Das Ibis Ripmo XT: Ein starkes Allround-Mountainbike mit 29-Zoll-Laufrädern und XT-Ausstattung im Test

Ibis hat längst Kultstatus erreicht und ist bekannt für Bikes, mit denen man es bergab ordentlich krachen lassen kann. Mit der neuesten Version des Ripmo präsentiert sich das Trail-Bike mit schlankeren Linienführung und einem noch cleaneren Look. Doch wie schlägt es sich im Test?

Ibis, der kalifornische Bike-Hersteller, fliegt womöglich bei vielen noch unter dem Radar. Doch die Brand hat bereits mehrfach bewiesen, dass sie Top-Bikes bauen können - zuletzt mit dem HD6, das den Enduro-Vergleichstest gewann. Das Ibis Ripmo XT kombiniert einen neuen Look mit den bewährten Baller-Eigenschaften, für die die Marke bekannt ist.

Das Ibis Ripmo bietet 160 mm Federweg vorne und 150 mm hinten und wiegt in der getesteten XT-Ausstattung in Größe XM (zwischen M und L) 14,8 kg - ein durchschnittlicher Wert im Testfeld. Mit einem Preis von 7.448 € gehört das Ripmo zu den günstigeren Bikes im Vergleich.

Das Ibis Ripmo präsentiert sich in einer neuen Designsprache mit klaren, geraden Linien und markanten Kanten, statt der zuvor geschwungenen und organischen Rohre. Es sieht nicht nur schnell und schick aus, sondern verfügt auch über sinnvolle und durchdachte Rahmendetails, die perfekt umgesetzt wurden.

Ausstattung und Details

Die Laufradkonfiguration hängt von der Rahmengröße ab: In Größe XM kommt das Bike standardmäßig mit 29-Zoll-Laufrädern, kann aber nachträglich auf ein Mullet-Setup umgerüstet werden.

Die Kabel verlaufen komplett intern und lassen, obwohl sie weder an den Eingängen noch an den Ausgängen geklemmt sind, auf dem Trail kein Klappern vernehmen. Auch das Heck bleibt dank großzügiger Protektoren an Sitz- und Kettenstreben angenehm leise, was insgesamt ein geräuschloses Trail-Erlebnis garantiert.

Als erstes Modell der Marke hat das Ibis Ripmo ein Staufach verpasst bekommen. Es befindet sich unter dem Flaschenhalter und ist makellos umgesetzt. Außerdem verfügt es über eine große Öffnung mit einem zuverlässigen Verschlussmechanismus und lässt sich auch mit montierter Flasche oder mit Handschuhen problemlos bedienen - genial! Die zwei schicken Taschen, die zusammen mit Cotopaxi entwickelt wurden, runden das Ganze ab.

Das Ibis Ripmo XT ist mit einer durchdachten Ausstattung bestückt, die auf Trail-Performance ausgelegt ist. An der Front sorgt die FOX 36 Factory GRIP X-Federgabel mit 160 mm Federweg für erstklassige Performance und einfache Einstellbarkeit - sie wurde erst kürzlich in unserem Federgabel-Vergleichstest mit Höchstnoten bewertet. Die BikeYoke REVIVE-Sattelstütze mit 185 mm Hub funktioniert zuverlässig, schränkt jedoch die Bewegungsfreiheit auf dem Trail etwas ein. Zum Vergleich: der Testdurchschnitt des Hubs liegt bei 197 mm.

Für Bremskraft sorgen Shimano XT-Bremsen mit einer 200-mm-Bremsscheibe vorne und 180 mm hinten. Auch die Schaltung stammt aus der XT-Serie von Shimano und ermöglicht zuverlässige Schaltvorgänge.

Der robuste Blackbird Send-Alu-Laufradsatz überzeugt auf ganzer Linie und bringt vor allem in wurzeligen Passagen nochmal zusätzliche Stabilität. Für einen Aufpreis von rund 1.000 € gibt es alternativ die Blackbird Carbon-Felgen.

