Mountainbike für Mädchen: Tipps zum Kauf

Die Wahl des richtigen Mountainbikes für Mädchen kann eine Herausforderung sein. Hier sind einige Tipps, die Ihnen bei der Auswahl helfen:

Die richtige Größe finden

Die Laufradgröße ist die erste und wichtigste Größe, auf die Eltern beim Kauf des Kinderfahrrads schauen sollten. Das Spektrum beim Laufrad und Kinder-MTB reicht von 12 bis 29 Zoll. Bei sportlicher Nutzung sollte man immer möglichst große Laufräder anstreben.

Ganz besonders, wenn es abwärts geht oder über Hindernisse. Auf Alltagsrädern, die meist ein bis zwei Klassen kleinere Laufräder haben als Sportgeräte, fahren Kinder wesentlich unsicherer als auf klein geschrumpften Bikes nach dem 29er-Prinzip. Das Limit ist die Sattelposition. Das Hinterrad muss noch unter dem Sitz durchpassen.

Daraus ergibt sich eine Mindest-Sattelhöhe, die sich auch als Schrittlänge ausdrücken lässt. Die Tabelle gibt eine Orientierung, ab wann welche Laufradgröße frühestens möglich ist. Der Einfachheit halber wird oft auch eine Körpergröße zur Orientierung angegeben. Im Zweifel bringt Probesitzen Gewissheit.

Jugendfahrräder schließen die Lücke zwischen Kinderfahrrädern und Erwachsenenmodellen. Ab einer Laufradgröße von 24 Zoll spricht man meistens von einem Jugendfahrrad und nicht mehr von einem Kinderfahrrad.

Hierbei ist die Körpergröße allerdings lediglich eine Orientierung, welche Laufradgröße in Frage kommt. Entscheidend ist auch hier die tatsächliche Schrittlänge. Das Kind sollte mit den Fußspitzen den Boden berühren können, wenn der Sattel auf minimale Höhe eingestellt ist. Eventuell macht es Sinn, die Schrittlänge einfach einmal selbst auszumessen.

Denn im Gegensatz zu Kleidung, in die Kinder ja noch hineinwachsen sollen, ist ein zu großes Fahrrad nicht nur unpraktisch, sondern auch gefährlich. Das Kind kann schnell die Kontrolle über sein unpassendes Fahrrad verlieren und dabei in brenzlige Situationen geraten. Neben der Größe des neuen Fahrrads ist auch das Gewicht nicht unwichtig. Denn je leichter das Bike ist, desto einfacher ist es zu handeln.

Wichtiger als die Rahmengröße, die nicht eindeutig definiert ist, ist die Mindestsitzhöhe, die ein Rad erfordert. Das ist der Abstand Tretlagermitte zu Satteloberkante. Mit der Schrittlänge - Buch in den Schritt pressen und Abstand zum Boden messen - gibt es eine gute Orientierung zur Sitzhöhe: Schrittlänge mal 0,885 ist eine Annäherung der Sitzhöhe.

Falls nicht angegeben, hilft die Sitzrohrlänge. Sitzrohrlänge plus acht Zentimeter für Sattelstützenkopf und Sattelhöhe sind näherungsweise die Mindestsitzhöhe - sofern nicht der hintere Reifen im Weg ist oder das Oberrohr. Die Schrittfreiheit beim Stehen über dem Rahmen kann man sich auch anschauen, ist in der Praxis aber nicht so wichtig.

Tabelle zur Orientierung der Laufradgröße

Alter Körpergröße (ungefähr) Laufradgröße
Ab 3 Jahren - 16 Zoll
5-8 Jahre 115-130 cm 20 Zoll
Ab 9 Jahren 134-140 cm 24 Zoll
Ab 10 Jahren Ab 145 cm 26/29 Zoll

Wichtige Ausstattungsmerkmale

Beim Kinderfahrrad in 20 Zoll werden Komponenten wie Schaltung, Scheibenbremsen und Federgabeln spannend. 20 Zoll ist die erste Kinderfahrrad-Größe, bei der es Mountainbike-Modelle mit Federgabel gibt.

Allerdings raten wir von Federgabeln bei 20 Zoll Bikes ab! Breite Reifen mit wenig Luftdruck bieten genug Dämpfung für Kinder-Bikes, deren Fahrer meist 18-25 Kilogramm wiegen. Nur wenn das Kinder-Mountainbike im schweren Gelände und meist auf Trails gefahren wird, macht eine Federgabel Sinn. Allerdings nur eine gute Federgabel, die das 20 Zoll Mountainbike dann aber 1000 Euro und mehr kosten lässt. Im 20 Zoll Bereich sollte man bewusst auf eine Federgabel verzichten.

Bei 20 Zoll Bikes kommen Kinder erstmals mit einer Schaltung in Kontakt. Das erhöht den Aktionsradius des Nachwuchses. Wichtig dabein ist, dass die Schaltung, wie hier beim Supurb Bo20 nur einen Schalthebel hat. Im 20 Zoll Segment gibt es fast kein Kinderfahrrad mehr ohne Gangschaltung.

