Mountainbike Herren 27.5 Zoll Test Vergleich

All Mountains: Alleskönner der Bike-Welt

Nomen est omen: All Mountains gelten als die Alleskönner der Bike-Welt. Mit 140 bis 150 Millimetern Federweg und einer modernen lang-flachen Geometrie meistert man jeden Trail. Gleichzeitig soll das perfekte All Mountain agil bleiben und die unterschiedlichsten Touren-Prüfungen bestreiten können. Feierabendrunde, Trail-Transalp, Bikepark-Abstecher oder Wochenend-Tour? In der Theorie ist ein All Mountain immer der richtige Begleiter und kein Spezialist für nur eine bestimmte Nische.

Ein fähiger Generalist zum günstigen Preis wäre der Idealfall. Doch gibt es den heute wirklich noch, zumal für maximal 3300 Euro?

All Mountains für 3000 bis 3300 Euro waren noch nie so schwer. Wir können es ihnen nicht verübeln, denn gerade All Mountains sind dank ihres breiten Einsatzgebietes für viele der perfekte Einstieg in den Sport und müssen in unseren Augen nicht nur bergab Spaß machen. Wer ein Bike nicht ausschließlich für Shuttle-Fahrten sucht, sondern selbst zum Trail-Einstieg hochtritt, der profitiert von einem leichten Gewicht.

Im Schnitt bringen unsere Test-Bikes 15,81 Kilo inklusive Pedale auf die Waage. Im Vergleichstest von 2017 waren bis auf YT auch die Vorgänger aller aktuellen Kandidaten vertreten. Damals lag das Durchschnittsgewicht bei 14,33 Kilo, und alle Bikes kosteten unter 3000 Euro. Zum Vergleich: All Mountains dieser Gewichtsklasse kosten im Jahr 2023 meist 5000 Euro und mehr.

Das 2017 schwerste Bike Rose Root Miller 2 ist heute das leichteste in unserem Test. 2023 sieht die Realität so aus, dass Biker im gesteckten Preisrahmen kein wirklich leichtes All Mountain finden werden. Scheint, als wäre früher alles besser gewesen. Bei Weitem nicht! Investiert werden die zusätzlichen 1,5 Kilo nämlich in breitbandigere Kassetten, stabilere Reifen, steifere Federgabeln sowie teils größere Laufräder und bessere Rahmen.

Die Geometrien der aktuellen All-Mountain-Generation lassen bergab mehr Geschwindigkeit und Fahrspaß zu. Klar, dass die Komponenten da mithalten sollten. Doch wo liegt die Schmerzgrenze für ein bezahlbares All Mountain? Bei fahrfertigen 16 Kilo? Mit Canyon, Focus und YT durchbricht die Hälfte der Test-Bikes dieses Limit und schmerzt an steilen Rampen ganz besonders.

Eine Lanze müssen wir für die Hersteller jedoch brechen: Das gesamte Testfeld fährt sich nämlich deutlich besser als noch vor sechs Jahren. Tatsächlich liefern alle Bikes eine gute Vorstellung ab. Ein schweres Bike muss nicht automatisch schlecht klettern - solange der Hinterbau antriebsneutral bleibt und die Übersetzung passt. Wenn dann noch die Kombination aus effizient-steilem Sitzwinkel und Sitzposition aufgeht, kommt man auch mit einem 16-Kilo-Bike auf den Gipfel.

Nur wer sein All Mountain auf ausgedehnte Trail-Touren oder gar eine Transalp ausführen will, sollte vor dem Kauf Gewichtstabellen studieren. Je flacher das Gelände, desto wichtiger ist eine gute Beschleunigung. Schwere Brummer wirken hier schnell träge. Auch kleine Fahrerinnen und Fahrer sollten die Bikes ins Verhältnis zu ihrem Körpergewicht setzen.

