Motorrad Winterstiefel für Herren: Test, Eigenschaften und Kaufberatung

Erfahrene Winterfahrer kennen das Problem zur Genüge: Am schnellsten friert man an den Händen und den Füßen. Um an kalten Tagen Frostbeulen zu vermeiden, ist deshalb robustes Schuhwerk unerlässlich. Der Wetterschutz steht natürlich ganz oben im Anforderungsprofil eines soliden Stiefels für die kalte Jahreszeit.

Vergleichstest Winterstiefel

MOTORRAD hat neun Stiefelpaare für kalte und nasse Tage unter die Lupe genommen. In der getesteten Preisklasse von 150 bis 180 Euro wird nahezu keine Stiefelpaarung ohne eine wasserfeste Klimamembrane angeboten.

Nicht ganz dicht?

Neun Stiefelpaarungen mussten sich im MOTORRAD-Test bewähren. Deshalb sollten Sie Ihr neues Paar direkt nach dem Kauf auf Dichtigkeit hin untersuchen: Füllen Sie eine große Schüssel etwa knöchelhoch mit Wasser und nehmen Sie mit den Stiefeln ein Fußbad. Bereits nach wenigen Minuten steht fest, ob die Stiefel ein Leck haben. Wenn ja, sollten Sie umgehend reklamieren.

In unserem Test fielen übrigens von insgesamt 36 untersuchten Exemplaren ganze sechs durch den Nässetest: eine deutlich zu hohe Quote.

Tipps gegen kalte Füße

Motorradfahren im Winter – da gilt es, alte Grundregeln wieder hervorzukramen. Bestens bewährt in der Kälte hat sich das Zwiebelprinzip, also das Tragen von mehreren dünnen Bekleidungsschichten übereinander, wodurch die Luft zwischen den verschiedenen Schichten als Isolator wirkt. Für die Füße empfehlen sich als erste Lage dünne Socken mit hohem Kunstfaseranteil, wie sie auch von Laufsportlern eingesetzt werden. Darüber zieht man engmaschige, dickere Socken aus Wolle oder Synthetikgewebe. Baumwollsocken sind nicht geeignet, da sie sich mit Feuchtigkeit vollsaugen.

Ebenso wichtig ist, dass sich die Zehen in den Stiefeln bewegen lassen. Denn so kann man immer wieder die Durchblutung anregen. Damit von oben keine Kälte reinkriechen kann, sollte das Hosenbein eng am Stiefelschaft fixiert sein.

Für alle, die oft und lang im Winter unterwegs ist, lohnen sich Akku-Heizsohlen, die in verschiedenen Heizstufen regulierbar sind und bis zu einem Tag lang Wärme abgeben können.

Ausstattung

Viel Leder, wenig Textilbesatz, eine wasserfeste Klimamembrane, eine Schafthöhe von rund 30 Zentimetern: In diesem Rahmen bewegt sich das Gros der Testteilnehmer. Interessanterweise versagten im Nässetest vor allem die Stiefel, in denen eine Noname- oder Eigenmarken-Membrane zum Einsatz kam.

Stiefel mit wasserdichten Folien bekannter Hersteller (Gore-Tex, Sympatex) bestanden den Test hingegen ohne Ausfälle. Bei den eingearbeiteten Protektoren und Verstärkungen können manche Testteilnehmer zulegen. Besonders der Vanucci-Stiefel sollte im Zehen- und Fersenschutz optimiert werden. Auch bei den Reflektoren kann nachgebessert werden.

Zudem ist Praxisnähe gefragt: So sitzen die Reflektoren bei den Polo-Stiefeln an den Schaftenden und werden im Regelfall von den überm Schaft getragenen Hosenbeinen verdeckt.

Testergebnisse und Bewertungen

Hier eine Zusammenfassung der Testergebnisse einiger Modelle:

  • Dainese D23 GTX: Sehr guter Motorradstiefel mit umfangreichen Verstärkungen, aber Einbußen beim Tragekomfort.
  • IXS Stavanger: Überzeugende Stiefelpaarung mit erstklassigem Finish und praxisgerechter Ausstattung, besonders bequem.
  • Hein Gericke Maxwell GTX: Solide aufgebauter Tourenstiefel mit durchschnittlichem Komfort, aber guter Wetterschutz und Sicherheit.
  • Polo Thermoboy Ultimate: Hochformatiger Motorradstiefel mit CE-Zertifizierung, kleinere Schwächen im Nässetest.
  • Vanucci VTB 1: Hoch bewegliche Stiefelpaarung mit Turnschuh-Komfort, Verbesserungsbedarf bei der Verarbeitung.
  • Alpinestars Web GTX: Robuste Paarung mit geschmeidigem Sitz und guter Passform, zertifiziert für professionelle Motorradfahrer.
  • Dane Vesborg WP: Äußerst komfortable Stiefelpaarung, versagte jedoch im Nässetest.

