E-Mountainbike Grün Schwarz Test: Ein umfassender Überblick

E-Mountainbikes erfreuen sich großer Beliebtheit, was die Verkaufszahlen aus dem Jahr 2024 des Zweirad-Industrie-Verbands belegen. Ihr Verkaufsanteil liegt bei über 40 Prozent, was sie zur führenden E-Bike-Kategorie macht. Die robusten Räder kombinieren sportliche Geländetauglichkeit mit kraftvoller Motorunterstützung und bieten Fahrspaß auf jedem Terrain. Egal ob steile Trails, Schotterwege oder der Alltag in der Stadt: Moderne E-MTBs sind vielseitige Allrounder.

Günstige E-Mountainbikes im Test

Auch im Stadtverkehr zahlt sich die robuste Verarbeitung aus. So muss man bei einem E-MTB meist keine Bedenken haben, dass beim flotten Bordsteinfahren etwas kaputtgeht. Das Problem: Sie sind normalerweise im Vergleich zu Citybikes teurer und zudem häufig ausverkauft.

Eleglide M2: Der Testsieger

Eleglide hat es wieder einmal geschafft: Mit dem M2 zeigen sie ein E-MTB, das in dieser Preisklasse ungewöhnliche Features wie hydraulische Scheibenbremsen, einen starken Motor sowie einen großzügigen Akku bietet. Hydraulische Bremsen, stärkerer Motor, größerer Akku und eine sanfte Federung: Das E-MTB Eleglide M2 bessert an vielen Stellen nach und kostet dennoch weniger als viele andere E-Bikes. Wir haben es im Testbericht.

Vorteile des Eleglide M2:

  • Tolles Gesamtpaket trotz geringen Preises
  • Großer Akku, starker Motor, 24-Gang-Schaltung
  • Hydraulische Bremsen, gute Federung

Nachteile des Eleglide M2:

  • Motor reagiert verzögert
  • Kein Hecklicht, kein Schutzblech
  • Kabelmanagement

Das Eleglide M1 wurde vor etwa zwei Jahren vorgestellt. Seitdem hat Eleglide das E-Bike stetig verbessert. So wurde unter anderem der Fahrradcomputer besser, die Reifen größer und die Federung sanfter. Das Eleglide M1 Plus Gen 2 ist die aktuelle Integration des E-MTBs. Das uns nun vorliegende Eleglide M2 schraubt an vielen Details und ist dennoch kaum teurer geworden. Wir schauen es uns hier im Testbericht ganz genau an.

Aufbau & Optik des Eleglide M2

Das Eleglide M2 kommt zum großen Teil vormontiert in einem dicken Karton zu uns. Der Aufbau sollte von jedem mit technischem Grundverständnis zu bewerkstelligen sein. Trotzdem gibt es hier mehr zu schrauben als etwa bei Fiido C21 (Testbericht). Vorderrad, Sattelstütze und Lenker einsetzen, Frontlicht und Schutzbügel für die Gangschaltung anschrauben, Reflektoren montieren, Pedale einsetzen, alle Schrauben nachziehen und aufpumpen - nach einer knappen Stunde ist das Eleglide M2 fahrbereit. Gut: Die hydraulischen Scheibenbremsen schleifen nicht. Das Styropor im Karton soll dafür sorgen, dass es zu keinen Transportschäden kommt. Allerdings verteilt es beim Herausnehmen des E-Bikes viele kleine Brösel. Was wir vermissen, sind Schutzbleche. Wer so über nasse Straßen fährt, wird zwangsläufig vollgespritzt. Ab 10 Euro sollte man sich etwa über Amazon (Kauflink) entsprechende Schutzbleche nachkaufen. Das Eleglide M2 hat eine IPX4-Zertifizierung gegen Spritzwasser.

Optisch gefällt uns das 22 Kilogramm schwere Pedelec gut. Es wirkt dank dicker Reifen und sportlicher Geometrie, die sich auch für größere Fahrer eignet, vergleichsweise schick und hochwertig. Trotzdem hat uns der gelb-grüne Aufdruck auf dem Eleglide M1 noch etwa mehr angesprochen als das in Rot gehaltene Logo auf dem M2. Wie beim M1 ist auch beim neuen Modell das Kabelmanagement weniger gut gelöst. Vor dem Lenker sammeln sich zu viele über Spiralbinder gebündelte Kabel, die überwiegend am Rahmen entlang zu ihrer Destination führen. So ist es im Zweifelsfall zwar besser reparierbar, sieht aber unaufgeräumt aus.