Gute Ausstattung - auch für wenig Geld

Was All-Mountain-Biker für drei Riesen heute noch erwarten können? Die gute Nachricht: Teleskopsattelstützen, grip-starke Reifen und passende Cockpits finden sich auch an günstigen Bikes. Die Rahmen von Focus, Giant, Specialized und YT haben einen Flipchip an Bord, mit dem sich die Geometrie feintunen lässt. In Sachen Ausstattung bieten die Versender Canyon, Rose und YT gewohnt viel fürs Geld.

An ihren Bikes finden sich kräftige Vierkolben-Bremsen und potente Gabeln. Auch das Paket des Focus, mit kompletter Shimano-XT-Ausstattung und soliden Federelementen, passt zum Preis. Das Giant verliert aber aufgrund seiner einfachen Ausstattung wertvolle Punkte auf die Konkurrenz. Schade, denn die Rahmenplattform bietet Potenzial.

Aus unserem letzten All-Mountain-Vergleich konnte die Carbon-Version des Trance X gar als Testsieger hervorgehen. Dann wäre da noch das Specialized. Es besitzt zwar den leichtesten Rahmen und konnte sogar insgesamt die meisten Punkte einfahren, sprengt mit 3900 Euro aber unseren Preisrahmen und läuft deshalb außer Konkurrenz mit.

Der Vergleich zeigt außerdem, dass für einen Aufpreis von 600 bis 900 Euro nicht zwingend eine bessere Ausstattung zu erwarten ist, denn schlechter als das Specialized ist nur noch das Giant bestückt. Ob es sich wirklich lohnt, mehr Geld zu investieren oder sogar ein noch günstigeres Modell zu wählen, verrät ein Blick in die Produktpalette der Hersteller. Wir haben Ihnen unten günstigere und teuerere Alternativen zusammengestellt.

In dieser Preisklasse tun sich All Mountains aus dem Fachhandel schwer, mit den Versender-Bikes mitzuhalten. Schwächen bei Ausstattung und Gewicht bremsen den Fahrspaß aus.

Über die gesamte Branche hinweg betrachtet ist ein Preisanstieg seit Beginn der Corona-Krise Fakt. Pauschal zu behaupten, Bikes seien durch Inflation und Wirtschaftschaos konstant teurer geworden, wäre aber falsch, denn die von uns getesteten All Mountains der 2023er-Generation machen da nur bedingt mit.

Seit der Vorstellung der aktuellen Ausbaustufe hat Focus zwar den Preis für das getestete Modell um 100 Euro angehoben, Specialized um 150 Euro und Canyon sogar um 200 Euro, bei Giant und YT sind die Preise jedoch stabil geblieben. Rose hat das Preisschild des Root Miller 2 im Zuge der neuerdings herrschenden Kaufzurückhaltung sogar um 200 Euro nach unten korrigiert.

Dass in der Bike-Branche wirtschaftliche Unsicherheiten herrschen, zeigt sich auch im Testfeld der günstigen All Mountains. Kunden können dabei genauso gut gewinnen wie verlieren. Nie war es wichtiger zu vergleichen.

Hohe Leistungsdichte: Giant verschenkt Testsieg an YT

In unserer Punktetabelle liegen die Testkandidaten extrem nah beieinander. Trotzdem fahren sie sich teilweise sehr unterschiedlich. Während man sowohl bei Canyon als auch bei Rose auf Tour unter einer etwas gedrungenen Sitzposition leidet, ist der Unterschied bei Gesamtgewicht und Laufradbeschleunigung zugunsten des Rose deutlich spürbar.

Auf dem Focus passt die Position zwar gut, der wippende Hinterbau mit fehlendem Gegenhalt und das viel zu hohe Gewicht treiben einem bergauf jedoch die Schweißperlen auf die Stirn. Das ebenfalls schwere YT geht einen Mittelweg, zeigt beim Treten wenig Fahrwerkseinflüsse, aber auch kaum Vorwärtsdrang. Am besten passt die Kombination aus Sitzposition und Antriebsneutralität bei Specialized und Giant.

