Biker-Jeans sind weit verbreitet, doch Motorrad-Jeansjacken sind eher eine Seltenheit. Dabei bieten sie unübertroffenen Tragekomfort und hohe Sicherheit. Dieser Artikel beleuchtet die Vorzüge von Motorrad-Jeansjacken und vergleicht verschiedene Modelle hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Leistung.
Warum eine Motorrad-Jeansjacke?
Die Jeansjacke war ein Style-Gesetz in den 1970er und 1980er Jahren und hat sich seitdem kaum verändert. Heutzutage ist der Denim-Evergreen sogar zum Motorradfahren geeignet - abriebfest, mit anschmiegsamen Protektoren und extrem komfortabel aus elastischem Hightechstoff.
Dainese Denim Tex Jacket: Ein Beispiel
Das Dainese Denim Tex Jacket präsentiert sich in „tiefdunklem Blauschwarz“ und bietet eine übersichtliche Ausstattung im Stil klassischer Jeansjacken: vier Außentaschen (zwei mit Druckknopf, zwei mit Reißverschluss) und eine Napoleontasche innen. Dank des fest vernähten Futters hält die Jacke bei kühleren Temperaturen warm. Die Pro-Shape-2.0-Protektoren an Schultern und Ellenbogen fallen weder optisch noch beim Tragen auf. Ein Protektorfach am Rücken bietet Platz für einen optionalen Schlagschutz. Vorn sorgt ein Reißverschluss mit verdeckter Druckknopfleiste dafür, dass kein Fahrtwind eindringt. Die Passform lässt sich an der Hüfte regulieren, und der Button-Down-Kragen kann bei Bedarf aufgestellt werden. Der elastische Denim-Stoff garantiert Komfort und Bewegungsfreiheit.
Denim Tex ist eine lässig geschnittene Motorradjacke, die sich perfekt für den Sommer und die Übergangszeit eignet. Sie ist praktisch und sicher, dank der weichen Pro-Shape 2.0-Protektoren und der Möglichkeit, einen Rückenprotektor einzusetzen.
Sicherheit im Fokus: Der große MOTORRAD-Jeanstest
Was passiert bei einem unfreiwilligen Asphaltkontakt? Um diese Frage zu beantworten, führte MOTORRAD einen Test mit 13 Hosen und fünf Jacken durch. Dabei wurde ein Crashtest-Dummy namens Svenni verwendet, um Stürze bei Tempo 80 zu simulieren. Ziel war es, herauszufinden, wie viel Sicherheit die Kleidung beim Sturz bietet.
Nicht nur innerhalb der Redaktion ist das Thema "Jeans auf dem Motorrad" umstritten. Nur zu gerne lässt man mal seine komplette Ausrüstung links liegen und schlüpft mal eben in "my old jeans", um in die City oder zum Baggersee zu cruisen. Die Ausstatter bieten mittlerweile jedoch eine Vielzahl an speziellen Motorradjeans mit Protektoren (beziehungsweise Nachrüstmöglichkeiten) und Verstärkungen durch Kevlar (Aramid) als bessere Wahl zur herkömmlichen Modejeans an.
Der Test sollte klären, wie es sich mit dem blauen Stoff auf Tour gehen lässt, wie einfach die Kleidungsstücke in der Handhabung sind und ob die Protektoren beim Einkaufen oder dem Altstadtbummel stören. Der Coolness-Faktor wurde bewusst ausgeblendet, da der Geschmack bei Schnitt und Waschung variiert.
Der Abwurftest lieferte wichtige Hinweise auf den Schutz beim Sturz, kann jedoch keine schlussendliche Wahrheit liefern. Die Abwürfe erfolgten zwar immer aus 80 km/h an gleicher Stelle, der Dummy fiel und rutschte aber jedes Mal etwas unterschiedlich. Bei der Bewertung vom Abriebmuster und dem Grad der Zerstörung wurde dies dementsprechend berücksichtigt. Genau wie der Sitz der Protektoren, der schon zuvor bei den Fahrtests auf den Prüfstein gestellt wurde.
Florian Schueler, Unfallanalytiker von der Universität Heidelberg, unterstreicht gerade diesen Aspekt: "Sind Protektoren vorhanden und bleiben sie beim Sturz auch an der Stelle, wo sie hingehören? Ist das nicht der Fall, fehlt die wichtigste Schutzfunktion."
