Das Mountainbike ist zweifellos das beliebteste Fahrrad. Ein Einsteiger-Mountainbike ist das erste richtige Fahrrad für Kinder, Teenager und Jugendliche im Alter von etwa 9 bis 15 Jahren, die das Rad im Alltag nutzen wollen. Wer sich auskennt, weiß, dass es auch Trekkingräder, Crossbikes und Rennräder gibt. Dennoch hat sich das Mountainbike etabliert, da es ein sportliches Fahrrad ist.
Worauf es bei einem Mountainbike ankommt
Bei der Fertigstellung eines Fahrrades kommt es auf viele einzelne Handschritte an und welche Komponenten verbaut werden. Hier sind einige wichtige Aspekte, die bei der Auswahl eines Mountainbikes zu berücksichtigen sind:
- Schaltung: Eine Schaltung der Marke Shimano ist Pflicht. „Je mehr Gänge, desto besser das Fahrrad.“ Das ist ein Mythos!
- Bremsen: Sinnvoll ist außerdem eine hydraulische Scheibenbremse anstatt einer günstigeren, mechanischen Scheibenbremse.
- Federgabel: Ein „Must-Have“ eines Mountainbikes ist natürlich die Federgabel. Diese gleicht Schläge und Stöße, die auf das Vorderrad kommen aus, und macht das Fahren dadurch angenehmer. Es gibt massive Unterschiede bei der Federgabel. Hochwertigere Materialien (z.B. Lockout-Funktion: Du kannst über einen Hebel die Federung blockieren). Dadurch nutzt du die gesamte Tret-Energie in die Vorwärtsbewegung und verlierst keine Energie in die Federung.
Wir raten von einem Baumarkt Fahrrad ab - und das hat verschiedene Gründe: Hier werden zumeist minderwertigere Schaltungen und Bremsen verbaut. Plastik-Elemente an den Schaltungen sind günstig und schnell gemacht, halten allerdings nicht lange, weil die Kräfte auf das Schaltwerk teilweise sehr groß sind. Das Verbauen von B-Ware bei renommierten Fahrradherstellern, wie Cube, Scott, Bulls oder Focus ist ausgeschlossen! Und mal ganz ehrlich. Als Jugendlicher willst du dein neues Bike vorzeigen, und das Fahrrad soll funktionieren.
Mountainbike Modelle für Einsteiger
Fahrradhersteller präsentieren mehrere Mountainbike Modelle für Einsteiger. Allen voran nenne ich ganz klar die Cube Aim Reihe. Hier eine Übersicht einiger Modelle:
| Modell | Schaltung | Bremse |
|---|---|---|
| Cube Aim | Shimano Tourney, 24 Gänge | Tektro MD-280, mech. Scheibenbremsen |
| Ghost Kato 2.7 | Shimano Acera, 24 Gänge | Shimano BR-MT200, hydraulische Scheibenbremsen |
| Bulls Wildtail | Shimano Tourney, 21 Gänge | Tektro Novela, mech. |
| Scott Aspect 770 | Shimano Tourney, 21 Gänge | Tektro Novela, mech. |
Alle Räder sind zwischen 399 und 699 € erhältlich.
Es gibt immer 2 vergleichbare Bikes pro Marke. Das liegt daran, das die Mountainbikes für Mädchen im Vergleich zu Jungen-Räder anders gestaltet sind. Der Rahmen beim Mädchen-Fahrrad ist an den kürzeren Oberkörper der Mädels angepasst, sodass die Sitzposition optimiert wird.
Die Schaltgruppe im Detail
Was ist schon ein modernes Mountainbike ohne Schaltgruppe? Nun, im wahrsten Sinne nur Rahmen, Gabel (und Dämpfer), Laufräder und Steuerkomponenten, aber nicht wirklich ein funktionstüchtiges MTB. Denn das Schaltsystem ist quasi der Antrieb des Fahrrads und beinhaltet die Kurbel am Tretlager, Kettenblätter vorne, die Kette, die Kassette hinten, das Schaltwerk, einen Umwerfer (bei zwei oder mehr Kettenblättern) sowie die Schalthebel. Außerdem gehören zu den Antriebsgruppen (Groupsets) am Mountainbike noch die Bremsen inklusive Bremshebel dazu.
Wenn es an die Auswahl der passenden Gruppe bzw. MTB-Schaltung geht, gilt das grundsätzliche Prinzip: je mehr du reinsteckst, desto mehr bekommst du auch - Schaltgruppen in höheren Preisklassen sind effizienter, langlebiger und ermöglichen einen leichtgängigeren Schaltvorgang, alles bei einem geringeren Gewicht.
