Der Motorrad-Klapphelm ist ein vielseitiges Ausrüstungsstück, das Sicherheit und Komfort vereint. Im MOTORRAD-Klapphelm-Test 2024 gibt es für jeden Testteilnehmer gute Kaufgründe.
Wie MOTORRAD Klapphelme testet
Fünf Exemplare jedes Helmmodells wurden getestet: zwei in Größe M, je eines in Größe S, L und XL. Die M-Exemplare wurden auf dem Schlagdämpfungs- und Rotations-Prüfstand des TÜV Rheinland in Köln geprüft. Die XL-Testmuster wurden für Fahrversuche auf der A 23 zwischen Itzehoe und Heide verwendet, wobei eine Kawasaki Versys 1000 SE als Untersatz diente. Gemächlicher ging es bei den "Jethelm-Tests" mit geöffneten Klapphelmen auf einer BMW R nineT Scrambler zu.
Abschluss des Praxistestprogramms war der Test in der Stuttgarter MOTORRAD-Redaktion, bei dem Handhabung, Passform und Verarbeitungsqualität bewertet wurden. Dabei entstanden auch die total subjektiven Hitlisten der Redakteure, die beweisen, dass der Helm am besten ist, der einem am besten passt und gefällt.
Klapphelm-Test im Windkanal
In Magdeburg bei Schuberth wurden die L-Testhelme im Windkanal und im Klima-Prüfstand getestet. Soundfiles und Fotografien dokumentierten neben der Computer-Auswertung die Arbeit im Windkanal, bei der in 4 verschiedenen Sitzpositionen für je 10 Sekunden bei 100 km/h Windgeschwindigkeit die Lautstärke gemessen wurde. Bei der Dichtigkeitsprüfung im Klima-Prüfstand ging es darum, 3 Minuten bei einer Windgeschwindigkeit von 80 km/h und sehr viel Wasser ohne Wassereinbruch zu überstehen.
Klapphelme härter getestet als ECE 22.06
Die Schlagdämpfungsprüfung auf dem Prüfstand des TÜV Rheinland in Köln war immer zentraler Bestandteil der MOTORRAD-Helmtest-Laborversuche. Und im Unterschied zur ECE-Prüfung fielen die Helme seit 14 Jahren immer auf einen echten Leitplankenträger ("Sigmapfosten") und nicht auf einen Kantenamboss. Nach alter und auch neuer ECE-Norm war und ist beim Aufprall ein maximaler Beschleunigungswert von 275 g zulässig.
Neu im Testprogramm: Die Rotationsprüfung mit 8,0 m/s. Auch hier weicht der MOTORRAD-Helmtest vom ECE-Prozedere ab, da nach einschlägigen Studien 30 Grad Aufschlagwinkel in der Praxis realistischer sind als die 45 Grad der ECE-Prüfung.
Ersthelfer-Tauglichkeit
Klare Ansage: Der Helm muss nach einem Unfall runter. Immer! Allein schon deshalb, um zu verhindern, dass der womöglich Bewusstlose an Erbrochenem erstickt. Doch schon vor der möglichst zu zweit durchzuführenden Helmabnahme stehen 3 Handgriffe an, um es dem Verunglückten etwas leichter zu machen: Visier öffnen, Kinnteil öffnen, Kinnriemen öffnen.
Drei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Eddelak in Dithmarschen/Schleswig-Holstein probierten, wie leicht das bei den Testkandidaten fällt. Das Öffnen der Visiere bereitete keinem der Gasttester Schwierigkeiten. Bei den beiden anderen Handgriffen gab es aber durchaus Kritik.
Die Favoriten der Retter: Schuberth und Shoei. Auch bei den Verlierern sind sich alle einig: Nolan und Airoh. Zusatz-Test: Helmabnahme im geschlossenen Zustand: Bei Airoh, Germot, Harley-D., HJC, LS2, MTR, Nolan, Rocc und Shoei möglich; bei AGV, BMW und Schuberth eher nicht.
Klapphelmtest 2022: Testsieger
Der Testsieger im Klapphelmtest 2022 war der Schuberth C5.
