Mountainbike auf E-Bike umrüsten: Kosten und wichtige Aspekte

Ein E-Bike zu kaufen kann jeder. Aber wie sieht es eigentlich mit dem DIY-Umbau des eigenen Drahtesels aus? Ist das überhaupt möglich? Und worauf sollten Sie achten? Im Prinzip: Ja. Aber: Bevor Sie Ihr Fahrrad zum E-Bike umbauen, müssen Sie erstmal Ihr altes Rad genauer anschauen. Denn durch den Umbau bekommt es zusätzliches Gewicht, zudem wirken stärkere Kräfte auf das Zweirad.

Ist mein Rad als E-Mountainbike geeignet?

Wie bei allen Fahrrädern ist auch bei der Umrüstung eines Mountainbikes wichtig, dass das Fahrrad funktionstüchtig ist. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Rahmen, der Gabel und der Bremse. Ein stabiler Rahmen sollte bei den meisten Mountainbikes bereits vorhanden sein, da sie grundsätzlich für höhere Beanspruchungen konstruiert sind. Ungeeignet für den Umbau zum e-Mountainbike sind Leichtbau- und Carbonrahmen. Diese Rahmen sind nicht für die zusätzlichen Belastungen eines Motors ausgelegt.

Mittlerweile gibt es Federgabeln mit Federwegen zwischen 80 und 200 mm, wobei für Mountain, Enduro und Freeride zumeist lange Federwege bevorzugt werden. Im Allgemeinen können Mountainbikes mit Federweg genauso gut umgebaut werden wie Hardtails.

Allerdings gibt es auch Federgabeln, deren Ausfallenden für einen Motornachrüstung nicht stabil genug sind, daher empfehlen wir einen Einbau ins Hinterrad. Grundsätzlich sollte bei solchen Federgabeln eine Freigabe vom Hersteller eingeholt werden, bevor umgebaut werden kann. Bei leichten Federgabeln und solchen aus Carbon raten wir vom Umbau ab.

Damit bei den Abfahrten auch alles gut geht, werden mindestens sorgfältig gewartete V-Brakes benötigt. Am besten eignen sich immer noch hydraulische Scheibenbremsen für den Einsatz am e-MTB. Wenn der Hinterbau oder die Federgabel über eine Steckachse verfügen, kann leider kein Hinterradmotor eingebaut werden, da die Befestigungsmechanismen inkompatibel zueinander sind. An MTBs ist fast immer eine Kettenschaltung verbaut. Die Qualität der Schaltung sollte mindestens der einer Shimano Deore entsprechen. Je nach Einsatzzweck ist eine hochwertigere Deore SLX oder Deore XT zu empfehlen. Für besonders hohe Belastungen eignen sich die robusten Shimano Schaltungen Zee und Saint, die speziell an die Anforderungen von Mountainbikes angepasst wurden. Neben Shimano bieten auch andere Hersteller wie zum Beispiel Sram vergleichbare Schaltgruppen für Mountain-Ebikes an.

Alternativ zu dem Einbau eines Radnabenmotors können Sie Ihr Fahrrad auch mit einem Mittelmotor nachrüsten. In Kombination mit einer Ketteschaltung sollte jedoch bedacht werden, dass nach dem Umbau nur noch ein Kettenblatt vorhanden ist. Bei anderen Kettenschaltungsantrieben, wie zum Beispiel dem EBS Puma Umbausatz, bleibt die Anzahl der Kettenblätter unverändert.

Die Kosten für eine E-Bike Umrüstung

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Bastler*innen, die Freude am Schrauben haben und ihrem Fahrrad neues Leben einhauchen wollen, werden die Frage bejahen. Zumal Sie bei der Auswahl der Einzelteile sehr flexibel sind.

Was kostet mich ein Umbau von einem normalen Fahrrad zum E-Bike? Die Kosten für eine komplette E-Bike Nachrüstung liegen zwischen 1.000 und 1.500 EUR. Der Preis variiert je nach Motorart:

  • Nabenmotor nachrüsten: Einfacher Einbau, meist günstiger.
  • Mittelmotor nachrüsten: Bessere Gewichtsverteilung, etwas teurer.

Wenn du den Umbau selbst durchführen möchtest, kostet der Nachrüstsatz zwischen 1.000 und 1.500 EUR. Ein professioneller Nachrüstungsservice kostet zusätzlich 250 bis 400 EUR.

Wer sich unsicher ist, sollte zu einem Fachhändler gehen. werden 450 Euro und mehr fällig für einen Umbausatz. Käufer können sich bei Nachrüst-Kits grundsätzlich zwischen drei Varianten entscheiden: Mittelmotor, Vorderrad- oder Hinterradmotor. Den meisten Montageaufwand hat man beim Mittel- oder Hinterradantrieb, bei Frontantrieb muss man im Idealfall nur eine Schraube lösen. Passende Räder mit integriertem Antrieb und teilweise sogar integriertem Akku gibt es für gängige Reifengrößen in 26 und 28 Zoll.

