Mountainbike Nabenschaltung: Vor- und Nachteile

Auf dem Fahrrad so mühelos wie möglich unterwegs sein: Dafür sorgt die Gangschaltung. Eine qualitativ hochwertige Schaltung ist wichtig für ein gutes Fahrgefühl. Oft steht bei der Wahl eines neuen Fahrrads auch die Frage im Raum: Welche Art der Gangschaltung ist die richtige? Nabenschaltung oder Kettenschaltung? Und als dritte Option steht noch die weniger bekannte Tretlagerschaltung zur Auswahl.

Die Auswahl an Fahrradschaltungen ist groß. Wer für das eigene Rad ein Schaltwerk kaufen möchte, stellt sich natürlich folgende Frage: Soll es eine Nabenschaltung oder Kettenschaltung sein? Die beiden Schaltsysteme sind die häufigsten Varianten, die am Fahrrad zum Einsatz kommen.

Kettenschaltung

Dieses Schaltwerk ist am häufigsten am Fahrrad verbaut. Bei der Kettenschaltung befinden sich an der Kurbel oftmals unterschiedlich große Kettenblätter. Über den Schalthebel am Lenker kann der Fahrer den sogenannten Umwerfer aktivieren. Dieser bewegt beim Schalten die Kette sozusagen von einem Ritzel auf das andere. Die darauf liegende Kette verbindet die Kurbel mit einem abgestuften Zahnkranz am Hinterrad. Der Kranz ist mit der Nabe am hinteren Laufrad verbunden. Ein Schaltwerk sorgt an dieser Stelle statt einem Umwerfer für die passende Gangstufe. Die Anzahl der Gänge ergibt sich durch die Multiplikation der Kettenblätter und der einzelnen Zahnkränze.

Oft ist der Platz für die einzelnen Elemente im Rahmen jedoch begrenzt. Deshalb sind für viele Gänge schmale Ketten verbaut. Allerdings weisen diese einen höheren Verschleiß im Vergleich zu normalen Ketten auf. Ein großer Pluspunkt dieser Schaltung ist der geringe Wartungsaufwand. Einzelne Bauteile lassen sich einfach austauschen, um beispielsweise das Übersetzungsverhältnis zu optimieren. Durch den Wechsel des Zahnkranzes hinten verbessert sich etwa die Fahrt bergauf deutlich. Grundsätzlich hat diese Art der Schaltung eine überschaubare Technik, die allerdings langjährig im Einsatz erprobt ist. Laien haben so die Chance, das gesamte Schaltwerk selbst zu warten.

Im Vergleich zu positiven Eigenschaften existieren eher nur sehr wenige negative Erfahrungen. Zu nennen ist hier auf jeden Fall der höhere Verschleiß der einzelnen Bauteile. Die meisten beweglichen Komponenten sind offen verbaut und damit den äußeren Einflüssen wie dem Wetter oder Schmutz ausgesetzt. Glücklicherweise lassen sich aber die Kettenblätter oder Ritzel unkompliziert wechseln. Als kleines Manko ist die eingeschränkte Funktionalität während der Fahrt zu nennen.

Kettenschaltungen sind auch für kleine Budgets erhältlich. Ein niedriger Preis ist dabei nicht zwingend ein Nachteil. Ein günstiges Schaltwerk funktioniert bei regelmäßiger Pflege viele Jahre problemlos. Der Verschleiß lässt sich mit Öl sehr gut hinauszögern. Das gilt für alle Einzelteile, die für den Antrieb beim Treten der Pedale wichtig sind. Wer lange Freude an seinem Rad haben möchte, sollte sich die Zeit zur Reinigung und Pflege nehmen. Die Nabe, das Kettenblatt, die Kette selbst sowie die Ritzel vorne und am hinteren Schaltwerk können mit speziellen Ölen behandelt werden. Im Handel sind entsprechende Produkte erhältlich. Hier ist auf jeden Fall auf die richtige Verwendung zu achten, denn andere Schmierstoffe führen eher zu einem Schaden am Fahrrad. Nicht jedes Öl ist druckfest oder haftet richtig.

