Motorradreifen-Test für Harley Davidson: Ein umfassender Überblick

Das Thema Motorradreifen ist besonders für Harley-Davidson-Fahrer ein wichtiger Punkt, um das bestmögliche Fahrgefühl und die nötige Sicherheit auf der Straße zu gewährleisten. Angesichts der Fahrzeugklasse, für welche die Reifen ausgelegt sind, hat Motorrad auf eine Dynamikwertung auf trockener Strecke bei ihnen verzichtet und alle Modelle ausschließlich bei Nässe ihre Qualitäten unter Beweis stellen lassen.

Europaweite Umfrage zum "Motorradreifen des Jahres"

Biker wissen, was sie wollen. Sie haben oft genaue Ansprüche an ihr Equipment und entsprechend klare Überzeugungen, was Marken und Modelle betrifft. Welche das sind, hängt anscheinend auch davon ab, welche Landsleute sie sind. Das legen zumindest die Ergebnisse der europaweiten Umfrage von MotorradreifenDirekt.de zum „Motorradreifen des Jahres“ nahe. Insgesamt beteiligten sich an der Umfrage rund 3.150 Personen. MotorradreifenDirekt.de hatte von Juli bis September in insgesamt zehn europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande Österreich, Polen, Schweden, Schweiz und Spanien) Biker dazu aufgerufen, ihren jeweiligen Favoriten in neun Kategorien aus einer Auswahl aktueller Modelle zu benennen.

Ergebnisse der Umfrage nach Kategorien

  • Kategorie Tourensport: Obwohl der Michelin Road 5 in sechs Ländern, darunter Frankreich, mit 42 Prozent aller Stimmen der klare Gesamtsieger ist, hat sich auch in dieser Kategorie in Deutschland eine klare Mehrheit mit 36 Prozent der Stimmen für den ContiRoadAttack 3 als Motorradreifen des Jahres ausgesprochen. Der Michelin kommt hier nach dem neu eingeführten Pirelli Angel GT II auf den dritten Platz.
  • Kategorie Chopper/Cruiser: Den ersten Platz dieser Kategorie teilen sich im Ländervergleich der Metzeler Cruisetec und der Michelin Commander II, die in jeweils drei Ländern favorisiert wurden. Aus Sicht von Metzeler ein eindrucksvoller Erfolg, da der brandneue Cruisetec sich offensichtlich innerhalb kürzester Zeit am Markt positioniert hat und bereits mit dem etablierten Commander II mithalten kann.
  • Kategorie Enduro/Straße: Im Bereich Enduro/Straße zeigt sich länderübergreifend eine Vorliebe für Neuprodukte. So wurde in Großbritannien etwa der neue Bridgestone Battlax Adventurecross AX41 zum Motorradreifen des Jahres gewählt sowie in fünf Ländern der neue Michelin Anakee Adventure, der damit auch den Gesamtsieg mit 38 Prozent aller Stimmen davonträgt.

Es ist auffällig, dass Biker offenbar am meisten denjenigen Marken vertrauen, die ursprünglich aus ihrem Land kommen. Am deutlichsten zeigt sich das in Frankreich: Hier wurden ausschließlich Michelin-Modelle als Sieger gekürt. Auch in Deutschland sind die Präferenzen mit Conti und Metzeler eindeutig, ebenso in Italien mit Pirelli. Bemerkenswert ist auch, dass die britischen Biker anscheinend eine Vorliebe für Bridgestone haben“, erläutert Andreas Faulstich von MotorradreifenDirekt.de. „Insgesamt zeigt sich jedoch ein relativ gemischtes Bild.

Testergebnisse im Überblick

In der Ausgabe 6/2020 der Zeitschrift Motorrad wurde ein Vergleich von Cruiser-Profilen präsentiert, bei dem eine Harley-Davidson FLHCS Heritage Classic 114 als Testfahrzeug zum Einsatz kam. Sieben Modelle traten zum Rapport an, darunter:

  • Bridgestones „Battlecruise H50“
  • Contis „Tour“
  • Die als Erstausrüstung montierte Paarung aus „D401“ und „D401T“ (mit Harley- statt Dunlop-Schriftzug)
  • Metzelers „Cruisetec“
  • Michelins „Commander III Cruiser“
  • Der „Custom Force“ von Mitas
  • Pirellis „Night Dragon GT“

Lediglich zwei der Prüflinge werden letztlich „sehr gut“ bewertet. Besser als die als „störrisch“ bezeichnete Dunlop-Originalbereifung haben letztlich alle restlichen Kandidaten ihre Sache gemacht - teils jedoch nur geringfügig.

Einzelne Reifen im Test

  • Michelin Commander III: Mit dem Commander III knüpft Michelin nahtlos an die Tradition an, sich in puncto Nassperformance nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen.
  • Metzeler Cruisetec: Mit dem Cruisetec gewinnen Custom-Capitanos klar an Sicherheit. Dickschiffe wie unsere HD Heritage Classic lassen sich souverän durch die schwere See steuern.
  • Bridgestone H50: Mit dem H50 hat Bridgestone an ein paar wichtigen Stellschrauben gedreht. Dank starker Haftung macht er der Harley beim Beschleunigen Beine und lässt sich sicher einbremsen.
  • ContiTour: Bei Geradeausfahrt kann der ContiTour auch im Nassen punkten. Dank unserer Test-Harley spürbar souveräner über nasse Straßen geleitet.
  • Mitas Custom Force: Nicht wirklich eine Alternative zur Originalbereifung. Trotz Neuentwicklung bleibt der Aha-Effekt beim Mitas Custom Force aus.
  • Pirelli Night Dragon GT: Von den besten Reifen in diesem Test ist der Pirelli meilenweit entfernt.
  • Dunlop D401/T: Bei gutem Wetter mag der D401/T noch genügen, doch auf nasser Fahrbahn knickt der Reifen sehr früh ein.

