Das Angebot an Elektromotorrädern wächst langsam, aber stetig. Immer mehr Hersteller setzen auf E-Antrieb. Noch sind rein elektrisch angetriebene Motorräder auf Deutschlands Straßen Exoten, denn viele Motorradfahrende scheuen wegen der begrenzten Reichweite den Umstieg auf ein Elektrobike.
Doch viele kleinere Hersteller und Start-ups vertrauen auf die Weiterentwicklung der Akku-Kapazitäten und bieten reine Elektro-Modelle an. Die Größen der Motorradbranche halten sich mit eigenen Entwicklungen immer noch etwas zurück. Die Hersteller beschränken sich beim E-Antrieb vorerst auf Roller oder Leichtkrafträder. Doch langsam regt sich etwas in den Konzernregalen von Kawasaki, Harley Davidson, Honda und Co.
Die Vor- und Nachteile von Elektromotorrädern
Elektro-Motorräder erleben einen Boom, der nicht nur von Umweltbewusstsein, sondern auch von technologischem Fortschritt und Fahrspaß getrieben wird. Ein Elektro-Motorrad funktioniert - wie das Elektroauto - mit einem Elektromotor, der von einer Batterie mit Strom versorgt wird.
Verglichen mit einem klassischen Motorrad bietet ein E-Motorrad mehrere Vorteile. Zudem sind Elektromotorräder emissionsärmer, leiser und weniger wartungsintensiv als Motorräder mit Verbrennungsmotor. Wird das Laden der Akkupacks oder der Batterie mit grünem Strom aus Solar- oder Windenergie durchgeführt, so wird das Elektromotorrad fast gänzlich emissionsfrei und spart viel Geld im Betrieb.
Die geringe Reichweite von Stromern auf zwei Rädern gehört zu den oft gehörten Gegen-Argumenten, ein E-Motorrad zu kaufen. Und tatsächlich ist sie noch ein Schwachpunkt dieser Krad-Art. Die über 200, manchmal sogar mehr Kilometer, die in den technischen Daten oft genannt werden, sind ein rein theoretischer Wert, der oft bei Weitem nicht erreicht wird. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass auch viele Motorräder mit Verbrennungsmotor eine enttäuschende Reichweite haben.
Elektromotorräder sind Motorräder, die einem Motorrad mit Verbrennungsmotor in nichts nachstehen.
Worauf sollte man beim Kauf eines Elektromotorrads achten?
- Wie viele Kilometer schafft das Motorrad mit einer vollen Ladung?
- Wie lange dauert eine Ladung? Gibt es Schnellladeoptionen?
- Ist das Modell mit deinem Führerschein (z. B. A1, B196, AM) fahrbar?
- Wie langlebig ist der Akku?
- Gibt es Fachwerkstätten in deiner Region?
- Wie fühlt sich das Bike an?
- Was bekommst du für dein Geld?
- Und ganz wichtig: Gefällt dir das Motorrad?
Ob sportlich, retro, minimalistisch oder futuristisch - dein Bike muss zu dir passen. Der Look spielt eine zentrale Rolle, denn du sollst dich darauf wohlfühlen und stolz sein, wenn du es fährst.
Der beste Weg herauszufinden, ob ein Elektro-Motorrad zu dir passt, ist eine Probefahrt. Dabei kannst du Beschleunigung, Handling, Geräuschkulisse und Fahrkomfort hautnah erleben. Elektro-Motorräder sind mehr als ein technischer Fortschritt - sie sind eine neue Art, sich fortzubewegen. Sie verbinden Umweltbewusstsein mit Stil, Leistung und moderner Technologie.
Die Skepsis der Kunden überträgt sich auf die Hersteller, nur zögernd tasten sich die klassischen Hersteller an das Thema heran. Von den vier wichtigen japanischen Marken hat aber bislang einzig Kawasaki einen Prototypen präsentiert, Honda, Suzuki und Yamaha halten sich beim Thema Elektro-Motorrad bedeckt.
Aktuelle Modelle und ihre Besonderheiten
Can-Am Origin
Eine vollelektrische Enduro? Ja, das gibt es. Zum Beispiel vom kanadischen Fahrzeughersteller Can-Am. Das zum Modelljahr 2025 überarbeitete E-Modell Origin tritt mit einer flüssigkeitsgekühlten Rotax-Elektromaschine an, die eine Leistung von 35 kW (47 PS) entwickelt (alternativ auch 11 kW) und eine Höchstgeschwindigkeit von 129 km/h möglich macht. Die Maschine wiegt 187 Kilogramm, beschleunigt in 4,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und trägt als Energiepaket einen Lithium-Ionen-Akku mit 8,9 kWh Ladekapazität unter der Verkleidung.
Das ist genug für rund 115 Kilometer Reichweite. Je nach Lademöglichkeit ist der Akku nach bestenfalls eineinhalb Stunden wieder komplett geladen. Die Ausstattung kann sich sehen lassen: 10,25-Zoll-TFT mit Apple-Carplay-Integration sowie Touchscreen-Funktionalität und einlegbarem rückwärtigem Kriechgang. Die Bikes sind 2025 zu Preisen um 17.000 Euro in den Handel gekommen, beide auf der gleichen Antriebsbasis.
