

Der Allzeitrekord für die höchste Punktzahl in der MotoGP hält der Spanier Marc Marquez, der 2019 mit zwölf Siegen in neunzehn Rennen, sechs zweiten Plätzen und einer Aufgabe insgesamt 420 Punkte holte. Hätte es damals schon Sprintrennen gegeben, hätte der spanische Champion wahrscheinlich die 500-Punkte-Marke geknackt.

Frühere Punktesysteme

Das Punktesystem der MotoGP, ehemals bekannt als die 500ccm-Weltmeisterschaft, hat sich im Laufe der Jahre erheblich verändert. Seit dem ersten WM-Lauf im Jahr 1949 gab es neun verschiedene Punktesysteme. Das derzeitige Punktesystem geht auf das Jahr 1993 zurück und ist damit das am längsten geltende in der Geschichte der Weltmeisterschaft.

Als die Weltmeisterschaft 1949 ins Leben gerufen wurde, gab es Punkte für die besten fünf Fahrer (10-8-7-6-5) und einen zusätzlichen Punkt für den Fahrer mit der schnellsten Runde, sofern er das Rennen beendete. Hier kam ein Netto-Punktesystem zur Anwendung, in dem nur die drei besten Ergebnisse zählten.

Ab 1950 wurden die besten sechs Fahrer jedes Rennens mit Punkten belohnt (8-6-4-3-2-1). Um es fair anzuwenden, wurde eine Formel verwendet, um die Anzahl der zu zählenden Ergebnisse zu bestimmen. Bei gerader Anzahl der Rennen wurde diese Zahl halbiert und eins hinzugefügt, also 6:2+1=4. War die Anzahl der Rennen ungerade, wurde eins zur Zahl der Rennen hinzugefügt und durch zwei geteilt, also (5+1):2=3. Die drei besten Ergebnisse gingen in die Endwertung ein.

1969 erfolgte eine Anpassung des Punktesystems. Nun konnten die zehn besten Fahrer Punkte für die Endwertung zu sammeln. Es war die letzte Saison, in der nicht alle Ergebnisse berücksichtigt wurden. Ab 1977 gingen alle Ergebnisse in die Endwertung ein.

1988 wurden die Punkteränge auf die besten 15 Fahrer eines Rennens ausgeweitet: 20-17-15-13-11-10-9-8-7-6-5-4-3-2-1. Dieses System wurde jedoch nicht weiter verwendet und 1992 erneut geändert. Nur die besten zehn Fahrer erhielten Punkte (20-15-12-10-8-6-4-3-2-1) und es gab keine Streichergebnisse mehr.

1993 wurde das aktuelle Punktsystem eingeführt. Es berücksichtigt die besten 15 Fahrer, jedoch mit einer anderen Verteilung als zwischen 1988 und 1991.

Freies Training und Qualifying in der Moto GP-WM

Finden des richtigen Setups

Das Rennen ist in der MotoGP-Weltmeisterschaft mit seinen drei Klassen MotoGP, Moto2 und Moto3 natürlich das Herzstück, aber schon am Donnerstag des Rennwochenendes gilt es, gut zu arbeiten. Das Rennwochenende beginnt schon am Mittwoch, oft sind Pressetermine am Plan. Die Fahrer selbst sind am Donnerstag erstmals im Einsatz, und zwar im Rahmen der Einstellung der Motorräder auf die Strecke oder englisch setting up.

Die Aufgabe dieser Einheit, an die sich am Freitag das erste freie Training fortsetzt, besteht darin, die optimale Einstellung und damit das Setup zu finden, um die Maschine auf die Bedingungen einzustellen. Es kann ein regnerisches und/oder kühles Wetter geben, es kann extrem heiß und trocken sein, die Strecke kann sehr staubig sein - all diese Faktoren spielen für die Motoreinstellung, für die Einstellung von Bremsen und die Wahl der Reifen eine große Rolle.

Die Durchführung erfolgt in dem Sinne, dass der Fahrer aus der Boxengasse fährt, sobald die Ampel ihm ein grünes Licht zeigt. Ist die Ampel auf rot geschaltet, darf er nicht losfahren. Das freie Training gilt so lange, solange die Ampel grünes Licht zeigt. Wenn die Zeit abgelaufen ist, wird die Zielflagge, bekannt als schwarz-weiß karierte Fahne den Fahrern präsentiert und die weitere Fahrt ist einzustellen. Das heißt, dass man nicht mehr auf die Strecke fahren darf, wenn die Zielflagge gezeigt wird und andererseits dürfen die Fahrer auf der Strecke ihre Runde noch abschließen.

Außerdem kann es die rote Flagge geben, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert ist, wie etwa ein Unfall. Auch sehr starker Regen oder ähnliche äußere Umstände können dazu führen, dass das Training sofort unterbrochen werden muss, um der Sicherheit Rechnung zu tragen. Das bedeutet, dass alle Fahrer sich in langsamer Fahrt der Box zu nähern haben. Wenn das freie Training im Gang ist, darf an der Strecke nicht mehr gearbeitet werden. Jede Runde, die ein Fahrer mit seinem Motorrad in einer der drei Klassen absolviert hat, wird gestoppt, aber für einen Rundenrekord gelten nur jene Zeiten, die im Rennen erzielt worden sind.

Moto2 und Moto3

In der Moto2 und Moto3 gibt es zwei Qualifying-Sessions, in denen man seine beste Zeit zeigen muss. Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Rennen ist die bekannte 107%-Regel. Sie besagt, dass man nicht langsamer als 107 Prozent der Bestzeit im Qualifying sein darf, andernfalls muss man zuschauen. Für die Startaufstellung gelten die Positionen aufgrund der schnellsten Zeiten, die im Qualifying erzielt wurden. Wer also im Qualifying die beste Zeit erreicht hat, ist auch in der Pole Position beim Start zu finden.

MotoGP

In der MotoGP gibt es andere Regeln. Dort sind vier freie Trainings möglich, wobei die ersten drei Trainings auch für das Qualifying mitgestoppt werden. Das vierte freie Training spielt für das Qualifying keine Rolle. Wer es in eines der beiden Qualifying geschafft hat, ist fix beim Rennen dabei. Damit man in einer der beiden Sessions mitfahren kann und darf, muss man auch die 107% an Zeit unterschritten haben, die der beste Fahrer erzielt hat - egal in welcher Session.

Die schnellsten zehn Fahrer aus den ersten drei freien Trainings nehmen an der Qualifying-Session 2 teil. Alle anderen Fahrer sind in der Qualifying-Session 1 im Einsatz, wobei die 107%-Regel als Kriterium gilt. Diese 12 Fahrer ermitteln auch die ersten 12 Positionen der Startaufstellung in der Session 2. Erreicht ein Fahrer keine Zeit, hat er automatisch den 12. Platz inne. Sollte das für mehrere Fahrer gelten, wird als Reihung die Zeit der freien Trainings herangezogen.

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