Beide können sich in der Bergauf-Wertung absetzen und empfehlen sich trotz weniger hochwertiger Ausstattung auch als Touren-Bikes. Bergab muss das Giant die deutlich besser bestückte Konkurrenz jedoch wieder ziehen lassen und verschenkt so jede Chance auf den Testsieg. Das Rose bietet zwar gute Fahreigenschaften ohne Extreme, lässt jedoch durch sein schwaches Fahrwerk Punkte liegen. Gleiches gilt für das Focus.

Auf anspruchsvollen Trails kommt das teure Specialized aufgrund weniger Federwegsreserven früher ans Limit als die Konkurrenz, sichert sich dank seines unkomplizierten Handlings auch in langsamen Sektionen aber die Fahrspaß-Krone. Derweil blüht das YT erst bei hohen Geschwindigkeiten bergab richtig auf. Canyon stellt einen Experten für steile, technische Trails. Mit einem extrem flachen Lenkwinkel und massig Federweg an der Front kann das Spectral bergab selbst so manchem Enduro das Wasser reichen.

Das Giant bietet mit einer sportlichen Geometrie eine gute Grundlage für Trail-Touren, wird bergab durch seine günstige Ausstattung jedoch ausgebremst.

Auch mit einem günstigen All Mountain ist man also in fast jeder Bike-Situation gut bedient. Richtig Spaß machen die Einstiegsmodelle vor allem dann, wenn sie von der Schwerkraft unterstützt werden. Gerade in den niedrigen Preisklassen haben die Hersteller ihre All Mountains immer weiter Richtung Abfahrt spezialisiert. Das Ergebnis sind Bikes, die Touren zwar im Griff haben, bergab aber Meister der Trails sind.

Dass aus unserem Vergleichstest schließlich doch ein Spezialist und kein Generalist als Sieger hervorgeht, zeigt auch, wie sich diese Kategorie über die Jahre verändert hat.

Obwohl das Rahmenkonzept des Testsiegers YT Jeffsy das letzte Mal 2020 aktualisiert wurde, passt die Geometrie noch immer sehr gut für den All-Mountain-Einsatz.

Die Punkte: 6 All Mountains im Vergleich

Die schweren Bikes von Canyon, Focus und YT lassen bergauf Punkte liegen, können durch starke Abfahrleistungen aber wieder aufholen. Bei Giant und Rose zeigt sich in der Praxis das genau spiegelverkehrte Bild dazu. Nur das teurere Vergleichs-Bike von Specialized fährt im Up- und im Downhill viele Punkte ein.

Steifigkeiten der All-Mountain-Bikes im Vergleich: YT erreicht die höchste Steifigkeit. In Relation zum Gewicht ist auch der Specialized-Rahmen steif. Das Focus ist zwar steif, aber auch schwer. Giant bietet die geringsten Werte.

Laufradträgheit der All Mountains im Test: Das Rose profitiert dank etwas schmalerer Reifen von einer geringen Laufradträgheit. Die Laufräder von Focus und Canyon kommen nur schwer in Gang.

Gewichte der All-Mountain-Testbikes: Nur Rose bleibt mit Pedalen unter 15 Kilo. Rahmen und Laufräder des Focus wiegen besonders viel. Damit ist es nochmals knapp ein Kilo schwerer als das YT.

Tabelle: Vergleich der All-Mountain-Bikes

BikeGewicht (mit Pedalen)SteifigkeitLaufradträgheit
RoseUnter 15 kgMittelGering
FocusHochHochHoch
YTHochSehr hochMittel
GiantMittelGeringMittel
SpecializedLeichtHoch (in Relation zum Gewicht)Mittel
CanyonHochMittelHoch

Ausstattung: Tipps für All-Mountain-Bikes

Trotz ihrer hohen Abfahrtskompetenz sollen All Mountains noch touren-tauglich sein. Mit dieser Ausstattung gelingt der Spagat.

