Mountainbike Sattelfederung: Vor- und Nachteile

Federsattelstützen erhöhen tendenziell den Komfort beim Fahrradfahren. Gefederte Sattelstützen können dabei in zwei Kategorien mit ganz spezifischen Eigenschaften sowie Vor- und Nachteilen eingeteilt werden: einfache Teleskop-Sattelstützen und komplizierter aufgebaute Parallelogramm-Sattelstützen.

Typen von Federsattelstützen

Gefederte Sattelstützen können aufgrund ihrer Bauform in zwei Kategorien eingeteilt werden: Feder, beziehungsweise Teleskop-Sattelstützen oder Parallelogramm-Sattelstützen.

Teleskop-Sattelstützen

Bei den gefederten Teleskop-Sattelstützen bewegt sich der obere Teil, das Standrohr in das untere Tauchrohr, ähnlich wie bei einer Federgabel. Die Vorteile von gefederten Teleskop-Sattelstützen liegen auf der Hand: Sie sind günstig, haben ein geringes Eigengewicht und sind fein einstellbar.

Dafür reagiert die Stütze im Vergleich nicht ganz so sensibel und beim Einfedern verändert sich entsprechend die Sitzhöhe. Teleskop-Sattelstützen federn ausschließlich nach unten, wodurch sich die Sitzhöhe verändert. Dies muss beim Einstellen der Sitzhöhe berücksichtigt werden, sowie ein gewisses Einsinken beim Draufsetzen.

Teleskopstützen leiten die Erschütterungen parallel zum Sattelrohr ab, wodurch es bei nach vorn gebeugter Sitzhaltung innerhalb der Stütze zu Reibungen kommen kann, welche die Effizienz mindern. Somit sind solche Stützen eher für aufrechte Sitzpositionen, wie bei City- oder Trekkingrädern, geeignet.

Die Aaron Spring hat uns unter den Teleskop-Stützen vom Komfort her am meisten zugesagt. Für die Montage des Sattels müssen die Sattelklemmen so weit wie möglich geöffnet werden. Nun kann der Sattel im rechten Winkel zum Rad eingesetzt und in die richtige Position gebracht werden. Ist das erledigt, werden die Schrauben mit einem Anzugsmoment von 9 bis 10 Newtonmeter angezogen. Um die Vorspannung zu erhöhen, muss die Sattelstütze wieder abmontiert werden. Nun kann am unteren Ende mit einem Innensechskantschlüssel der Einsteller im Uhrzeigersinn in die Sattelstütze eingedreht werden. Das angegebene Körpergewicht liegt zwischen 65 und 120 Kilogramm. Der Federweg beträgt 40 Millimeter. Mit einem Fahrergewicht von 60 Kilogramm merkt man von der Federung dennoch wenig. Zusätzlich gibt der Hersteller noch eine Garantie von drei Jahren auf sein Produkt.

Parallelogramm-Sattelstützen

Parallelogramm-Federsattelstützen sehen zunächst wuchtiger aus als Teleskop-Sattelstützen, allerdings sind sie wesentlich effektiver, was das Ansprechverhalten und somit die Dämpfung angeht, da sie nicht nur nach unten, sondern nach unten und hinten abfedern. Als Federelement kommt auch hier meist eine Stahlfeder oder ein Elastomer zum Einsatz, welches direkt im oder am Parallelogramm unterhalb des Sattels verbaut sind.

Daraus ergeben sich folgende Vorteile: Die Parallelogramm-Sattelstützen haben ein sensibleres Ansprechverhalten und bieten selbst bei geringen Stößen mehr Komfort. Der große Nachteil dieser Konstruktion ist jedoch tatsächlich der Federweg. Hier verändert sich nicht nur die Sitzhöhe, sondern auch die Sitzposition, also der Abstand zwischen Sattel und Lenker beim Einfedern. Unter Umständen kann so ein erhöhter Druck zwischen Damm und Sattel entstehen. Dies muss beim Einstellen des Sattels entsprechend bedacht werden.

