Die Rohloff-Nabe hat sich seit einem Vierteljahrhundert auf dem Markt etabliert und gilt als legendär. Am HNF Nicolai XD4 zeigt sich das unverwüstliche Getriebe in Bestform - dank moderner Elektronik und Vernetzung mit dem aktuellen Bosch-CX-Antrieb der neuesten Generation.
Die Vorzüge der Rohloff-Nabe
Die Rohloff Speedhub (mit externer Schaltbox) ist schwerer und teurer als eine Kettenschaltung. Aber mittlerweile ist ihre Einsatzfähigkeit und Lebensdauer auch auf harten Touren längst belegt und wird nicht mehr ernsthaft in Frage gestellt. Und beim Gewicht bin ich als Reiseradler jetzt nicht so empfindlich - es ist ungefähr ein Kilogramm mehr. Ich muss sagen, ich habe diesen Systemwechsel nicht bereut. Durch die Rohloff habe ich eine neue Freude am Fahren entdeckt. Fast wie eine Automatik schaltet die Rohloff geschmeidig und gibt mir immer den richtigen Speed.
Ich bin gefühlt schneller und lautloser mit der Rohloff unterwegs, als mit der Kettenschaltung. Natürlich muss man sich etwas an das Schalten mit der Rohloff gewöhnen. Ich nehme meist Druck aus dem Tritt während des Schaltens. Vergesse ich das, schaltet die Rohloff in den 14ten und damit schwersten Gang. Das bekommt man aber recht schnell hin und solche Verschalter bleiben selten. Den Drehschalter der Rohloff kann ich gut bedienen. Hier gab es ja bei den ersten Modellen Kritik, dass der Griff sich bei Nässe oder nach Abrieb nicht mehr schalten lässt, weil man immer abrutscht.
Ein weiterer Vorteil ist die Pflegeleichtigkeit. Ich musste mich erst daran gewöhnen, nicht immer nach den Umwerfern zu schauen und diese zu pflegen. Einfach immer mal ein paar Tropfen auf die Kette und das war es auch schon.
Rohloff vs. Kettenschaltung: Ein Vergleich
Während sich die Rohloff wie eine Automatik-Schaltung fährt, so ist die Shimano XT die Handschaltung. Hier wird noch „ehrlich“ geschaltet und man arbeitet mehr mit dem Rad. Vorne und hinten gibt es immer was zu tun. Ich reagiere mit der XT feiner auf die Anforderungen des Weges und schalte oft einen Gang hoch oder runter. Am Berg oder auf hügeliger Strecke stehen mir natürlich mit 3 vorderen Kränzen und einer 9fach Kassette theoretisch viele Möglichkeiten zur Verfügung. Was mir an der Kettenschaltung sehr gut gefällt - neben der „Ehrlichkeit“ und Unmittelbarkeit des Schaltens - ist die Möglichkeit, alles immer und egal wo reparieren zu können.
Schaltwerke gibt es überall auf der Welt und kleine Teile können nachgebaut werden. Zudem ist die XT sehr robust und so manche Beanspruchung unterwegs, wie Schläge auf Schaltkörper und Hebel nimmt sie gelassen hin. Auch das Schalten unter Last, am Berg beispielsweise, macht die XT problemlos und präzise mit. Nicht umsonst gilt die Shimano XT als Legende unter den Kettenschaltungen und ist nach wie vor bei vielen Tourenradlern die 1. Wahl.
Natürlich bedarf die Kettenschaltung mehr Pflege: Kette reinigen, Ritzel säubern, Schaltwerk und Umwerfer nachstellen und Ölen, Bowdenzüge prüfen. Das klingt jetzt aufwändiger als es ist, denn im Alltag macht man das alles innerhalb weniger Minuten. Das betrifft nicht die Schalthebel und -werke, sondern mehr Kette und Ritzel. Wo die Kettenschaltung unschlagbar ist, ist beim Preis: eine Komplettgruppe Shimano XT 3×10 ohne Naben bekommt man schon um die 350 Euro, wohingegen eine Rohloff mit um die 1.000 Euro zu Buche schlägt.
Fazit zum Vergleich
Ich bin absoluter Fan der Rohloff mit externer Schaltbox geworden. Das Fahren und Schalten ist wesentlich komfortabler und flüssiger, als mit einer Kettenschaltung. Und ich kann im Stand schalten, was mit einer Kettenschaltung nicht geht. Den Anforderungen einer harten Radtour genügen beide Systeme vollkommen. Die Kettenschaltung kann unterwegs als offenes System und aufgrund der hohen weltweiten Verbreitung natürlich einfacher repariert werden, Die Rohloff hat hier als geschlossenes System einen Nachteil. Allerdings ist mir bislang kein Fall bekannt, wo es eine Speedhub zerlegt hat. Preislich ist die Kettenschaltung immer die bessere Wahl, auch angesichts der hohen Gesamt-Haltbarkeit einer Kettenschaltung.