Mit der richtigen Ausstattung werden die abfahrtsstarken All Mountains auch auf der Tour Spaß machen.

  1. Fahrwerk: Moderne All-Mountain-Geometrien lassen bergab viel Geschwindigkeit zu. Um ihr Potenzial voll auszuschöpfen, empfiehlt sich eine Gabel mit steifen 35- oder 36-Millimeter-Standrohren. Am Dämpfer ist eine zuschaltbare Plattform ratsam, um Wippen zu unterbinden. Dämpfer mit externem Ausgleichsbehälter leiten Wärme besser ab und bieten gerade auf langen Abfahrten eine konstantere Leistung.
  2. Antrieb: Für eine gute Touren-Tauglichkeit trotz hohen Gewichts braucht es eine große Übersetzungbandbreite. Die 454 Prozent der Sram SX/NX Eagle sind das Minimum. Mehr - wie bei Shimanos SLX/ XT oder Srams GX Eagle - ist besser. Kettenblätter mit 30 oder 32 Zähnen lassen All-Mountain-Biker auch steile Rampen bezwingen.
  3. Laufräder und Reifen: Auf Felgen mit 30 Millimetern Innenweite stellen sich All-Mountain-Reifen schön breit auf. Vorne ist ein grip-starker Pneu Pflicht, hinten tut es auch ein leichter rollendes Modell mit gutem Pannenschutz.
  4. Bremsen: Vierkolben-Bremsen sind an All Mountains inzwischen Standard. Für eine ausreichende Wärmeableitung sollte der Scheibendurchmesser mindestens 200 Millimeter vorne und 180 Millimeter hinten betragen.
  5. Anbauteile: Touren ohne Teleskopstützen sind heute undenkbar. Je nach Größe sollten es mindestens 150 Millimeter Verstellbereich sein. Kurze Vorbauten um 50 Millimeter und breite Lenker um 780 Millimeter sorgen für eine direkte Steuerung und hohe Kontrolle in der Abfahrt.

Günstig oder teuer: Alternativen zu den All Mountains im Test

Das Bessere sei des Guten Feind, sagt man. In den Produktpaletten der Hersteller stehen die All Mountains zwischen 3000 und 3300 Euro meist auf der zweiten Stufe von unten. Ein Blick auf Preis und Leistung offenbart lohnenswerte Alternativen. Hohe Rahmen- und Laufradgewichte sorgen in unserem Test für schwere Bikes. Carbon-Rahmen erleichtern die entsprechenden Modelle um etwa ein Kilo, kosten jedoch auch mindestens 500 Euro mehr. Auf dem Trail sind gute Fahrwerkskomponenten wichtiger als das letzte Gramm.

Hier zeigen wir lohnenswerte Alternativen zu den All Mountains bis 3300 Euro - manche sind teurer, andere sogar billiger.

Canyon Spectral 29 AL 5

  • PREIS: 2499 Euro
  • GEWICHT: 16,2 Kilo

Wer hauptsächlich bergab fährt und aufs Geld achtet, der kommt nur schwer um das Einstiegsmodell des Spectral herum. Zum absoluten Kampfpreis bestückt der Koblenzer...

27,5 Zoll - das ist das neue Standardmaß für Mountainbikes. ALPIN hat zehn All-Mountain-Bikes dieser Größe auf ihre Allround-Qualitäten getestet. Und das Ergebnis: Der Bike-Jahrgang 2015 bietet viel Komfort und feine Fahrwerke!

Die 27,5-Zoll-All-Mountain-Modelle des Jahrgangs 2015 haben in puncto Vielseitigkeit im Vergleich zu den Vorjahren noch zugelegt. Dank cleverer Fahrwerksmechanik haben sich die meisten Modelle bergauf als gute Kletterer bewährt. Bergauf wie bergab am ausgewogensten schnitten das Stumpjumper FSR Comp EVO 650B und das Rocky Mountain Thunderbolt 750 ab.

