Viele Camper nehmen zusätzliche Fahrzeuge mit, um im Wohnmobil-Urlaub auch vor Ort mobil zu sein. Wer allerdings sein Motorrad mit in den Urlaub nehmen will, braucht es weniger, um vor Ort mobil zu sein, sondern eher, um auch im Urlaub dem Motorsport nachzugehen. Da ist es praktisch, wenn man die lange Anreise bis ans Urlaubsziel nicht auf dem Motorrad sitzend zurücklegt. Möchtest du dein Motorrad oder Quad mit in den Urlaub nehmen, findest du auf dem Markt etliche passende Fahrzeuge dafür.
Transportmöglichkeiten für Motorräder im Wohnmobil
Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, das Motorrad oder Quad im Inneren des Wohnmobils zu transportieren. Am besten funktioniert das in einem Kastenwagen. Doch auch, wenn du einen Teilintegrierten oder ein Alkoven-Modell bevorzugst, muss dein Motorrad nicht zu Hause bleiben. Vor allem in sehr großen und nur minimal ausgebauten Wohnmobilen und Campervans haben Sie häufig die Möglichkeit, Ihr Motorrad während der Fahrt direkt im Innenraum zu verstauen.
Motorradtransport im Innenraum
Dazu benötigen Sie lediglich eine Rampe, Bohle oder Platte, die Sie sicher anlegen und über die Sie Ihr Bike in den Innenraum befördern können. Planen Sie eine Mitnahme im Innenraum, prüfen Sie vorab unbedingt, welche Sicherungsmöglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen. Mithilfe von Zurrschienen, -ösen und -gurten sollten Sie Ihr Bike so sichern können, dass keine Gefahr für Sie oder die Ausstattung Ihres Wohnmobils von dem Motorrad ausgeht.
Platzbedarf: Ein Motorrad ist gerne 2,20m lang. Mit Gepäckträger auch mehr. Der Lenker mit oft 95 cm kann über den unteren Möbeln sein, ein Boxermotor hat ca. 80 cm Breite. Großenduro hat über die Scheibe gemessen oft 1,40cm Höhe. Die Scheibe könnte man einfach abbauen. Grob gesagt benötigt man für das Motorrad einen Platzbedarf von 2,3 x 0,9 x 1,4m.
- Auffahrrampe: Eine Auffahrrampe kann ein- und ausgeladen werden.
- Seilwinde: Das Motorrad wird am Boden in eine Wippe gefahren und dort befestigt. Die Wippe wird dann über Auffahrschienen mit Hilfe der Seilwinde hochgekurbelt. Einfacher ist es mit einem Selfloader, die Maschine zieht sich via Seilwinde in das Fahrzeug.
Damit der Transport vom motorisierten Gefährt gelingt, muss es als Ladung gut gesichert werden. Dafür gibt es in den Fahrzeugen, die zum Motorradtransport ausgebaut wurden, Schienen am Boden oder an der Fahrzeugwand.
Motorradtransport in der Heckgarage
Insbesondere größere Wohnmobile verfügen über Heckgaragen, die so dimensioniert sind, dass sie auch ein Motorrad fassen können. Anders als bei der Mitnahme im Innenraum besteht keine Gefahr für verbaute Möbel oder den Boden. Zudem entsteht keine Überlänge, die Sie beim Rangieren beeinträchtigt, wie beispielsweise bei der Verwendung eines Anhängers. Bei der Befestigung Ihres Motorrads sollten Sie auch in diesem Fall auf Zurrschienen, -ösen und -gurte setzen. Alternativ bieten sich spezielle Schienen-Systeme an, die Ihr Bike besonders stabil und in einer optimalen Position halten. Zudem benötigen Sie ebenfalls eine geeignete Rampe. Neben der korrekten Sicherung sollten Sie die gleichmäßige Verteilung des Gewichts auf der Hinterachse sowie die maximal zulässige Nutzlast der Heckgarage im Auge behalten.
Besitzt dein Wohnmobil eine geräumige Heckgarage, kannst du einen Motorroller auch im Innenraum transportieren. In der Garage ist das Zweirad vor Verschmutzung, Beschädigung und Diebstahl optimal geschützt. Neben der Zuladung musst du auch die Größe der Stauklappe berücksichtigen. Über eine Schiene schiebst du den Roller bis zum Aufnahmebügel. Dort findet das Vorderrad sicheren Halt. Der Einzug des Rollers kann je nach Ausführung des Transportsystems auf zwei Arten erfolgen: manuell mit Muskelkraft oder über einen Elektromotor. Abschließend musst du den Roller mit Spannbändern von beiden Seiten fixieren.