Nabenschaltung

Eine Nabenschaltung besteht aus einem im Öl oder Spezialfett laufenden Planetengetriebe direkt in der Nabe des Hinterrades. Durch ihren geschlossenen Grundaufbau ist diese Art der Schaltung quasi wartungsfrei. Der Schaltvorgang erfolgt nicht durch einen Umwerfer, sondern unmittelbar in der Hinterradnabe. Die Kette muss dabei die Kraft von meist nur einem Kettenblatt an der Kurbel auf ein Zahnrad am Hinterrad übertragen. Durch die Kombination mit einem Zahnriemen als Alternative zur Kraftübertragung fällt bei der Nabenschaltung die permanente Pflege weg. Nabenschaltungen sind etwas schwerer als Kettenschaltungen. Deshalb finden sie sich im Sportbereich eher weniger wieder. Umso praktischer sind sie dagegen bei Citybikes oder E-Bikes.

Auch Nabenschaltungen sind über Jahre erprobt. Sie besitzen eine ausgereifte Technik, sind in allen Preisklassen sowie in großer Auswahl erhältlich. Neben der schon genannten Wartungsfreiheit ist auch die Kostenersparnis ein positiver Faktor der Nabenschaltung. Denn der Radfahrer spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Ein weiterer Pluspunkt der Nabenschaltung ist die Auswahl für den Radfahrer zwischen einer freilaufenden Nabe und einer Rücktrittbremse. Mit einem Freilauf bewegt sich das Tretlager auch rückwärts, während der Rücktritt die Optionen zum Bremsen des Rades vergrößert.

Natürlich hat auch die Nabenschaltung nicht nur Vorteile. Die Schaltung mit Planetengetriebe ist schwerer und erzeugt beim Fahren einen höheren inneren Reibungswiderstand. Trotz des geringen Aufwands für die Wartung kann doch einmal etwas kaputtgehen. Eine Reparatur ist selbst nur schwierig möglich. Bei einem Defekt bleibt dem Radfahrer meist nichts anderes übrig, als die Nabe zum Hersteller zu schicken. Auch ein Wechsel des Schalthebels am Lenker samt Schaltzug ist aufwändig und erfordert häufig auch Fachkenntnisse.

Enviolo Nabenschaltung

Mit der stufenlosen Nabenschaltung von enviolo bedarf diese Frage aber auch keiner Antwort mehr, denn diese Gangschaltung funktioniert komplett ohne vordefinierte Gänge. Sie arbeitet stufenlos und kann über unendlich viele Schritte angepasst werden. Auch die Kombination mit einem Riemenantrieb ist möglich, der wartungsärmer als eine Kette ist.

Die enviolo Nabenschaltung steht für Komfort höchsten Maßes, denn über die Wahl des richtigen Ganges, muss man sich nie wieder Gedanken machen - kein Verschalten mehr, keine laut ratternden Gangwechsel. Die Gangschaltung wird intuitiv über einen Drehgriff auf der rechten Lenkerseite bedient, dieser wird so weit gedreht, bis sich die Übersetzung angenehm anfühlt. Das Verdrehen des Griffs geht leicht von der Hand und ist demnach auch für schwächere Hände gut geeignet.

Durch die einzigartige Technik im Inneren der Nabe kann die enviolo-Gangschaltung auch unter Last und sogar im Stand problemlos bedient werden. Im Alltag bedeutet dies nie wieder an der Ampel oder an der Steigung im falschen Gang anfahren zu müssen. Einfach die Übersetzung im Stand korrigieren und ohne ein Knacken oder Rattern losfahren!