Erfreulich: Für solide, gut funktionierende Touren-Bikes muss man nicht in den höchsten Preisklassen stöbern. Der Spaß beginnt bei rund 1500 Euro. Nach oben sind dem Budget freilich keine Grenzen gesetzt. Im Test wurde der Charakter jedes Bikes so gut wie möglich analysiert mit dem Hinweis, welches Rad sich für welchen Fahrertyp eignet.

Wer garantiert sein Traum-Bike finden möchte, sollte sich eine Vorauswahl zusammenstellen und vor dem Kauf testen - am besten im Gelände.

27,5 Zoll Mountainbikes: Der goldene Mittelweg?

Jahrzehntelang dominierte in der Mountainbike-Szene eine einzige Normgröße für Räder, nämlich 26-Zoll. Das änderte sich erst, als vor ein paar Jahren die ersten 29-Zoll-Räder auf den Markt kamen, die beispielsweise wegen ihres bessern Überrollverhaltens viele Biker begeisterten. Doch sie setzten auch eine neue Geometrie voraus und forderten Einschränkungen beim Federweg und von FahrerInnen unter etwa 175 Zentimeter.

Demgegenüber erhebt seit Neuestem eine dritte Größe mit 27,5 Zoll (auch 650B genannt) den Anspruch auf den goldenen Mittelweg. Sie hat gleichzeitig dazu geführt, dass in Zukunft mehr Individualität bei der Radgröße möglich ist - je nach Einsatzgebiet und Körpergröße.

Vorteile der 29-er

Die Vorteile eines 29-er-Reifens liegen kurz zusammengefasst darin, dass die Räder leichter Unebenheiten im Gelände meistern und ein besseres Rollverhalten an den Tag legen. Zudem bietet sie mehr Traktion aufgrund der größeren Auflagefläche, ferner liegt die Sitzposition zwischen den großen Reifen tiefer und damit auch der Schwerpunkt - das subjektive Sicherheitsgefühl, berichten 29-er-Fans immer wieder, sei merklich höher, zumal die Reifen insgesamt eine größere Laufruhe böten.

Nachteilig wirkt sich die Größe jedoch auf das Gewicht aus. 29-er lassen sich schwerer beschleunigen als 26-er-Reifen, die wiederum auch in engem Gelände insgesamt wendiger und spritziger sind. 29-er werden daher hauptsächlich etwa von Marathon- und Tourenfahrern geschätzt und bieten sich auch für einfaches Gelände an.

Sie verlangen andererseits nach einer neuen Geometrie, 29-er lassen sich nicht in Federgabeln für 26-er einbauen. Grenzen gibt es auch beim Federweg. Fullys etwa mit Federwegen über 150 Millimetern sind kaum zu realisieren, speziell bei kleinen Rahmengrößen für FahrerInnen unter etwa 1,75 Meter Körpergröße, von denen zudem kaum eine sportliche Sitzposition (Sattel höher als Lenker) zu realisieren ist.

27,5 Zoll

Nicht zuletzt am letzten Punkt setzen die Befürworter der 27,5-er an. Denn sie sollen die Vorteile der 26-er und 29-er in sich vereinen. Kaum schwerer und größer als ein 26-er, sind die Abstriche hinsichtlich Beschleunigung, Spritzigkeit sowie Wendigkeit eher marginal. Da auch die Rahmengeometrie nicht so stark verändert werden muss, ist eine sportliche Sitzposition möglich.

Gleichzeitig jedoch legen sie wie 29-er ein besseres Überrollverhalten und mehr Traktion an den Tag, verzeihen Fahrfehler leichter und bieten ein Plus an subjektivem Sicherheitsgefühl und Komfort - kurzum: 27,5-er sollen das Beste aus zwei Welten vereinen, und zwar hauptsächlich bei kleineren bis mittleren Körpergrößen.