Blacktea Wildfire
Die Firma Blacktea aus München ist nach eigenen Angaben "Deutschlands erster reiner Elektromotorrad-Hersteller". Das erste Motorrad des Start-ups ist das Modell Wildfire; mit einem Rahmen aus genietetem Edelstahlblech, einer E-Maschine mit 11 kW Dauerleistung (Spitzenleistung 34 kW) und gleich zwei herausnehmbaren Akkus, die jeweils 6 kWh Speicherkapazität bieten und in weniger als einer Stunde an jeder Haushaltssteckdose wieder aufgeladen werden können.
Das Modell Wildfire soll mit einer Ladung rund 250 Kilometer (nach WMTC) weit fahren. So motorisiert soll die Wildfire in 6,9 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. Unter der Sitzbank befindet sich ein 10-Liter-Staufach für Einkäufe oder ein Ladekabel. Die beiden Akkus mit jeweils 6 kWh Kapazität sind entnehmbar und lassen sich zu Hause laden.
Italian Volt Lacama
Im italienischen Imola - zwischen Bologna und Rimini gelegen - entwickelt die Firma Italian Volt Elektromotorräder. Die Lacama ist ein echtes Designerstück, die Leistungsdaten sind eindrucksvoll. Einziges Manko: Ein Serienmodell war bis dato noch nicht auf der Straße.
Falls die Version 2.0 dennoch in Serie geht, können sich Motorradfahrende über einen kompakten Axial-Flussmotor mit bis zu 110 kW/150 PS sowie 230 Newtonmeter Drehmoment freuen. Dank dieses Antriebs soll der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h in weniger als vier Sekunden möglich sein. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 230 km/h an. Für das große Batteriepaket im Zentrum des Bikes verspricht Italian Volt mehr als 200 Kilometer Reichweite.
Livewire S2 Del Mar
In 3 Sekunden zischt die S2 Del Mar von 0 auf Tempo 100, das Bike bietet eine Reichweite von bis zu 181 Kilometern und es wird bis zu 165 km/h schnell. Schon diese Eckwerte zeigen, dass hier ein kraftvolles, wendiges und zugleich wuchtiges E-Motorrad antritt. Das Modell S2 Del Mar ist das zweite, deutlich günstigere und vor allem alltagstauglichere Modell der Marke.
Zu diesem Zweck entwickelte man zusätzlich zum Modell S2 Del Mar zwei weitere S2-Versionen: die Alpinista und die Mulholland. Angetrieben werden alle drei Modelle von einem 63 kW/86 PS starken E-Motor, der das fast schon sagenhaft hohe Drehmoment von 263 Newtonmetern stemmt. Kein Wunder, dass der Spurt auf 100 km/h in drei Sekunden machbar ist, zumal die Bikes unter 200 Kilogramm wiegen.
Das ist auch gut so, denn der 10,5 kW fassende Akku liefert nach dem europäischen WMTC-Messverfahren im kombinierten Einsatz Energie für 111 (Del Mar) bis 122 Kilometer (Alpinista und Mulholland) Reichweite.
Royal Enfield Flying Flea C6
Für die Zukunft hat die Firma aus Chennai jetzt die Marke Flying Flea gegründet, die sich um Elektromobilität kümmern soll. Die C6 markiert gleichzeitig den Start der neuen elektrischen Submarke Flying Flea. Das Elektromotorrad bietet einen ebenso eigenwilligen wie interessanten Stilmix aus progressiven und Retro-Elementen.
Die C6 soll ab 2026 im Leistungssegment der 125er-Klasse antreten und im Stadtverkehr eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern bieten. Trotz einiger extravaganter Lösungen wie der schicken Trapezgabel soll die C6 bei rund 7000 Euro starten.
NIU RQi Sport
Die Reichweite des NIU RQi Sport liegt bei ca. Mit je 23 Kilo bunkern sie 5,1 kWh Energie und versorgen damit den im Rahmen fixierten Elektromotor, der seine Spitzenleistung von gut 10 PS mit 30 Newtonmeter ohne Getriebe direkt über eine Kette ans Hinterrad abgibt. Dies ermöglicht im Dynamic-Modus echte 101 km/h, mittels einer Boost-Taste sind für 30 Sekunden sogar 126 drin. Die Ausstattung kann sich sehen lassen: Tempomat, ABS vorn und hinten, selbstrückstellende Blinker, Traktionskontrolle und ein topmodernes Display inklusive Dashcams.
Silence S05 Weekender
Mit der S05 Weekender haben die Spanier nun ein E-Motorrad vorgestellt, das als Leichtkraftrad an den Start gehen soll. Wie bei den anderen Fahrzeugen von Silence gibt es einen herausnehmbaren 5,6 kWh-Akku, der auch als Powerstation genutzt werden kann. Silence verspricht eine Reichweite von deutlich über 100 Kilometern. Für den Vortrieb sorgt ein ins Hinterrad integrierter Nabenmotor, der die Maschine auf bis zu 120 km/h beschleunigt.