Die Parallelogramm-Federsattelstütze SR SP12 von Suntour bietet tollen Komfort zum guten Preis. Die Parallelo-Stütze Suntour SR SP12 bringt tolle Federung zum guten Preis. Die Montage ist recht unkompliziert: Die Sattelstütze wird so weit in den Rahmen geschoben, bis nichts mehr von der Aufschrift „Min Insert“ zu lesen ist. Für die Montage des Sattels müssen die seitlichen Befestigungsschrauben gelöst werden, und zwar so weit, bis die Schiene des Sattels dort hineinpasst. Richtig ausrichten und mit einem Drehmomentschlüssel befestigen. Um die Einstellung der Vorspannung zu checken, setzen Sie sich nun auf das Rad. Die Sattelstütze sollte zu einem Drittel des Gesamtweges eingefedert sein. Ist das nicht der Fall, muss die Sattelstütze nochmals abmontiert und neu eingestellt werden. Die Einstellung können Sie korrigieren, indem Sie mit einem Innensechskantschlüssel den Einsteller verdrehen. Ist die Korrektur nicht hilfreich, muss die Feder gewechselt werden. Wir waren auf unserem Testparcours von dem Komfort positiv überrascht. Die Redaktion von Fahrradmagazin.net hat die Suntour SR SP12 ebenfalls getestet. Die Sattelstütze sieht am Fahrrad erstmal sehr wuchtig aus, hier ist natürlich viel mehr „Technik“ vorhanden als bei einer normalen und herkömmlichen Sattelstütze. Die Optik beeinflusst die Funktion jedoch nicht. Ist die Federung entsprechend gewählt, so sind Unebenheiten und schlechte Wegstrecken nur noch wenig zu spüren.

Die Redshift ShockStop City ist eine Parallelogramm-Sattelstütze in überraschend kompakter Bauform sowie mit herausragenden Dämpfungseigenschaften. An der Verarbeitung gibt es auch nach genauer Betrachtung nichts zu bemängeln. Besonders gut hat uns gefallen, dass die Stütze über eine Schutzabdeckung verfügt, welche den oberen Feder-Mechanismus sowie die Sattelschraube vor zu starker Verschmutzung schützt. Die Montage der ShockStop City sowie das Fixieren des Sattels sind beides sehr einfach. Auch die Federvorspannung lässt sich mithilfe eines Schraubendrehers oder Innensechskantschlüssels unkompliziert einstellen. Sollte das Fahrergewicht nicht zur verbauten Feder passen, lässt sich die Federkonfiguration ändern. Dazu ist im Lieferumfang eine schmale Feder enthalten, die je nach Bedarf in die bereits verbaute und breitere Hauptfeder eingeschoben werden kann. Parallelogramm-Sattelstützen sind in ihrer Bauform meist klobig, schwer und sehen teilweise nicht sehr hübsch aus. Die Redshift ShockStop besitzt für ihre Klasse eine sehr kompakte Bauform und im unbelasteten Zustand ist sie nicht sofort als gefederte Sattelstütze zu erkennen. Erst beim Einfedern erkennt man die Sattelstütze als solche, was uns sehr gut gefällt. Die Stütze besitzt als Dämpferelement eine klassische Stahlfeder, welche im Sattelrohr verbaut ist. Auf dem Bike macht die ShockStop City einen sehr guten Eindruck. Ist sie optimal auf das Fahrergewicht eingestellt, dämpft sie Bodenunebenheiten zuverlässig weg, andererseits ist das Wippen beim Pedalieren kaum spürbar.

Komfort und Belastung

Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Ingo Froböse haben die Belastungen, welche beim Radfahren auf die Lendenwirbelsäule auftreten können, gemessen. So ist es möglich, dass Beschleunigungen von bis zu 8 g auf die Wirbelsäule einwirken können. Gefederte Stützen können diese Belastungen deutlich reduzieren. Bei sportlichen Bike-Disziplinen mit den entsprechenden Sitzpositionen können solche Sattelstützen die Belastung um bis zu 30 Prozent reduzieren.

