Mountainbike Alu Rahmen: Vor- und Nachteile

Beim Kauf eines Mountainbikes steht man vor der Frage: Carbon oder Aluminium? Viele Profis im World Cup oder der Enduro World Series setzen auf Carbon, aber das bedeutet nicht, dass Carbon Aluminium grundsätzlich überlegen ist. Hier sind die Fakten und Unterschiede.

Was ist Aluminium?

Für Mountainbike-Rahmen wird keine reine Aluminium verwendet, sondern eine Aluminiumlegierung aus 95 bis 98 % Aluminium und anderen Metallen.

Carbon vs. Aluminium: Ein Vergleich

Früher galten Carbonrahmen als nicht besonders stabil. Doch die Technologie ist mittlerweile so ausgereift, dass Carbonräder in Sachen Stabilität mit den meisten Aluminiumbikes mithalten können.

Formbarkeit

Carbon hat es Rahmenbauern aufgrund seiner hervorragenden Formbarkeit ermöglicht, früher undenkbare Rahmendesigns zu produzieren. Die spezifischen Eigenschaften von Carbon zu definieren, ist nicht ganz einfach, weil es sehr viele verschiedene Arten gibt, wie die Carbonfasern miteinander verwoben werden.

Vorsicht vor Fälschungen

Vorsicht ist bei gefälschten Carbonprodukten geboten, die in der Regel nicht den gängigen Industriestandards entsprechen. Es gibt viele Horrorstorys von schlecht verarbeiteten Fälschungen, die den Leuten unterm Hintern weggebrochen sind und zu schweren Verletzungen geführt haben. Kaufe deine Carbonteile daher immer bei einem vertrauenswürdigen Händler.

Preis

Räder aus Aluminium sind im Allgemeinen günstiger als Carbonbikes. Das war schon immer so, aber der Preisunterschied hat sich in letzter Zeit deutlich verringert. Direktvertriebe wie YT Industries und Canyon bieten mittlerweile Downhillräder aus Carbon für unter 2.500 Euro an.

Gewicht

Carbon ist leichter als Aluminium. Punkt. Für Anstiege und Fahrten im Flachen ist dies ein unbestreitbarer Vorteil, da der Fahrer auf einem Carbonrad mit weniger Reibung und einer geringeren Gravitationskraft zu kämpfen hat. Bei Abfahrten kann ein wenig mehr Masse hingegen durchaus von Vorteil sein.

Steifigkeit

In Sachen Steifigkeit ist Carbon ebenfalls Aluminiumlegierungen überlegen, wobei dieser Vorteil manchmal auch zu einem Nachteil werden kann. Ein Vergleichstest zwischen der Carbon- und der Aluminiumversion des Devinci Wilson hat uns zu der Überzeugung gebracht, dass diesen Behauptungen ein nicht unerheblicher Funken Wahrheit innewohnt. Welches Fahrgefühl ein Fahrer bevorzugst, ist letztendlich jedoch Geschmacksache.

Haltbarkeit

Eins steht fest: Kein Mountainbike ist unzerstörbar. Wir muten unseren Rädern sehr viel zu - und diese Belastungen stecken manche besser weg als andere. Das Aluminiumräder generell stabiler wären als Carbonbikes oder umgekehrt, lässt sich jedoch nicht behaupten. Wie lange ein Rad hält, hängt nämlich von einer Vielzahl von Faktoren ab.

Der größte Unterschied hinsichtlich der Haltbarkeit von Aluminium und Carbon besteht darin, dass sich Aluminium unter Krafteinwirkung verformt während Carbon bricht. Einen verdellten Aluminiumrahmen kann man oft noch weiterfahren, ein gebrochener Carbonrahmen hingegen hat nur noch Schrottwert. Ganz gleich für welches Material du dich auch entscheidest, du solltest dir vor dem Kauf eines Rahmens immer ganz genau dessen Garantiebestimmungen durchlesen.

Alternativen: Stahl und Titan

Heutzutage sind 99 % aller “richtigen” Mountainbikes entweder aus Aluminium oder Carbon gefertigt. Der Großteil der „Mountainbikes“ und mountainbikeähnlicher Fahrräder da draußen hat einen Stahlrahmen, das war schon in grauer Vorzeit so. Aber auch wenn Stahl auf eine lange Tradition in der Mountainbikewelt zurückblicken kann, eignet es sich in der Regel bestenfalls für die Verwendung im normalen Straßenverkehr. Für Stahl sprechen zwei Dinge: Zum einen versprühen Stahlrahmen mit ihren schnurgeraden Rohren natürlich einen gewissen Retrocharm. Und zum anderen verfügt Stahl über sehr gute Dämpfungseigenschaften, die die von Carbon und Aluminium in den Schatten stellen.

Es gibt Hardtailfahrer, die der Meinung sind, dass Stahlrahmen die Schläge des Trails besser abfedern als ihre Verwandten aus Aluminium und Carbon. Die Folge: ein ruhigeres Fahrgefühl. Stahl ist außerdem sehr widerstandsfähig und Rädern aus diesem Material ist deshalb oft eine längere Lebensdauer beschieden als Carbon- und Aluminiumbikes.

Dank seiner Dichte, die dreimal so hoch ist wie die von Aluminium, ist Stahl aber leider auch ziemlich schwer. Die natürlichen Dämpfungseigenschaften von Stahl bezahlt man also mit jeder Menge zusätzlichem Gewicht.

In einer perfekten Welt gäbe es nur noch Räder aus Titan, schließlich ist dieses Wundermetall nicht nur sehr leicht, sondern auch noch super stabil. Mal ganz davon abgesehen, dass es sich wie ein Traum fährt. Es gibt aber ein Problem: Titan ist sauteuer. Außerdem ist es sehr schwierig zu verarbeiten. Aus diesem Grund fristen Titanteile bis heute ein Nischendasein. Sie sind allenfalls für Fahrer interessant, die über das nötige Kleingeld verfügen und auf der Suche nach etwas ganz Besonderem sind.