Display und weitere Ausstattung

An der linken Seite des Lenkers sitzt das hintergrundbeleuchtete Display mit vier Tastern, welches sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch ablesen lässt. Das Display zeigt die aktuelle Geschwindigkeit mit einer Nachkommastelle, die gewählte Unterstützungsstufe, die Akkuladung in fünf Balken und die gefahrenen Kilometer an. Der untere Taster steuert das ausreichend helle Frontlicht. Ein Hecklicht gibt es nicht und muss nachgekauft werden. Außerdem aktiviert der Fahrradcomputer auf Wunsch einen Gehmodus, der das Fahrrad auf 6 Kilometer pro Stunde auch ohne Tritt in die Pedale "anschiebt". Auf der rechten Seite des Lenkers befindet sich eine kleine Klingel. Die Griffe sind angenehm gummiert. Eleglide legt dem M2 Ersatzgriffe bei. Die Installation sollte man in Deutschland allerdings tunlichst vermeiden, denn sie rüsten einen Gasgriff nach, der so hierzulande nicht erlaubt ist.

Was schon die M1-Serie auszeichnete, hat zum Glück auch den Sprung auf das M2 geschafft: die 24-Gang-Schaltung mit Shimano-Schaltwerk. Sie gewährt im niedrigsten Gang eine derart tiefe Übersetzung, dass selbst steile Anstiege kein Problem darstellen. Im höchsten Gang sorgt sie dafür, dass man auch bei 25 Kilometer pro Stunde noch gemütlich mitpedalieren kann. Diese Gangschaltung ist im Bereich der günstigen China-E-Bikes ein echtes Novum. Die meisten anderen haben eine 7-Gang-Schaltung mit unpassender Übersetzung.

Bremsen und Fahrgefühl

Das Eleglide M2 bietet statt der sonst bei E-MTBs unter 1000 Euro üblichen mechanischen Scheibenbremsen sogar hydraulische Scheibenbremsen. Sie bieten im Vergleich zu mechanischen Scheibenbremsen höhere Bremskraft und präzisere Dosierbarkeit. Zudem benötigen sie weniger Handkraft, justieren sich selbstständig und bremsen in nasser Umgebung besser. Nachteil: Sie sind im schwerer zu reparieren, hier ist Fachwissen und spezielles Werkzeug erforderlich. Im Bremstest erreicht das Eleglide M2 die volle Punktzahl. Wir empfehlen dennoch dringend das Tragen eines Helmes.

Der 250-Watt-Motor am Hinterrad des Eleglide M2 mit einer Nennspannung von 36 Volt ist ausgesprochen stark. Er erreicht in der Spitze 570 Watt und bietet ein Ausgangsdrehmoment von 55 Newtonmeter. Das ist mehr als noch beim Eleglide M1. So beschleunigt der Motor auch schwerere Fahrer bis zu den zugelassenen 120 Kilogramm problemlos moderate - dank der guten Gangschaltung auch heftige - Steigungen hinauf.

Wie schon beim M1 benötigt der Motor auch beim M2 beim Pedalieren etwa eine halbe Umdrehung, damit er loslegt. Etwa genauso lange läuft er nach, kann jedoch über das Betätigen der Bremse sofort gestoppt werden. Schade, dass Eleglide hier keinen besseren Drehmomentsensor einbaut. Man sieht etwa beim sehr guten Fiido C21, was für einen großen Unterschied das für das Fahrgefühl bedeutet. So regulieren diese eben nicht die Kraft des Motors wie beim Mittelmotor-E-Bike Magmove CEH55M (Testbericht), sondern die Endgeschwindigkeit. Stufe 1 unterstützt bis 12 Kilometer pro Stunde, Stufe 5 bis zu den maximal erlaubten 25 Kilometer pro Stunde.

Insgesamt zeigt sich das Eleglide M2 beim Fahren wendig und vermittelt ein gutes Fahrgefühl. Das liegt auch an der nun deutlich besseren hydraulischen Frontgabelfederung, die auf Wunsch fixiert werden kann. Aber auch die Reifen von Kenda auf den 27,5-Zoll-Rädern haben ihren Anteil. Sie greifen etwa bei Matsch besser als noch die Reifen des Eleglide M1.