Wichtige Hinweise

Dennoch darf man den gefederten Stützen nicht zu viel zumuten. Vibrationen dämpfen sie nur bedingt, da die Beschleunigungen zu hoch oder die Stützen mit dem Biker darauf zu träge sind. Eine gefederte Sattelstütze ersetzt also nicht einen guten und passenden Sattel, eine geeignete Radunterhose, eine optimale Sitzposition und vor allem nicht die richtige Rahmengeometrie.

Wie bereits erwähnt, dienen gefederte Sattelstützen dazu, Stöße vom Untergrund abzufangen, um für mehr Sitzkomfort zu sorgen. Diese werden grundsätzlich an Hardtails, also an Bikes ohne Hinterbaudämpfung verbaut. Vario-Sattelstützen hingegen haben einen anderen Einsatzzweck. Der Haupteinsatzbereich ist beim Mountainbiken zu finden und da vor allem bei Allmountain- und Enduro-Bikes. Geländebedingt muss hier oft zwischen der Sattelhöhe gewechselt werden, um etwa den Schwerpunkt bei einer knackigen Abfahrt nach unten zu verlagern. Außerdem wird so genügend Platz erzeugt, um auf dem Bike arbeiten zu können. Ein hoher Sattel ist hier meist störend. Bei langen Uphills hingegen ist ein möglichst hoher Sattel effizienter beim Pedalieren. Gelegentlich sieht man auch Vario-Stützen an Hardtails. Hier können sie dank ihres leichten Spiels oder genauer gesagt der Dämpfung zusätzlich für einen gewissen Fahrkomfort sorgen, da sie auch Stöße vom Belag auf den Fahrer abdämpfen können. Diese Dämpfung ist dabei jedoch minimal.

Vollgefederte Bikes, also Fullys, bieten zwar dank der oft sehr aufwendigen Dämpfung und Geometrie einen hohen Sitzkomfort, das Fahrwerk hat jedoch einen anderen Haupteinsatzzweck. Die aufwendige Federung soll hauptsächlich den Kontakt zwischen Reifen und Belag unter allen Begebenheiten sichern, um auch bei hohen Geschwindigkeiten und im schweren Gelände ein sicheres Fahren zu ermöglichen. Die auftretenden Hindernisse und Kräfte auf das Bike und den Fahrer sind hier um ein Vielfaches höher und nur ein Fully ist diesen Belastungen spielend gewachsen. Ein netter Nebeneffekt ist, dass der Sitzkomfort auch auf der Straße sehr hoch ist und gerade bei den aktuellen Fullys das Pedalieren maximal effizient ist. Tendenziell würden wir eher zu einem vollgefederten Rad als zu einer gefederten Stütze raten, da Fullys auch bei Rückenbeschwerden effizienter sind, aber natürlich spielen diese preislich in einer anderen Liga.

Technische Aspekte beim Kauf

Die technischen Daten spielen beim Kauf einer gefederten Sattelstütze ebenso eine Rolle wie das Fahrrad, die Sitzposition und das Gewicht des Fahrers. Komfort ist natürlich immer ein individuelles und subjektives Empfinden. Generell ist bei Fahrrädern das Sattelrohr schräg nach hinten geneigt. Somit liegt der Schwerpunkt des Fahrers nicht direkt darüber, sondern vor dem Sattelrohr. Je sportlicher die Sitzposition, desto weiter wandert der Schwerpunkt in Richtung Vorderrad.