Der Frontmotor ist der günstigste Einstieg bei den Nachrüst-Sets; ab 300 Euro geht es inklusive Akku los. Man kann ihn mit allen Schaltungen nutzen (Ketten- und Nabensysteme) und binnen weniger Minuten über den Schnellspanner an der Gabel austauschen. Auch Fahrräder mit Rücktrittbremse sind mit dieser Variante kompatibel. Mit der Motorbremse kann man bei einigen Modellen sogar Energie zurückgewinnen. Fahrdynamisch ist der Frontantrieb allerdings nicht die beste Wahl. Die Lenkung ist schwieriger, sandiger Grund oder feiner Schotter liefern wenig Grip.

Ein Mittelmotor ist in den meisten Fällen leistungsstärker als ein Motor im Vorder- oder Hinterrad. Hier sitzt der Antrieb direkt am Tretlager. Zudem bietet diese Variante einen komfortablen Schwerpunkt, der sich positiv auf das Fahrverhalten auswirkt. Noch dazu läuft der Antrieb über die Schaltung des Fahrrads. Das erhöht zwar den Verschleiß, ermöglicht aber auch das Fahren steiler Anstiege in den Bergen mit adäquater Unterstützung. Auch die Rutschgefahr ist deutlich geringer als mit einem Vorderradantrieb. Dafür ist der Einbau anspruchsvoll: Der Nutzer muss das komplette Tretlager austauschen, bei einigen Modellen sogar schweißen. Kostenseitig liegt diese Variante ab 400 Euro.

Bei einem Heckmotor kann man wie bei Frontmotoren die Motorbremse nutzen und so Energie zurückgewinnen. Er unterstützt beim Anfahren schneller als ein Frontmotor, hat aber einen schlechteren Schwerpunkt (Hinterrad) und ist beim Einbau komplizierter als etwa ein Vorderradmotor. Einen Heckantrieb gibt es ebenfalls ab 400 Euro.

Beispiele für Umrüst-Kits und deren Kosten:

  • ELFEI Mittelmotor Umbausatz: ca. 749€
  • Yose Power Umbausatz mit Heckantrieb (ohne Akku): ca. 219€ (zusätzlicher Akku ca. 200€)
  • Yose Power Umbausatz Frontmotor (ohne Akku): ca. 219€ (mit Akku ca. 429€)

Vor- und Nachteile eines E-Bike-Umbaus

Vorteile

  • Kostenersparnis: Der Preis für einen Umbausatz liegt deutlich unter dem eines neuen E-Bikes.
  • Flexibilität: Du kannst dein Fahrrad bei Bedarf wieder in den Originalzustand zurückversetzen.
  • Individualität: Dein Fahrrad bleibt einzigartig, und du kannst Komponenten nach Belieben austauschen oder upgraden.
  • Nachhaltigkeit: Durch die Nachrüstung eines bestehenden Fahrrads trägst du zur Nachhaltigkeit bei.
  • Wartungsfreundlichkeit: Offene Standards ermöglichen dir, Reparaturen selbst durchzuführen und Ersatzteile von verschiedenen Herstellern zu beziehen.

Nachteile

  • Komplexität der Installation: Der Umbau kann je nach technischem Know-how und handwerklichen Fähigkeiten eine Herausforderung darstellen und spezielles Werkzeug erfordern.
  • Garantieverlust: Die Garantie des Originalherstellers kann erlöschen, wenn du einen Nachrüstsatz installierst.
  • Gewichtsverteilung: Ein unsachgemäß installierter Motor oder Akku kann das Fahrverhalten des Fahrrads negativ beeinflussen.
  • Kompatibilitätsprobleme: Exotische Rahmenformen, spezielle Schaltungssysteme oder ungewöhnliche Bremsen können die Installation erschweren.
  • Rechtliche Aspekte: In vielen Ländern darf ein E-Bike, dessen Motorunterstützung 25 km/h überschreitet, nicht mehr als Fahrrad gelten und erfordert eine Zulassung sowie eine Versicherung.

Die Wahl des richtigen Motors

Es gibt drei Haupttypen von Motoren für die E-Bike Umrüstung:

  • Nabenmotoren: Diese werden entweder am Vorder- oder Hinterrad montiert. Sie sind in der Regel einfacher zu installieren, können aber die Gewichtsverteilung des Fahrrads beeinträchtigen.
  • Mittelmotoren: Diese werden am Tretlager montiert und bieten eine bessere Gewichtsverteilung sowie ein natürlicheres Fahrgefühl. Der Einbau ist jedoch aufwendiger.
  • Reibrollenantriebe: Diese sind weniger verbreitet und nutzen eine Rolle, die am Reifen reibt, um das Fahrrad anzutreiben.

Akku-Optionen und Reichweite

Der Akku ist ein wesentlicher Bestandteil eines jeden E-Bikes. Die Reichweite des Akkus hängt von seiner Kapazität (gemessen in Amperestunden, Ah) und der Motorleistung ab. Hier sind einige Beispiele:

  • 36V 15AH Akku: Geeignet für lange Distanzen.
  • 36V 18Ah Akku: Bietet noch mehr Reichweite.
  • 48V 20Ah E-Bike Akku: Ermöglicht sehr lange Fahrten ohne Unterbrechung.

