Motorräder sind gegen Diebstahl nicht so gut geschützt wie herkömmliche PKW. Motorradbesitzern, die ihr Motorrad zudem nicht privat unterstellen können, kann der Gedanke an die Entwendung des Fahrzeugs Sorgen bereiten. Deshalb lohnt sich für viele der Kauf einer Motorrad-Alarmanlage.
Warum ist eine Motorrad-Alarmanlage sinnvoll?
Üblicherweise sind Bikes mit einer Wegfahrsperre ausgestattet. Doch diese allein kann nicht in jedem Fall ausreichend vor Diebstahl schützen. Eine Motorrad-Alarmanlage kann durch laute Warngeräusche Diebe abschrecken und andere auf das Geschehen aufmerksam machen. Eine Motorrad-Alarmanlage reagiert auf Veränderungen des Neigungswinkels oder auf Bewegungen Ihres Motorrads.
Wenn ein Langfinger Ihr Motorrad im Blick hat, wird er zunächst prüfen, wie das Fahrzeug gesichert ist. Panzerschlösser können mit Bolzenschneidern oder Metallsägen durchtrennt werden. Bei billigen Metallschlössern kann ein Eisspray das Metall brüchig machen. Dieses hält dadurch einem Hammerschlag nicht mehr stand. Lässt sich das Schloss nicht vor Ort knacken, so transportieren viele Diebe Bikes direkt ab.
Funktionsweise einer Motorrad-Alarmanlage
Verschiedene Motorrad-Alarmanlagen weisen verschiedene Funktionsmechanismen auf. Eine laute Sirene soll Diebe in die Flucht schlagen und die Aufmerksamkeit Unbeteiligter und des Besitzers selbst erregen. Der Alarm wird durch Vibrationen, Bewegungen oder eine Veränderung des Neigungswinkels des Motorrads ausgelöst. Teilweise sind Motorrad-Alarmanlagen auch mit moderner GPS-Technik ausgestattet.
Die meisten Motorrad-Alarmanlagen reagieren auf Bewegung oder Vibrationen. Dafür ist bei den meisten Modellen ein Neigungssensor verbaut. Ändert sich die Neigung des Motorrads, wie die Lage vom Seitenständer in eine gerade Position, reagiert der Schalter und schlägt Alarm. Dadurch unterscheidet sich die Alarmanlage eines Motorrads von der eines Autos. GPS-Tracking und das Alarmsystem können jedoch trotz unterschiedlicher Fahrzeuge wie Auto oder Motorrad ähnlich sein.
Manche Alarmanlagen integrieren dazu eine Wegfahrsperre im Fahrzeug, um das Starten des Motorrades zu verhindern. Die meisten Fahrzeuge lassen sich jedoch schieben. Zumindest dann, wenn sie nicht mit einem massiven Motorradschloss gesichert sind. Die beste Diebstahlsicherung ist daher immer noch ein massives und sicheres Schloss, die Motorrad-Alarmanlage wirkt dagegen vor allem in Wohngebieten oder auf Parkplätzen in belebten Gegenden durch den Lärm abschreckend.
Features einer Motorrad-Alarmanlage
Motorrad-Alarmanlagen kommen in unterschiedlichen Varianten. In der Regel sind sie mit einer Warnsirene ausgestattet. Viele teurere Modelle besitzen zusätzlich ein GPS-Signal zur Ortung eines gestohlenen Bikes.
Modelle mit GPS-Signal besitzen oft auch einen separaten Akku, den Sie regelmäßig aufladen sollten. Dafür erhalten Sie im Fall eines Diebstahls Daten wie die Position und Geschwindigkeit Ihres Motorrads per SMS oder Push-Nachricht. Dazu wird eine Prepaid-Handykarte in das Gerät eingelegt und auf die eigene Handynummer programmiert.
Die erhaltenen Daten können direkt an die Polizei weitergeleitet werden, um eine Suche nach Fahrzeug und Täter zu erleichtern. Manche Anbieter bieten auch ein kostenloses GPS-Tracking am PC oder via Google Maps.