Aluminiumrahmen im Detail

Aluminium ist robust und günstig, Carbon leicht und teuer - das sind die gängigen Klischees, wenn es sich um das Material eines Fahrrad- oder E-Bike-Rahmens dreht. Doch ganz so einfach ist es nicht. Als Rahmenmaterial bei Bikes und E-Bikes kommt in der Regel Aluminium 6061 zum Einsatz.

Herstellung

Die konifizierten Rohre werden im sogenannten Hydroformingverfahren hergestellt. Das “in Form pressen” unter Öldruck ermöglicht in der Mitte dünnere Wandstärken als an den Enden der Rohre, weshalb Alubikes für auftretende Belastungen bestens gewappnet sind. Anschließend werden die Rohre miteinander verschweißt.

Korrosionsschutz

Da es sich hierbei um ein Metall handelt, müssen Rahmen aus Aluminium jedoch vor Korrosion geschützt werden, um die Haltbarkeit aufrechtzuerhalten.

Reparatur

Im Gegensatz zu Carbon verbiegt sich ein Aluminium-Rahmen, sodass kleinere Wunden leichter ausgebessert werden können. Das Metall ist daher tendenziell ein gutmütiger, nicht so druckempfindlicher Werkstoff.

Carbonrahmen im Detail

Carbon ist in der Fahrrad- und E-Bike-Welt das High-End-Material - und das nicht ohne Grund. Unter dem Baustoff Carbon versteht man im Grunde Fasermatten aus Kohlefaser-verstärktem Kunststoff. Diese unterscheiden sich durch verschiedene Fasertypen und Ausrichtungen, durch die Eigenschaft und Charakter des Rahmens beeinflusst werden können. Im Gegensatz zur Rohrbauweise bei Aluminiumrahmen werden Carbonrahmen heute zumeist im sogenannten Monocoque-Verfahren hergestellt.

Vorteile von Carbon

Carbon lässt sich in zahlreichen Formen und mit angepassten Wandstärken gestalten. Wo die Rohre des Aluminiumbikes zusammengeschweißt werden müssen, entsteht der Carbonrahmen häufig in Monocoque-Bauweise. Aus dieser gehen keine Schweißnähte hervor, da die Fasermatten ausgebacken werden. Dies sorgt für einen einheitlichen und wertigen Look.

Nachteile von Carbon

Rahmen aus Carbon eilt ein schlechter Ruf voraus. Mythen ranken sich um das Material, welches instabil sei und bereits nach einem leichten Sturz im Müll entsorgt werden könne. Plötzliche “Spontan-Brüche” des Rahmens sind zwar nicht alltäglich, ein Umdenken mit Rahmen dieser Art ist dennoch erforderlich, denn Carbon verzeiht nicht so schnell wie Aluminium: Wird das Bike beispielsweise zu eng eingespannt oder werden Schrauben falsch angezogen, neigt Carbon zum Brechen. Ein Bruch ist zumeist Resultat eines harten Sturzes und kündigt sich nicht selten akustisch an. Äußerlich sieht man diesen nicht unbedingt, da die Faserrisse vor allem im Inneren entstehen.

Fahrgefühl

Carbon besitzt deutlich mehr Steifigkeit. Das bedeutet? Ein Carbonrad lässt sich dynamisch fahren, da es zügig auf Tritt- und Lenkbewegungen reagiert. Wer auf Reaktionsfreudigkeit und Agilität setzt, wird hier nicht enttäuscht. Auch Alu-Hardtails können unter Umständen an Komfort einbüßen.

Preisbeispiele

Rahmen aus Aluminium sind in der Herstellung günstiger, was sich natürlich auch im Verkaufspreis des jeweiligen Bikes bemerkbar macht. Das TRANCE X E+ 1 von Giant kommt mit ausgereiftem ALUXX SL Rahmen und 6011-Aluminiumlegierung und ist ab 5.999 € erhältlich. Das E-Power iLink 180 Factory von Corratec mit ultraleichtem Carbonrahmen bekommt ihr für einen Preis ab 11.099,00 €.

Die Preisspanne nach oben ist natürlich offen. Neben der Ausstattung des Bikes spielt auch die Verarbeitung und Hochwertigkeit des Materials eine Rolle. Sicher ist jedoch, dass beide Werkstoffe unterschiedliche Fahrgefühle erzeugen. Welches ihr präferiert, bleibt euch natürlich selbst überlassen. Wer gezielt Ausschau nach Extremsituationen hält, sollte nicht unbedingt auf einen Carbonrahmen zurückgreifen.

Eine Probefahrt mit dem bevorzugten Bike kann immer Aufschluss darüber geben, welcher Rahmen zur eigenen Fahrweise passt.

Zusammenfassung der Materialien

Hier ist eine Zusammenfassung der verschiedenen Rahmenmaterialien:

Material Vorteile Nachteile
Aluminium Robust, günstig, gute Balance zwischen Gewicht und Preis Kann weniger komfortabel sein als Stahl oder Titan
Carbon Leicht, steif, aerodynamisch, freie Formgebung Teuer, anfällig bei Stürzen, kann brechen
Stahl Robust, flexibel, gute Dämpfungseigenschaften, langlebig Schwer
Titan Leicht, flexibel, robust, langlebig, korrosionsbeständig Sehr teuer, schwierig zu verarbeiten

Letztendlich hängt die Wahl des richtigen Materials von den persönlichen Vorlieben und dem Einsatzzweck ab.

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