Ein Helm gehört zum Motorradfahren wie Sonne und griffige Reifen. Doch mit der Vielzahl an Fachbegriffen kann nicht jeder etwas anfangen. Deshalb wirst du in diesem Artikel erfahren, wie du für dich entscheiden kannst, welchen Helmverschluss du wählen solltest. Du erfährst, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Modelle haben, sodass du eine informierte Entscheidung treffen kannst.
Am Ende wirst du dich für DEINE beste Variante entscheiden müssen. Jeder Helmverschluss hat seine Vor- und Nachteile. Wir würden dir am liebsten sofort sagen, dass er dieser oder jener ist, aber du weißt selbst, dass das nicht möglich ist.
In Deutschland dürfen nur geprüfte und zugelassene Systeme in den Verkehr gebracht werden.
Gültige Normen
- Die ECE-Prüfnorm - Diese ist keine Vorschrift mehr.
- Die DOT-Prüfnorm
- Die SNELL-Prüfnorm
Gängige Helmverschlüsse im Überblick
Doppel-D-Verschluss
Der Riemen muss hier durch die beiden D-Ösen geführt werden. Durch Ziehen an dem roten Strippchen wird der Riemen entspannt und kann durch die Ösen gefädelt werden. Gilt als der sicherste Helmverschluss. Der Doppel-D-Verschluss ist vor allem bei sportlichen Integralhelmen verbreitet. Er wiegt ein paar Gramm weniger als die Ratsche, wird bei jedem Anziehen stufenlos justiert und ist daher mit Blick auf die Sicherheit ideal.
Recht schwierig zu schließen. Nichts für faule Leute. Mit Handschuhen zu schließen ist nahezu unmöglich.
Leute, die viel auf der Rennstrecke unterwegs sind, bevorzugen die Doppel-D-Variante. Allerdings hauptsächlich, weil dieser Verschluss von führenden Rennsporthelm Herstellern verwendet wird.
Seine Nachteile: Man braucht etwas länger, bis man seinen blinden Fingern das Einfädeln und die Sicherung des überstehenden Riemenendes beigebracht hat - und dasselbe Prozedere rückwärts beim Ausziehen des Helms.
Zahnriemen (Ratsche)
Einfach zu schließen durch ineinander schieben. *Ratsch* zu. Hier musst Du das Hebelchen bis zum Anschlag umklappen, dann kannst du den Zahnriemen herausziehen. Auch mit Handschuhen sehr einfach zu öffnen und zu schließen.
Die Ratsche wird bei jedem Aufsetzen genauso straff geschlossen, wie es nötig ist. Sie wirkt auf den ersten Blick etwas umständlicher als das Steckschloss, aber nach dreimal Anziehen hat man das Prinzip verinnerlicht. Das Öffnen funktioniert mindestens ebenso leicht wie beim Steckschloss.
Steckschloss
Einfach durch ineinander schieben zu schliessen. *Klick* zu. Der Schieber ist allgemein einfach zu schließen. Weitverbreitete Ausführung.
Das Steckschloss ist die billigste Version und daher häufig besonders bei niedrigpreisigen Helmen zu finden. Ihr Nachteil: Mit der Zeit weitet sich der Kinnriemen und muss nachjustiert werden, damit er straff genug sitzt. Oft vergisst man das, oder man scheut den Fummelaufwand - auf Kosten der Sicherheit.
Mit Handschuhen schwer bis gar nicht zu öffnen. Um die Metallzunge frei zu bekommen, schiebst du den Knopf in seine Pfeilrichtung, die Metallzunge kommt frei.
Seitentaste
Durch ineinander schieben sehr einfach zu schliessen. *Klick* zu. Um zu öffnen einfach die Knöpfe mit zwei Fingern zusammendrücken. Lässt sich somit leicht öffnen und schliessen und das geht leicht und völlig ohne Druck auf den Kehlkopf. Je nach Variante sogar mit Handschuhen einfach zu bedienen.
Walzenverschluss
Muss zum Schliessen eingefädelt werden. Stellt sich als etwas unpraktisch dar. Zwei Finger ziehen an der Walze, dadurch entspannt sich der Riemen und kann daraufhin ausgefädelt werden.
Drucktaster
Variante A: Auf den roten Knopf drücken, die Metallzunge kommt frei (sollte es haken, einfach die Zunge dabei etwas reindrücken).
Variante B: Du drückst auf den Knopf und schiebst dabei einen Finger zwischen Hals und Schloß, dann kommt die Zunge frei.
Variante C: Bei dieser Variante kommt der Druckknopf beim Öffnen mit raus. Ansonsten gibt es kein Unterschied zu den anderen Drucktastern.
Wie bei den anderen auch hier ist es Geschmacksache, ob du den Drucktaster wählst, da es immer eine kleine Fummelei ist bis du ihn geschlossen hast.
Weitere Aspekte beim Helmkauf
Neben dem Verschluss gibt es noch weitere wichtige Aspekte, die beim Kauf eines Motorradhelms berücksichtigt werden sollten:
- Passform: Die Passform ist das A und O bei der Auswahl eines Motorradhelms. Der Helm sollte überall fest anliegen, ohne zu drücken.
- Ausstattung: Ausstattungsdetails wie ein integriertes Sonnenvisier, eine Vorbereitung für eine Freisprecheinrichtung oder einPinlock-Visier können die Kaufentscheidung beeinflussen.
- Gewicht: Ein geringes Gewicht erhöht den Tragekomfort, besonders auf längeren Touren.
- Lautstärke: Der Fahrtwind verursacht Lärm am Helm. Achten Sie auf eine gute Geräuschdämmung.
Mythen und Fakten
Es gibt den Mythen, dass dir bei einem komplizierten Verschluss im Falle eines Unfalls niemand den Helm abnehmen kann. Dieser Mythos ist genau das, ein Mythos, denn… sollten die Sanis zu lange brauchen, weil dein Helmverschluss schwierig zu öffnen ist, schneiden sie einfach den Riemen durch.
Zusammenfassung der Vor- und Nachteile
Um eine bessere Übersicht zu gewährleisten, hier eine Tabelle mit den Vor- und Nachteilen der gängigsten Helmverschlüsse:
| Verschlussart | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Doppel-D-Ring | Sicherster Verschluss, stufenlos justierbar, im Rennsport Pflicht | Schwieriger zu schließen, fummelig mit Handschuhen |
| Ratsche (Zahnriemen) | Einfach zu öffnen und zu schließen, auch mit Handschuhen | Kann bei falscher Einstellung drücken, potentielles Verletzungsrisiko am Kehlkopf |
| Steckschloss | Einfach und schnell zu schließen | Kinnriemen kann sich mit der Zeit weiten, muss nachjustiert werden |
| Seitentaste | Sehr einfach zu schließen und öffnen, auch mit Handschuhen bedienbar | - |
| Walzenverschluss | - | Unpraktisch |
| Drucktaster | - | Fummelig beim Schließen |
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