Mountainbike 29 Zoll: Vor- und Nachteile

Für viele Mountainbiker waren Räder mit 26 Zoll lange Zeit das Maß der Dinge. Seit einigen Jahren gibt es MTBs aber auch mit 27,5 Zoll oder gar mit den deutlich größeren 29-Zoll-Laufrädern - und das aus gutem Grund: Immer mehr Fahrer schwören auf die besonderen Fahreigenschaften der größeren Räder, mit denen sie hohe Geschwindigkeiten erreichen und auch halten können. Zudem rollen die Räder besser über Unebenheiten hinweg.

Du hast vielleicht schon von den sogenannten "29ern" gehört - Mountainbikes mit 29-Zoll-Rädern. Sie sind bekannt für ihre hohen Rollgeschwindigkeiten und verbesserte Stabilität im Vergleich zu Mountainbikes mit 26- oder 27,5-Zoll-Rädern.

Was sind 29-Zoll-Mountainbikes?

Für diejenigen, die neu in der Mountainbike-Szene sind: Die angegebene Größe eines Mountainbike-Rads ist der ungefähre Durchmesser von Reifenrand zu Reifenrand. 29-Zoll Mountainbikefelgen teilen ihren Durchmesser mit den üblichen 700c-Rennradfelgen. Sie sind allerdings breiter, robuster und schwerer als ihre Rennrad-Pendants.

Vorteile von 29-Zoll-Mountainbikes

Die Kontaktfläche zum Boden ist größer, das bringt gleich mehrere Annehmlichkeiten mit sich. Zum einen hat der Biker mehr Grip, die Traktion ist größer und man kann steiler fahren. Das MTB kann besser kontrolliert, besser gelenkt und später gebremst werden.

Zum anderen ist der Rollwiderstand um bis zu 15% optimiert. Das bedeutet beim Fahren weniger Kraftaufwand, bis zu 8%, auch wenn beim Anfahren kurzzeitig zunächst etwas mehr Kraft benötigt wird als bei klassischer Bereifung.

Der Hauptgrund, warum größere Räder gleichmäßiger rollen, liegt im Winkel der Kurve. Ein flacherer Kurvenwinkel wird durch Unebenheiten und Dips weniger beeinflusst, weil er die Lücken überbrückt, die harte Kanten bilden. Ebenso bieten 29er eine höhere Stabilität, da sie Hindernisse leichter überwinden können und Rahmen ermöglichen, die niedrigere Schwerpunkte haben.

Gerade mit dem MTB im Gelände steigert diese Tatsache den Fahrkomfort enorm. Steine, Wurzeln und andere Unebenheiten sind weniger spürbar. Das größere Luftvolumen verursacht eine bessere Dämpfung.

Ebenso bieten 29er eine höhere Stabilität, da sie Hindernisse leichter überwinden können und Rahmen ermöglichen, die niedrigere Schwerpunkte haben.

Letztendlich bieten 29-Zoll-Räder Vorteile für viele Menschen, unabhängig von ihrer Fähigkeiten oder bevorzugten Disziplin. Für Anfänger:innen erleichtern der zusätzliche Grip, die Stabilität und die Geschmeidigkeit den Zugang zu höheren Geschwindigkeiten und schwierigerem Gelände. Cross-Country-Fahrer:innen werden das sanftere Fahren, das schnelle Rollen und die zusätzliche Kontrolle, die die großen Räder bieten, genießen.

Auch bei längeren Trainings oder Marathon-Rennen ist es komfortabler auf einem 29" Bike zu sitzen.

Nachteile von 29-Zoll-Mountainbikes

Allerdings haben die XXL-Reifen auch Nachteile. Im Gegensatz zu den kleineren Modellen sind sie schwerer, wodurch sich auch ihre rotierende Masse vergrößert. Dies führt dazu, dass die Räder auch in der Beschleunigung langsamer werden. Zudem können Räder mit 29 Zoll für Fahrer unter 160 cm Körpergröße zu groß und damit im Handling zu sperrig sein.

Größere Räder und Reifen neigen dazu, mehr zu wiegen, weshalb sie nicht so gut beschleunigen. Und obwohl sie leichter über kantige Hindernisse rollen, beschleunigen sie auf der anderen Seite nicht so schnell.

Einen Nachteil der Twentyniner sehe ich in engen Kurven. Hier macht sich einfach die Größe bemerkbar und es lenkt sich träger ein. In flachen Kurven dagegen rollt ein 29", aufgrund der Laufruhe, einfach ruhiger und besser als ein 26".

Das Gesamtgewicht der Bikes ging beim Umstieg auf 29" zunächst nach oben und auch jetzt gibt es sehr wenige 29" Racebikes, die unter 9 Kilo wiegen.

Alternativen zu 29-Zoll-Mountainbikes

Etwas größer als die 26-Zöller versprechen die 27,5-Zoll-Laufräder auf den ersten Blick die ideale Kombination aus den Vorteilen der 26er und 29er. Einige Hersteller setzen daher auf sogenannte “Mullet-Bikes” mit einem 29er Vorderrad und 27,5 Zoll Hinterrad.

Entwicklung und Trends

Der Trend zum größeren Laufrad hat sich mittlerweile im Downhill genauso durchgesetzt wie im Crosscountry. Und auch im Touren- und Marathon-Bereich greifen immer mehr Fahrer zur 29-Zoll-Variante. Dank moderner Geometrien mit flachem Oberrohr und Lenkwinkeln jenseits der 64° bietet nahezu jeder Hersteller seine abfahrtsorientierten Boliden auch auf 29-Zoll-Laufrädern an. Bei Allmountain-Bikes, die für die Abfahrt gemacht sind, setzt sich nach und nach ein Mix aus einem 29er-Laufrad vorne und 27,5 Zoll hinten durch, um so die Vorzüge beider Welten zu genießen.

Die Entwicklung der Laufräder und Achsstandards der Twentyninern geht extrem schnell voran.

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