Obwohl das Thema Auspuff Tuning teilweise Konfliktpotential mit sich bringt, gehören Modifikationen rund um die Abgasanlage weiterhin zu den beliebtesten Tuningmaßnahmen. Vom Endschalldämpfer bis zur Endrohrblende gibt es eine Vielzahl an Herangehensweisen beim Auspuff Tuning. Den meisten geht es jedoch um mehr Sound. Je nach Fahrzeug kann schon ein neuer Endschalldämpfer für ein deutliches Plus an Klang sorgen.
Wer über Modifikationen an der Abgasanlage zu mehr Leistung kommen möchte, muss allerdings ganzheitlich vorgehen und eine Komplettanlage verbauen. Durch das Zusammenspiel von Rohrführung, Länge, Durchmesser und nicht zuletzt der Dämmung konfrontiert eine Sport-Abgasanlage den Motor mit deutlich weniger Rückstau. Es bedarf also weniger Kraftaufwand von Seiten des Triebwerks, die Abgase in die Auspuffanlage zu befördern. Tauscht man nur eine Komponente der Anlage, werden die Abgase von allen serienmäßigen Auspuffkomponenten ja noch immer "zurückgehalten". Allerdings sind Komplettanlagen natürlich auch deutlich teurer und aufwändiger zu verbauen als punktuelle Modifikationen.
Die Do's and Don'ts des Auspuff Tunings
Die Liste der illegalen Manipulationen am Auspuff ist lang. Da werden Löcher für mehr Klang gebohrt, mit dem Wasserschlauch Wasser eingeleitet, um Metallwolle rosten zu lassen und komplette Schalldämpfer oder gar Katalysatoren entfernt. Den sogenannten "dB-Killer" zu entfernen, gehört ebenfalls zu den beliebten Versuchen, vermeintlich einfach an mehr Sound zu kommen. Die Ordnungshüter finden solche Tuningversuche nicht sehr originell und Ärger ist vorprogrammiert. Generell kann man sagen, dass jede eigenmächtige Manipulation an einer Auspuffanlage gegen die Regeln verstößt.
Doch auch viele Nachrüst-Teile sind nicht (mehr) erlaubt. Dazu gehören zum Beispiel Auspuff Sound-Generatoren und Sound Booster. Außerdem gelten für Klappenauspuffanlagen strengere Vorschriften im Hinblick auf die Lautstärke. Diese sollte allerdings bei jeder Modifikation des Auspuffs im Fokus stehen.
Auf welche Gutachten kommt es beim Auspufftuning an? Strengere Abgas- und Lärmvorschriften: Diese Gutachten zählen!
In den vergangenen Jahren brachten die EU-Lärmverordnung und die Lärm-Reform für PKW strengere Vorschriften für Abgasanlagen mit sich. Sowohl ab Werk als auch im Tuningbereich wird jetzt deutlich strenger darauf geachtet, dass eine gewisse Lautstärke nicht überschritten wird. Wer seinem Fahrzeug legal zu mehr Sound verhelfen möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass die erforderlichen Gutachten vorhanden sind. Für den Laien gleicht die Situation im Tuningbereich unter Umständen oft einem "Dokumenten-Dschungel". Oder man fühlt sich aufgrund eines beiliegenden Dokuments sicher, obwohl dieses völlig unzureichend ist.
Liegt einem Teil nur ein Prüfbericht, jedoch kein Teilegutachten bei, kann das zum Beispiel schon zu Problemen bei der Eintragung führen. Verfügt ein Bauteil über eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), sind die Auflagen in dieser aufgeführt und es muss unter Umständen keine Abnahme erfolgen. Das Dokument ist allerdings stets mit zu führen. Bei einer EG- oder ECE-Genehmigung kann von einer Eintragung in die Fahrzeugpapiere oder auch der Mitführpflicht der Dokumente abgesehen werden. Der Nachweis der regelkonformen Kombination von Fahrzeug und Anbauteil muss jedoch erbracht werden können. Als Faustregel kannst du dir merken: Änderungen an der Abgasanlage sind immer abnahmepflichtig.
