Die Polizei in Hessen registriert eine steigende Zahl von Motorradunfällen. Gegenwärtig sei eine leichte Zunahme bei den Motorradunfällen im Vergleich zum Jahr 2023 zu verzeichnen, teilte das Landeskriminalamt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Konkrete Zahlen nannte die Behörde allerdings nicht.
Die Unfälle verteilen sich demnach auf das ganze Land, "wobei für den Motorrad-Freizeitverkehr reizvolle Strecken besondere Bedeutung haben". Kurvige und landschaftlich ansprechende Strecken in der Region seien beliebte Ausflugsziele für Motorradfahrer, erklärte in dem Zusammenhang der ADAC Hessen-Thüringen. Besonders beliebt: der Hochtaunuskreis.
Unfallursachen und Präventionsmaßnahmen
Die Hauptursachen für Unfälle sind laut Polizei oft eigene Fahrfehler: zu hohe Geschwindigkeit, nicht genügend Sicherheitsabstand oder Missachtung der Vorfahrt. Um dem entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Initiativen:
- Biker-Safety-Touren: Bei diesen Touren werden in etwa eineinhalb Stunden Gefahrenpunkte von Bikern von Polizei-Motorradfahrern abgefahren und Gefahrensituationen besprochen, teilte das LKA mit.
- Kurzlehrgänge an Schulen: In Südhessen wird zudem in Kurzlehrgängen an Schulen das Motorradfahren thematisiert.
"Motorradfahren ist mental und körperlich herausfordernd."
Allgemeine Verkehrsunfallstatistik in Hessen
Im Jahr 2024 haben sich auf Hessens Straßen 19.250 Unfälle mit Personenschaden ereignet. Das waren 1 Prozent weniger als im Jahr 2023. In Hessen sind im vergangenen Jahr etwas mehr Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr gestorben als noch 2023 - trotz ansonsten leicht sinkender Zahlen in der Unfallstatistik. Die Gesamtzahl der Unfälle, zu der auch Blechschäden ohne Verletzte zählen, lag demnach bei 26.800 und sank damit um drei Prozent.
Im Jahr 2024 sind insgesamt 25.174 Personen bei 19.293 Verkehrsunfällen verunglückt (2023: 25.497). Der Anteil der Verkehrsunfälle mit Personenschaden am Gesamtunfallaufkommen wird seit Jahren geringer (2015: 15,62 Prozent, 2023: 13,42 Prozent; 2024: 13,12 Prozent).
Die Zahl der im Straßenverkehr ums Leben gekommenen Personen erhöhte sich von 189 im Jahr 2023 auf 198 im Jahr 2024, darunter 36 tödlich verunglückte Fußgänger (2023: 26). Bei den schwerverletzten Personen gab es einen Rückgang um 9,5 Prozent von 3.552 auf 3.216 Personen. Das ist der niedrigste Stand seit 2015. Die Zahl der Leichtverletzten blieb mit 21.760 nahezu unverändert (2023: 21.756).
Innenminister Roman Poseck führte aus: „Es ist erfreulich, dass wir in Hessen im Jahr 2024 weniger Opfer im Straßenverkehr zu verzeichnen haben als im Vorjahr. Abgesehen von den Pandemiejahren, gibt es im Jahr 2024 mit 25.174 im Straßenverkehr verletzten und getöteten Personen einen Tiefststand. Im Vergleich zu 2015 zeigt sich ein Rückgang um 3.237 Fälle, also 11,4 Prozent. Bei den Zahlen der Schwerverletzten wird es besonders deutlich: Von 2024 auf 2023 hat es einen Rückgang um knapp zehn Prozent gegeben. Im Vergleich zu 2015 sind es 1.547 weniger Schwerverletzte, was eine Reduktion um 32,5 Prozent bedeutet.
Wir müssen zwar leider feststellen, dass im vergangenen Jahr im Straßenverkehr neun Menschen mehr ums Leben gekommen sind als im Jahr 2023. Gleichzeitig müssen wir festhalten, dass es 2024 etwas mehr Unfälle als 2023 gab. Der Langzeitblick zeigt, dass die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu 2015 um 46 zurückgegangen ist, also um 19 Prozent.
Häufigste Verkehrsmittel bei Unfällen
Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich im vergangenen Jahr laut HSL bei Auto- und Motorradunfällen: 82 Menschen starben bei Autounfällen, 41 bei Motorradunfällen.
