Motorrad verkaufen: Eine Checkliste für einen erfolgreichen Verkauf

Fahranfänger oder Biker, die länger nicht gefahren sind, interessieren sich häufig für gebrauchte Motorräder - am besten natürlich in gepflegtem Zustand, mit geringer Kilometerzahl und zu einem guten Preis. Hier ist eine detaillierte Checkliste, die Ihnen hilft, Ihr Motorrad erfolgreich zu verkaufen.

1. Vorbereitung des Motorrads

Bevor Sie loslegen, sollte Ihr Motorrad in einem möglichst guten Zustand sein - optisch wie technisch.

  • Reinigung: Waschen Sie das Motorrad gründlich, auch an schwer zugänglichen Stellen. Ein sauberes Bike verkauft sich besser.
  • Pflege: Polieren Sie Lack und Chromteile, entfernen Sie Flugrost und erneuern Sie eventuell kleinere Plastikteile.
  • Technik: Funktioniert die Beleuchtung? Ist genug Profil auf den Reifen? Ist die Kette geschmiert?

Gute Bilder sind das A und O, wenn Sie online inserieren wollen.

2. Wert des Motorrads ermitteln

  • Alter & Kilometerstand
  • Zustand: Unfallfrei?

3. Notwendige Dokumente

Sammeln Sie alle wichtigen Dokumente zusammen, die für den Verkauf benötigt werden:

  • Zulassungsbescheinigung Teil I & II (Fahrzeugschein & -brief)
  • TÜV-Bescheinigung
  • Schlüssel
  • ggf. Kaufvertrag

Für den Käufer interessant sind alle Rechnungen, Quittungen und HU-Protokolle. Auch Belege über Reparaturen sowie Ersatzteile und Zubehör sind sinnvoll. Bei zusätzlichem Zubehör, das eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) benötigt, gehört auch diese zum Fahrzeug.

Was benötigst du für einen Fahrzeugverkauf?

  • Zulassungsbescheinigung Teil I (früher: Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (früher: Fahrzeugbrief)
  • Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für Umbauteile
  • Aktuellen HU-Prüfbericht
  • Kennzeichen
  • Scheckheft/Inspektionsheft
  • Kaufvertrag

Zulassungsbescheinigung Teil I und II

Die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) weist nach, dass das zugehörige Fahrzeug für den Betrieb auf öffentlichen Straßen zugelassen ist. Die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) weist nach, wer der Halter des Autos ist und darüber verfügen darf. Das Dokument musst du nicht im Fahrzeug mitführen, aber beim Verkauf dem Käufer aushändigen.

Prüfbericht der letzten Hauptuntersuchung (HU)

Auch der Bericht der letzten Hauptuntersuchung (HU) bei TÜV, Dekra oder GTÜ gehört zum Auto dazu und ist für eine Neuanmeldung wichtig - allerdings nur, wenn das Auto älter als drei Jahre ist und schon einmal bei einer HU vorfahren musste.

Ausgefülltes Inspektionsheft oder Scheckheft

Keine Pflicht, aber ein Kaufargument ist das Inspektionsheft oder Scheckheft. Dort hast du im Idealfall die vergangenen Werkstattaufenthalte dokumentiert. Der Käufer sieht darin, dass du die vom Hersteller vorgeschriebenen Wartungsintervalle eingehalten hast, große wie kleine Inspektionen.

4. Kaufvertrag

Bevor du dein Auto abgibst, solltest du einen Kaufvertrag aufsetzen. Denn damit wird der Autoverkauf rechtskräftig geschlossen.

Zum schriftlichen Vertrag gehören alle Angaben zum Auto, zum Verkäufer und Käufer. Die beiden Parteien identifizieren sich über Anschrift, Telefonnummer und Personalausweis- oder Reisepass-Nummer.

Kontrolle: Was gehört in den Kaufvertrag?

  • Name, Anschrift, Telefonnummer, Personalausweis- oder Reisepass-Nummer von Käufer und Verkäufer
  • Fahrzeug-Identifizierungsnummer
  • Nummer der Zulassungsbescheinigung Teil II/Fahrzeugbrief
  • Zubehör und Zusatzausstattungen
  • Kaufpreis
  • Datum und Uhrzeit
  • Unterschriften

5. Probefahrt

Wenn der potenzielle Käufer eine Probefahrt unternehmen möchte, sollte er dem Verkäufer seinen Motorradführerschein vorzeigen. Zudem ist es empfehlenswert, dass ein Formular zur Haftungsvereinbarung für die Probefahrt ausgefüllt wird.

