Motorrad Tacho Umbau Anleitung

Wer sein Motorradtacho umbauen will, hat mittlerweile die Qual der Wahl. Soll es ein analoges Oldschooltacho sein oder ein moderner Digitaltacho? Je nach Umbaukonzept passt die eine oder die andere Variante optisch besser zum Bike. Auf jeden Fall erreicht man mit beiden Optionen in der Regel ein besseres Erscheinungsbild als mit den klobigen Originalinstrumenten der meisten Motorradmodelle.

Es ist sogar möglich Fahrradtachos zu verbauen, laut den Behörden muss allerdings eine Beleuchtung integriert sein, das decken die meisten Fahrradtachos aber leider nicht ab. Ein Tacho muss auch nicht im Cockpit des Bikes verbaut werden.

Insbesondere bei Choppern ist die Position seitlich des Tanks sehr beliebt. Wichtig ist nur, das ein Tacho im Sichtbereich des Fahres liegt und ohne wilde Verrenkungen einsehbar ist.

Vorteile beim Umbau auf ein Digitaltacho

Für einen Digitaltacho Umbau sprechen die kompakten Abmessungen und somit eine unauffällige Lösung bei reduzierten und minimalistischen Umbauten. Digitalisierung hat einen deutlichen Vorteil; alle mechanischen Komponenten entfallen.

Anstelle einer mechanischen Tachowelle, sendet ein am Rad angebrachter Magnet, ein Signal an einen Prozessor, der die Geschwindigkeit berechnet. Eine dicke Tachowelle entfällt somit. Bei der Gestaltung ist man dadurch einfach freier. Ein weiterer Vorteil ist das geringere Gewicht.

Wenn der Umbau also performanceorientiert ist, wäre meine Entscheidung eine möglichst leichte Digitaltachovariante. Im Gegensatz zu einem analogen Tacho muss man bei der digitalen Variante nicht auf die Tachoübersetzung achten, die Korrekte programmierung wird in der Anleitung beschrieben, es ist möglich die Tachos an alle Radgrößen anzupassen.

Vorteile beim Umbau auf ein Analogtacho

Für einen Anlaogtacho Umbau spricht die Oldschool Optik. Ziffernblatt und Zeiger sind bei oldschooloreintierten Umbauten nach wie vor cool. Ein analoger Tacho ist an einem alten Bike einfach authentischer als ein digitaler.

Beim kauf eines analgogen Tachos sollte man aber genau auf die Übersetzung achten, gerade die alten Boxer BMW fallen hier aus dem Rahmen, diese Bikes haben eine spezielle Übersetzung, meistens einen K Wert von 1.0! Bei alten YAMAHAS wie z.B. bei der SR500 ist der K Wert 1.4. Bei den meiste Japanischen Motorrädern ist der K Wert 1.0.

Was ist der K-Wert bei Tachos

Der K-Wert ist das Verhältnis zwischen den Umdrehungen einer Tachometerwelle und der zurückgelegten Wegstrecke. Sie ist abhängig von der Radgröße und der Übersetzung zur Antriebswelle beziehungsweise zum Tachometerwellenantrieb.

Der K-Wert wird auf alten mechanischen Tachos angegeben. Ein Beispiel: auf 1000 zurückgelegten Metern, kommen 1400 Umdrehungen der Tachowelle.

Einige Motorradhersteller verwenden den W-Wert statt K-Wert. Bei elektronischen Tachometern, wie sie heute als Teil der Kombiinstrumente in Fahrzeugen verbaut werden, ist die K-Zahl oft ein nachträglich durch den Werkstatt-Servicecomputer anpassbarer Wert.

Nötig wird so eine Änderung meistens bei der Montage einer anderen Reifengröße oder Verwendung einer anderen Übersetzung.