Nabenschaltung haben oft Probleme, die höheren Kräfte bei einem e-Bike zu verarbeiten. Wo herkömmliche Nabenschaltung oftmals an ihre Grenzen stoßen, tut sich die enviolo hervor - nämlich bei der Verarbeitung der hohen Kräfte, die durch die Mensch-Motor-Kombination auf die Nabe einwirken. Durch ihre spezielle Bauweise verträgt die enviolo-Schaltung diese Kräfte sehr gut und gilt darüber hinaus als überaus wartungsarm. Dies liegt nicht zuletzt an dem recht einfachen Aufbau, bei dem weniger Teile zum Einsatz kommen, als bei herkömmlichen Gangschaltung (beispielsweise Kettenschaltungen). Außerdem ist die Gangschaltung komplett versiegelt und somit vor Dreck und Nässe geschützt.

Verschiedene Einsatzgebiete von e-Bikes stellen unterschiedliche Anforderungen an die Schaltung. Ob man eine größere oder kleinere Übersetzungsbandbreite benötigt orientiert sich also am eigenen Fahrverhalten und den äußeren Umständen, in denen man sich bewegt. Diesem Umstand werden die Schaltgruppen von enviolo gerecht. Die drei verschiedenen enviolo Schaltgruppen richten sich konkret nach den e-Bike Typen, in denen sie verbaut werden sollen.

Bei der stufenlosen Automatik-Schaltung von enviolo stellt der Fahrer lediglich die gewünschte Trittfrequenz ein, den Rest regelt die Schaltung selbst. Basierend darauf, ob bergauf oder bergab gefahren wird passt die automatische Schaltung das enviolo-System so an, dass der Fahrer immer in der selben Geschwindigkeit treten kann. Die gewünschte Trittfrequenz kann dabei bequem in der Benutzeroberfläche oder der App ausgewählt werden. So wird gewährleistet, dass immer im optimalen Übersetzungsbereich gefahren und die Nabe nicht falsch verwendet wird. Der Verschleiß kann so minimiert und die Produktlebensdauer erhöht werden. Zudem kann die enviolo App zur Personalisierung der Fahreinstellungen oder dem Durchführen von Updates genutzt werden.

Vorteile der Nabenschaltung

  • Sehr wartungsarm
  • Schalten im Stand ist möglich

Nachteile der Nabenschaltung

  • Meist teurer als Kettenschaltungen

Nicht umsonst hat sich die Nabenschaltung im Laufe der Entwicklung in vielen Bereichen der Fahrradbranche durchgesetzt. Eine Nabenschaltung ist eine Hinterradnabe mit eingebauter Gangschaltung im Inneren. Hier liegt bereits der erste Vorteil auf der Hand: Durch ihre Lage ist die Schaltung weitestgehend vor negativen äußeren Einflüssen und auch vor Stürzen geschützt. Schmutz und Verunreinigungen sowie Regen und Schnee können ihr nichts anhaben. Dies hat zur Folge, dass auch die laufenden Kosten (z.B. für Schmierung und Reparaturen) gering bleiben. Ähnliches gilt auch für Verschleiß und Wartungsarbeiten. Zudem beeinträchtigen kleinere Verschmutzungen die Nabenschaltung nicht in ihrer Funktion, ganz im Gegensatz zur Kettenschaltung. In der Bedienung findet sich ein weiterer Vorteil, der ganz besonders für Biker im Stadtverkehr, Gelegenheitsfahrer und Anfänger interessant ist: Die Nabenschaltung kann im Stand betätigt werden. Ein enormer Vorteil beim Stopp-and-Go an vielen Ampeln.

Die Gänge befinden sich in gleichen Abstufungen hintereinander, der praktische Drehgriffschalter sorgt für eine gute Übersicht und weniger Bedienfehler (im Vergleich: bei einer Kettenschaltung sind vier Hebel zu bedienen). Bei einer Nabenschaltung wird nur ein einzelnes Ritzel an der Nabe sowie nur ein Kettenblatt an der Kurbel verbaut. Dies sorgt für eine optimale Kettenlinie (die Kette kann nicht abspringen) und volle Kraftübertragung. Die Speichenaufnahme kann weiter außen und symmetrisch positioniert werden, so entsteht eine höhere Belastbarkeit, es kommt seltener zu Speichenbrüchen.