Akku und Preis

Der Akku sitzt deutlich sichtbar auf dem Rahmen des Eleglide M2. Über einen Schlüssel kann er entnommen werden, um ihn etwa in der Wohnung zu laden, während das Fahrrad im Keller bleibt. Seine Kapazität ist zum Eleglide M1 von 450 Wattstunden auf stolze 540 Wattstunden gestiegen. Das ist im Vergleich zu anderen E-Bikes richtig viel und in dieser Preiskategorie kaum zu sehen. Eleglide spricht unter Idealbedingungen von einer erreichbaren Maximalreichweite von 125 Kilometern. Bei einem Fahrergewicht von 80 Kilogramm, viel Stopp-&-Go und Motorunterstützung, überwiegend flachem Untergrund und warmen Wetter gehen wir von 50 bis 60 Kilometern aus, bis der Akku leer ist. Nachgeladen wird er über das mitgelieferte Netzteil. Eleglide spricht von einer Ladezeit von zehn Stunden.

Geekmaxi will für das Eleglide M2 799 Euro. Wenn auch nicht so gut wie das M2, könnte sich für Sparfüchse auch das Eleglide M1 Plus Gen 2 lohnen. Es kostet im Abverkauf 699 Euro.

Telefunken Aufsteiger M925: Mittelmotor-Alternative

Das Telefunken Aufsteiger M925 bietet solide Ausstattung und gute Verarbeitung für einen günstigen Preis. Trotz einer etwas geringen Reichweite überzeugt es mit Mittelmotor, hydraulischen Scheibenbremsen und hochwertigen Schwalbe-Reifen.

Vorteile des Telefunken Aufsteiger M925:

  • Starker Mittelmotor
  • Gute hydraulische Scheibenbremsen
  • Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Schickes Design

Nachteile des Telefunken Aufsteiger M925:

  • Schweißnähte bisweilen optisch unschön

Das Telefunken Aufsteiger M925 ist ein E-Bike mit einem starken 80-Nm-Mittelmotor für knapp 1100 Euro. Das kann ja nichts sein, oder? Wir verraten im Test, was das E-Mountainbike taugt. Erstaunlicherweise zeigt sich im Test des Telefunken Aufsteiger M925 schnell, dass auch so ein günstiges E-Bike durchaus seine Reize hat. Das Rad ist ein Hardtail-E-Mountainbike mit einem leistungsstarken 250-Watt-Mittelmotor und einer 8-Gang-Kettenschaltung. Aktuell wird das Telefunken Aufsteiger M925 in zwei Farbmodellen angeboten: In Graphit/Grau und in Blau. Zudem ist das Bike in 27,5 Zoll und 29 Zoll verfügbar.

Im Test gefallen uns neben dem starken 250-W-Mittelmotor mit 80 Nm besonders die hydraulischen Scheibenbremsen. Hinzu kommt die Bereifung vom Markenhersteller. Dass das alles zu einem Preis von nur 1099 Euro (zum Testzeitpunkt) zu haben ist, ist kaum zu glauben - irgendwo muss doch ein Haken sein?

Aufbau, Design und Verarbeitung

Der Aufbau des Telefunken Aufsteiger M925 ist einfach, da das Fahrrad bei Lieferung bereits zum Großteil montiert ist. Also einfach das Bike aus dem Karton nehmen, Lenker gerade stellen und die Pedalen anbauen. Wir empfehlen trotz der vollständigen Montage die Schrauben vor der ersten Fahrt noch mal nachzuziehen. Im Lieferumfang sind hierfür keine Werkzeuge enthalten.

Optisch sieht das Telefunken Aufsteiger M925 durch den sportlich-modernen Trapezrahmen und der mattblauen Lackierung hochwertig aus. Ein kleiner, dezenter Schriftzug des Herstellers ziert den eher filigranen Rahmen. Durch das clevere Design wird der Akku Bestandteil des Rahmens, was das Bike zusätzlich eleganter aussehen lässt. Das Fahrrad hat in der Ausführung von 27,5 Zoll eine Gesamtgröße von 179 cm x 68 cm x 109 cm (L x B x H) und ein Gewicht von 24 kg. Positiv fällt uns das Kabelmanagement am Lenker auf. Hier sind die Kabel durch Spiralschläuche miteinander verbunden, was den Lenker cleaner aussehen lässt. Die Schweißnähte sind leider nicht alle sauber verarbeitet. Sie erfüllen ihren Zweck, sind aber nicht immer schön anzusehen. Viele Komponenten, etwa Bremsen und Schaltung, sind von Hersteller Shimano...