Wichtige Punkte für die Probefahrt

  • Kaufvertrag mit Probefahrtklausel: Halten Sie die Bedingungen der Probefahrt schriftlich fest. Etwa, dass der Interessent einen gültigen Führerschein vorzeigen muss und für eventuelle Schäden während der Probefahrt haftet. Zudem sollte im Kaufvertrag genau vermerkt werden, wann (Datum und Uhrzeit) die Fahrzeugübergabe erfolgt.
  • Personalien und Sicherheit: Notieren Sie sich die Personalausweis- und Führerscheindaten des Probefahrers. Viele Verkäufer lassen sich vor der Fahrt eine Sicherheitsleistung (z. B.
  • Versicherungsschutz während der Probefahrt: Prüfen Sie im Vorfeld, ob Ihre Kfz-Versicherung Probefahrten durch Dritte abdeckt. In der Regel ist der Halter versichert, solange das Fahrzeug angemeldet ist.

Melden Sie deshalb Ihrer Versicherung den beabsichtigten Verkauf am besten bereits vorab an (zumindest formlos), damit sie informiert ist.

6. Motorrad-Übergabe

Der Verkäufer muss dem Käufer des Motorrads alle Schlüssel aushändigen. Sollte der Eigentümer mit dem Käufer nicht selbst verhandeln, müssen eine schriftliche Verkaufsvollmacht sowie die Papiere des Bevollmächtigten vorliegen. Es empfiehlt sich, die Adresse des Bevollmächtigten aufzuschreiben.

7. Verkaufsmeldung

Nach Ausfüllen des Kaufvertrages sollte der Verkäufer die vollständigen Verkaufsmeldungen an die Zulassungsstelle und Versicherungsgesellschaft schicken. Erst mit dem Eingang der Veräußerungsanzeige bei der Zulassungsstelle geht die Steuerpflicht auf den Käufer über. Es ist ratsam, von den Verkaufsmeldungen Sicherheitskopien anzufertigen.

8. Das bedeutet „gekauft wie gesehen” beim Motorrad-Kauf

Viele Motorrad-Kaufverträge enthalten die Klausel „gekauft wie gesehen”. Das bedeutet, dass der Käufer nachträglich Mängel am Motorrad nicht mehr reklamieren kann. Das heißt, der Kaufvertrag für das Motorrad schließt die sonst übliche Gewährleistung vertraglich aus. Der Käufer übernimmt das Risiko.

9. Kaufvertrag-Rücktritt: Kann ich den Kauf eines gebrauchten Motorrads widerrufen?

Entgegen der weit verbreiteten Meinung kann der Motorrad-Kaufvertrag nicht innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss widerrufen werden. Das heißt, es gibt kein generelles Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag. Gewährleistung und Sachmängelhaftung: Weist das Motorrad versteckte Mängel auf, die vom Verkäufer verschwiegen wurden, ist ein Widerruf des Motorrad-Kaufvertrags unter bestimmten Umständen möglich.

10. Tipps für eine sichere Ummeldung

Eine Möglichkeit für die sichere Ummeldung ist, gemeinsam mit dem neuen Besitzer zur Zulassungsstelle zu fahren. Der Verkäufer kann das Motorrad auch für die Zeit der Eigentumsübergabe abmelden. Dadurch ist der Käufer gezwungen, zur Abholung ein Kurzzeit- bzw. Ausfuhrkennzeichen mitzubringen oder den Transport über einen Hänger zu realisieren.

11.Was brauchst du für die Abmeldung bei der Kfz-Zulassungsstelle?

Wenn du dein Auto vor dem Verkauf abmelden willst, solltest du ebenfalls ein paar Dinge beachten.