Neue Regelungen für Reifenumrüstungen ab 2025

Mit den neuen Regelungen ab 2025 müssen Motorradbesitzer, die ihre Reifen anpassen möchten, jedoch einige Veränderungen beachten. Was bisher durch eine einfache Unbedenklichkeitsbescheinigung (UBB) möglich war, wird ab dem kommenden Jahr in Deutschland nur noch durch eine Abnahme und Eintragung bei der Prüfstelle zulässig sein.

Bisher galt in Deutschland die Möglichkeit, durch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung (UBB) Reifen zu fahren, die nicht exakt den Eintragungen in der Zulassungsbescheinigung entsprechen. Viele Harley-Fahrer haben diese Option genutzt, um beispielsweise breitere Reifen oder spezifische Reifenmodelle zu montieren, die besser zu ihren Bedürfnissen und zum Motorradstil passen. Die UBB galt dabei als ausreichender Nachweis, dass die montierten Reifen keine Sicherheitsrisiken darstellen, auch wenn sie nicht den Herstellerangaben des Motorrads entsprachen. Ein zusätzlicher Gang zum TÜV oder zur Prüforganisation war nicht nötig, solange die UBB mitgeführt wurde.

Ab dem 1. Januar 2025 entfällt die Möglichkeit, mit der reinen Mitführung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung zu fahren, wenn die Reifen von den Eintragungen in den Fahrzeugpapieren abweichen. Dieser Schritt ist zwingend erforderlich, wenn sich die Reifen in Größe, Profiltiefe oder anderen technischen Details vom Original unterscheiden. Die einfache Vorlage einer UBB reicht in diesen Fällen nicht mehr aus.

Für Fahrer von Harley-Davidson-Motorrädern bedeutet dies, dass Änderungen an der Bereifung ab 2025 aufwendiger werden könnten. Wer auf breitere oder optisch andere Reifen umrüsten möchte, muss künftig mit zusätzlichem Aufwand und Kosten rechnen. Die bisherige Flexibilität für personalisierte Umrüstungen an Harley-Davidson-Motorrädern wird dadurch eingeschränkt. Vor allem für Biker, die gerne ihre Maschinen nach ihren Vorstellungen anpassen, stellt diese Neuregelung eine Herausforderung dar.

Gründe für die Neuregelung

Der Grund für die neue Regelung liegt in der Verkehrssicherheit. Die UBB war lange ein Mittel, das speziell auf die Bedürfnisse von Motorradfahrern zugeschnitten war, die nicht immer auf Standardreifen setzen wollen oder können. Doch diese Praxis ist nicht immer von den Behörden als ausreichend sicher betrachtet worden.

Aus Sicht der Behörden und Prüforganisationen sind Reifenanpassungen ein sicherheitsrelevanter Punkt, der gerade bei schweren Maschinen wie Harley-Davidson-Modellen strenger überwacht werden sollte.

Was Harley-Davidson-Fahrer ab 2025 beachten sollten

Wer ab 2025 Reifen an seinem Harley-Davidson-Motorrad ändern möchte, die nicht den Originaleinträgen entsprechen, sollte folgende Schritte beachten:

  1. Beratung einholen: Schon vor dem Kauf neuer Reifen ist es ratsam, sich über die technischen Anforderungen und die Zulassungsmöglichkeiten zu informieren.
  2. Prüfstelle kontaktieren: Wer sich für eine Änderung entscheidet, sollte frühzeitig einen Termin bei TÜV oder DEKRA vereinbaren, um die Abnahme einplanen zu können.

Ab 2025 wird das Fahren mit nicht serienmäßigen Reifen für Harley-Davidson-Fahrer und Motorradbesitzer generell mit mehr Aufwand verbunden sein. Der zusätzliche Gang zum TÜV oder einer Prüforganisation kann jedoch nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch mögliche Rechtsprobleme im Falle eines Unfalls minimieren.

Wissenswertes über Motorradreifen

Der Reifen ist während der Fahrt der einzige Kontaktpunkt zur Straße und sollte deshalb niemals vernachlässigt werden. Bei allen Motorradreifen gilt derzeit eine gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6mm. Der richtige Reifendruck ist für die Langlebigkeit der Reifen entscheidend.

Reifenkennzeichnungen

Ein Beispiel für eine Reifenkennzeichnung ist 10090B19M/C57H. Hier die Bedeutung der einzelnen Angaben:

  • 100: Reifenbreite
  • 90: Höhe im Verhältnis zur Reifenbreite
  • B19: Zoll/Felgenhöhe
  • M/C: Geprüft für Motorcycles
  • 57: Lastindex
  • H: Geschwindigkeitsindex

Last- und Geschwindigkeitsindex

Die folgende Tabelle zeigt Beispiele für Last- und Geschwindigkeitsindizes:

Last-Index (LI) kg Geschwindigkeitsindex km/h
50 190 G 150
88 560 S 180
113 1150 V 240

Gesetzliche Informationen

Sowohl Halter als auch Führer des Motorrads werden belangt, sollte etwas nicht in Ordnung sein. Es drohen hier hohe Geldstrafen und Punkte aufs Konto in Flensburg. Mischbereifung ist verboten. Das Gesetz zur Reifenbindung ist hinfällig.

Pflege von Reifen und Speichen

Um die schöne Optik und Langlebigkeit von Speichen und Reifen dauerhaft zu gewährleisten, ist regelmäßige Pflege wichtig.

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