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Verschiedene Tuning-Maßnahmen und ihre Legalität
Modifikationen am Fahrzeug sind im Bereich des Tunings zahlreich vertreten. Es gibt dabei unterschiedliche Ansätze - abhängig von der jeweiligen Zielführung. Veränderungen sind an den Schalldämpfern, dem Endrohr oder auch dem Katalysator möglich. Doch was ist erlaubt? Neben leistungsorientierten und akustischen Veränderungen sind vielen Tunern auch optische Aspekte wichtig. In diesen Bereich fällt auch das Tuning des sogenannten Endrohrs - den eigentlich Auspuff. Dieser Teil ist bei der Abgasanlage der einzig eindeutig sichtbare. Normalerweise ist die serienmäßige Einrichtung der Anlagen eher unscheinbar.
Der einfachste Weg bei optischen Anpassung von Ihrem Kfz-Auspuff ist die Anbringung einer sogenannten Auspuffblende. Diese fungiert gewissermaßen als Maskierung für das eigentliche Endrohr und wird lediglich über dieses montiert. Hierbei sollten Sie jedoch unbedingt darauf achten, dass die Blende nicht über das eigentliche Endrohrende am Auspuff übersteht. Bei einem Verstoß gegen die zulässigen Abmessungen von Fahrzeugen - ohne entsprechende Erlaubnis - können ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und sogar ein Punkt in Flensburg drohen.
Die Anbringung von einem Austauschendrohr ist eine weitere Möglichkeit der Änderung vom Auspuff. Hierbei wird das werkseigene Endrohr abgenommen und ein anderes Endrohr angeschweißt. In jedem Falle bedarf es bei der Änderung jedoch gewisser Voraussetzungen, um nicht die Betriebserlaubnis aufs Spiel zu setzen. Neben der Betriebszulassung für Fahrzeugteile benötigen Ersatzrohr und Blende ein beim Kauf beigefügtes Teilegutachten. Der Prüfer erstellt ein Prüfzeugnis, das darüber Auskunft gibt, dass alle Vorschriften eingehalten und der Anbau des Zubehörs entsprechend vorgenommen wurde. Das Gutachten sollte stets von einer namhaften und seriösen Prüforganisation stammen. Das Prüfzeugnis sollten Sie stets bei sich führen, wenn Sie mit Ihrem modifizierten Fahrzeug unterwegs sind.
Wenn im Tuning von einem Sportauspuff die Rede ist, dann ist zumeist nur der Endtopf gemeint. Der Sportauspuff ist beim Tuning besonders beliebt. Er garantiert einen satteren Sound und soll gar die Leistung des Fahrzeuges steigern. Um dieses Ziel jedoch wirklich zu erreichen, bedarf es in der Regel des Wechsels des gesamten Systems gegen Sportauspuffanlagen. Das macht sie widerstandsfähiger und auch die Ableitung der entstehenden Wärme ist optimiert. Der Austausch einzelner Komponenten der Auspuffanlage von Fahrzeugen ist dabei in den seltensten Fällen sinnvoll. Die Fahrzeughersteller haben diese nämliche zumeist auf die jeweiligen Motoren angepasst und dahingehend optimiert.
Der Umstieg auf den Sportauspuff (i. S. v. Endtopf) ist in der Regel unkompliziert. Solange die notwendigen Belege - vor allem ABE und Teilegutachten - beigefügt sind, dürfen Sie die Vorrichtung montieren. Doch ist die leistungssteigernde Wirkung dadurch verringert, dass das restliche Auspuffsystem und neuer Endtpf nicht ideal aufeinander abgestimmt sind. So ist eine tatsächlich Steigerung der Motorenleistung kaum spürbar. Doch seien Sie gewarnt: Derartige Veränderung sind illegal. Sowohl Manipulationen an zulässigen Bauteilen als auch selbstgebaute Ersatzteile sind laut StVZO nicht zulässig.
