Motorrad LED Scheinwerfer mit Zulassung im Test

Gutes Licht ist für viele Motorradfahrer ein wichtiger Sicherheitsfaktor, weshalb viele Motorradfahrer und -fahrerinnen bei ihren Maschinen gerne die H4- oder H7-Lampen durch Nachrüst-LED ersetzen möchten.

Auf dem freien Markt sind zwar schon seit geraumer Zeit Umrüst-Kits von Halogen- auf LED-Licht verfügbar - aber alle bislang ohne Zulassung. Wird eine solche LED-Beleuchtung nachgerüstet, erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs.

Legale Nachrüst-LEDs von Osram

Mit Night Breaker LED Gen 2 H7 und Night Breaker H4 hat Osram legale Nachrüst-LED für Motorräder im Angebot, die vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt eine KBA-Genehmigung erhalten haben.

Osram gibt an, dass die Night Breaker LED-Lampen bis zu dreimal heller leuchten als nach der gesetzlichen Mindestanforderung, eine große Reichweite und hohe Kontraste erreichen. Außerdem sei die Haltbarkeit gegenüber der einer gewöhnlichen Halogen-Lampe fünfmal höher, zusätzlich der Stromverbrauch geringer.

Die Osram Night Breaker LED-Nachrüstlampen sind mit 19 Watt angegeben.

Einschränkungen bei der Umrüstung

Die Umrüstung erfordert für jedes Fahrzeug eine spezifische Freigabe. Diese allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) des Kraftfahrt-Bundesamts, die nur für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge, aber EU-weit gilt, gibt es derzeit nur für wenige Motorradmodelle.

7-Zoll-LED-Scheinwerfer im Vergleich

Hier ist ein Vergleich verschiedener 7-Zoll-LED-Scheinwerfer:

ModellPreis pro StückLange LebensdauerHoher LichtstromHohe LeistungE-geprüft
Craftride ‎am-A504547-dpl79,99 €10.000 StundenKeine HerstellerangabeKeine HerstellerangabeJa
Jmtbno ‎KKEUJMEE16355,99 €50.000 Stunden7.500 lm75 WJa
evomosa ‎EU-MTCD17-B60,99 €50.000 Stunden5.000 lm45 W
Jmtbno ‎KKEUJMEE19358,99 €50.000 StundenBis 5.000 lm50 WNein
Alchemy Parts ‎3671.1190,00 €30.000 StundenKeine Herstellerangabe55 WJa

Detaillierte Betrachtung der Modelle

Craftride ‎am-A504547-dpl

Die Craftride LED-Scheinwerfer in 7 Zoll punkten nicht nur mit einem E-Prüfzeichen, sondern sind auch mit Harley-Davidson Modellen kompatibel. Mit 0,5 kg sind sie sehr leicht und auch ihre Lebensdauer von 10.000 Stunden kann sich sehen lassen. Das kratzfeste Polykarbonat-Material ist ein Pluspunkt.

Jmtbno ‎KKEUJMEE163

Der V-Star von Jmtbno punktet mit einem geringen Gewicht von 1 kg, sodass sich der 7-Zoll-LED-Scheinwerfer kaum auf den Kraftstoffverbrauch des Motorrads auswirkt. Das Fernlicht hat eine Leistung von bis zu 75 Watt, einer sehr hohen Leistung im Vergleich. Der Scheinwerfer ist eine gute Wahl für Motorradfahrer, die einen leistungsfähigen Scheinwerfer mit Straßenzulassung suchen.

evomosa ‎EU-MTCD17-B

Die Evomosa Motorrad-Frontscheinwerfer mit LED-Technologie können den Benutzerkomfort und die Sicherheit bei Nachtfahrten verbessern. Besonders hervorzuheben ist die lange Haltbarkeit und Leuchtdauer über 50.000 Stunden. Durch die wasserdichten Eigenschaften können sie als Abblendlicht, Fernlicht, Tagfahrlicht und Blinker genutzt werden.

Jmtbno ‎KKEUJMEE193

Wer auf eine lange Lebensdauer von Scheinwerfern Wert legt, sollte einen Blick auf die Motorradscheinwerfer von Jmtbno werfen. Mit einer Lebensdauer von 50.000 Stunden und mehr zählt sie zu den ausdauernderen Lampen aus unserem Vergleich. Allerdings sind sie nicht E-geprüft und daher im Straßenverkehr nicht zugelassen.