Bereift ist das Bike vorne mit einem MAXXIS ASSEGAI und hinten mit einem MAXXIS Minion DHR II, beide mit EXO+ Karkasse und harter MaxxTerra-Gummimischung. Für mehr Grip und Kontrolle an der Front wäre ein Reifen mit MaxxGrip-Gummimischung sinnvoll.

Geometrie und Größen

Das Ibis Ripmo XT wird in fünf Größen von S bis XL angeboten, mit der Zwischengröße XM, die zwischen M und L liegt. Wie viele andere Marken auch hat Ibis diese Zwischengröße eingeführt, da in diesem Bereich die meisten Bikes verkauft werden und die Fahrer so die perfekte Rahmengröße für sich finden können. Die Größen S und M kommen standardmäßig mit Mullet-Laufrädern, während XM, L und XL mit 29-Zoll-Laufrädern ausgestattet sind.

Mit der Rahmengröße wächst dann auch die komplette Geometrie des Ibis Ripmo mit. Neben der Kettenstrebenlänge, die in Größe XM bei 436 mm liegt, ändern sich dabei auch der Sitzwinkel, die Tretlagerhöhe und sogar die Dämpferabstimmung.

Ungewöhnlich ist bei der Auslegung der Bike Größen, dass Ibis die Größen nicht anhand der Reach-Werte definiert, sondern nach der Oberrohrlänge. Ziel dieser Geometrie-Philosophie ist es, die Balance auf dem Bike für alle Größen gleich zu halten, ohne die Kettenstrebenlänge übermäßig anpassen zu müssen. Dabei müsst ihr im Hinterkopf behalten, dass sich durch dieses Konzept sehr lange Reach-Werte von bis zu 540 mm in Größe XL ergeben.

Fahreigenschaften

Bergauf überzeugt das Ibis Ripmo XT mit einer aufrechten, komfortablen Sitzposition, die auch in flachem Gelände nicht zu viel Druck auf die Front ausübt. Der Hinterbau bietet außergewöhnliche Traktion und Komfort, wodurch das Bike auch für lange Tage im Sattel ideal ist.

Long and Low: Die Balance auf dem Ibis Ripmo gehört zu den besten im Test und man fühlt sich im Bike angenehm integriert. Mit einer tiefen Front und einem ebenso tief liegenden Heck steht man perfekt zwischen den Rädern, ähnlich wie beim Rocky Mountain Instinct. Auch in ruppigem Gelände bleibt das Bike stabil und berechenbar, selbst wenn ihr mit Top-Speed durchs Steinfeld rauscht.

Diese perfekte Balance aus Laufruhe und Agilität macht das Ibis Ripmo auch auf Flowtrails zur absoluten Spaßmaschine. Es lässt sich mühelos von einer Kurve in die nächste werfen und lädt regelrecht zum Spielen ein. Das Fahrwerk ist auf höchstem Niveau und verwandelt Wurzeln und Steine in Wattebäusche. Trotz seiner Traktionsstärke ist das Ripmo lebendig und lässt sich mit einem aktiven Fahrstil gut pushen. Wer bewusst abzieht, wird mit ordentlich Pop belohnt, was seinen verspielten Charakter unterstreicht.

Fazit

Das Ibis Ripmo XT ist eines der besten Bikes im Testfeld. Es liefert ein höheres Sicherheitsempfinden als der Testsieger Specialized Stumpjumper, ist jedoch nicht so kompromisslos wie das kraftstrotzende Atherton S.150.

Das Ibis Ripmo XT ist ein sehr starkes Allround-Bike, ideal für alle, die ein Bike suchen, das in einer großen Einsatzbandbreite brilliert. Es bietet viel Agilität für spaßige Hometrails und gleichzeitig starke Laufruhe für ruppige Enduro-Trails oder Bikepark-Lines. Beide Eigenschaften sind sehr gut ausbalanciert und bewegen sich auf einem extrem hohen Niveau.

Mit einem starken Mix aus Laufruhe und Agilität sowie einem überragenden Fahrwerk, das absolut keine Schwächen zeigt, ist das Ripmo auf dem Trail nicht zu stoppen und gehört auch dank seiner starken Uphill-Eigenschaften zu den besten Bikes im Test.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0