Der Katalysator
Immer häufiger stellen die zuständigen Prüforganisationen fest, dass viele Fahrzeughalter den eigentlichen Katalysator ausbauen und zum Teil sogar gegen Attrappen austauschen. Die Grenzwerte in Deutschland liegen jedoch so hoch, dass die Feststellung von Manipulationen am Katalysator im Rahmen der Abgasuntersuchung (AU) - mittlerweile Teil der Hauptuntersuchung (HU) - nur schwer feststellbar sind. Dennoch können Verstöße und die besondere Luftverschmutzung zu Sanktionen führen. Über den Ausbau des Katalysators soll der Luftwiderstand im Abgaskreislauf verringert werden. Die Kolben des Motors müssen dann nicht mehr so viel Arbeit leisten, um die Verbrennungsgase zum Auspuff abzuleiten. Neben dem Verlust der Betriebserlaubnis für Ihr Fahrzeug und der Nutzungsuntersagung kann Ihnen auch das Finanzamt zu Leibe rücken.
Dieses Auspuff-Tuning ist besonders häufig bei Mopedfahrern anzutreffen. Doch auch Autofahrer greifen auf diesen Trick zurück. Im Vordergrund des Schalldämpfer-Tunings steht insbesondere die akustische Anpassung des Fahrzeuges. Der Sound soll sportlicher, voller und satter werden. Durch die Verminderung des Luftwiderstands durch schalldurchlässigere Dämpfermodelle verringert sich auch die aufzubringende Kraft der Kolben beim Einpressen der Abgase in das Auspuffleitsystem.
Motorrad Auspuff: Besonderheiten
Motorräder sind aufgrund der geringeren Maße in vielerlei Hinsicht anders gebaut als mehrspurige Fahrzeuge. Auch der Auspuff beim Motorrad ist dabei oft anders aufgebaut. Der Endschalldämpfer ist in der Regel im Endrohr integriert. Diese sind - ähnlich wie bei Autos - oftmals durch Löcher in der Außenhülle gekennzeichnet. Die Akustik beim Abgasausstoß wird so verstärkt. Doch auch hier gilt es zahlreiche Aspekte zu beachten - besonders in Bezug auf den sogenannten dB-Killer.
Sie dürfen den Sportschalldämpfer in der Regel an Ihrem Motorrad anbringen, jedoch nicht weiter manipulieren. Das bedeutet, dass auch der Ausbau vom dB-Killer nicht zulässig ist. Die so erzeugte Lautstärke würde gegen die erlaubten Grenzwerte verstoßen. Fahren ohne dB-Eater? Die Strafe kann hoch sein. Achten Sie beim Kauf eines Sportschalldämpfers für Ihr Motorrad daher stets darauf, dass die entsprechenden Bescheinigungen beigelegt sind. Hierzu gehören insbesondere die ABE und ein Gutachten für Fahrzeugteile.
Haben Sie an Ihrem Motorrad einen Auspuff ohne entsprechende ABE montiert drohen ebenfalls Strafen. Das Teilegutachten müssen Sie bei TÜV, DEKRA und Co. vorzeigen um die Änderung an Ihrem Fahrzeug abnehmen zu lassen. Der Prüfer untersucht das Bauteil hinsichtlich der korrekten Anbringung am Fahrzeug und der korrekten Funktionsweise.
Fahren Sie ein Motorrad ohne dB-Killer?
Tuning-Fans, die den dB-Killer ausbauen, wollen vor allem eines dadurch erreichen: einen satteren Auspuff-Sound. Das Tuning soll jedoch auch noch eine Leistungssteigerung mit sich bringen. Doch wie schon in diesem Bereich ist die tatsächliche Steigerung der Motorenleistung, wenn Sie ohne dB-Killer fahren, nur gering. Die drohende Nutzungsuntersagung ist so kaum gerechtfertigt. Wenn der sattere und sportlichere Sound dem Fahrer suggeriert, dass sein Gefährt wesentlich kräftiger ist, so macht eben dieser auch die Polizeibeamten schnell hellhörig.
Widerstehen Sie daher dem Drang, an Ihrem Motorrad den Auspuff unbegrenzt lauter machen zu wollen. Sind ABE und Gutachten mit entsprechendem Prüfzeugnis vorliegend, so ist auch das Tuning der Auspuffanlagen zulässig. Weitere Manipulationen an den einzelnen Bestandteilen führen jedoch dazu, das die Belege nichtig sind. Lassen Sie sich sicherheitshalber in einer professionellen und seriösen Tuning-Werkstatt beraten.
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