Wichtiger als die Anzahl der Gänge der Kettenschaltung (meist sind es 7-10 Gänge) ist die Übersetzungsbandbreite der Antriebs. Da bei 20 Zoll Bikes meist Kurbeln mit einem Ketteblatt verbaut sind, sorgt eine möglichst breit abgestufte Kassette für eine große Bandbreite. Wir empfehlen bei 20 Zoll eine Bandbreite von mindestens 290 %, eine Gangspreizung von über 350 % ist sehr gut.

Außerdem muss die Kurbellänge zur Körpergröße passen. Bei 20 Zoll Kinderfahrrädern empfehlen wir maximal 140 Millimeter lange Kurbeln - besser noch kürzer. Alles über 140 Millimeter macht die Tretbewegung unangenehm für die Kinder.

Das Supurb BO20 ist ein Kindermountainbike der Extraklasse. Ein gutes 20 Zoll Kinderfahrrad hat keine Federgabel, eine Kettenschaltung mit mindestens 290 % Übersetzungsbandbreite und kurze Kurbeln. Da nur leichte 20-Zöller für Mädchen und Jungen viel Fahrspaß bieten, fährst du mit aufs das Wesentliche reduzierten Kinder-Mountainbikes am besten.

Bei den Bremsen am 20 Zoll-Mountainbike gilt: Je sportlicher Kinderbikes genutzt werden, desto eher machen hydraulische Scheibenbremsen Sinn. Soll das Rad günstiger und leichter sein, kannst du auch zu Felgenbremsen (V-Brakes) greifen. Derselbe Grundsatz gilt für die Reifen: Je sportlicher und im mehr Gelände gefahren wird, desto breiter und ein gröberes Profil sollten sie beim 20 Zoll-MTB haben.

Spezielle Aspekte bei Mädchen-Mountainbikes

Die entscheidende Frage, ob ein spezielles Frauen-Mountainbike notwendig ist, lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Um diese Frage zu klären, ist es wichtig, die anatomischen Unterschiede zwischen Frauen und Männern zu betrachten:

  • Frauen haben oft eine kleinere Körpergröße, was die Wahl eines kleineren Rahmens erforderlich machen kann.
  • Der breitere Sitzknochenabstand bei Frauen beeinflusst die Position des Schambeins, was wiederum für die Auswahl des passenden Sattels ausschlaggebend ist.
  • Der im Vergleich zu Männern oft kürzere Oberkörper spielt eine wichtige Rolle, da sich dadurch die Kraftverteilung beim Fahren verändert.

Aufgrund der meist geringeren Körpergröße und anderen Proportionen ist das Oberrohr bei Frauen-Mountainbikes oft kürzer als bei Unisex-Modellen. Diese Anpassung ermöglicht eine kompaktere und bequemere Haltung auf dem Bike, insbesondere für kleinere Personen.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Überstandshöhe, die sich auf den Abstand zwischen Oberrohr und Schrittlänge bezieht. Eine korrekt bemessene Überstandshöhe ist entscheidend für Sicherheit und Komfort, besonders beim Mountainbiking, wo eine größere Überstandshöhe von etwa 10 cm empfohlen wird.

Frauen sollten einen Sattel wählen, der auf ihre anatomischen Besonderheiten abgestimmt ist, um Druck im Sitzbereich zu reduzieren. Spezielle Damenpolster in Kombination mit gut gepolsterten Radhosen können den Komfort deutlich steigern.

Schmälere Schultern und kürzere Arme erfordern kürzere Lenkstangen und schmalere Griffe für einen optimalen Grip. Ein angepasster Vorbau verbessert zusätzlich die Haltung und trägt zu einer aufrechteren Position bei.

Selbstverständlich können Frauen Herren-Mountainbikes nutzen, vorausgesetzt, die Geometrie des Fahrrads entspricht ihren Bedürfnissen. Es ist wichtig, die Rahmendaten sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls mit denen eines Damen-Mountainbikes zu vergleichen, um eine bessere Vorstellung von der Passform zu bekommen. Die kritischsten Aspekte sind in der Regel der Sattel und die Lenkerbreite, doch beide lassen sich bei Bedarf relativ einfach austauschen oder anpassen.

Preis und Empfehlungen

Bereits wer weniger als 500 Euro investiert, bekommt einige sehr gute, leichte 20 Zoll Kinder-Bikes. Die besten Modelle für Mädchen und Jungen in der 20-Zoll-Liga bauen Kinderfahrrad-Spezialisten wie Trek, Eightshot oder Cube.

Nimmt man für ein Kinder-Mountainbike bis zu 700 Euro in die Hand, bekommt man schon richtige Geländeflitzer mit Scheibenbremsen, breiten Stollenreifen und guten Schaltungen. Etwa 1000 Euro muss man für gute 20 Zoll Kinder Mountainbikes mit Federgabel - z.B. das Supurb BO20, Propain Dreckspatz oder V-Pace Max20 - investieren.

Wer für ein 20 Zoll Kinderfahrrad nicht zu viel ausgeben will, sollte sich nach einem Kinder-Mountainbike mit Starrgabel und Felgenbremsen umschauen. Hier gibt es schon unter 500 Euro gute, leichte Modelle mit kurzen Kurbeln, die fast jeden Ausflug ins Gelände mitmachen.

Denken Sie daran: Kauft Euren Kids ordentliche Kinder-MTBs! So leicht wie möglich, mit großen Laufrädern und kurzen Kurbeln. Dann stehen die Chancen gut, dass Kinder und Eltern gemeinsam Spaß haben!

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