Auch wenn die Vorteile der Nabenschaltung überwiegen, einige kleinere Nachteile kann man natürlich dennoch benennen. Die aufwändigere Technik der Nabenschaltungen schlägt sich sowohl im Preis als auch im Gewicht nieder. Letzteres belastet das Hinterrad, das führt zu einem etwas erhöhten „Plattenrisiko“. Auch die Federeigenschaften können negativ beeinträchtigt werden. Zumeist ist der Übersetzungsbereich von Nabenschaltungen kleiner als bei Kettenschaltungen. Diese können individueller an die Bedürfnisse des Fahrers angepasst werden.

Um die empfindliche Technik der Nabenschaltung nicht zu zerstören, sollte diese nie unter Volllast betätigt werden. Wer schon einmal versehentlich im dritten Gang von der Ampel starten wollte, kennt das Prinzip.

Sicher ist die pure Fortbewegung auch mit einem „Singlespeeder“ möglich. Über das „Wie“ des Gangwechsels wird jedoch gerne leidenschaftlich debattiert. „Es gibt keinen direkteren Antrieb als eine Kettenschaltung!“ Für Maximilian Topp, PR-Koordinator für MTB-Schaltungen bei Sram, war die Entscheidung seines Arbeitgebers zur Einstellung der Produktion von Nabenschaltungen nur konsequent. Bei Rohloff hat man zwar auch den sportlichen Fahrer im Blick, sieht die Dinge jedoch naturgemäß völlig anders.

Für die Übertragung von Kraft zwischen zwei Zahnrädern ist eine metallene Kette das System mit dem denkbar geringsten Verlust. Damit die Kette aber auch beim Schaltvorgang willig von einem Ritzel aufs nächste wandert, muss sie geschmeidig bleiben. Keine leichte Aufgabe, ist sie doch voll der Witterung und dem Beschuss durch Schmutz ausgesetzt. Kettenschaltungen sind wartungs- und verschleißintensiv.

Genau hier spielen Nabenschaltungen ihren Vorteil aus. Für den Wechsel der Übersetzungen sorgen dort Planetengetriebe, die in einem Ölbad laufen und gegen Einflüsse von außen abgeschottet sind. Sicher erhöht eine schwergängige Kette auch hier den Kraftaufwand beim Treten. Die eigentliche Schaltfunktion bleibt hiervon aber unberührt.

Doch kein Vorteil ohne Nachteil: Der allgemeine Wirkungsgrad eines Getriebes hinkt dem einer Kettenschaltung spürbar hinterher. Der japanische Branchenprimus Shimano fährt daher zweigleisig, und bietet sowohl Naben- als auch Kettenschaltungen an. "Welches System besser ist, hängt letztendlich von den Prioritäten des Radfahrers ab", erklärt Marketingleiter Michael Wild. "Im sportlichen Bereich sehen wir jedoch kaum Nachfrage nach Nabenschaltungen."

Dass dem so ist, hat wohl nicht zuletzt mit einem weiteren durch die Bauart bedingten Nachteil von Getriebeschaltungen zu tun. Ein Schalten unter Last ist hier kaum möglich. Sicher quittieren auch Kettenschaltungen einen Gangwechsel unter Zug gerne mit einem lauten und verschleißintensiven Krachen.

Die „Entwicklungssprünge“ bei Fahrradschaltungen der letzten beiden Jahrzehnte sind ungezählt. Ritzelpakete wuchsen step-by-step von acht auf zwölf Ritzel an. Kurbelgarnituren sahen ein drittes „Bergkettenblatt“ auftauchen und wieder verschwinden, wurden 2012 von Sram gar auf ein „Einfachkettenblatt“ abgespeckt. Wo die Reise hingehen wird, ist nicht leicht abzusehen.