Im Test zeigte sich, dass eine einlagige Motorrad-Textilhose aus eigentlich abriebfestem Cordura (Polyamid) ein katastrophales Ergebnis einfuhr, und auch eine etwas ergraute Lederkombi sah nach dem Abwurf nicht unbedingt besser aus als die meisten getesteten Jeansjacken und -hosen. Einige der Jeans machten nach dem Crashtest hingegen einen munteren Eindruck und gingen noch als trendige Buxe mit dezentem Loch-Design durch.
Material und Verarbeitung
Hans-Peter Fleischmann von den Hohenstein Instituten erklärt, dass Jeans ursprünglich als Arbeitsbekleidung getragen wurden und daher viel aushalten müssen. Jeans bestehen aus einem Köpergewebe, das besonders fest ist. Ihre gute Strapazierfähigkeit erhalten sie durch die Verwendung schwerer Garne. Die Qualität hängt jedoch nicht nur von der Schwere des Gewebes ab, sondern auch von der Güte der Baumwolle. Materialdoppelungen spielen beim Abrieb eine entscheidende Rolle.
Während einer Rutschphase kann an der Kleidung durch Reibhitze punktuell eine Temperatur von über 200 Grad Celsius entstehen, bei der Kunstfasern zu sich in die Haut brennenden Rückständen verschmelzen. Baumwollfasern hingegen verflocken dabei wie abfackelndes Papier, und Aramidfasern verkohlen erst ab rund 400 Grad.
Motorrad-Jeansbekleidung kann jedoch nicht eine eng sitzende, hochwertige Lederkombi ersetzen. Sie sind und bleiben ein Kompromiss. Gerade im Sommer jedoch ein ziemlich guter, weil man nicht verschwitzt und überhitzt unterwegs ist.
Fazit des Jackentests
Bei den Jacken überzeugte die vielseitige, extrem luftige Lindstrands. Die Vanucci punktete durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Meinungen von Motorradfahrern
- Gerd Mayer: "Motorradkleidung nervt in der Stadt. Ich trage ohne Bedenken auch Jeans, am liebsten ohne störende Protektoren."
- Markus Biebricher: "Für Spezialeinsätze okay. Meine Protektoren-Jeans funktionierte einwandfrei und gab zusätzlich abends im Restaurant eine gute Figur ab."
- Gert Thöle: "Stürzen besser unterlassen. Ich fahre gern und häufig mit Jeans auf dem Motorrad. Aber ich muss auch zugeben: Ich würde ungern mit Jeans stürzen."
- Sigi Scherm: "Für jede Sportart das richtige Equipment. Da gehören Jeans sicherlich nicht dazu, Protektoren und Kevlarverstärkungen hin oder her."
So testet MOTORRAD
MOTORRAD testet Motorradjeans im Alltag und auf abgesperrten Testgeländen. Dabei werden Passform, Tragekomfort, Sitz der Protektoren und Tourentauglichkeit überprüft. Crashtests werden mit einem Hybrid-3-Dummy durchgeführt, der aus 80 km/h auf den Asphalt geschleudert wird.
Beispiel: IXS Sheridan
Die IXS Sheridan ist eine klassisch geschnittene Jeansjacke, die in der Fußgängerzone nicht als Motorradjacke auffällt. Sie bietet CE-Protektoren, Aramidverstärkungen und ein Fach für einen Rückenprotektor. Die Verarbeitung ist tadellos, und der Alltagsnutzen ist gut. Für Temperaturen unter 20 Grad reicht die Isolation nicht aus.
Lindstrands DL-JM-13: Cooler Look mit Sicherheitsstandards
Die DL-JM-13 Jacke von Lindstrands bringt den coolen Look einer klassischen Jeansjacke auf die Straße. Details wie aufgesetzte Brusttaschen und seitliche Einschubtaschen verleihen jedem Outfit eine markante Optik. Reißverschlüsse an den Unterarmen sorgen für Komfort und Flexibilität. Die passende DL-PM-13 Motorrad-Jeanshose rundet das Outfit ab und bietet hohe Sicherheit durch stufenlos höhenverstellbare Knieprotektoren der höchsten Schutzklasse (Level 2). Jacke und Hose bestehen aus einem strapazierfähigen Denim-Gewebe aus Baumwolle und recycelter Baumwolle.
Blackwild No.: Eine Alternative?
Blackwild bietet eine Jacke und eine Hose des Modells „Blackwild No. Die Kleidung kann hauptsächlich online gekauft werden. Ein Kritikpunkt ist die Passform der Jacke, insbesondere die Einstellung der Oberarmbreite. Ein abnehmbarer Sturmkragen wäre wünschenswert.