Heckgaragen Rollerträger: mit absenkbarer Vorderradwippe und seitlicher Querverschiebung. Der Roller wird über die Rampe in die Vorderradwippe gefahren und steht dadurch schon stabil. Danach wird das Vorderrad von außen mit Gurten in der Wippe fixiert. Durch die automatische Entriegelungsfunktion der Wippe kann der Roller nun direkt in die Garage geschoben werden. Zuletzt wird noch das Heck des Rollers am Träger abgespannt.
Motorradtransport mit Anhänger
Eine ebenfalls beliebte Variante, um sein Motorrad mit dem Wohnmobil zu transportieren, ist die Nutzung eines Anhängers. Da dieser an eine Anhängerkupplung angeschlossen werden muss, ist gegebenenfalls die Nachrüstung einer individuell kürzbare Rahmenverlängerung nötig. Außerdem müssen Sie zwingend die zulässige Stützlast beachten und bedenken, dass schwere Anhänger ab 750 Kilogramm nicht mit einem herkömmlichen B-Führerschein geführt werden dürfen. Der große Vorteil eines separaten Motorradanhängers besteht darin, dass kein Platz im Wohnmobilinnenraum oder der Heckgarage benötigt wird. Auch die korrekte Gewichtsverteilung und die Maximalzuladung muss nicht beachtet werden. Dafür sollte Ihnen bewusst sein, dass das Rangieren und Finden eines geeigneten Parkplatzes etwas schwieriger wird.
Motorradtransport auf dem Heckträger
Motorräder lassen sich auch am Heck eines Transporters oder eines Reisemobils auf einem Heckträger transportieren. Wir erklären, welche technischen und rechtlichen Voraussetzungen gelten. Nicht immer lässt sich ein Motorrad im Transporter oder dem Reisemobil mitführen. Wenn es aber dennoch mit auf die Tour soll, bietet sich als Transportalternative ein Heckträger an. Hier setzen allerdings die Technik und die Gesetzgebung enge Grenzen.
Umgangssprachlich werden Plattformträger auch häufig Motorradbühnen genannt. Auf mehr als 150 Kilo beziffert kaum ein Hersteller die Nutzlast seiner Heckträger. In der Regel ist die maximale Zuladung ausreichend für Motorroller und Leichtkrafträder (Hubraum maximal 125 ccm). Oftmals lassen sich Heckträger über einen Schnellverschluss vom Fahrzeug lösen und bei Nichtgebrauch abnehmen. Das ist praktisch, da der Lastenträger die Fahrzeuglänge spürbar erhöht und das Rangieren sowie Einparken erleichtert.
Konstruktion: Ein Halter wird am Chassis des Fahrzeugs verschraubt und der Heckträger anschließend aufgeschoben. So ist er schnell an- und abbaubar. Die meisten Heckträgersysteme sind abnehmbar konstruiert, lediglich die Basishalter werden direkt am Fahrzeugchassis verschraubt und verbleiben dort. Um trotzdem Hecktüren und Heckklappen nutzen zu können, sind manche Modelle samt Ladung zur Seite oder nach hinten schieb- oder klappbar.
Heckträger im Überblick
Linnepe Slideport: Um auch bei montiertem Träger zumindest eine Hecktür öffnen zu können, ist der Slideport verschiebbar. Die maximale Belastung des Systems liegt bei 170 Kilogramm.
Allround Cate Motorrad-Set: Auch hinter sehr kompakten Vans findet ein Motorrad Platz. Der Träger von Allround ist mit bis zu 300 Kilogramm belastbar, beim Mercedes Marco Polo dürfen je nach Ausbaustufe aber nur 160 bis 250 Kilo draufgepackt werden.
Fiedler: Bis zu 250 Kilo hält der Träger von Fiedler aus. Damit sind auch größere Bikes wie die abgebildete Kawasaki Z 1000 SX hinter dem Campingbus transportierbar. Die Gesamtzuladung des Fahrzeugs ist dann aber schnell überschritten.
Wichtige Aspekte beim Transport
Egal ob du das Zweirad am Heck oder im Innenraum transportierst: durch das hohe Gewicht steht die Federung an der Hinterachse unter Dauerbelastung. Die serienmäßigen Blattfedern können dadurch so weit einsinken, dass kein Federweg mehr übrigbleibt. Daher sind Luftfedern eine sinnvolle Ergänzung zum Motorradträger. Die Luftbälge lassen sich an den Beladungszustand anpassen und das Heck einige Zentimeter anheben.