Detaillierte Testergebnisse und Empfehlungen
Schuberth C5
- Preis: 629,00 Euro (Dekor 729,00 Euro)
- Größen: XS (53) bis XXXL (65), zwei Schalengrößen
- Gewicht: 1.640 +/- 50 g/1.710 g (Herstellerangabe/L gewogen)
Fazit: Ein klarer Fortschritt im Vergleich zum C4 - noch leiser und mit deutlich verbesserten Schlagdämpfungswerten. MOTORRAD-Urteil: sehr gut
HJC i90 (Kauftipp)
- Preis: 229,90 Euro (Steingrau 249,90 Euro, Dekor 259,90 Euro)
- Größen: XS bis XXXL, drei Schalengrößen
- Gewicht: 1.700 g/1.716 g (Herstellerangabe/L gewogen)
Fazit: Im i90 geht es eher laut zu, aber dagegen lässt sich ja durchaus etwas machen. Wenn er passt, ist der HJC ein rundherum "ehrlicher" Helm, bei dem das Preis-/Leistungsverhältnis absolut stimmt und der sich den "Kauftipp" redlich verdient. MOTORRAD-Urteil: gut
BMW System 7 Evo Carbon
- Preis: 690,00 Euro (Dekor 750,00 Euro, Fluor 790,00 Euro)
- Größen: 52/53 (XS) bis 64/65 (3XL), zwei Schalengrößen
- Gewicht: 1.610 +/- 50 g/.1614 g (Herstellerangabe/L gewogen)
Fazit: Ein vergleichsweise leichter, sehr gut ausgestatteter Helm mit hervorragenden Schlagdämpfungswerten. Aber ggf. auch gewöhnungsbedürftig (Passform, Kinnteil) und teuer. MOTORRAD-Urteil: sehr gut
Shoei Neotec 2
- Preis: 619,00 Euro (metallic/matt 649,00 Euro, Dekor 729,00 Euro)
- Größen: XXS bis XXL, drei Schalengrößen
- Gewicht: 1.715 g/1.724 g (Herstellerangabe/L gewogen)
Fazit: Bessere Schlagdämpfungswerte und etwas weniger Masse - der Neotec 2 hätte dem Schuberth C5 in Sachen Testsieg echt gefährlich werden können. Aber auch so ist der top verarbeitete Japaner ein super Helm mit herausragender Passform. MOTORRAD-Urteil: sehr gut
Nolan N100-5 Plus
- Preis: 459,99 Euro (Dekor 479,99 Euro)
- Größen: XXS (54) bis XXXL (65), zwei Schalengrößen
- Gewicht: 1.810 g/1.830 g (Herstellerangabe/L gewogen)
Fazit: Der im preislichen Mittelfeld angesiedelte Nolan erlaubt sich keine echten Schwächen, Passform und Komfort fallen unter "Turnschuh-Wohlfühl-Atmosphäre". MOTORRAD-Urteil: gut
Weitere getestete Modelle umfassen Shark Evo-GT.
Klapphelme im Vergleich
Die drei Kandidaten Schuberth C5, HJC RPHA-91 und Shoei Neotec 3 repräsentieren nicht nur die Spitze des Marktes, sondern auch unterschiedliche Philosophien, was einen erstklassigen Klapphelm ausmacht.
Schuberth C5
Der C5 besitzt einen recht engen Einschlupf, der effektiv Zugluft und Lärm verhindert. Bemerkenswert ist die Passform für eher ovale Kopfformen. Bei schnellen Schulterblicken spürt man kaum Trägheit. Die Aerodynamik sorgt für eine bemerkenswert ruhige Luftströmung um den Helm.
HJC RPHA-91
Der RPHA-91 präsentiert sich als schlanker, sportlich orientierter Klapphelm mit dynamischen Linien. Er bietet besonders für eher runde Kopfformen eine exzellente Passform. Ein cleveres Detail: Die Sonnenblende verschiebt sich beim Schließen leicht, um nicht an der Nase zu kratzen. In Sachen Aerodynamik hat HJC beeindruckende Arbeit geleistet. Der Helm liegt stabil im Fahrtwind und erzeugt wenig Verwirbelungen.
Shoei Neotec 3
Der Neotec 3 verkörpert japanische Ingenieurskunst in Reinform. Der Neotec 3 liegt wie eine zweite Haut am Kopf vorausgesetzt, man hat einen "Shoei-Kopf". Der Helm tendiert zu einer eher mittleren bis leicht ovalen Kopfform. Die Windstabilität ist auch bei hohem Tempo hervorragend der Helm bleibt ruhig und erzeugt kaum Auftrieb.
Adventure-Klapphelme im Test
Drei Adventure-Klapphelme für Reiseendurofahrer wurden getestet. Es gibt einen Sieger, aber keine Verlierer.
Testsieger Enduro-Klapphelm: Schuberth E2
Der Schuberth E2 ist im Grunde ein weiterentwickelter C5 mit einem zusätzlichen, abnehmbaren Schirm. Der Helm überzeugt durch seine hervorragende Straßentauglichkeit und ist besonders für lange Touren auf der Straße bestens geeignet.
