Motorradtouren in den Französischen Alpen: Pässe zum Träumen

Zwischen dem Genfer See und der Côte d’Azur bieten die Französischen Alpen Pässe, die jeden Motorradfahrer begeistern. Die legendäre "Route des Grandes Alpes" verbindet die Höhepunkte der französischen Seealpen miteinander. Der Touring Club de France hatte 1910 die Idee zu dieser vielleicht schönsten Hochalpen-Panoramastraße Europas, und 1937 wurde sie feierlich eröffnet. Heutzutage führt sie von Thonon-les-Bains am Genfer See über 700 oftmals anspruchsvolle Kilometer hinunter nach Menton bei Nizza. Insgesamt sind 16.000 Höhenmeter zu bewältigen, wobei 6 von 16 Pässen über 2000 Meter liegen.

Wer zum ersten Mal einen französischen Alpenpass hinaufgefahren ist, wird von einer gewissen Ahnung erfasst: Hier im Westen des Alpenhauptkammes wartet etwas ganz Besonderes. Der Blick schweift über eine ausgesprochen raue und einsame Natur, die Abgeschiedenheit ist groß, die Zivilisation scheint weit weg. Motorradfahren in den Französischen Alpen ist eine einzigartige Angelegenheit!

Die Route des Grandes Alpes

Die »Route des Grandes Alpes« (RdGA) führt über einige der schönsten und höchsten Alpenpässe Frankreichs. Die offizielle und durchgehend ausgeschilderte Strecke erstreckt sich über rund 700 Kilometer von Thonon-les-Bains am Genfer See bis nach Menton an der Côte d’Azur. Im offiziellen Streckenverlauf überquert die RdGA 17 Hochalpenpässe, davon neun über 2000 Meter.

Höhepunkte sind sicherlich der Col de l’Iseran, der Col du Galibier, der Col d’Izoard und der Col de la Cayolle. Darüber hinaus gibt es verschiedene reizvolle Nebenstrecken zur RdGA, die über weitere imposante Pässe führen, wie z.B. den Col d’Agnel in Italien oder den Col de la Bonette.

Die "Route des Grandes Alpes" ist erst seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts als durchgehende Strecke befahrbar. Im Jahr 1909 begannen die Arbeiten an der Route. Bereits 1913 wird die noch lückenhafte Alpenstraße eingeweiht. Der Erste Weltkrieg unterbricht die Arbeiten bis 1918. Im Jahr 1930 ist der Bau der Straße so weit fortgeschritten, dass die Strecke Nizza-Chamonix in rund eineinhalb Tagen zurückgelegt werden kann. Ein wichtiges Teilstück kommt 1937 mit der Eröffnung der höchsten Passstraße Europas, dem 2.770 Meter hohen Col de l’Iséran, hinzu.

Die Angaben über die Anzahl der Pässe an der »Route des Grandes Alpes« schwanken - je nach Zählweise - zwischen 17 und 21.

Einige Pässe der Route des Grandes Alpes im Detail:

  • Col de la Colombière (1.618 m): Der Colombière weist teilweise schon Hochgebirgscharakter auf. Die Passhöhe ist von den markanten Gipfeln des Bornes-Massivs umgeben.
  • Cormet de Roselend (1.968 m): Der Cormet verbindet Albertville mit Bourg St. Maurice und bietet landschaftlich sehr viel Abwechslung.
  • Col de l’Iseran (2.764 m): Er ist mit 2.764 Metern der höchste Pass der Alpen. Unterwegs lohnt ein Boxenstopp im sehenswerten Val d’Isère, das im Bergsommer recht gemütlich vor sich hindöst. Für eine Stärkung reicht das Angebot aber allemal. Und im Süden warten dann weitere Pässe auf uns sowie eine deutlich wärmende Sonne.
  • Col du Télégraphe (1.566 m): Gilt als Eintrittstor zum Col du Galibier.
  • Col du Galibier (2.645 m): Der fünfthöchste asphaltierte Alpenpass bietet ein grandioses Panorama und ist landschaftlich ein absolutes Highlight.
  • Col d’Izoard (2.360 m): Im unteren Teil bewaldet, eröffnet sich im oberen Teil eine grandiose Serpentinenstrecke in zerklüfteter und wilder Felslandschaft.
  • Col de Vars (2.108 m): Markiert die Grenze zwischen den Départements Hautes-Alpes und Alpes-de-Haute-Provence.
  • Col de la Cayolle (2.326 m): Beeindruckt mit einer bizarren Felsenlandschaft und besticht mit Ruhe und wilder Romantik.
  • Col de Turini (1.607 m): Bekannt durch die Rallye Monte Carlo.
  • Col de Castillon (706 m): Der letzte Pass der »Route de Grandes Alpes«.

