Mountainbike Frauen Weltcup: Geschichte und Ergebnisse

Die kanadischen Downhill-Profis haben beim zweiten Lauf des UCI Downhill World Cups in Loudenvielle - Peyragudes (Frankreich) für Furore gesorgt. Fahrer aus allen Teilen der Welt haben auf herausfordernden Strecken in ganz Europa gegeneinander gekämpft, dabei die Grenzen ihrer selbst und ihrer Ausrüstung überschritten, das immense Potenzial des Sports unter Beweis gestellt und ein bleibendes Erbe voller Spannung und Leidenschaft hinterlassen.

Hemstreet schreibt Geschichte

Gracey Hemstreet zeigte auf der technisch anspruchsvollen Strecke in den französischen Pyrenäen eine beeindruckende Leistung. Trotz eines Rückstands von drei Sekunden im oberen Streckenabschnitt kämpfte sich die Kanadierin im technischen Waldstück zurück und sicherte sich mit einer Zeit von 3:39,1 Minuten den Sieg. Damit ist Hemstreet die erste kanadische Fahrerin, die ein Elite-Rennen im UCI Downhill World Cup gewinnen konnte. Die amtierende Weltmeisterin Valentina Höll (YT Mob) belegte den zweiten Platz, gefolgt von der Gesamtweltcup-Führenden Tahnee Seagrave (Orbea/FMD Racing) auf Rang drei.

Die Strecke in Loudenvielle forderte zahlreiche Opfer. Viele Favoritinnen wie Marine Cabirou (Canyon CLLCTV Factory Team) und Nina Hoffmann (Santa Cruz Syndicate) stürzten und mussten ihre Hoffnungen auf einen Podiumsplatz begraben. Hemstreet hingegen zeigte eine fehlerfreie Fahrt und nutzte ihre technischen Fähigkeiten optimal aus. Nach ihrem Sieg zeigte sich die Kanadierin überwältigt: "Ich kann es nicht glauben. Das ist ein Traum, der endlich wahr geworden ist. Ich habe einfach versucht, so schnell wie möglich zu fahren und war in den schwierigen Passagen vorsichtig, aber sonst voll auf Angriff."

Goldstones Comeback nach Verletzungspause

Im Männer-Rennen feierte Jackson Goldstone ein beeindruckendes Comeback. Der 21-jährige Kanadier hatte die gesamte Saison 2024 aufgrund eines Kreuzbandrisses und einer Verletzung des Innenbandes verpasst. In Loudenvielle zeigte er, dass er nichts von seiner Klasse eingebüßt hat. Goldstone meisterte den windigen oberen Streckenabschnitt souverän und fand im Waldstück neue Linien, die ihm einen entscheidenden Vorteil verschafften. Mit einer Zeit von 3:13,1 Minuten war er fast drei Sekunden schneller als der zweitplatzierte Amaury Pierron (Commencal/Muc-Off by Riding Addiction).

Die französischen Fans hofften bis zum Schluss auf einen Heimsieg, doch keiner der vier französischen Fahrer unter den letzten fünf Startern konnte Goldstones Zeit unterbieten. Der amtierende Weltmeister Loris Vergier (Commencal/Muc-Off by Riding Addiction) hatte einen kontrollierten Lauf, landete am Ende aber nur auf dem siebten Platz. Der Gesamtweltcupsieger des Vorjahres, Loïc Bruni (Specialized Gravity), zeigte im oberen Streckenabschnitt eine starke Leistung, verlor aber nach einem Fahrfehler Zeit und musste sich mit dem 15. Platz zufriedengeben.

Goldstone zeigte sich nach seinem Sieg überglücklich: "Es fühlt sich großartig an, wieder zurück zu sein. Ich kann nicht glauben, dass ich gewonnen habe. Ich mochte die Strecke wirklich und habe in den letzten beiden Sektoren alles gegeben. Ich war aus irgendeinem Grund überhaupt nicht nervös und hatte einfach Spaß. Amaury hat mich mit seiner starken Fahrt zittern lassen, aber die letzten beiden Splits haben mir wirklich geholfen. Ich bin überglücklich, dass ich es geschafft habe."