12. Checkliste zum Motorrad-Kaufvertrag

  • Ein schriftlicher Motorrad-Kaufvertrag ist aus rechtlicher Perspektive nicht vorgeschrieben, jedoch ratsam.
  • Es ist sinnvoll, einen standardisierten Motorrad-Kaufvertrag aus einer seriösen Quelle zu nutzen.
  • Auf einseitig begünstigenden Klauseln sollte verzichtet werden.
  • Käufer und Verkäufer müssen ihre persönlichen Angaben detailliert ausfüllen.
  • Ist eine der Parteien minderjährig, muss eine Vollmacht des Erziehungsberechtigten vorliegen.
  • Der Austausch der Telefonnummern zwischen den Vertragspartnern ist hilfreich, falls im Nachhinein eine Kontaktaufnahme notwendig sein sollte.
  • Der Motorrad-Kaufvertrag muss alle Angaben zum Motorrad enthalten.
  • Angaben zum Hersteller und die Bezeichnung des Modells allein reichen nicht aus.

13. Worauf müssen Verkäufer beim Motorrad-Kaufvertrag achten?

  • Untersuchungsprotokoll: Vor dem Verkauf ist eine technische Überprüfung des Motorrads sinnvoll - mit einem professionellen Untersuchungsprotokoll lässt sich ein gebrauchtes Motorrad leichter verkaufen.
  • Mindestalter: Der Käufer des Motorrads muss mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Angaben zu Unfallschäden: Bei Vertragsabschluss muss der Verkäufer dem Käufer über jegliche Mängel und Schäden an dem Motorrad Auskunft geben. Dies gilt insbesondere für Unfallschäden.
  • Zahlungsmethoden: Der Verkäufer des gebrauchten Motorrads kann die Art der Bezahlung frei wählen. Generell zu empfehlen, ist die Barzahlung bei Übergabe, denn Ratenzahlungen, Stundungen oder auch Schecks können sich als problematisch erweisen.

14. Hilfreiche Tipps beim Kauf oder Verkauf eines gebrauchten Motorrads

Servus, ich bin der Peter und habe einen Ratgeber für euch erstellt, der euch beim Kauf eines Motorrads, oder auch beim Motorrad verkaufen, unterstützen soll. Wir haben auch eine Checkliste zum Download für euch bereitgestellt. Die Liste könnt ihr ausdrucken und mitnehmen.

Benötigtes Werkzeug zur Besichtigung

  • die Kette prüfen kann.
  • Eine Taschenlampe um die Belagstärke der Bremsen zu prüfen.

Wer seine Kleidung nicht dreckig machen möchte, sollte ein Handtuch oder eine Decke mitnehmen, um einen Blick unter das Motorrad werfen zu können. Nehmt einen Freund oder Freundin mit zur Besichtigung.

1. Preis - Schnäppchen

Wenn ein Motorrad extrem günstig angeboten wird und weit unter den marktüblichen Preisen liegt, ist Vorsicht geboten. In den meisten Fällen stecken Betrüger dahinter, die versuchen an euer Geld zu kommen.

2. Kalter Motor

Bittet den Verkäufer den Motor vorab nicht laufen zu lassen. Gerade bei älteren Modellen mit Vergaser und Choke kann man prüfen, ob das Objekt der Begierde gut anspringt und sauber läuft.

3. Beschädigungen - Kratzer durch einen Umfaller

Gerne werden Beschädigungen durch einen Unfall oder Ausrutscher als harmloser Umfaller angegeben. Allerdings gibt es eindeutige Unterscheidungsmerkmale.

4. Kette - Antriebsriemen - Kardan auf Verschleiß prüfen

Eine Kette lässt sich am besten mit einem gleichmäßigen Durchhang prüfen und ob man die Kette vom hinten Kettenblatt abheben kann. Für den Durchhang benötigt man einen Haupt- oder Heckständer.

5. Kilometerleistung

Natürlich möchte man sichergehen, dass die abgelesenen Kilometer auch der tatsächlichen Fahrleistung entsprechen. Der einfachste Nachweis ist, wenn das Bike regelmäßig zur Wartung in der Werkstatt war und dies im Serviceheft festgehalten wurde.

6. Reifen

Neben dem Alter und der Profiltiefe solltet ihr die Reifen auch auf Beschädigungen und Altersrisse prüfen. Das Baujahr ist auf der Seite eingeprägt, mit der DOT Nummer. Die letzten 4 Ziffern bedeuten die Kalenderwoche und das Produktionsjahr.

7. Bremsen

Um die Belagstärke zu prüfen, habe ich immer eine Taschenlampe dabei. Da es dort meist dunkler ist und man schlechte Sicht zu den Belägen hat, kann man dort Licht ins Dunkel bringen. Schaut auch, ob sich die Bremsbeläge gleichmäßig abnutzen.