Weitere Motorradjacken im Überblick
Die Auswahl an Motorradjacken ist riesig. Es gibt Lederjacken und Textiljacken, die jeweils Vor- und Nachteile bieten. Sicherheitsmerkmale wie Schutzpolster und reflektierende Einsätze sind entscheidend. Die Anpassungsfähigkeit und der Tragekomfort spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Textiljacken sind vielseitig und bieten oft die Möglichkeit, Innenfutter für zusätzliche Wärme einzusetzen. Lederjacken bieten ein klassisches und robustes Gefühl beim Fahren. Regelmäßiges Imprägnieren und spezielle Lederpflegeprodukte verlängern die Lebensdauer.
Schutzfunktionen und Materialien
Motorradjacken sind mit verschiedenen Schutzfunktionen ausgestattet, darunter integrierte Protektoren an Schultern, Ellenbogen und Rücken. Hochentwickelte Materialien wie D3O oder SAS-TEC sind für ihre Stoßdämpfung bekannt. Reflektierende Einsätze erhöhen die Sichtbarkeit im Dunkeln.
Der Wetterschutz ist ein weiteres zentrales Merkmal. Die besten Jacken kombinieren Schutz vor Nässe, Wind und Kälte. Die Belüftung spielt auch eine Rolle, um Überhitzung zu vermeiden.
Komfort und Stil
Eine gut sitzende Motorradjacke fördert das Fahrvergnügen und verhindert Ablenkungen. Komfortable Innenfutter sorgen dafür, dass die Jacke auch bei längeren Fahrten angenehm zu tragen ist. Biker suchen häufig nach Farben und Schnitten, die ihren persönlichen Geschmack widerspiegeln.
Pflege und Wartung
Die richtige Pflege und Wartung verlängert die Lebensdauer einer Motorradjacke erheblich. Für Lederjacken ist eine spezielle Lederpflege erforderlich, die die Materialien geschmeidig hält. Textiljacken sollten regelmäßig gewaschen werden.
Textiljacken im Fokus
Nicht immer sind Lederjacke und Jeans die beste Wahl für große Touren. Textiljacken bieten anpassbare Außenhäute und sind unerschrockene Reisebegleiter bei allen Wetterlagen. Eine Textiljacke besteht in der Regel aus drei Schichten: einer äußeren Schicht aus widerstandsfähigem Cordura, einer wind- und wasserundurchlässigen Membran und einem wärmenden Innenfutter.
Es gibt verschiedene Arten von Membranen, darunter porige Membrane wie Gore-Tex und rein physikalische Membrane wie SympaTex. Ab 25 Grad Außentemperatur lässt die Wirkung einer Membran nach, und die Belüftungsöffnungen der Jacke müssen ran.
Zusammenfassung
Für Motorradfahrer, die stilbewusst und sicher unterwegs sein wollen, bietet Detlev Louis mit der neuen DL-JM-13 Jeansjacke und der DL-PM-13 Jeanshose eine hochwertige, sichere Bekleidungskombination. Die Jacke vereint klassische Jeansjacken-Details mit modernen Sicherheitsfunktionen. Die Hose ergänzt das Outfit ideal und bietet einen lässigen 5-Pocket-Look. Beide bestehen aus einem hochwertigen Denim-Gewebe aus Baumwolle und recycelter Baumwolle.
Die Auswahl der richtigen Motorradjacke ist entscheidend für jeden Biker. Sie bietet nicht nur den nötigen Schutz, sondern auch Komfort und Stil. Ob ich mich für Leder oder Textil entscheide, hängt von meinen persönlichen Vorlieben und dem Einsatzgebiet ab. Schließlich ist es eine Investition in meine Sicherheit und Fahrfreude.
| Modell | Material | Besondere Merkmale | Fazit |
|---|---|---|---|
| Dainese Denim Tex Jacket | Denim | Pro-Shape-2.0-Protektoren, klassisches Design | Komfortabel und sicher für Sommer und Übergangszeit |
| IXS Sheridan | Denim | CE-Protektoren, Aramidverstärkungen | Alltagstauglich, aber für Temperaturen unter 20 Grad nicht ausreichend isoliert |
| Lindstrands DL-JM-13 | Denim (Baumwolle und recycelte Baumwolle) | Klassisches Jeansjacken-Design, Reißverschlüsse an den Unterarmen | Cooler Look mit modernen Sicherheitsfunktionen |
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