Zudem lassen sich die Reifen in viele 26-er-Räder einbauen, das heißt, nicht immer muss gleich, wie bei einem 29-er, ein neues Rad angeschafft werden. Je nach Streckenprofil kann der 26-er-Reifen durch den 27,5-er ausgetauscht werden - für enge Strecken etwa wählt man Ersteren, für tiefes, unebenes Gelände mit steilen Abfahrten Letzteren aus.

27-er lassen sich außerdem viel leichter auf nahezu alle Federwegklassen ausrichten, Einschränkungen wie bei den 29-ern gibt es also nicht. Kein Wunder also, dass viele Hersteller derzeit - nach den Problemen, die sie bei der Geometrie-Entwicklung für die 29-er überwinden mussten - in den Reifen ein großes Zukunftspotenzial sehen.

Derzeit wird sie vor allem noch Kunden mit kleinen Rahmengrößen (S oder sogar XS) als bessere Alternative zu einem 26-er besonders ans Herz gelegt, während 29-er großen FahrerInnen sowie Marathon-/Tourenfahrern als ideale Reifengröße empfohlen wird.

Ausblick

Für die Zukunft bedeuten dies, dass neben der Rahmengröße auch die Reifengröße bei der Anschaffung eines neuen Mountainbikes in den Blick genommen werden muss. Wahrscheinlich speist sich genau daraus auch der Unmut vieler Biker, denen die neue Reifengröße nicht mehr als ein Marketing-Trick zu sein scheint.

Dabei erwachsen für den Kunden aus der größeren Auswahl auch bessere Chancen, das Rad im Hinblick auf die Einsatzgebiete sowie, nicht zu vergessen, die Körpergröße perfekter als in der Vergangenheit, in denen es nur eine Normgröße gab, zu optimieren. Das größte Zukunftspotenzial haben aktuell aber sicher die 27,5-er, da sie auch für die Hersteller mehr Optionen hinsichtlich der Rahmenkonstruktion sowie der Federwege bieten.

Langfristig, so schätzen daher Experten, wird es 26-er nur noch im dreistelligen Bereich geben, also für sogenannte Einsteiger-Räder.

Mountainbike Typen und Einsatzbereiche

Mountainbikes werden ja nach Federweg in MTB-Kategorien gegliedert. Jede dieser einzelnen Mountainbike Arten hat einen spezifischen Einsatzbereich. Um ein MTB vernünftig zu testen ist es extrem wichtig es mit anderen Mountainbikes der selben Kategorie zu vergleichen. Unsere großen Vergleichstest machen genau das.

  • Cross Country Bikes: Mit niedrigem Gewicht und tendenziell sportlicher Sitzposition kann man mit diesen Bikes richtig Kilometer schruppen, solange das Gelände nicht extrem rau ist.
  • Downcountry Bikes: Sportliche Tourenfahrer werden diese Bikes aufgrund ihres leichtfüßigen Antritts lieben.
  • Trailbikes: Die Alleskönner unter den Mountainbikes, ideal für Trailtouren im deutschen Mittelgebirge oder eine Alpenüberquerung.
  • All Mountain Bikes: Leistungsstarke Fahrwerke, moderne Geometrien und überwiegend verbaute 29er Laufräder machen aktuelle All Mountains zu echten Spaßgaranten in der Abfahrt.
  • Enduro Mountainbikes: Die wichtigste Frage die du dir vor dem Kauf eines Enduro MTBs stellen musst ist, ob du ein Bike mit 160 oder doch lieber üppigen 180 Millimeter Federweg zulegen willst.
  • Trailhardtails: Machen bereits bei bezahlbaren Preisen im Gelände extrem viel Spaß und sind tourentauglich für Enduro Trails.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Ein Bike, das Spaß machen soll, muss die richtige Rahmen- und Laufradgröße haben. Das Bike muss dabei immer unbedingt zu ihren körperlichen Voraussetzungen, sprich Körpergröße und Beinlänge passen. Stimmen die Verhältnisse, müssen noch Sitz und Sattel entsprechend korrekt eingestellt werden.