Alchemy Parts ‎3671.1

Bei den 7-Zoll-LED-Scheinwerfern von Alchemy Parts handelt es sich um ein Produkt, das vor allem mit seinem Halo-Ring überzeugt. Dieser sorgt für eine gleichmäßige und runde Ausleuchtung der Straße. Die Scheinwerfer bieten sowohl ein Fern- als auch ein Abendlicht. Da sie E-geprüft sind, können Käufer im Straßenverkehr teilnehmen.

Weitere Optionen und Informationen

Viele Automodelle, die mit H4-, H7- oder H1-Halogenlicht ausgestattet sind, können mit LED-Lampen nachgerüstet werden. Sogar bei Motorrädern und Oldtimern ist das möglich. Der Einbau lohnt sich: Es ist einfach und günstig, mehr Licht auf die Straße zu bekommen.

LED-Lampen leuchten weiter

Helleres Licht bringt mehr Sicherheit. Auch für Transporter, Wohnmobile, Oldtimer und Motorräder.

2022 brachte Philips zudem die ersten zugelassenen Standlicht-LEDs in W5W-Form auf den Markt.

Die vom TÜV zertifizierten und vom KBA zugelassenen LED-Retrofit-Lampen von Osram und Philips können mittlerweile in vielen Fahrzeugmodellen von Alfa Romeo bis VW eingebaut werden. Weitere Modelle sind angekündigt.

Sogar für Transporter und Wohnmobile ist die Nachrüstung von Scheinwerfern mit Halogenlampen auf LED für beliebte Modelle möglich, zum Teil sogar auch für das Fernlicht.

Was sagt der Gesetzgeber?

Retrofits dürfen nur in Scheinwerfer der dafür zugelassenen Fahrzeuge nachgerüstet und müssen stets nach den Herstellervorgaben eingebaut werden. Für die Leuchtmittel gibt es Kompatibilitätslisten auf den Internetseiten der Hersteller.

Wird eine LED-Lampe jedoch in ein nicht dafür freigegebenes Fahrzeug verbaut, kann die Betriebsgenehmigung erlöschen.

Um eine staatenübergreifend einheitliche Regelung zu erlangen, wurde im Mai 2024 ein wichtiger Meilenstein erreicht: Die Bauform der heute legal verwendeten LED-Retrofits werden in die UN-ECE-Regelungen aufgenommen.

Die aktuellen Kompatibilitätslisten sind auf den jeweiligen Herstellerseiten zu finden, etwa bei Osram oder Philips.

Der Leuchtenhersteller Philips setzte deshalb 2023 unter Mitwirkung des ADAC und mit Unterstützung des "Mercedes-Benz R/C 107 SL Club Deutschland e.V." einen Entwicklungsprozess auf, an dessen Ende die Straßenzulassung der Philips Ultinon Pro6000 H4-LED für den Mercedes SL R/C 107 und über 50 weitere historische Fahrzeuge gesichert war.

Dazu gehören beliebte und weitverbreitete Modelle mit H4-Lampen wie der VW Käfer, die Golfmodelle 1 bis 4, der VW Bully T2 bis T4 oder der Trabant P 601, aber auch exotische Fahrzeuge wie Ford Escort und Mustang, alte Minis und Land Rover, diverse Triumph-Roadster oder gar der Rolls-Royce Corniche.

Selbst Motorräder können inzwischen von der besseren Lichtquelle profitieren.

Neue LEDs mit mehr Modellen kompatibel

Die Effizienz der Leuchtdioden konnte erhöht werden, sodass der immer noch erforderliche Kühlkörper auf der Rückseite kleiner ausfallen kann. Das Ergebnis: Das neue Leuchtmittel passt in kleinere Lampengehäuse und ist damit kompatibel zu mehr Scheinwerfertypen.

Werden sie zu warm, sinkt die Effizienz und die Lichtleistung. Daher haben auch die LED-Retrofits der neueren Generation auf der Rückseite einen aktiven Lüfter. Dadurch benötigen sie aber mehr Bauraum und sind nicht für alle Scheinwerfertypen kompatibel.