Modelle im Test
Rennstahl 853 Rohloff
Das 853 ist einer der vielseitigsten Randonneure mit großem Potenzial auch abseits von Teerstraßen. Dank überlegt gewählter Technik, Material und Komponenten ist es zudem ein Rad, an dem man mit Sicherheit lange seine Freude hat.
Die wichtigsten Details des Rennstahl 853:
- Modell: RENNSTAHL 853 Rohloff
- Preis: 5.149 Euro
- Rahmengrößen: S, M, L, XL, XXL
- Gewicht Testrad: 16,7 kg
- zulässiges Gesamtgewicht: 182 kg
- Rahmen: Stahl, geschweißt
- Gabel: Stahl, tapered, Steckachse
- Schaltung: Rohloff Speedhub 500/14, Gates CDX
- Übersetzung: 50/19 Zähne, 526 %
- Riemenspannung: Slider-Achsstücke
- Bremsen/ø: Campagnolo Chorus Disc/160 mm
- Reifen: Schwalbe G-One Allround 40-622
- Lichtanlage: Son 28 12, Son Edelux, Son Rücklicht
Vor- und Nachteile:
- Plus: Extrem aufwendiges Radkonzept; extrem hohe Haltbarkeit, Wartungsarmut und Reparaturfreundlichkeit
- Minus: In Kurven Fußkontakt zum Schutzblech vorn; schnelles Durchschalten mehrerer Gänge nicht möglich; keine Stellschrauben an Slider-Achse
Rennstahl 853 E-Rohloff MTB
Beim aktuellen Rennstahl 853 E-Rohloff MTB verbinden die Münchner Bewährtes mit modernster Technik. Die namensgebenden nahtlos gezogenen Reynolds 853 Stahlrohre sind schon lange auf dem Markt, ebenso wie die schon seit Jahrzehnten bewährte Rohloff-Nabenschaltung mit 14 Gängen. Der Antriebsstrang ist ein moderner Gates-Zahnriemen, der nahezu wartungsfrei läuft. Von Bosch kommt das Antriebssystem, der CX-Motor ist bereits seit 4 Jahren am Markt und weiß zu überzeugen. Der 29“ Tune-Laufradsatz ist symmetrisch eingespeicht, vorne und hinten!
Und dort kann es der Rennstahl-Fahrer krachen lassen. Klar, das 853 E-Rohloff ist ein Hardtail und nicht für harte Downhill-Trails gebaut. Sie sind aber durchaus fahrbar. Doch besser aufgehoben ist das Bike auf ruppigen Pisten: Fernstraßen, die noch nie Asphalt gesehen haben. Insbesondere mit Gepäck spielt das Stahlrad seine Stärken aus, ohne Gepäckträger wird es zum Bergaufakrobaten: Kein Anstieg ist ihm zu steil, der Reifenmix aus Racing Ray und Racing Ralph macht es möglich. Die elektrische Rohloff-Nabe arbeitet höchst präzise und verfügt über eine kurze Kraftunterbrechung zur Schonung des antriebsstranges bzw. des Getriebes der Nabe. So lässt sie sich auch unter Volllast schalten.
Das Rennstahl 853 E-Rohloff MTB schreit nach fernen, entlegenen Gegenden ohne ideales Radwegenetz. Dort ist es in seinem Element.
Riese & Müller Homage GT Rohloff
Einzigartiges Konzept, zahlreiche Zusatzfeatures und mit Ausnahme der Bremse eine solide Ausstattung: Das alltagstaugliche Riese & Müller Homage GT überzeugt, nicht zuletzt mit überragendem Komfort. Für Offroad-Pendler, Trekking- und Touren-Begeisterte ist das spurstabile Rad eine gute Option, auch weil es mit Packtaschen eines der besten Bikes im Test ist. Wird es eng, muss der vollgefederte Tiefeinsteiger mit Nachdruck gefahren werden.