Kauftipp Enduro-Klapphelm: HJC i80
Der HJC i80 zeigt deutlich, warum Klapphelme und Offroad-Performance eine schwierige Kombination darstellen. Dennoch überzeugt der Helm in seiner Preisklasse, wenn es darum geht, hauptsächlich auf der Straße unterwegs zu sein und gelegentliche Abstecher ins Gelände zu machen.
Vorteile von Adventure-Helmen für Reiseendurofahrer
Die Beliebtheit von Adventure-Helmen für Reiseendurofahrer lässt sich vor allem durch ihre Optik, also den Adventure-Bike-Style erklären. Ein Klapphelm ist ein Motorradhelm, der durch seine besondere Konstruktion Sicherheit und Komfort vereint.
Sicherheit und Komfort
Neben der Sicherheit spielt auch der Komfort bei der Wahl eines Motorradhelms eine wichtige Rolle. Klapphelme sind oft mit speziellen Funktionen ausgestattet, die den Tragekomfort erhöhen. So verfügen viele Modelle über ein integriertes Sonnenvisier oder eine Belüftung, die für eine angenehme Luftzirkulation sorgt.
Welcher Klapphelm kommt infrage?
Wenn Sie einen Klapphelm kaufen möchten, sollten Sie auf den Hersteller achten und im besten Fall mehrere Modelle verschiedener Hersteller anprobieren. Es gibt zahlreiche Marken, die Klapphelme anbieten, darunter bekannte Unternehmen wie Schuberth, Shoei oder Nolan.
Größe und Kopfform sind wichtig
Auch die Größe spielt eine wichtige Rolle, denn ein Motorradhelm ist nur dann gut für deinen Fahrer geeignet, wenn er richtig sitzt und auch bei längerem Tragen als angenehm empfunden wird. Der Helm sollte so eng sitzen, dass er sich nicht frei auf dem Kopf bewegen kann, aber nicht so eng, dass Druckstellen entstehen oder spürbarer Druck auf den Kopf empfunden wird.
Sicherheit und Herkunft
Auf das Herstellungsland kommt es dank einheitlicher Sicherheitsnormen wie der ECE 22.06 oder dem Vorgänger ECE 22.05 glücklicherweise nicht mehr an. Um in Europa zugelassen werden zu können, müssen Klapphelme außerdem mit einem Verschlusssystem ausgestattet sein, das den Helm sicher am Kopf des Fahrers hält.
Zusätzliche Ausstattungsmöglichkeiten
Viele Helme haben einen Pinlock-Visiereinsatz, der durch ein zusätzlich angebrachten innen liegendes Visier das Beschlagen minimiert und so die Sicht des Fahrers, besonders bei widrigen Wetterverhältnissen verbessert. Zusätzlich ist häufig eine klappbare Sonnenblende verbaut.
Test Motorradhelme: Ergebnis im Überblick
Die Zeitschrift "Motorrad" hat zwölf aktuelle Klapphelme getestet (Heft 11/2024). Hier eine Übersicht der Ergebnisse:
| Modell | Preis in Euro | Urteil Motorrad |
|---|---|---|
| Schuberth C5 | ab 699,00 | Sehr gut |
| Shoei Neotec 3 | ab 669,00 | Sehr gut |
| Nolan N100-6 | ab 399,99 | Sehr gut |
| LS2 FF901 Advant X Carbon | ab 469,00 | Sehr gut |
| HJC RPHA 91 Carbon | 699,90 | Sehr gut |
| BMW System 7 Carbon Evo | ab 710,00 | Gut |
| AGV Tourmodular | ab 549,95 | Gut |
| Germot GM 970 | 159,90 | Gut |
| Airoh Specktre | ab 259,99 | Gut |
| MTR K-4 Evo | ab 99,99 | Gut |
| Rocc 810 | ab 189,95 | Befriedigend |
| Harley-D. Evo X17 Sunshield Modular | 383,00 | Befriedigend |
Wichtige Hinweise zur Helmpflicht
Seit 2006 steht im Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO), dass Fahrer und Mitfahrer von Krafträdern mit Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einen "geeigneten Schutzhelm" tragen müssen.
Klapphelm Test & Vergleich
Die integrierte Sonnenblende des Klapphelms Torque X von Westt fällt bei unserem Helm-Vergleich ebenso auf wie das verstellbare Lüftungssystem, das für ein angenehmes Klima auch bei hohen Temperaturen sorgt. Die 3D-Innenpolster lassen sich herausnehmen und sind waschbar.
Fazit der Redaktion
Der Westt W-103A Klapphelm bietet eine praktische Kombination aus Sicherheit und Komfort. Mit seinem leicht zu bedienenden Klappmechanismus ermöglicht er eine einfache Handhabung. Die gute Belüftung sorgt für angenehmes Tragegefühl, während das stilvolle Design einen modernen Look verleiht.
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