Ermittlung des K-Wert

  1. Umfang des Rades messen
  2. Tachowelle vom Tacho abschrauben
  3. 10 Radumdrehungen durchführen, dabei die Umdrehungen des sichtbaren Vierkants der Welle zählen
  4. Das Ergebnis auf eine Stelle hinter dem Komma runden

Üblich sind annähernde Werte sind k=1,4 oder k=1,0

Berechnung des K-Wertes

Wie gesagt, K = 10mal Zahl der Umdrehungen des Vierkantes geteilt durch den Radumfang in cm.

Hier ein Beispiel: Umdrehung Vierkant 27,5 Radumfang 202 cm10 x 27,5 = 275275 / 202 = 1,36 » 1,4Der K-Wert beträgt hier 1,4

Korrekte Schaltung der Kontrolleuchten

Für die korrekte Klemmung der Kontrolleuchten sollte man sich am besten das Handbuch oder den Schaltplan des Motorrades besorgen. Wenn man kein Handbuch oder Schaltplan besitzt, sollte ein Multimeter zur Werkstattusrüstung gehören.

Beschriftet die Leitungen immer mit einem Stück Klebeband, es erleichtert die Arbeit am Kabelbaum enorm! Die meisten Tachos haben integrierte Kontrolleuchten, man kann natürlich auch eigene Lösungen kreieren, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Bei sehr reduzierten Umbauten ist es natürlich auch möglich komplett auf Kontrolleuchten zu verzichten, auch der TÜV hat hier keine Zwangsvorgaben.

Anpassung des neuen Tachos - ein Erfahrungsbericht

Ein Nutzer hat einen Tacho von Amazon bestellt, da er optisch ansprechend und günstig war. Zuerst wurde das Kabelschema inspiziert und mittels geöffnetem Scheinwerfer nachgemessen und Farben kontrolliert. Die Kabel wurden mittels Stecker passend gebaut. Der Geschwindigkeitssensor funktionierte nur über den mitgelieferten Sensor, dieser musste verbaut und der Abrollumfang im Tacho eingestellt werden.

Hinterm Tacho ist ein kleiner Knopf. Die erste Einstellung ist die "Circumference / Umfang": Bei der Kilometeranzeige steht nun "Cxxxx.0" wobei "xxxx" für den Umfang steht. Die erste Stelle leuchtet und deutet auf die Tausenderstelle hin. Nach ein paar Sekunden geht es weiter zur Hunderter-, zur Zehner- und Einzerstelle.

Die zweite Einstellung ist die "Number of Magnets / Magnetenanzahl". Bei der Kilometeranzeige steht nun "C00xx.0" wobei xx für die Anzahl der Magnete steht. Bereich geht von 1-12.

Die dritte Einstellung heißt "Tire rotating speed setting / Reifendrehzahl?": Bei der Kilometeranzeige steht nun "C0002" was für die Anzahl der Zylinder steht. Bei Ein- und Zweizylinder braucht man diese Einstellung nicht ändern.

Die vierte Einstellung ist "Fuel meter wire / Tankkabel?": Die Kilometeranzeige zeigt nun "E0003". Zum Ändern auf 2 oder 3 stellen, je nachdem welche "fuel meter wire number" - Keine Ahnung was das heißen soll. Eventuell kann man andere Einstellung bzgl.

Einige Anwender haben auch alternative Tachos von Koso in Betracht gezogen, insbesondere den DB01RN mit Drehzahlmesser, der im Vergleich zum Originalteil kostengünstiger ist.

Probleme und Lösungen beim Umbau

Einige Nutzer berichteten von Problemen mit den Kontrollleuchten, insbesondere beim Blinker. Hier ist es wichtig, die Signale auf der Minus- und Plus-Leitung korrekt zuzuordnen. Ein Blick in den Schaltplan kann hier helfen.

Ein weiteres Problem kann die Tachonadel sein, die sich schwer entfernen lässt. Hier ist Vorsicht geboten, um sie nicht abzubrechen. Die Nadel ist aus Plastik und der Stift aus Metall. Durch vorsichtiges, gerades Abhebeln sollte es jedoch möglich sein, die Nadel zu entfernen.

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