Achslast und Gesamtgewicht
Wer mit einem Heckträger liebäugelt, sollte vorher die Reserven am eigenen Fahrzeug prüfen. Die zulässigen Achslasten finden sich in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter den Ziffern 8.1 bis 8.3. - bei zweiachsigen Fahrzeugen unter 8.1 und 8.2. Das zulässige Gesamtgewicht steht unter der Ziffer F.1. Manche Anbieter liefern ihre Systeme mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE), die zwar die Montage ohne weitere Abnahme erlaubt, den Fahrer aber nicht von der Pflicht befreit, die zulässigen Achslasten einzuhalten. Zu hohe Achslasten werden nicht nur bei einer Kontrolle teuer, sie gefährden auch die Fahrsicherheit. Allerdings darf durch die Last am Heck auch die Last auf der Vorderachse nicht zu weit sinken. Laut EU-Verordnung (1230/2012) darf sie in keinem Fall weniger als 20 Prozent der technisch zulässigen Gesamtmasse des Fahrzeugs betragen.
Zuladung berechnen:
Die maximal mögliche Zusatzbelastung der Hinterachse (X). Sie ist nur durch Wiegen der aktuellen Achslast und Abgleich mit der im Fahrzeugschein eingetragenen maximalen Hinterachslast zu ermitteln.
- Radstand (a)
- Abstand zwischen der Hinterachse und dem Schwerpunkt der Ladung (b).
Die maximal mögliche Zuladung berechnet sich über die Formel: (x*a)/(a+b)
Achtung: Das Eigengewicht des Trägers zählt zur Zuladung.
Überblick über Zweirad-Modelle
Wer ein möglichst kompaktes "Moped" an oder in seinem Wohnmobil in den Urlaub mitnehmen will, muss unbedingt die Abmessungen und Leergewichte der Maschinen kennen.
Die Längen reichen von ca. 1,7 Meter für kleine Leichtkrafträder im Stil der Honda MSX125 Grom bis ca. 2,7 Meter für einen ausgewachsenen Tourer vom Erscheinungsbild einer Indian Roadmaster. Die Breiten der Maschinen bewegen sich zwischen knapp 70 Zentimeter und 1,2 Meter und werden vorrangig von der Lenkerbreite bestimmt.
Die Höhen liegen zwischen 1 und 1,5 Meter. Für die beliebte R 1300 GS beispielsweise gibt BMW eine Höhe von ca. 1,4 Meter an. Hierbei spielen die An- und Aufbauten an Front (Rückspiegel, Windschild) und Heck (z.B. Topcase) eine entscheidende Rolle. Für den Transport auf einer Heckplattform ist die Höhe von untergeordneter Bedeutung, da die gängigen Transportfahrzeuge deutlich höher sein dürften als die beförderten Maschinen. Relevant ist sie hingegen, wenn die Maschine in einer geschlossenen Heckgarage untergebracht werden soll.
Besonders wichtig für die Mitnahme eines Motorrads oder Motorrollers ist natürlich dessen Leergewicht. Zusammen mit dem Gewicht des Trägersystems selbst kommen somit schnell 180 bis 220 Kilogramm zusätzliche Last am äußersten Heck des Fahrzeugs zusammen. Dadurch wird die Hinterachse be- und die Vorderachse entlastet. Es muss unbedingt geprüft werden, welche Grenzen der Be- und Entlastung für beide Achsen seitens des Fahrzeugherstellers vorgegeben sind.
Rechenbeispiel:
- G (Motorrad und Transportplattform) = 180 kg
- a = 1,5 m
- b = 3,3 m
- Zusätzliche Last an der Hinterachse GHA: 180 kg x (1,5:3,3 + 1) = 262 kg
- Entlastung an der Vorderachse GVA: 262 kg - 180 kg = 82 kg
Ähnlich verhält es sich, wenn die Maschine in einer möglichen Heckgarage untergebracht werden soll. In diesem Fall sind die Abmessungen von besonderer Bedeutung. Im Zweifel müssen Sie für eine Unterbringung die Rückspiegel oder auch ein Windschild des Motorrads abmontieren. Zudem muss geklärt werden, ob die Bodenplatte der Heckgarage für die Belastung mit einem Motorrad ausgelegt ist.
Tipps fürs Motorradfahren im Ausland
In den meisten europäischen Ländern sind abweichend von Deutschland ECE-geprüfte Motorradhelme verbindlich vorgeschrieben. Zudem sollten feste Schuhe, Handschuhe und zumindest stabile, abriebfeste Jacken und Hosen getragen werden, um sich bei einem leichten Sturz nicht den gesamten Urlaub zu "versauen".
In Frankreich besteht zum Beispiel die Pflicht, beim Motorradfahren Handschuhe zu tragen. Viele EU-Länder schreiben zudem das Mitführen von Warnwesten oder Verbandspäckchen vor.
Maximal 45 km/h schnelle Kleinkrafträder mit Versicherungskennzeichen sind weniger empfehlenswert, da es für diese in fast allen Ländern relevante Einschränkungen bei der Straßennutzung gibt.
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