Weitere empfehlenswerte E-Mountainbikes im Test

Neben den bereits genannten Modellen gibt es weitere E-Mountainbikes, die im Test überzeugen konnten:

Canyon Grand Canyon:ON 8 (Testsieger)

Das Grand Canyon:ON 8 von Canyon richtet sich an alle, die sportlich im Gelände unterwegs sein wollen. Dafür ist es auf das wesentlichste reduziert: kein Display, kein Ständer, keine Klingel. Der Motor der Bosch Performance Line (85 Nm) sorgt für gleichmäßige Unterstützung. In Tests bei 6 % Steigung erreichte das Grand Canyon:ON 8 laut Qima 22,7 km/h, mit einem Unterstützungsfaktor von 3,6. Die Kombination aus breiten Reifen und 120 mm Federweg sorgt für Komfort, auch auf rauem Untergrund. Auf Asphalt gleitet das Bike weich dahin. Die XT-Schaltung von Shimano (1×12) schaltet exakt.

Vorteile des Canyon Grand Canyon:ON 8:

  • Sehr angenehmes Fahrgefühl auf allen Untergründen
  • Kraftvolle und gleichmäßige Unterstützung

Imtest Ergebnis: gut 1,9

Decathlon Rockrider Hardtail 29 Zoll E-Expl 700 (Preis-Leistungs-Sieger)

Der Preis-Leistungs-Sieger von Decathlon überzeugt nicht nur aufgrund seines Preises von 2.599 Euro, sondern durch seinen hohen Fahrkomfort. Wie Canyon, HoheAcht und Hepha fährt auch das E-Expl 700 auf 61 Millimeter breiten 29-Zoll-Reifen - laufruhig auf jedem Untergrund. Die 130-Millimeter-Federgabel glättet Unebenheiten spürbar. Die absenkbare Sattelstütze hilft im Gelände und im Stadtverkehr - etwa beim Ampelstopp. Der Sattel ist bequem, der Lenker dagegen wie beim Hepha etwas breit. Der Brose-Motor liefert mit 70 Newtonmetern weniger Drehmoment als andere Modelle. Antritt und Unterstützung wirken im Vergleich schwächer. Auch der Lauf ist weniger gleichmäßig - gelegentlich spürt man ein Nachziehen. Mit 541 Wattstunden fällt die Akkukapazität eher gering aus.

Vorteile des Decathlon Rockrider Hardtail 29 Zoll E-Expl 700:

  • Viel Fahrspaß zu niedrigem Preis
  • Hohe Laufruhe

Nachteile des Decathlon Rockrider Hardtail 29 Zoll E-Expl 700:

  • Vergleichsweise mit einem nicht so starken Motor ausgestattet
  • Geringste Reichweite im Test

Imtest Ergebnis: gut 2,5

Stevens E-Juke (2. Generation)

Das Stevens E-Juke unterscheidet sich rein optisch deutlich von allen anderen Testkandidaten, da es als einziges mit sogenannter Vollausstattung samt Fernlicht sowie etwas kleinere 28-Z0ll-Reifen kommt. Der Fahrer sitzt aufrechter als beim Modell von Canyon. Sattel und Griffe sind bequem. Das 2-Zoll-Farbdisplay Kiox 300 zeigt klar Fahrdaten und Navigation.

Vorteile des Stevens E-Juke:

  • Zwei-höchste Reichweite unter allen Testkandidaten
  • Dank Vollausstattung als Alltags-, Pendel- und Reiserad gut geeignet

Nachteile des Stevens E-Juke:

  • Schwerstes und teuerstes E-Bike im Test

Imtest Ergebnis: gut 2,2

Hepha Mountain 7 Ultra

Hepha verbaut den stärksten Motor im Test: 100 Newtonmeter Drehmoment. Kombiniert mit einem Akku von 804 Wattstunden erreichte das Mountain 7 Ultra im Reichweitentest 111,5 Kilometer - Bestwert im Vergleich. Auch in der Bergfahrt-Simulation überzeugte das Rad. Allerdings war stets ein lautes Surren zu hören. Beim Komfort muss man Abstriche machen: Der breite Lenker belastete bei längeren Touren die Handgelenke, der Sattel wirkte hart. Als einziges Rad im Test besitzt das Hepha keine absenkbare Sattelstütze - ein Nachteil im Gelände.