Juniorenrennen mit Überraschungen

In den Juniorenrennen gab es ebenfalls spannende Wettkämpfe. Bei den Männern setzte sich der Amerikaner Bode Burke (Commencal Schwalbe by Les Orres) durch. Burke, der in der Qualifikation nur im Mittelfeld gelandet war, zeigte im Finale eine beeindruckende Leistung und sicherte sich mit einer Zeit von 3:16,6 Minuten den Sieg. Der Neuseeländer Tyler Waite (Yeti/Fox Factory Race Team) wurde Zweiter, gefolgt von Max Alran (Commencal-Muc-off by Riding Addiction) auf dem dritten Platz.

Im Juniorinnen-Rennen dominierte die Österreicherin Lina Frener (Norco Race Division). Sie fuhr in drei von vier Sektoren die Bestzeit und siegte mit einem Vorsprung von sieben Sekunden. Die Qualifikationsschnellste Eliana Hulsebosch (Santa Cruz Syndicate) stürzte im Finale und musste sich mit dem fünften Platz begnügen. Rosa Zierl (Cube Factory Racing) komplettierte als Zweite den österreichischen Doppelerfolg, während die US-Amerikanerin Matilda Melton (Commencal Schwalbe by Les Orres) den dritten Platz belegte.

Ergebnisse der Rennen in Loudenvielle

Die Ergebnisse der Rennen in Loudenvielle im Überblick:

Elite Männer Ergebnisse

  1. Jackson Goldstone (CAN): 3:13,1 Minuten
  2. Amaury Pierron (FRA)
  3. Jordan Williams (GBR)

Elite Frauen Ergebnisse

  1. Gracey Hemstreet (CAN): 3:39,1 Minuten
  2. Valentina Höll (AUT)
  3. Tahnee Seagrave (GBR)

Junior Männer Ergebnisse

  1. Bode Burke (USA): 3:16,6 Minuten
  2. Tyler Waite (NZL)
  3. Max Alran (FRA)

Junior Frauen Ergebnisse

  1. Lina Frener (AUT): 3:50,2 Minuten
  2. Rosa Zierl (AUT)
  3. Matilda Melton (USA)

Ausblick auf die nächsten Rennen

Nach den spannenden Wettkämpfen in Loudenvielle richtet sich der Blick bereits auf das nächste Event. Vom 6. bis 8. Juni treffen sich Gravity- und Ausdauer-Spezialisten in Saalfelden Leogang (Österreich) zum nächsten Lauf der Whoop UCI Mountain Bike World Series.

11. Saalfelden Leogang - Salzburgerland war am vergangenen Wochenende Schauplatz eines Weltcup-Wochenendes, das für das CUBE Team in die Geschichtsbücher eingeht. Der emotionale Höhepunkt: Ondřej Cink holt mit 34 Jahren seinen ersten Weltcupsieg in der Elite-Kategorie des XCO. Mit 18 Sekunden Vorsprung und sichtlicher Rührung überquerte Cink die Ziellinie. Erster Elite-Weltcupsieg für CUBE. Erster Sieg überhaupt für das CUBE Factory Racing XC Team.

Zwei Rennen, zwei Siege - das Wochenende von Finn Treudler war nicht minder spektakulär. „Das Double zu holen ist etwas ganz Besonderes. Gänsehautmomente auch im Downhill: Rosa Zierl, die junge Österreicherin, feierte auf heimischem Terrain ihren allerersten Weltcupsieg bei den Juniorinnen. Simona Kuchynkova überzeugte mit einem 2. Platz in der Elite, ihr erstes Weltcup-Podium überhaupt. Auf sechs anspruchsvollen Stages trotzte sie dem Wetter und fuhr konstant starke Zeiten. Zakarias Johansen komplettierte das starke Ergebnis mit einem 6. Teammanager Claus Wachsmann: „Auch unter extremen Bedingungen können wir uns voll auf das CUBE Stereo ONE77 verlassen.

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