GPS-Tracker erweisen sich in vielen Situationen als praktische Unterstützer: Sie helfen dabei, entlaufene Haustiere wiederzufinden, orten verirrte Personen und erweitern den Diebstahlschutz für Autos oder Wertsachen. Um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, gibt es sie in verschiedenen Größen, Formen und mit speziellen Funktionen.
Installation einer Motorrad-Alarmanlage
Üblicherweise wird die Motorrad-Alarmanlage mit einer Bedienungsanleitung geliefert. Auch ein Laie ist im Normalfall in der Lage, die Alarmanlage am Motorrad zu installieren. In jedem Fall sollten Sie sie so befestigen, dass Diebe sie nicht zu leicht entdecken. Alarmanlagen können mittels eines Schlüssels, einer Fernbedienung oder eines Kippschalters scharfgestellt werden.
Viele Alarmanlagen lassen sich sehr leicht nachrüsten. Je nach Modell unterscheidet sich die Anbringung der Alarmanlagen an Motorrad oder Roller zwar leicht, aber in der Regel funktionieren sie nach dem "Plug-and-Play"-Prinzip. Wenn sie eine externe Stromquelle für den Betrieb benötigen, müssen sie mit der Starterbatterie verbunden werden, womit der Einbau etwas schwieriger fällt. Wer nicht in die Fahrzeugelektronik eingreifen möchte, sollte eine Fachwerkstatt beauftragen.
Besonders mit einer guten Montageanleitung gelingt der Anschluss jedoch auch ungeübten Schrauber:innen. Einfachere Geräte integrieren kleine Batterien oder Akkus in ihrem Gehäuse und lassen sich damit sehr einfach installieren.
Damit sie nicht auffallen, sind Modelle in den verschiedensten Farben erhältlich.
Ist ein Modell mit GPS-Ausstattung empfehlenswert?
Grundsätzlich kann es sinnvoll sein, wenn Sie Ihr Fahrzeug im Fall eines Diebstahls lokalisieren können. Dafür sind entsprechende Motorrad-Alarmanlagen auch teurer.
Der Vorteil einer Motorrad-Alarmanlage liegt vor allem in der abschreckenden Wirkung. Sinnvoll ist die Alarmanlage daher vor allem, wenn das Motorrad in der Nähe der eigenen Wohnung parkt oder in einer belebteren Umgebung abgestellt wird. Durch den schrillen Alarm können Passant:innen auf den Diebstahl aufmerksam werden.
Sinnvoll ist dagegen eine Alarmanlage, die Besitzer:innen über eine App auf dem Smartphone über etwa den Standort des Motorrades informiert. Somit hat man einen Mehrwert und weiß, wo das Motorrad steht. Bei einigen Systemen lassen sich auch Wegstrecken aufzeichnen oder sie bieten weitere Funktionen wie Notfallruf.
Stromversorgung und Akkulaufzeit
Ihre Energie bezieht die Motorrad-Alarmanlage meist von der Batterie des Motorrads. Zieht die Alarmanlage dann nicht die Motorradbatterie leer? Nicht, wenn Sie sich für eine sparsame Alarmanlage entscheiden. Aus diesem Grund sollten Sie den Stromverbrauch der Alarmanlage vor dem Kauf prüfen.
Empfehlenswerte Motorrad-Alarmanlagen
Das Angebot an nützlichen Motorrad-Alarmanlagen fürs Zweirad ist überschaubar, die Systeme sind jedoch sehr unterschiedlich. Ein einfacher Vergleich zwischen den Produkten funktioniert daher selten, da die Produkte unterschiedliche Vorteile bieten. In Online-Shops und im Motorradfachhandel werden verschiedene Systeme angeboten, darunter welche, die nur einen stillen Alarm auslösen sowie andere, die durch eine Sirene direkt akustischen Alarm schlagen.