Vorteile des Hepha Mountain 7 Ultra:

  • Sehr hohe Laufruhe
  • Mit 111,5 km höchste Reichweite im Test

Nachteile des Hepha Mountain 7 Ultra:

  • Vergleichsweise nicht ganz so hoher Fahrkomfort
  • Laute Fahrgeräusche als ständiger Begleiter

Imtest Ergebnis: gut 2,3

HoheAcht SentoMonto

Auffällig ist die Lackierung in Rosenkäfer-Optik des SentoMonto: je nach Licht schimmert das Rad grünlich oder violett-braun. Unter der Hülle arbeitet ein Shimano EP801-Mittelmotor mit 85 Newtonmeter Drehmoment. Der Antrieb unterstützt gleichmäßig und kraftvoll. Dennoch überzeugt das E-Mountainbike beim Fahrkomfort: Die ergonomisch geformten Griffe mit Noppenstruktur entlasten die Hände spürbar. Der Sitz ist bequem, die Sitzhaltung ausgeglichen. Diese arbeitet präzise und direkt - vergleichbar mit der Shimano XT. Die Federung glättet Unebenheiten souverän. Das Rad fährt stabil und agil zugleich.

Vorteile des HoheAcht SentoMonto:

  • Leichtestes E-Bike im Test
  • Sportlicher Antritt in allen Unterstützungsstufen

Nachteile des HoheAcht SentoMonto:

  • Etwas niedrige Reichweite
  • Etwas niedrige Akkukapazität

Imtest Ergebnis: befriedigend 2,6

Testergebnisse im Detail

IMTEST testet ausführlich Ausstattung, Reichweite und Motorunterstützung, Fahrgefühl und Bremsen, um die E-Bikes objektiv vergleichbar zu machen. Reichweite, Motorunterstützung und Bremsentests übernimmt dabei im Auftrag von IMTEST das international akkreditierte Labor von Qima. Darüber hinaus geht es für alle Testkandidaten auf einen identischen Parcours, der über asphaltierte Straßen, Kopfsteinpflaster, unwegsames Gelände, hangauf- und abwärts führt.

Reichweite und Motorunterstützung

Ein starker Motor ist für E-Mountainbikes entscheidend. Als „Bergfahrrad“ fährt es häufig auf steilen Wegen - dort muss es sich bewähren. Es soll das Rad samt Fahrer mühelos bergauf treiben. Wichtige Kennzahlen dafür: die Geschwindigkeit bei sechsprozentiger Steigung und der sogenannte Unterstützungsfaktor - das Verhältnis von Motorleistung zur Tretleistung des Fahrers. Ebenso wichtig: Wie weit kommt das Bike? Reichweite, Akkukapazität und Energieverbrauch zeigen, wie effizient das System arbeitet.

Die höchste Reichweite mit 111,5 km und den höchsten Unterstützungsfaktor mit 3,8 lieferte bei dieser Prüfung das Mountain 7 Ultra von Hepha. Ebenso war es mit 23,9 Stundenkilometern (km/h) bei der simulierten Bergfahrt am schnellsten.

Bremsentests

Denn motorisierte Räder fahren nicht nur mit höherem Tempo als normale Bikes, sie sind in der Regel deutlich schwerer. Darum sollte man sich als Fahrer auf seine Bremsen verlassen können. In Anlehnung an die Norm EN 15194 führt Qima im Auftrag von IMTEST auf einem Bremsenprüfstand Prüfungen der vorderen und hinteren Bremse bei trockenen und nassen Verhältnissen durch. Hier zeigte sich, dass vor allem die Prüfung bei trockenen Bedingungen an Vorder- und Hinterrad allen Rädern zu schaffen machte.

Insgesamt konnte nur das E-Bike von Canyon mit einem guten Ergebnis überzeugen. Während die Räder von Stevens, Decathlon und HoheAcht befriedigende Ergebnisse brachten, kommt das Hepha nur auf eine ausreichende Note.