Weitere reizvolle Pässe in den Französischen Alpen

  • Col de Joux Plane (1.700 m): Der alpine Col de Joux Plane begeistert mit einer herrlichen Hochalm mit Bergseen und Hütten.
  • Col d'Aravis (1.487 m): Ein beliebter Pass, der oft Teil der Tour de France ist.
  • Col du Pré (1.703 m): Ein reizvoller "Umweg" von Beaufort zum Lac de Roselend mit 18 Kilometern Kehrentanz.
  • Kleiner Sankt Bernhard (2.188 m): Bietet 54 Kehren auf 55 Kilometern und abwechslungsreiche Landschaften.
  • Col du Mont Cenis (2.117 m) und Col du Petit Mont Cenis (2.183 m): Der Mont Cenis mit seinem malerischen See ist ideal, um die Sonne zu genießen und in die Geschichte einzutauchen.
  • Col du Mollard (1.638 m): Ein No-Name-Höhepunkt mit 46 Kehren auf 19 Kilometern.
  • Col de la Bonette (2.715 m) und Cime de la Bonette (2.802 m): Die Bonette-Fans begnügen sich mit dem Titel „zweithöchste öffentlich befahrbare Straße der Alpen“, wobei die Gipfelrunde bis auf 2.802 m führt.
  • Col de la Madeleine (2.000 m): War in den letzten Jahren immer wieder Teil der Tour de France und ist daher in einem sehr guten Zustand.
  • Col de la Croix de Fer (2.067 m): Der Pass liegt in einer herrlichen alpinen Landschaft und bietet ein fantastisches Panorama mit Blick auf die Chaîne de Belledonne und die Aiguilles d’Arves.
  • Col de Glandon (1.924 m): Die Auffahrt zum Col de Glandon von Süden her, vorbei am idyllisch gelegenen Lac de Grand Maison, besticht durch herrliche Landschaften und wenig Verkehr.
  • Col d’Agnel (2.744 m): Der Col d’Agnel zählt nach dem Stilfser Joch und dem Col de l’Iseran zu den höchsten Alpenpässen und ist die höchste grenzüberschreitende Passstraße der Alpen.

Rund um den Mont Blanc

Der höchste Gipfel der Französischen Alpen und der gesamten Alpen ist der Mont Blanc mit 4.810 Metern. Auf einer Motorradtour in den Französischen Alpen kann man ihn auf kleinen Nebensträßchen quasi umkurven, indem man sich auf eine Dreiländerrunde durch Frankreich, Italien und die Schweiz begibt. Nördlich vom Winter- und Sommersportort Courmayeur sollte man sich die Zeit für eine Fahrt mit der Gondel hinauf auf 3.466 Meter Höhe nehmen. Hier oben an der Punta Helbronner steht man quasi vis-à-vis zum höchsten Gipfel Europas. Die Aussichtsterrasse erlaubt einen 360-Grad-Rundblick, bei dem man Gänsehaut bekommt.

Auf kleinen, abgelegenen Bergstraßen durchqueren wir danach das Beaufortain. Col de Saisies und Cormet de Roselend schießen ein Feuerwerk der Kurven und Serpentinen ab, dass einem schwindlig wird.

Reiseangebote

Es gibt zahlreiche Reiseangebote für Motorradtouren in den Französischen Alpen. Diese beinhalten oft:

  • 8 Übernachtungen in guten Mittelklassehotels
  • 8 x Frühstücksbuffet
  • 2 x Gourmetbuffet
  • Gesamte Fahrstrecke: ca. 3.400 km ab Krefeld
  • Fahrkönnen: Das Motorrad sollte auf kurvenreichen Straßen, insbesondere in Haarnadelkurven, sicher beherrscht werden.

Die Tagestouren führen unter anderem zum Col de la Bonette, dem höchsten Pass in den Französischen Alpen, auf der Route Napoléon ins Hinterland der Côte d'Azur und entlang der schmalen Bergstraßen mit ihren wunderschönen Ausblicken zwischen Monaco und Nizza. Eine Tour entlang der berühmten Gorges du Verdon (besser bekannt als Grand Canyon du Verdon) darf ebenso wenig fehlen wie die Überquerung des Col de Turini ("Nacht der langen Messer"), der für die Rallye Monte Carlo berühmt ist.

Zusätzliche Tipps für Motorradtouren in den Französischen Alpen

  • Nehmen Sie sich Zeit, um die Landschaft zu genießen und Fotostopps einzulegen.
  • Planen Sie Ihre Route im Voraus und berücksichtigen Sie die Öffnungszeiten der Pässe.
  • Achten Sie auf die Wetterbedingungen, da es in den Bergen schnell zu Veränderungen kommen kann.
  • Packen Sie warme Kleidung ein, da es auch im Sommer auf den höheren Pässen kühl sein kann.
  • Überprüfen Sie Ihr Motorrad vor der Reise und stellen Sie sicher, dass es in gutem Zustand ist.

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