Wie gut ein Fahrrad funktioniert, entscheidet sich nicht zuletzt an den Kontaktpunkten zwischen Mensch und Maschine. Im Falle der Schaltung also am Mechanismus, mit dem der Gangwechsel ausgelöst wird. Hier ist das Angebot übersichtlich: Die Hersteller setzen auf Drehgriffe oder Trigger. Lediglich für Rohloffs Speedhub Nabe muss der Kunde für Trigger auf Drittanbieter zurückgreifen.

Doch genau an dieser Stelle hat bei Rohloff, Shimano und Sram die Zukunft bereits begonnen. Sie alle bieten elektronisch angesteuerte Schaltsysteme an, deren Funktion und Performance einen echten Quantensprung markieren. Die radikalste Lösung bietet auch hier Sram. Bei den „AXS“ getauften Schaltgruppen wird der Schaltimpuls per Funk übertragen.

Erstveröffentlichung: 3. Nabenschaltungen spielen ihre Vorteile besonders im Alltag aus. 24.08.2023

Getriebenaben sind Dauerbrenner unter den Fahrradschaltungen. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es sie zunächst als Zweigang- und später als Dreigang-Nabenschaltung. In den 1980er-Jahren kam eine Fünfgang-Schaltung hinzu. Mit mehr Herstellern am Markt wurden später Versionen mit sieben, acht, neun und elf Gängen entwickelt.

Sieben- und Achtfach-Getriebenaben haben den größten Marktanteil. Sie werden wegen ihrer Wartungsarmut und Zuverlässigkeit vor allem an Fahrrädern für die Stadt, den Alltag und für kurze Touren eingesetzt. Daneben gibt es aber noch andere Formen der Gebtriebenabe.

Eine Sonderstellung unter den Nabenschaltungen nimmt die Rohloff Speedhub ein: Der Kasseler Hersteller brachte 1999 die Speedhub mit 14 Gängen auf den Markt, die sich als unverwüstlicher Partner für lange und harte Einsätze erwiesen hat. Die Schaltung hat ihren Preis und kostet mehr als so manches Komplettrad.

Jüngeren Datums ist Enviolo, bekannt geworden unter dem Namen NuVinci, eine stufenlose Nabenschaltung. Sie hat den großen Vorteil, dass es bei ihr keine Gangsprünge gibt, die bei herkömmlichen Nabenschaltungen recht groß ausfallen können.

Daneben versuchen sich auch neue Hersteller zu etablieren, die ihre Modelle speziell auf die hohen Belastungen an Elektrofahrrädern ausrichten.

So funktionieren Nabenschaltungen

Nabenschaltungen sind innerhalb der Nabenhülse untergebrachte Planetengetriebe. Dabei sind um ein zentrales Zahnrad weitere Zahnräder wie Planeten angeordnet. Über den Schaltzug wird eine Schaltmuffe bewegt, die dafür sorgt, dass die Zahnräder in unterschiedlichen Kombinationen ineinandergreifen und so die Drehgeschwindigkeit des Ritzels in eine langsamere oder schnellere Bewegung des Rades unter- oder übersetzen, oder im Direktgang beide Geschwindigkeiten synchronisieren.

Es ist möglich, Getriebe zu koppeln und damit mehr Gänge und einen größeren Übersetzungsbereich mit leichteren und schnelleren Gängen zu erhalten oder Gangsprünge zu verringern. Bei der Rohloff-Nabe sind drei Getriebe hintereinandergeschaltet, die zusammen 14 Gänge ergeben.

Vorteile von Nabenschaltungen:

  • wartungsarm
  • zuverlässig
  • simple Schaltlogik
  • Schalten im Stand ist möglich
  • Möglichkeit einer Rücktrittbremse

Nachteile:

  • etwas schwächerer Wirkungsgrad gegenüber gut gewarteten Kettenschaltungen
  • höheres Gewicht
  • Reparaturen nur für Fachleute möglich
  • Schalten unter Last bei den meisten Modellen nicht möglich
  • größere Gangsprünge

Stufenloses Schalten

Die stufenlose Enviolo-Nabe nutzt ein anderes Prinzip: Zwar handelt es sich auch hier um ein Planetengetriebe, allerdings sind diese Planeten den Himmelskörpern noch ähnlicher, denn es handelt sich um Kugeln. Sie sind auf schwenkbaren Achsen gelagert und übertragen die eingehende Kraft vom Ritzel auf den Nabenkörper. Werden die Kugeln geschwenkt, vergrößert oder verkleinert sich ihr wirksamer Radius, was sich in einer Über- oder Untersetzung äußert. Ein Spezialöl, das sich an den Kontaktpunkten verhärtet, sorgt für schlupffreie Übertragung.