Bestandteile einer Mountainbike-Gruppe
- Die Tretkurbel: Hier nimmt die Kraftübertragung ihren Anfang. An den Kurbeln des Tretlagers befinden sich die Pedale, mit deren Hilfe die Antriebsgruppe in Gang gebracht wird. Das Tretlager besteht dabei aus den Teilen Kurbelarme, Kettenblatt bzw. Kettenblätter und der Achse, die beide Kurbeln miteinander verbindet.
- Das Tretlager: Die Tretkurbeln werden auf der Tretlagerwelle befestigt, welche wiederum auf mehreren Innenlagern, dem Tretlager, gelagert sind.
- Die Kassette (oder das Ritzelpaket): Die Kassette besteht aus mehreren Zahnkränzen, häufig Ritzel genannt, und befindet sich am Hinterrad des Mountainbikes. Die Kassette bestimmt die Gangzahl am Heck, welche in der Regel zwischen 8 und 12 liegt. Zusammen mit den Kettenblättern ergibt sich daraus die gesamte Gangzahl und Übersetzungsbandbreite.
- Die Kette: Die Kette verbindet die Kettenblätter vorne mit der Kassette hinten und ist essentiell für den Antrieb des Mountainbikes.
- Das Schaltwerk und der Umwerfer: Das Schaltwerk und der Umwerfer verschieben den Lauf der Kette über die Kettenblätter bzw. die einzelnen Ritzel der Kassette.
- Die Schalthebel: Die Schalthebel befinden sich direkt am Lenker und sind dein Kontrollelement, um den Schaltvorgang über das Schaltwerk und den Umwerfer einzuleiten.
- Die Bremsen: Ebenfalls Bestandteil einer Mountainbike Gruppe ist die Bremse. MTB Scheibenbremsen lassen sich in zwei Kategorien unterteilen - hydraulisch und mechanisch.
Gänge und Übersetzungen
Wie es auch bei Motoren im Auto der Fall ist ermöglichen dir die Gänge beim Fahrrad eine konstant hohe Kraftübertragung über eine große Übersetzungsbandbreite, um hohe Geschwindigkeiten bei jeder Steigung zu ermöglichen. Beim Mountainbiken sind kleine Gänge wichtig, um bei extremen Anstiegen und unwegsamen Passagen gut durchzukommen. Deswegen nutzen MTBs spezielle Übersetzungen, die sich besonders für solches Terrain eignen und eben nicht solch hohen Geschwindigkeiten ermöglichen wie bspw. eine Rennrad-Gruppe.
Hervorzuheben ist dabei der Fakt, dass Ganganzahl nicht mit der Übersetzungsbandbreite gleichzusetzen ist. Die Vorteile von Einfach- und Zweifach-Antrieben im Vergleich zu den drei Kettenblättern sind eine einfachere Handhabung, höhere Zuverlässigkeit und geringerer Wartungs- und Instandhaltungsaufwand.
Shimano vs. SRAM - MTB-Schaltungen im Detail
Im MTB-Bereich gibt es bei der Schaltung eigentlich häufig nur die Wahl zwischen Shimano und SRAM. Wir geben euch einen Überblick über die Technologien der beiden Konkurrenten und die Hierarchien der einzelnen MTB-Schaltgruppen.
Shimano
Shimano ist aktuell der Marktführer in allen Fahrradsegmenten und hat das größte Portfolio an Schaltsystemen für den MTB-Bereich. Die meisten Gruppen wurden so entwickelt, dass sie sich auch kombinieren lassen, solange sie die gleiche Anzahl an Gängen besitzen. Die Schalthebel der japanischen Firma nutzen die Rapid Fire Technologie, welche über Daumen und Zeigefinger gesteuert werden. Die Technologie ermöglicht auch das Schalten mehrerer Gänge mit nur einem Druck. Die aktuellen Top-Gruppen sind die neue XTR M9100 sowie die XTR Di2.
Alle Schaltgruppen in der Übersicht:
- Tourney: Die billigste Gruppe im Shimano-Sortiment ist keine Mountainbike-spezifische Gruppe und wird sowohl bei Einsteiger-Hardtails als auch bei Freizeit-Rädern, Crossbikes und ATBs eingesetzt.