Riese & Müller Homage GT Rohloff:
- Preis: 6.499 €
- Motor: Bosch Performance Line CX 75 Nm
- Akku: Bosch PowerTube 500 Wh
- Display: Bosch Kiox
- Federgabel: SR Suntour Aion 100 mm
- Dämpfer: X-Fusion O2 100 mm
- Sattelstütze: Satori Trident - mm
- Bremsen: Magura MT4 180/180 (v/h) mm
- Schaltung: Rohloff E14 526 % Bandbreite
- Vorbau: Humpert ergotec Barracuda 90 mm
- Lenker: Humpert ergotec ErgoXXL 680 mm
- Laufradsatz: 27,5"
- Reifen: Schwalbe Rock Razor 2,35
- Größe: S, M, L
- Gewicht: 29,7 kg
- Zul. Gesamtgewicht: 140 kg
Riese & Müller Charger GX Rohloff
Auch von der Ausstattung kann das Charger GX rohloff dem kritischen Blick der Tester standhalten. Vor allem die Laufräder werden als Alleinstellungsmerkmal des Charger GX rohloff hervorgehoben: „Die Rohloff-Nabenschaltung bzw. die XT-Vorderradnabe sind in massive, 50 mm breite 27,5″-Felgen eingespeicht und stehen auf Schwalbe Rock Razor-Reifen. Diese Semislick-Reifen werden sonst beim Enduro oder gar Downhill gefahren. Speziell für Riese & Müller bestehen sie jedoch aus der langlebigen Travel Star-Gummimischung - sonst nur in Tourenreifen wie dem Marathon zu finden.
Weiterhin als sehr gut bewertet werden Cockpit, Vorbau und Lenker, die für ein Trekkingrad perfekt bemessen sind sowie die Ergon-Korkgriffe mit verstellbaren Hörnchen. Komforttechnisch findet in der guten Bewertung auch der Brooks-Ledersattel seinen Platz. Dieser benötigt, laut den Testern, zwar 600 bis 1.000 km Einsitzdauer, ist und bleibt dann aber sehr bequem. Auch im Praxistest überzeugte das Charger GX rohloff die Redaktion des Magazin E-Mountainbike. So büßt der Rahmen auch bei voller Beladung und im Gelände nichts von seiner massiven Steifigkeit ein.
Die Rohloff-Schaltung wird von den Testern als Meisterwerk an Ingenieurskunst, was Verarbeitung und Haltbarkeit angeht, beschrieben. Sie harmoniert, nach Beschreibung der Tester, mit ihrer riesigen Bandbreite sehr gut mit der Unterstützung des Bosch CX-Motors. Somit kann jeder Anstieg entspannt gemeistert werden.
Tout Terrain Silkroad
Tout Terrain bietet verschiedene Modelle des Silkroad an, darunter:
- Silkroad Xplore II 29 Anniversary Edition: 7.499,00 € mit Pinion P1.18 Antrieb und Gates Riemenantrieb.
- Silkroad II 275 Custom: 3.490,00 € mit individueller Farbauswahl.
- Silkroad II 275 Select: 3.15.349,00 € mit Rohloff Speedhub 500/14.
- Silkroad Xplore II 275 Custom: 4.690,00 € mit individueller Farbauswahl.
MTB Cycletech Raw Offroad Rohloff
In der Tat ist das MTB Cycletech Raw Offroad Rohloff sehr ungewöhnlich. Das liegt nicht nur an der Farbe oder der dargestellten Farbkombination. Vermarktet wird es als ein Zwitter aus Urban-, Mountainbike und Reiserad. Von diesen trägt unser Raw-Testrad Elemente in sich: Korb, Lichtanlage, Schutzbleche und Griffe sind eindeutig urban. Dazu passt irgendwie auch der ungewöhnlich schwungvolle Tourenlenker. Rohloff-Getriebe und Riemen sind in all diesen Welten zuhause.
Auf Asphalt mögen die Reifen vielleicht noch etwas ausbremsen. Über das ebenfalls straffe Steuer dirigiert man es akkurat im Stadtverkehr oder im Gelände. Zur Agilität tragen auch die etwas kompakteren Laufräder bei.
HNF Nicolai XD4
Mit einem E-SUV wie dem HNF Nicolai XD4 schließt sich der Kreis. Doch dazu später mehr - erst einmal zum Rad selbst. Das XD4 bringt mit seinem kantigen Alu-Rahmen, 120-mm-Luftfedergabel, Vierkolben-Bremssattel vorne und 27,5-Zoll-Bereifung schon in der Basisversion ziemlich viel Mountainbike ans Touren- und Alltagsrad und ist damit durchaus beispielhaft für die Gattung des E-SUV oder besser E-SUB: „Sport Utility Bicycle“.
Nun jedoch optimiert die Antriebselektronik das Zusammenspiel von Schaltung und Motor, und es dauert nur Sekundenbruchteile, bis der Gang gewechselt ist. So schaltet und fährt es sich deutlich geschmeidiger, und das 14-Gang-Getriebe kann seine enorme Robustheit voll ausspielen, dank der es leicht mit den vereinten Kräften von Fahrer und Antrieb fertig wird.
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