Vor- und Nachteile von Nabenschaltungen

Die nach wie vor große Beliebtheit von Nabenschaltungen erklärt sich vor allem durch ihre Wartungsarmut. Umwelteinflüsse können einem gekapselten Getriebe wenig anhaben. Die Möglichkeit, eine Rücktrittbremse zu verwenden, ist vielen Radfahrenden ebenfalls wichtig.

Im Gegensatz zu Kettenschaltungen kann eine Nabenschaltung im Stehen geschaltet werden. Vergisst man vor dem Ampelstopp, einen leichten Gang einzulegen, lässt sich das einfach korrigieren.

Durch die simple Schaltlogik kann man sich ganz aufs Fahren konzentrieren. Meist wird per Drehgriff geschaltet - in eine Richtung wird es schneller, in die andere langsamer. Kettenschaltungen mit ihren vielen Kettenblättern vorne und Ritzeln hinten sind nicht so intuitiv zu bedienen.

Praktisch für Alltagsräder: Die Kette läuft bei Nabenschaltungen gerade und lässt sich anders als bei Kettenschaltungen in einem Kettenkasten einfach und wirkungsvoll vor Regen und Schmutz schützen. Das erhöht die Lebensdauer der Kette und sie muss seltener geschmiert werden.

Für Sport weniger geeignet

Für sportliche Zwecke eignen sich die Getriebe dagegen weniger. Zum einen sind sie recht schwer, zum anderen sind die Gangsprünge zu groß und der Übersetzungsbereich zu klein. Außerdem lassen sich Nabenschaltungen nicht unter Last schalten, das heißt, die Tretbewegung muss kurz unterbrochen werden. Bergauf ist das ein Problem, da viel Last auf dem Pedal liegt und ein Aussetzen der Tretbewegung sofort die Fahrt verlangsamt. Das können Kettenschaltungen deutlich besser.

Die meisten gängigen Nabenschaltungen weisen recht große Gangsprünge und einen begrenzten Übersetzungsumfang auf. Das heißt: In einem Gang erscheint das Treten manchmal zu leicht, im nächtschnelleren ist es aber bereits zu schwer. So vermisst man in hügeligem Gelände bergauf vielleicht einen leichteren Berggang, während bergab ein schnellerer Gang fehlt. Nabenschaltungen mit sieben oder acht Gängen sind daher vorwiegend für flachere Einsatzbereiche geeignet.

Rohloff ist die Ausnahme

Rohloffs Speedhub hat eine große Übersetzungsbandbreite und gleichmäßige, enge Gangsprünge. Sie ist nur wenig schwerer als gute Kettenschaltungen und lässt sich sogar unter einer gewissen Last schalten. Diese Rohloff-Schaltung ist extrem belastbar und langlebig.

Auch Hinterräder mögen Nabenschaltungen: Weil es nur ein Ritzel gibt, kann der antriebsseitige Nabenflansch weiter außen sitzen, was durch die weniger steil stehenden Speichen das Laufrad stabiler macht.

Wirkungsgrad

Oft wird der geringere Wirkungsgrad von Getriebenaben als Nachteil angeführt. Die innere Reibung schluckt mehr Energie als eine Kettenschaltung - zumindest theoretisch.

In der Praxis sind Kettenschaltungen oft durch Verschmutzung und Verschleiß weniger effektiv als im Neuzustand und nähern sich in ihrem Wirkungsgrad den Nabenschaltungen an. Für den Einsatz im Alltag spielen diese Verluste ohnehin keine Rolle. Ein schlecht aufgepumpter Reifen verursacht höhere Energieverluste.