- Altus: Die Einsteiger-Gruppe von Shimano wird gelegentlich noch bei Budget-Mountainbikes eingesetzt, ist aber eigentlich wie die Tourney nicht wirklich für den Offroad-Einsatz geeignet.
- Acera: Ebenfalls noch eine Einsteiger-Gruppe, aber schon mit 2x9 und 3x9 Gängen und vermehrtem Einsatz von leichten Aluminium.
- Alivio: Die Top-Gruppe in Shimanos Freizeit-Rad-Bereich ist die Alivio, die schon so einige Technologien und Features der speziellen MTB-Gruppen übernimmt.
- Deore: Die Shimano Deore Gruppe ist in dieser Liste die erste wirklich 100%ige MTB-Schaltgruppe und richtet sich an Neulinge genauso wie Fortgeschrittene.
- SLX: Die SLX ist das Mountainbike-Äquivalent zur 105 im Rennradbereich: Das Arbeitstier unter den MTB-Gruppen unterscheidet sich in der Ausstattung und den Features nur geringfügig von teureren Gruppen, wiegt dafür aber mehr.
- Zee: Die spezielle Downhill- und Freeride-Gruppe kostet ungefähr so viel wie die SLX und ist aktuell als 1x10 Schaltung erhältlich.
- Deore XT: Nach der Deore wahrscheinlich die beliebteste MTB-Schaltgruppe. Die XT-Gruppe (häufig auch als Deore XT bezeichnet) liefert die erstklassige Performance im XTR-Format für weniger Geld und etwas mehr Gewicht und ist deshalb aus dem Segment der ambitionierten Mountainbike-Sportler nicht mehr wegzudenken.
- XT Di2: Die elektronische Version der XT nutzt elektronisch gesteuerte Servomotoren, um den Schaltvorgang direkt am Schaltwerk einzuleiten.
- XTR: Die Meisterklasse von Shimano hört auf den Namen XTR und besteht aus einer Mischung von Carbonteilen, Titan und hochwertigem Aluminium. So wird die perfekte Balance aus Zuverlässigkeit und Leichtigkeit erzeugt.
Mountainbike-Kategorien und Arten
Das wichtigste Entscheidungskriterium für ein Mountainbike ist der geplante Einsatzzweck des Bikes! Auch wenn sich die Einsatzgebiete und Ausstattungen der einzelnen Mountainbike-Kategorien voneinander unterscheiden, haben alle MTBs die gleichen Grundlagen. So sind nahezu alle Mountainbikes, vom Cross Country MTB bis zum Downhill-Renner, mit einer Federgabel und breiten Reifen ausgestattet.
Mountainbike-Arten
- Cross Country (XC): In diese Kategorie fallen die meisten Hardtails unterhalb von 1.000€. Dabei sind die preisgünstigen Modelle für den Alltag eher Komfort orientiert.
- All Mountain oder Trail Bike: All Mountain Mountainbikes werden häufig auch als Trail Bike bezeichnet. Man kann sie für Touren genauso verwenden wie für eine Transalp.
- Enduro MTB: Mountainbikes, die der Gattung Enduro angehören besitzen einen breit gefächerten Einsatzbereich.
- Freeride und Downhill MTB: Die Kategorien Freeride und Downhill lassen sich heutzutage nicht mehr eindeutig voneinander trennen.
Mountainbike-Marken
Generell kann man sagen, dass man mit Mountainbike-Marken, die sich im Profi-Sport engagieren, nichts falsch macht. Die meisten Erkenntnisse während einer Wettkampfsaison fließen in die nächste Generation der Herstellermodelle ein. Sehr viel bedeutender ist die Frage: Welche Anbauteile bzw. Komponenten sind am MTB angebracht?
Bekannte Mountainbike-Marken
- BERGAMONT
- CANNONDALE
- CARVER
- CUBE
- FOCUS
- GHOST
- GIANT
- HAIBIKE
- KTM
- LIV
- MERIDA
- SCOTT
- SPECIALIZED
- TREK
Was tun mit alten Mountainbikes?
Alles voller Spinnenweben, überall Staub und kein Fitzel Luft mehr in den Reifen: So sieht es aus, wenn ein Kellerfund erstmals seit Jahrzehnten wieder Tageslicht sieht.
90er Jahre MTB: Wertloser Sperrmüll oder gesuchte Rarität?
Die gute Nachricht zuerst. Ein Mountainbike ist niemals Sperrmüll. Egal, ob es sich um ein ehemals preisgünstiges Serienmodell handelt oder um ein teures Race-Modell. Solange es fahrbereit ist, oder mit wenigen Handgriffen flott gemacht werden kann, hat es einen Nutzwert.