8. Fahrwerk - Gabel und Federbein(e)

Bei beiden Federelementen sollten man den Verschleiß und die Dichtigkeit prüfen. Um die Gabel zu prüfen, die Vorderradbremse ziehen und die Gabel kräftig aus und einfedern. Sollte ein Simmering undicht sein, sieht man dort einen Ölfilm.

9. Wartung und Pflege

Im Idealfall war das Motorrad regelmäßig beim Vertragshändler zur Wartung und das Serviceheft ist lückenlos geführt. Natürlich gibt es versierte Schrauber unter uns Motorradfahrer. Diese erledigen anstehende Arbeiten und den Service gerne selbst.

10. Lenkkopflager

Verfügt das Motorrad über einen Hauptständer, muss eine zweite Person das Motorrad hinten herunterdrücken, dass das Vorderrad in der Luft ist. Nun nimmt man das Vorderrad in die Hand und bewegt es langsam nach links und rechts.

11. Lenkanschlag an Rahmen und Gabelbrücke

Macht eine Sichtprüfung der Lenkanschläge am Rahmen und der unteren Gabelbrücke. Haben diese Druckstellen oder sind verbogen, ist von einem Unfall auszugehen.

12. Tank

Hat das Motorrad einen Stahltank, riskiert einen Blick ins Innere. Motorräder, die selten benutzt werden, haben oft Rost im Tank. In vielen Garagen herrschen große Temperaturunterschiede und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Eine Tanksanierung ist aufwendig und teuer.

13. Deutsches Modell oder Import Fahrzeug

Erkundigt euch, ob es sich ein deutsches Modell handelt oder ob es aus dem Ausland importiert wurde. Es gab eine Zeit, da wurden aus dem Ausland jede Menge Unfallmotorräder nach Deutschland geholt und hier als unfallfrei verkauft.

14. Papiere, Schlüssel und sonstige Unterlagen

Lasst euch alle Papiere und Unterlagen zum Motorrad zeigen. Prüft auch, ob die Fahrzeugidentnummer am Rahmen mit den Papieren übereinstimmt. Mindestens wird Zulassungsbescheinigung Teil I + II und die Fahrzeugschlüssel benötigt.

15. Zubehör Anbauteile

Viele Motorräder werden mit schönen Teilen aus dem Zubehör aufgewertet. Achtet darauf, dass die Teile auch zulässig sind. Die Teile sollten ein e-zeichen eingeprägt haben und in vielen Fällen gibt es auch eine ABE (allgemeine Betriebs-Erlaubnis) dazu.

16. Motorschutzdeckel, Abdeckungen und Folierungen

Rahmenschützer oder Motordeckelabdeckungen sieht man meist an Motorrädern für die Rennstrecke, aber durchaus auch an Straßen-Bikes. Ich persönlich bin kein Freund davon, weil man nicht weiß, was sich darunter verbirgt.

17. Bedienung der Extras - TFT Displays - Dashboard und mehr

In den modernen Motorrädern sind teilweise so viele Extras verbaut, dass man sich darin nur noch schwer zurechtfindet. Teilweise kann man in die Fahrwerke, Motormanagement und mehr eingreifen.

18. ABS

Ist ein ABS verbaut prüft dieses unbedingt. Eine ABS Reparatur kann richtig teuer werden. Die meisten ABS kann man ganz einfach dadurch prüfen, dass man losfährt.

15. Tabelle: Dokumente für den Motorradverkauf

Dokument Beschreibung Wichtigkeit
Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) Nachweis der Zulassung für den Straßenverkehr Erforderlich
Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) Nachweis des Fahrzeughalters Erforderlich
HU-Prüfbericht Bericht der letzten Hauptuntersuchung Wichtig für Käufer
Scheckheft/Inspektionsheft Dokumentation der Wartungshistorie Kaufargument
ABE für Umbauteile Allgemeine Betriebserlaubnis für Zubehör Erforderlich für Zubehör
Kaufvertrag Rechtskräftiger Vertrag zwischen Käufer und Verkäufer Erforderlich

Mit dieser umfassenden Checkliste sind Sie bestens gerüstet, um Ihr Motorrad erfolgreich und sicher zu verkaufen.

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