Die Zeitschrift MOTORRAD hat in der Ausgabe 10/2007 sieben sportliche Tourenstiefel der "Oberklasse" getestet. Testsieger: daytona® Burdit XCR.

Fazit der Tester: Insgesamt ein sehr ausgewogener, leichter Tourensportstiefel von Bayerns Erfolgsmarke Daytona. Die Schusterleistung ist erstklassig, echte Schwächen gibt es beim Burdit nicht.

Die Redaktion der Zeitschrift ALPENTOURER hat sich bei Tourenstiefeln umgesehen und den Burdit XCR® von daytona® empfohlen. Das Fazit der Tester: Die Daytona Burdit XCR sind perfekte Tourenstiefel. Passform, Verarbeitung, Materialqualität - da gibt es nichts auszusetzen.

Die Tester in der April-Ausgabe der Zeitschrift "Motorradfahrer" gaben zu bedenken, dass ein wasserdichter Stiefel nicht nur fehlerfrei verarbeitet sein muss, sondern auch Sicherheitsausstattung und ein vernünftiges Fußbett haben sollte.

Benutzererfahrungen mit Daytona Stiefeln

  • Manfred H.: Der Burdit ist das, was ich schon lange bei euch als Produkt vermisst habe, top, hergestellt in Deutschland, ein Qualitätsprodukt.
  • Jeoren van V.: Seit 8 Jahren und 160.000 km habe ich schon meine daytonas. Immer noch wasserdicht und super beim fahren. Und wenn bei mir mal neue dran sind, werden es wieder daytonas sein.
  • Günther N.: Meine Daytonas habe ich mir 1992 gekauft. Obwohl noch ohne Nässeschutzmembran, haben sie schon sehr viele "Sintfluten" erlebt und meine Füße sind fast immer trocken geblieben.
  • Christoph G.: Ich fahre seit fünf Jahren mit den gleichen Stiefeln von Daytona. Habe inzwischen schon die dritte Sohle draufmachen lassen. Sie sind immer noch ein paar Stunden wasserdicht!!! Von Anfang an waren Sie sehr bequem!!!
  • Birgit R.: Meine ersten Motorradstiefel waren Daytonas - sie haben zwei Stürze überstanden (meine Knöchel auch ...).

Worauf Sie beim Kauf von Motorrad Winterstiefeln achten sollten

Beim Kauf von Motorradstiefeln empfiehlt es sich grundsätzlich, diese zusammen mit der übrigen Ausrüstung anzuprobieren. Nur so ist sichergestellt, dass die Stiefel im Verbund mit der Lederhose oder dem Fahreranzug aus Textil gut sitzen. Die Hosenbeine der Lederkombi sollten in den Stiefelschaft passen.

Folgende Kriterien sollten Sie berücksichtigen:

  • Verarbeitung: Achten Sie auf eine gute Schusterleistung. Gibt es Mängel bei der Qualität und Verarbeitung der Schuhe?
  • Sicherheit: Sind die Schuhe an Fersen und Stiefelspitzen ordentlich verstärkt, ist die Sohle verwindungssteif, sitzt der Stiefel eng und abstreifsicher am Fuß?
  • Handhabung: Wie bequem ist der Stiefel anzuziehen, wie flink zu verschließen?
  • Praxis Fahren: Stimmt der Halt auf der Raste, können Gang- und Bremshebel sicher bedient werden, wie ist es um den Komfort an Bord bestellt?
  • Praxis Gehen: Wie sieht es mit dem Stiefelkomfort abseits des Motorrads bei kleineren Fußmärschen aus?
  • Nässetest: Ist der Stiefel wasserdicht?

Weitere Empfehlungen und Modelle

Hier sind einige weitere Modelle, die in verschiedenen Tests und Vergleichen gut abgeschnitten haben:

  • Daytona Road Star GTX
  • Daytona TransTourMan GTX
  • Touratech Destino Travel
  • Vanucci VTB 23
  • Alpinestars Air-Plus V2
  • Held Shack

Motorradstiefel Vergleich: Tabelle

Diese Tabelle bietet einen Überblick über verschiedene Motorradstiefel und ihre wichtigsten Eigenschaften:

Modell Material Wasserdichtigkeit Sicherheitsmerkmale Komfort
Daytona Road Star GTX Leder Ja Verstärkte Knöchel, Fersen Sehr hoch
Alpinestars Web GTX Leder Ja Zertifiziert für Profis Hoch
IXS Stavanger Leder Ja Weich gepolstert Sehr hoch
Vanucci VTB 1 Leder Ja Verbesserungsbedarf Hoch
Polo Thermoboy Ultimate Leder Teilweise CE-Zertifizierung Okay

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