Ziel ist es daher, die Kühlung der LEDs nach innen zu verlegen. Das hat mehrere Vorteile:

  • weitestgehend kompatibel zu allen Lampengehäusen
  • Wärme bleibt im Reflektorgehäuse, das Abtauverhalten verbessert sich

Osram hat es bereits geschafft: Auf der diesjährigen Messe Automechanika in Frankfurt wurde die Night Breaker LED Speed vorgestellt. Sie erfüllt die strengen Anforderungen für eine Straßenzulassung und darf daher eingesetzt werden.

Praxistest: LED-Licht vs. Halogen

Gegenübergestellt wurden dafür zwei fast baugleiche Automodelle von BMW, für die das Leuchtmittel jeweils zugelassen ist. Beim BMW Active Tourer wurden die Scheinwerfer nachgerüstet und LED-Retrofit-Lampen eingebaut. Ein BMW Gran Tourer ging mit Halogenausstattung in den Praxistest.

Das LED-Licht des BMW Active Tourer ist eindeutig weißer und leuchtet die Fahrbahn weiter aus als das Halogenlicht des BMW Gran Tourer. So können Gegenstände oder auch Personen am Fahrbahnrand eher, besser und kontrastreicher erkannt werden.

Denn die LED-Leuchte strahlt das Licht fokussierter auf die Fahrbahn und leuchtet insbesondere den rechten Fahrbahnrand weiter aus als die Halogenleuchte.

Die Leuchtweite im Praxistest beträgt bei der LED-Retrofit-Lampe 170 Meter, die Leuchtweite der H7-Lampe im Test sind nur 130 Meter.

Der Vorteil der LED-Lampe ist auch die Lebensdauer: Sie strahlt 2500 Stunden, das H7-Leuchtmittel bringt es auf 550 Stunden.

Mithilfe eines Spektrometers haben die ADAC Tester zudem das Lichtspektrum der LED-Leuchten bestimmt.

Zusatzscheinwerfer für Motorräder

Sicherheit durch die richtige Beleuchtung ist im Straßenverkehr immer ein Thema. Um die eigene Sicht und die Sichtbarkeit gegenüber anderen zu erhöhen, können Zusatzscheinwerfer eine Option sein.

Auch am Motorrad sind sie eine Möglichkeit, die Sicherheit bei schwierigen Sichtverhältnissen zu erhöhen. Doch wie finden Sie die richtigen Motorrad-Zusatzscheinwerfer? Einen Test oder Vergleich zu Rate zu ziehen, kann ein Weg sein, die passende Variante zu ermitteln.

Kriterien bei der Auswahl

Haben Sie sich dann für eine Variante entschieden, sollten Sie darauf achten, dass diese für den Straßenverkehr zugelassen ist. Wichtig ist beim Kauf also, ob ein ECE-Prüfzeichen vorhanden ist oder falls notwendig, die Zusatzscheinwerfer in den Papieren zum Fahrzeug einzutragen sind. Andernfalls kann der Einbau zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und einem Bußgeld in Höhe von 50 Euro führen. Es ist also ratsam, sich diesbezüglich zu informieren.

Zusatzscheinwerfer können am Motorrad verschiedene Aufgaben übernehmen. So sind sie beispielsweise als Nebenscheinwerfer einsetzbar oder können als Tagfahrlicht dienen. Je nach Funktion müssen die Scheinwerfer dann verschiedene Eigenschaften haben und dürfen auch nur für diese bestimmte Verwendung eingesetzt werden.

Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, LED-Varianten als Zusatz oder Ersatz vom Fernlicht einzubauen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass Sie sich vor der Anbringung am Motorrad über die LED-Zusatzscheinwerfer mittels Test oder Vergleich informieren. Und zwar darüber, ob Sie diese überhaupt verwenden dürfen. Die Vorschriften der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) sind auch in diesem Fall zu beachten.

Neben dem Vorliegen des ECE-Prüfsiegels und der allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) sollten Sie bei einem Tausch bzw. Wollen Sie für Ihr Motorrad geeignete Zusatzscheinwerfer durch einen Test finden, müssen Sie für die verschiedenen Varianten und Modelle auch sicherstellten, dass die Elektronik am Fahrzeug kompatibel ist.

Besonders bei LED- oder Halogenscheinwerfern sollte der Betrieb nur mit 2×6 Volt oder 12 Volt erfolgen. Auch die Art des Anschlusses bzw. der Stromquelle ist ein wichtiger Punkt.