Ratgeber: Was zeichnet ein E-MTB aus?

Bei den fünf E-Mountainbikes hier im Test handelt es sich um sogenannte „Hardtails“, die im Gegensatz zu einem „Fully“ nur mit einer Federerung in der Gabel ausgestattet sind. Fullys, also vollgefederte Mountainbikes, haben einen zusätzlichen Dämpfer für den Hinterbau. Außer das E-Juke von Stevens kommen alle E-Bikes mit 29-Zoll Laufrädern, die für eine hohe Laufruhe und Stabilität sorgen. Profilige, 60-Millimeter-dicke-Reifen sowie ein kraftvoller Motor vervollständigen die Ausstattung. Einzig das E-Juke kommt StVO-konform mit Lichtanlage, 28-Zoll-Pneus, Klingel und Reflektoren. Auch ein Gepäckträger und Schutzbleche hat das Stevens-Rad schon dabei.

Interview mit Mountainbike-Experte Klaus Röhr: Unterschiede Hardtails und Fullys

Klaus Röhr ist nicht nur selbst leidenschaftlicher E-Mountainbiker, sondern auch Inhaber des Fahrradgeschäfts „IhrFahrradprofi“ in der Nähe von Lübeck. Im Interview hat IMTEST mit ihm über Einsatzzweck und Ausstattung von E-MTB Hardtails gesprochen. Darüber hinaus zeigt Klaus Röhr die Unterschiede auf, die zwischen einem Hardtail und einem Fully liegen.

IMTEST: Das Mountainbike gibt es fast nur noch mit E-Antrieb - nachvollziehbar oder übers Ziel hinausgeschossen?

Klaus Röhr: Nachvollziehbar, das Fahrerlebnis steht im Vordergrund, nicht der Wettkampfgedanke. Körperliche Leistungsunterschiede lassen sich per Knopfdruck ausgleichen und alle haben Spaß. Die körperliche Beanspruchung ist trotzdem nicht zu verachten, da meist längere Touren im mittleren Belastungsbereich unternommen werden, dankt es einem die Grundlagenausdauer und Fettverbrennung, anstatt sich im Spitzenbereich kurz und hart zu batteln. Das E-Bike macht aus Einzelkämpfern und Gruppen ohne Leistungsharmonie hochzufriedene Bikefreunde.

IMTEST: Welche Schaltung in Bezug auf Gängen sollte ein E-MTB mitbringen?

Klaus Röhr: Es sollt nur noch ein Kettenblatt im vorderen Bereich sein, der dort früher agierende Umwerfer war oft ein Problemkind und die Drehpunkte Federung bei Fully lassen sich viel besser auf ein Blatt abstimmen, da die beim Treten oben gezogene Kette Einfluss auf das Federungsverhalten nimmt. 12-Gänge sind gut und reichen aus, das Kettenblatt vorn gibt es in verschiedenen Größen und ist flott gewechselt, falls man mal in fremden Regionen mit anderen Topografien unterwegs ist.

Checkliste für den E-MTB-Kauf: Die 5 wichtigsten Fragen

  1. Was willst du mit deinem E-Mountainbike machen?
  2. Welches E-Bike-Motor-Konzept passt am besten zu dir?
  3. Wie viel Akkukapazität brauchst du wirklich?
  4. Wie wichtig ist ein entnehmbarer Akku für dich?
  5. Welche Fahreigenschaften erwartest du von deinem Bike?

Vergleichstabelle der getesteten E-Mountainbikes

Modell Motor Akkukapazität Reichweite (Test) Preis (ca.) IMTEST Ergebnis
Canyon Grand Canyon:ON 8 Bosch Performance Line (85 Nm) k.A. k.A. 3.799 € gut (1,9)
Decathlon Rockrider E-Expl 700 Brose (70 Nm) 541 Wh 62,33 km 2.599 € gut (2,5)
Stevens E-Juke (2. Gen.) k.A. k.A. 98,7 km k.A. gut (2,2)
Hepha Mountain 7 Ultra Eigenentwicklung (100 Nm) 804 Wh 111,5 km 2.999 € gut (2,3)
HoheAcht SentoMonto Shimano EP801 (85 Nm) 482,2 Wh 66 km k.A. befriedigend (2,6)

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