Woher weiß ich, ob mein Bike eine MTB-Ikone ist?
Und wie bekomme ich raus, mit welcher Summe ich rechnen kann? Der Bereich Kultbikes und MTB-Ikonen ist hochkomplex und den wenigen Experten vorbehalten, die sich in speziellen Internet-Foren tummeln. Retrobike UK heißt eines der bekanntesten, auch das Classic-Forum auf mtb-news.de ist ein beliebtes Portal. Dort lässt sich ein ungefährer Wert schnell ermitteln.
Generell wird zwischen Klassikern (bis Baujahr 1996) und Youngtimern unterschieden (bis Baujahr 2000). Wirklich hoch werden nur Klassiker gehandelt. Besonders die aus den frühen Neunzigern, die als die goldene Zeit des MTB-Sports gelten.
Die Modelle aus den Achtzigern sind, obwohl oft noch geschichtsträchtiger, weniger begehrt. Doch auch hier gibt es einzelne Modelle, die hohe Preise erzielen.
Komplett verkaufen oder in Einzelteilen?
Die Vorstellung, einen Oldtimer auszuschlachten und in seine Einzelteile zu zerlegen, lässt einen kurz erschaudern. Dennoch empfiehlt sich das tatsächlich in manchen Fällen. Wenn die Ausstattung Highend ist, der Rahmen aber nur ein 08/15-Modell. Klassik-Fans sind ständig auf der Suche nach Teilen für ihre Restaurations-Projekte.
Lohnt sich die Wartung einer alten Federgabel?
Klare Antwort: Nein. Wer nicht selbst über das Know How sowie das nötige Spezialwerkzeug verfügt, sollte die Gabel lassen, wie sie ist. Wer wert auf eine funktionierende Gabel legt, muss sich in Foren nach Experten umsehen.
Nur putzen oder großer Service: Wieviel Arbeit soll ich in die Aufbereitung des Vintage Bikes stecken?
Putzen ist obligatorisch. Nur, wenn das Mountainbike ansprechend aussieht und schick präsentiert wird, beißen Interessanten an. Wir empfehlen, dass Rad soweit es geht auseinander zu nehmen. Nicht nur, um Staub und Dreck besser entfernen zu können. Sondern auch, um das MTB auf mögliche Schäden zu checken.
Ebay, Foren, Kleinanzeigen: Wo verkauft man ein altes MTB am besten?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Es hängt von der Art des Bikes ab. Und vom Aufwand, den man bereit ist zu treiben.
- Alltags-Klassiker: Bikes, die von Pendlern gesucht werden, sind bei Ebay-Kleinanzeigen gut aufgehoben.
- Kult-Bike: Der beste Weg, ein historisch relevantes MTB zu verkaufen, ist, es in einem Classic-Forum anzubieten.
- Ikonen: Classic-Foren sind ideal. Da weiß man, dass das Schätzchen in gute Hände kommt.
Was ist mit Mountainbikes ab Baujahr 2000?
Mountainbikes ab Baujahr 2000 unterliegen dem schlichten Gesetz von Angebot und Nachfrage. Hier gibt es weder Formeln noch Richtwerte.
Die grobe Preis-Orientierung für Kellerfunde bis Vintage Bikes zusammengefasst
- Ein fahrbereites Mountainbike lässt sich immer verkaufen. Egal wie alt, egal welche Marke, egal welche Ausstattung.
- Man unterscheidet zwischen reinen Nutz-Bikes und Bikes, bei denen der Kaufanreiz emotionale Gründe hat.
- Ein 08/15-MTB aus den Neunzigern bringt etwa 150 bis 300 Euro
- Kultbikes aus den Neunziger kosten ab 1000 Euro. Begehrte Modelle liegen bei 2000 bis 4000 Euro. Ikonen kosten bis zu 5000 Euro, in Ausnahmefällen auch bis zu 15.000 Euro.
- Ist die Ausstattung edel, der Rahmen aber ein wenig begehrtes Standard-Modell, lohnt sich der Verkauf in Einzelteilen oft mehr, als der Verkauf des Komplettbikes.
- Selbst neuere, gebrauchte Mountainbikes erzielen selten mehr als 30 Prozent des Neupreises. Bikes, die drei oder vier Jahre alt sind, bringen selten mehr als 2000 Euro. Selbst, wenn sie ursprünglich mal 10.000 Euro gekostet haben.
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