Im Mountainbike Test hat sich gezeigt, dass der richtige Rahmen nicht nur für mehr Fahrkomfort, sondern auch für mehr Sicherheit sorgt. Verwenden Sie beim Einsatz in unwegsamem Terrain lieber ein MTB Fahrrad mit kleinerem Rahmen und bei Rennfahrten oder langen und anspruchsvollen Touren ein Modell mit größerem Rahmen.

Die Reifengrößen in unserem Mountainbike Test variieren zwischen 26, 27,5 und maximal 29 Zoll. Die größeren Reifen laufen ruhiger als die kleinen Reifen, dafür sind die kleineren Reifen wendiger. Nahezu jeder Reifenhersteller bietet mittlerweile unterschiedliche Größen an.

In Europa sind vor allem die sogenannten „Twentyniner“, also die Reifen mit der Größe 29 Zoll sehr beliebt. Männer, die größer als 1,75 m sind können problemlos darauf zurückgreifen. Kleinere Personen unter 1,75 m Körpergröße sollten keine 29 Zoll Variante wählen, sondern kleiner.

Rahmen, Bremsen und Schaltung

Moderne MTB Rahmen werden aus Carbon, Aluminium oder Stahl gefertigt. Rahmen aus Carbon, einem Kunststoff der durch Kohlenstofffasern verstärkt wurde, sind dabei qualitativ besonders hochwertig. Gleichzeitig sind die Rahmen sehr leicht.

Der Mountainbike Vergleich zeigt: Der Trend geht ganz klar zur hydraulischen Scheibenbremse. Sie sind leistungsstark und zuverlässig. Bei billigeren MTB Modellen werden häufig mechanische Scheibenbremsen verbaut.

Am weitesten verbreitet ist nach wie vor die Kettenschaltung. Sie verfügt über eine bestimmte Zahnräderanzahl. Diese Zahl ergibt sich aus der Summe der Kettenräder an der Tretkurbel und der Anzahl der Ritzel im Bereich der Hinterradnabe. Die Verbindung erfolgt durch die bewährte Fahrradkette.

E-Mountainbikes im Test

Auch im Stadtverkehr zahlt sich die robuste Verarbeitung aus. So muss man bei einem E-MTB meist keine Bedenken haben, dass beim flotten Bordsteinfahren etwas kaputtgeht. Das Problem: Sie sind normalerweise im Vergleich zu Citybikes teurer und zudem häufig ausverkauft.

Testsieger Eleglide M2

Eleglide hat es wieder einmal geschafft: Mit dem M2 zeigen sie ein E-MTB, das in dieser Preisklasse ungewöhnliche Features wie hydraulische Scheibenbremsen, einen starken Motor sowie einen großzügigen Akku bietet.

  • Vorteile: tolles Gesamtpaket trotz geringen Preises, großer Akku, starker Motor, 24-Gang-Schaltung, hydraulische Bremsen, gute Federung
  • Nachteile: Motor reagiert verzögert, kein Hecklicht, kein Schutzblech, Kabelmanagement

Mittelmotor Telefunken Aufsteiger M925

Das Telefunken Aufsteiger M925 bietet solide Ausstattung und gute Verarbeitung für einen günstigen Preis. Trotz einer etwas geringen Reichweite überzeugt es mit Mittelmotor, hydraulischen Scheibenbremsen und hochwertigen Schwalbe-Reifen.

  • Vorteile: starker Mittelmotor, gute hydraulische Scheibenbremsen, tolles Preis-Leistungs-Verhältnis, schickes Design
  • Nachteile: Schweißnähte bisweilen optisch unschön

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