Abus Alarmbox mobile Alarmanlage
Mit der mobilen Alarmanlage Abus Alarmbox lassen sich Fahrräder, E-Bikes und Motorräder sichern. Aber auch anderen beweglichen Geräten wie Gasgrills oder Gartenmöbel dient das Angebot als Diebstahlschutz. Ist die wasserdichte Box mit Akku aktiviert, reicht eine kleine, kurze Erschütterung, damit ein 15-sekündiger, 110 db lauter Alarmton erklingt. Per Knopfdruck lässt sich der Alarm aktivieren und mit einem Schlüssel deaktivieren.
RideLink Wingman eCall Live Tracking Alarm
Mit dem Wingman von RideLink stehen Motorradfahrer:innen eine Reihe von nützlichen Funktionen zur Seite. Ein eingebauter Bewegungsmelder informiert Besitzer:innen per App, ob das Motorrad oder der Roller gerade von Unbefugten benutzt wird. Live-Tracking zeichnet gefahrene Routen auf und ein Notrufsystem erkennt, ob es zu einem Sturz oder Unfall gekommen ist. Bei der Fahranalyse zeichnet das System Daten wie Position, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Schräglage auf. Sensible Sensoren messen Erschütterungen und melden sie an die App im Smartphone.
PAJ GPS Alarm
Keine reine Alarmanlage, sondern einen GPS-Tracker bietet PAJ GPS mit dem 4G-GPS-Tracker. Ein mit der Batterie verbundenes Steuergerät sendet Informationen an die Smartphone-App und damit die genauen Positionsdaten.
Mengshen drahtloser Fahrrad- & Motorradalarm
Dieses kleine und kompakte Gerät von Mengshen eignet sich für Scooter, E-Roller, Fahrräder und Motorräder. Die Energie erhält das System über drei AA-Batterien. Bei Veränderung der Lage des Bikes ertönt ein mit 113 dB schriller Alarm.
Area1 universelles Diebstahlsicherungssystem
Bis zu 125 dB laut schrillt ein Alarmton, wenn das Motorrad von seiner gewohnten Position bewegt und erschüttert wird. Denn das Diebstahlsystem von Area1 steuert über den Bewegungssensor eine Sirene an.
Radikal RK9 Bremsscheibenschloss mit Alarm
Radikal kombiniert ein Bremsscheibenschloss mit einer Alarmfunktion. Das handliche, wasserdichte Schloss wird über einen Bolzen mit der Bremsscheibe verbunden und aktiviert. Bei einer Erschütterung ertönt ein Signal-Alarm mit 120 dbA. Einfache Montage und Handhabung.
Weitere Möglichkeiten zur Vorbeugung von Motorrad-Diebstahl
Neben Diebstahlsicherungen und Alarmanlagen gibt es auch andere Möglichkeiten, das Zweirad vor Diebstahl zu schützen:
- Stellplatz: Die beste Sicherung ist ein guter Stellplatz. Steht das Motorrad abseits der Straße, steht es bereits sicherer. Ideal ist natürlich eine abschließbare Garage, doch auch ein Stellplatz in einer privaten Tiefgarage eignet sich. So ist das Bike auch ohne Motorradabdeckung vor Witterung geschützt.
- Anketten: Nicht immer ist eine Garage eine realistische Lösung. Für Straßenparker:innen bietet ein gutes Felgen- oder Bremsscheibenschloss bereits viel Schutz - noch besser natürlich mit integriertem Alarm. Noch sicherer: Das Motorrad an einem fest verankerten Gegenstand anketten.
- Mehrere Systeme nutzen: Leider kennen auch Kriminelle die neuesten Gadgets und tricksen mit der richtigen Technik auch GPS-Tracker und Co. aus. Daher empfehlen Expert:innen mehrere Diebstahlsicherungssysteme für die bei Langfingern besonders beliebten Maschinen. Wichtig: Platzbedarf und Gewicht sollten jedoch zwingend beachtet werden, um das Motorrad nicht zu überladen.
- Versicherung: Sollte es dennoch zum Diebstahl des Bikes kommen, hilft nur noch ein guter Versicherungsschutz. Hierzu sollte mindestens eine Teilkaskoversicherung für Motorräder gewählt werden.
Am Ende müssen Sie entscheiden, wie viel Ihnen der Diebstahlschutz wert ist.
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