Reparaturen

Tritt doch mal ein Problem an der Nabenschaltung auf, bleibt oft nur der Weg in die Werkstatt.

Nabenschaltung vs. Kettenschaltung: Welche ist besser?

Ist eine Kettenschaltung besser als eine Nabenschaltung? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Das bestätigen die bisherigen Ausführungen in unserem Artikel. Vielmehr kommt es darauf an, ob zum Beispiel ein leichtes Rennrad oder robustes Mountainbike genutzt wird. Die Entscheidung für eine der beiden Varianten hängt auch von den Bedürfnissen und Ansprüchen an eine Gangschaltung ab. Vor dem Kauf ist es daher ratsam, sich über die Kombination von Fahren und Schalten klar zu werden.

Vielfahrende und Pendelnde, die zum Beispiel das Fahrrad täglich für den Weg zum Arbeitsplatz nutzen, sollten sich die Nabenschaltung näher ansehen. Ihr geringer Verschleiß und ihre hohe Widerstandsfähigkeit sind im Alltag ein echter Gewinn. Aber auch Personen, die vor allem unkompliziert und sorglos radeln wollen, sind mit der Nabenschaltung gut beraten.

Dass es auch E-Bikes mit Nabenschaltung gibt, hat einen besonderen Reiz: Hier werden die Nachteile von höherem Gewicht und geringerer Effizienz durch das höhere Gesamtgewicht des E-Bikes und die kräftigen E-Motoren relativiert - elektrisch zu fahren, wird damit noch entspannter.

Tretlagerschaltung

Als weitere Variante einer Fahrradschaltung sei noch die Tretlagerschaltung erwähnt. Sie ist im Vergleich zur Ketten- und Nabenschaltung weit weniger verbreitet. Auch, weil sie sehr teuer in der Anschaffung ist. Am bekanntesten dürfte das Pinion-Getriebe des gleichnamigen Herstellers sein. Fahrräder mit diesem Bauteil haben Einstiegspreise ab 2500 Euro.

Neben dem hohen Preis ist auch das vergleichsweise hohe Gewicht einer Tretlagerschaltung ein Manko. Vor allem, wenn man ein Fahrrad aus dem hochpreisigen Segment besitzt, bei dem man für die Reduktion von Gewicht bezahlt. Noch eine Besonderheit ist, dass sich die meisten Tretlagergehäuse aufgrund ihrer Bauart nicht am Standardrahmen montieren, also nicht nachrüsten lassen.

Doch diese Schaltung hat auch Vorteile: Das Getriebe ist geschützt im Gehäuse am Fahrradrahmen oder an der Tretkurbel untergebracht. Durch ihre robuste Bauweise ist sie nahezu wartungsfrei und sehr unempfindlich. Da die Konstruktion sehr komplex und hochwertig ist, ist dieser Schalttyp bei Kennern und Tüftlern beliebt. Entwickelt wurde sie vor allem für Fahrräder, die sehr hohen Belastungen ausgesetzt sind. Auch werden Tretlagerschaltungen geschätzt für ihren geschmeidigen Schaltkomfort und ihre aufgeräumte Optik.

Zusammenfassung: Vor- und Nachteile im Überblick

Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, ist es hilfreich, die Vor- und Nachteile von Nabenschaltungen und Kettenschaltungen gegenüberzustellen:

Tabelle: Vergleich Nabenschaltung vs. Kettenschaltung

Merkmal Nabenschaltung Kettenschaltung
Wartung Gering Hoch
Verschleiß Gering Hoch
Schalten unter Last Meist nicht möglich Möglich
Wirkungsgrad Geringer Höher
Gewicht Höher Geringer
Kosten Höher Geringer (Einstiegsmodelle)
Eignung Alltagsräder, E-Bikes Sporträder, Mountainbikes
Schalten im Stand Möglich Nicht möglich
Intuitivität Sehr Intuitiv Weniger Intuitiv

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0