E-Mountainbike Akkus: Reichweite und Energie am Berg

Neben der Motorleistung ist auch die Reichweite des Akkus für den Fahrspaß mit einem e-Mountainbikes entscheidend. Dabei kommt es hauptsächlich darauf an, für welchen Zweck die elektrische Unterstützung benötigt wird. Grundsätzlich verfügt der EBS Puma Umbausatz bzw. der EBS BergFex Umbausatz über ein hohes Drehmoment. Kombiniert mit dem richtigen Akku, kann das e-Mountainbike seine Kräfte in allen Anwendungsbereichen ideal entfalten.

Ein 250W Motor mit einem 36V 14Ah Pedelec Akku schafft eine Reichweite von bis zu 60km in hügeligem Gelände und bis zu 100km in der Ebene - genau das Richtige also für alle Tourenfahrer. Damit die Unterstützung nicht mitten auf der Strecke nachlässt, ist es wichtig zu wissen, welche Mindestreichweite der Akku bewältigen muss. Da e-Mountainbikes häufiger als andere Fahrradtypen Berg- und Waldwege befahren, steigt der Stromverbrauch deutlich an. Deswegen sollte immer eine etwas höhere Reichweite eingeplant werden, als tatsächlich benötigt wird.

Wer hauptsächlich nur die Shuttlebusse vermeiden und damit die Auffahrt erleichtern möchte, kann geringere Akkuleistungen einplanen. Ein 500W Motor mit einem 36V 10,35Ah Hi-Power Akku bringt die zusätzliche Power für den anstrengende Weg bergauf. Durch sein geringes Gewicht sorgt der Akku zudem dafür, dass das e-Mountainbike nicht zu schwer wird.

Wenn weder das Gewicht noch die Bauform eine Rolle spielen, kann das e-Mountainbike zu einem richtigen Zugpferd aufgerüstet werden: Mit unserem stärksten Hi-Power Akku mit 36V und 20,3Ah erhöht sich die Reichweite eines 500W Pumas auf bis zu 70 km.

Grundsätzlich gilt für alle Reichweitenangaben: Es handelt sich hierbei um unverbindliche Schätzwerte, errechnet auf Grundlage unserer Erfahrung. Die Werte hängen stark von den zu bewältigenden Höhenmetern, dem Fahrverhalten und dem Fahrrad ab.

E-Mountainbikes und ihre Rahmen

Einige Akkus können aufgrund der Rahmenbauform nicht am Mountainbike angebracht werden. Hierfür kann der Akku mit einem verlängerten Kabel auch im Rucksack transportiert werden. Diese Methode eignet sich vor allem für Downhill Fahrräder.

Übrigens: Ein besonderer Vorteil am Umbauen ist, dass Frauen ihr bisheriges Mountainbike auch weiterhin behalten können. Das Angebot von Damen MTBs hinkt dem der Herren noch hinterher. Gleiches gilt auch für die e-MTBs.

Zusätzliche Tipps und Überlegungen

  • Fahrradzustand: Das Fahrrad sollte in gutem Zustand sein, idealerweise nicht älter als fünf Jahre.
  • Bremsen: Achten Sie auf hochwertige Bremsen, vorzugsweise Scheibenbremsen, um die zusätzliche Leistung und das Gewicht des E-Bikes zu bewältigen.
  • Kompatibilität: Stellen Sie sicher, dass der Umbausatz mit Ihrem Fahrrad kompatibel ist, insbesondere hinsichtlich Rahmenform, Schaltung und Bremsen.
  • Professionelle Hilfe: Wenn Sie sich unsicher fühlen, ziehen Sie einen Fachmann hinzu, um den Umbau durchführen zu lassen.

E-Bike Umbausätze und ihre Eigenschaften

E-Bike Kits sind die Alleskönner unter den Umrüstungen. Ob für sportliche Fahrten oder alltägliche Pendelstrecken, es gibt für jeden Bedarf das passende Kit. Lass uns einen Blick auf die vielschichtigen Möglichkeiten werfen.

Maßgeschneiderte Kits für unterschiedlichen Radgrößen

  • Der E-Bike Hinterrad Conversion Kit für Scheibenbremsen garantiert beste Performance bei einfachster Installation.
  • Der E-Bike Umbausatz für 20 bis 29 Radgrößen bietet dir umfassende Flexibilität.
  • Für spezifische Bedürfnisse ist der E-Bike Conversion Kit für 22-29 Fahrräder die passende Wahl in jedem Fall.

Komfort und Spitzenleistung mit SHIMOST

Der SHIMOST 26 Zoll E-Bike Umbausatz ist optimal für Stadtfahrten. Schneller Umbau und sofortiger Fahrspaß sind garantiert.

Tabelle: Vergleich verschiedener E-Bike Umbausätze

Umbausatz Motor Akkuspannung Akkukapazität Besonderheiten
EBS Puma V2 250W 36V 14Ah Hohes Drehmoment, ideal für lange Touren
EBS BergFex 500W 36V 10.35Ah Mehr Leistung für steile Anstiege
Maxon BIKEDRIVE Variabel Variabel Variabel Turbo Funktion, Gasgriff

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