Kennen Sie sich mit dem Einbau und Anschluss an die Lichtmaschine nicht aus, sollten Sie den Einbau in einer Werkstatt vornehmen lassen. Dies kann dann jedoch zu zusätzlichen Kosten führen. Allerdings kann so ein einwandfreier Betrieb der Scheinwerfer erfolgen.

Weitere Tipps zur Motorradbeleuchtung

Wer über den Wechsel des Leuchtmittels an seinem Motorrad nachdenkt, kann neben modernen Halogenlampen oftmals auch LED-Lösungen in Betracht ziehen. Jedoch gilt es im Vorfeld so manches zu beachten.

Motorräder kommen heutzutage oftmals ab Werk mit LED-Scheinwerfern. Diese erlauben ein modernes und markenspezifisches Erscheinungsbild - plus natürlich eine gute und oftmals punktgenaue Ausleuchtung.

Schließlich gefällt die LED (light emitting diode) mit hoher Leuchtkraft bei zugleich vergleichsweise niedrigem Stromverbrauch. Wo sich eine Halogenbirne 55 oder gar 60 Watt gönnt, fordert beispielsweise die Philips Ultinon Pro6000 LED nur 15 Watt von der Lichtmaschine - und leuchtet trotzdem mindestens genauso hell.

Wichtig sind jedoch zwei Punkte: Zum einen natürlich die Zulassung, denn nur dann dürfen LED-Lampen auch im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden.

Der zweite wichtige Aspekt hat mit der sogenannten Adaption zu tun, also der Anpassung des Auges an Helligkeitsverhältnisse: Wird der Lichtkegel auf dem Asphalt heller, passt sich die Pupille durch Verengung an. Dadurch wird aber zugleich alles außerhalb des Lichtkegels als dunkler wahrgenommen, was bei Nachtfahrten kontraproduktiv sein kann. Mehr ist hier nicht immer besser.

Besser sehen und gesehen werden, das funktioniert wie beschrieben über mehr Licht vom Hauptscheinwerfer, alternativ können aber auch zusätzliche Scheinwerfer als weitere Lichtquellen agieren. Mit so manchem Zusatznutzen, wenn die Regeln befolgt werden.

Generell gilt: Am Motorrad darf nur jene Art von Beleuchtung montiert werden, die gesetzlich vorgeschrieben oder zusätzlich erlaubt ist (also beispielsweise keine Unterbodenbeleuchtung oder LED-Lichterkette). Außerdem müssen alle Leuchten und Reflektoren über ein ECE- (großes E plus Ziffer) oder EG-Prüfzeichen (kleines e plus Ziffer), also eine Zulassung verfügen.

Das klingt erst mal klar und überschaubar, wird im Detail dann aber doch etwas komplizierter. Denn erstens müsst ihr als Käufer darauf achten, dass die Leuchte auch tatsächlich für den vorgesehenen Einsatzzweck zugelassen ist - dazu steht neben dem Prüfzeichen ein weiteres Kürzel, wie F3 für Nebelscheinwerfer oder RL für Tagfahrlicht. Und zweitens gelten weitere Besonderheiten bei den Montageorten und dem Betrieb - so dürfen Tagfahrlicht und Abblendlicht beispielsweise nicht gleichzeitig leuchten.

Mittlerweile sollte sich auch die Legalität von in den Blinkern integrierten, gelben Positions- bzw. Begrenzungsleuchten herumgesprochen haben, wie sie Honda ab Werk verbaut. Diese sind seit 2016 laut UNECE- Vorschrift 53.01 erlaubt und dürfen prinzipiell auch selbst nachgerüstet werden.

So banal das klingen mag, tatsächlich erhöht die gründliche Reinigung des Scheinwerferglases die Lichtleistung um bis zu 20 Prozent! Denn auch wenn das Scheinwerfergehäuse eigentlich gegenüber Staub und Nässe abgedichtet ist, kann sich hier über die Jahre eine hinderliche Schmutzschicht ansammeln.

Ein Upgrade von in die Jahre gekommenen Funzeln auf moderne Halogenleuchtmittel kann ebenfalls zu einer deutlichen Verbesserung der Lichtleistung führen - jedenfalls dann, wenn man sich für hochwertige Markenprodukte entscheidet.

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