Insgesamt waren im Jahr 2024 rund 57 Prozent der im Straßenverkehr verunglückten Personen Insassen von Personenkraftwagen (14.360 Personen). Auch bei den tödlich Verunglückten stellten sie mit 41 Prozent oder 82 Personen den größten Anteil. Die zweitgrößte Gruppe der Verunglückten waren Radfahrerinnen und Radfahrer (4.070 Personen oder 16 Prozent). Davon wurden 21 Personen getötet. Darüber hinaus verunglückten im Jahr 2024 rund 2.060 Fußgängerinnen und Fußgänger, davon 36 tödlich. Außerdem erlitten 1.900 Personen, die auf einem Motorrad unterwegs waren, einen Unfall mit Personenschaden, wobei 41 von ihnen ums Leben kamen. Damit war diese Gruppe nach den Pkw-Insassen am häufigsten von tödlichen Unfallfolgen betroffen.
Die häufigsten Unfallorte hat das HSL ebenfalls ausgewertet. 22 Prozent der Unfälle mit Verletzten habe es auf Landesstraßen gegeben, die sowohl innerhalb als auch außerhalb von Ortschaften führen können. Auf Bundesstraßen erreigneten sich dem HSL zufolge 20 Prozent der Unfälle mit Toten oder Verletzten, auf Kreisstraßen waren es neun Prozent.
Unfälle unter Alkoholeinfluss
Gesunken ist laut der Jahresbilanz auch die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss - um 17 Prozent. "Fahren unter Alkoholeinfluss" sei allerdings mit 1.000 registrierten Fällen noch immer eine "relevante Unfallursache" geblieben, so das HSL.
Im vergangenen Jahr wurden 1.000 Unfälle mit Personenschaden unter Alkoholeinfluss registriert, 17 Prozent weniger als im Jahr 2023. Dabei kamen 14 Menschen ums Leben, 11 Personen weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Schwerverletzten ging gegenüber 2023 um 15 Prozent auf 250 Personen zurück. Auch langfristig waren die Unfälle mit Personenschaden unter Alkoholeinfluss rückläufig: Seit dem Jahr 2004 gab es 2.130 weniger Unfälle (minus 53 Prozent).
Unfallorte
Mit 7.050 Unfällen (37 Prozent) ereigneten sich die meisten Unfälle mit Personenschaden innerorts auf Gemeindestraßen. Die meisten Menschen (8.140 Personen oder 32 Prozent aller Verunglückten) kamen hier zu Schaden, 32 Personen starben. Auf Bundesstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften ereigneten sich 2.030 Unfälle mit Personenschaden. Das waren 11 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden. Es verunglückten 3.200 Personen (13 Prozent aller Verunglückten), von denen 50 starben. Auf hessischen Autobahnen ereigneten sich 2024 insgesamt 2.020 Unfälle mit Personenschaden (11 Prozent aller Unfälle). Dabei verunglückten 3.160 Personen (13 Prozent aller Verunglückten), 28 von ihnen tödlich.
Positive Entwicklungen und Vision Zero
Alles in allem wird deutlich, dass wir mit der ,Vision Zero‘ - Null Tote und Schwerverletzte - auf einem guten Weg sind. Dennoch ist jeder einzelne der 198 Verkehrstoten und mehr als 3.200 Schwerverletzten im Jahr 2024 einer zu viel. Wir werden deshalb unsere Anstrengungen für sichere Straßen und Wege in Hessen fortsetzen.
Tabelle: Verkehrsunfallstatistik Hessen (Auswahl)
| Kategorie | 2023 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Unfälle mit Personenschaden | 19.530 | 19.250 | -1% |
| Verkehrstote | 189 | 198 | +9 |
| Schwerverletzte | 3.552 | 3.216 | -9,5% |
| Unfälle unter Alkoholeinfluss | 1.147 | 1.000 | -17% |
| Tödliche Unfälle unter Alkoholeinfluss | 21 | 10 | -11 |
Risikogruppen
Bei den jungen Erwachsenen (18-24 Jahre) erhöhte sich die Zahl der tödlich verunglückten Personen von 14 auf 20 (2015: 43); davon kamen zwölf junge Erwachsene bei PKW-Unfällen (2023: 8) und sechs bei Motorrad-Unfällen (2023: 5) ums Leben. Ungenügender Sicherheitsabstand, sowie nicht angepasste Geschwindigkeit wurden durch die Polizei als häufigste Ursache festgestellt.
Bei der Gruppe der Senioren, also den Verkehrsteilnehmern ab 65 Jahren, ereigneten sich im vergangenen Jahr insgesamt 29.302 (2023: 28 231) Verkehrsunfälle. Dabei verunglückten 3.155 (2023: 3.106) Menschen, 69 davon tödlich (2023: 66). Die hauptsächlich festgestellten Unfallursachen sind Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren, sowie ungenügender Sicherheitsabstand.
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