Kawasaki Ninja e-1 und Z e-1
Die vollverkleidete Ninja e-1 steht den Verbrennermodellen optisch in nichts nach. Mit 5 kW/7 PS Dauer- sowie der über einen "E-Boost"-Button kurzzeitig abrufbaren Spitzenleistung von 9 kW/12 PS handelt es sich allerdings ebenfalls um ein Leichtkraftrad. Angetrieben wird die elektrische Ninja von einem bürstenlosen E-Motor, der sich vor der Hinterradschwinge befindet und seine Kraft ohne Getriebe oder Kupplung per Kette ans Hinterrad leitet.
Im Eco-Mode fährt die elektrische Kawa 64 km/h und mit Boost-Funktion bis zu 75 km/h schnell. Beim Road-Mode sind es 88 beziehungsweise 99 km/h. Außerdem gibt es einen Walk-Mode mit Rückwärtsgang als Schiebe- und Rangierhilfe für das 140 Kilogramm schwere Elektro-Bike. Das unverkleidete Schwestermodell Z e-1 wiegt 135 Kilogramm. Strom kommt aus zwei herausnehmbaren Akkupaketen.
Honda EV Fun
Im November 2024 stellten die Japaner das seriennahe Konzeptfahrzeug EV Fun vor. Trotz leicht futuristischer Elemente wirkt es recht konventionell, sieht man einmal vom elektrischen Antriebsprinzip ab. Die mögliche Reichweite gibt der Hersteller allerdings mit 100 Kilometern an. Das künftige Einsatzspektrum der EV Fun beschränkt sich daher wohl auf das urbane und suburbane Umfeld. Allerdings setzen die Japaner auf einen CCS-Ladeanschluss, der den Weg in die Welt der Schnelllader ebnet. Im Laufe des Jahres 2025 will Honda ein der EV Fun Concept ähnliches Serienmodell auf den Markt bringen.
Kymco RevoNex
2025 soll die elektrisch angetriebene Mischung aus Streetfighter und Supersportler auf den Markt kommen. Für rund 9990 Euro erhält man einen Elektromotor mit 20 kW/27 PS Dauerleistung und 30 KW/40 PS Spitzenleistung. Die Technik der RevoNex stammt vom Livewire-Modell S2 Del Mar. Sie dürfte aber wie ihr Schwestermodell von Livewire eine Dauerleistung von 30 kW/40 PS, eine Spitzenleistung von 63 kW/84 PS sowie eine Reichweite von über 160 Kilometern haben.
Zero DSR/X
Mit der DSR/X wollen die Amerikaner ebenfalls reiselustige Biker auf die saubere Seite der Zweiradwelt locken. Zudem gibt es einen potenten Antrieb und einen großen Akku. Der zwischen Batterie und Hinterradschwinge untergebrachte Motor mobilisiert 75 kW/100 PS und 229 Newtonmeter Drehmoment, was 180 km/h Topspeed erlaubt. Die Batterie stellt 17,3 kWh bereit, die im City-Modus für rund 290 Kilometer reichen. Auf der Autobahn mit Tempo 113 sind allerdings nur 137 Kilometer drin.
Bekannte Hersteller von Elektromotorrädern
- Energica: Dieser italienische Hersteller startete 2010 und gehörte zu den ersten europäischen Anbietern elektrischer Big Bikes.
- Livewire: Ausgerechnet Harley-Davidson, Synonym für großvolumige, traditionelle Motorräder, bietet als bislang einziger klassischer Motorrad-Hersteller ein leistungsstarkes Elektro-Motorrad. Dessen frühere Modellbezeichnung Livewire ist mittlerweile als eigene Marke an der Börse notiert.
- Zero: Der amerikanische Hersteller wurde 2006 von einem ehemaligen NASA-Ingenieur gegründet, und gilt mittlerweile als „Tesla der Motorräder“.
Das Fahrerlebnis mit einem Elektromotorrad
Das hohe Gewicht ist im Grunde nur beim Rangieren im Stand spürbar. Da man auch nicht schalten muss, kann man sich ganz auf den Kern des Motorrad-Fahrens konzentrieren: die perfekte Kurve auf der Landstraße. Wie man es vielleicht aus populären Internet-Videos (siehe Tesla) kennt, besitzt der Elektromotor eine enorme Power, die vor allem beim Beschleunigen entfaltet wird. Dass dazwischen nicht geschaltet werden muss, könnte als zusätzlicher Vorteil gesehen werden.
Beim Fahren merkt man davon allerdings kaum etwas: Elektromotorräder besitzen eine extrem große Laufruhe, die einerseits beruhigend, andererseits aber auch emotionslos wirken kann, aber das ist natürlich subjektiv.
BMW CE 04: Ein Beispiel für urbane Elektromobilität
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