Effizienz ist bei den gefederten Sattelstützen wichtiger als der Federweg. Dieser Wert solle beim Kauf nicht an erster Stelle stehen. Ein gutes Ansprechverhalten sowie eine stufenlose Anpassbarkeit der Sitzposition sind deutlich wichtiger. Viel Federweg bringt einem Rücken geplagten Biker wenig, wenn die Stöße ineffizient und unsensibel abgemildert werden. Dennoch kann man sagen, je unebener das Gelände, desto mehr Federweg sollte die Stütze haben. Mountainbiker werden also tendenziell eher zu einer Stütze mit mehr Federweg greifen als Radreisende, die ausschließlich auf gut ausgebauten Radwegen unterwegs sind.

Mehr Federweg oder ein sensibles Ansprechverhalten bedeuten zeitgleich aber auch einen stets leicht wippenden Sattel beim Pedalieren. Dies kann auf Dauer etwas nervend sein, hauptsächlich schluckt hier die Federung bei jedem Tritt etwas Energie, die eigentlich an das Pedal hätte ankommen sollen.

Anpassbarkeit und Einstellung

Eine gute Anpassbarkeit ist essenziell. So sollte beim Kauf darauf geachtet werden, für welches Gewicht die Federstütze ausgelegt ist, und ob die Federhärte eingestellt werden kann. Weiter sollte man beim Kauf darauf achten, dass die Sattelneigung stufenlos einstellbar ist. Zwar kann bei allen Stützen die Neigung eingestellt werden, bei manchen Kandidaten ist dies aber nur stufenweise möglich.

Um die Einstellung der Vorspannung zu checken, setzen Sie sich nun auf das Rad. Die Sattelstütze sollte zu einem Drittel des Gesamtweges eingefedert sein. Ist das nicht der Fall, muss die Sattelstütze nochmals abmontiert und neu eingestellt werden. Die Einstellung können Sie korrigieren, indem Sie mit einem Innensechskantschlüssel den Einsteller verdrehen. Ist die Korrektur nicht hilfreich, muss die Feder gewechselt werden.

Montage

Bevor man eine gefederte Sattelstütze kauft, sollte man sich darüber informieren, welcher Rohrdurchmesser benötigt wird. Am einfachsten ist es, wenn die bisherige Sattelstütze abmontiert wird. Entweder ist der Durchmesser dort vermerkt, oder dieser wird schnell mit einem Messschieber ermittelt.

Die Montage der Stütze an und für sich ist sehr einfach. Zunächst wird der Sattel an der alten Stütze abmontiert und am besten zuvor noch der Abstand zwischen Sattel und Rahmen ermittelt. Dies spart bei der Montage der neuen Stütze etwas Zeit. Danach wird die Klemmschelle am Sitzrohr gelöst und die Stütze entfernt. Bevor die neue Stütze eingeschoben wird, sollte sichergestellt werden, dass sich kein altes Fett usw. im Inneren des Sitzrohres befindet. Gegebenenfalls muss hier zuvor etwas geputzt werden. Ist alles sauber, wird eine neue Montagepaste aufgebracht und die Stütze, gegebenenfalls mit einer Spacerhülle, eingeschoben. Danach wird die Stütze auf die zuvor ermittelte Länge grob eingestellt und die Klemmschelle festgezogen.

Wichtige Hinweise bei der Montage

Darauf sollte auf zwei Dinge geachtet werden. Jede Sattelstütze besitzt eine minimale Einschublänge, die auf dem Rohr der Stütze markiert ist. Ist diese bei der notwendigen Höhe noch zu sehen, ist die Sattelstütze generell zu kurz und darf nicht verwendet werden. Sollte dies nicht beachtet werden, ist es wahrscheinlich, dass der Rahmen im Bereich des Sattelrohres Schaden nimmt. Selbst bei lebenslanger Garantie ist dieser Schaden leicht zu identifizieren und nicht abgedeckt. Auch ein Sturz beim Versagen des Rahmens ist hier vorprogrammiert. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Schelle mit dem richtigen Drehmoment, also mit einem Drehmomentschlüssel, angezogen wird.

Ist die Stütze montiert, kann der Sattel wieder eingesteckt und angeschraubt werden. Mit etwas Übung ist das sehr einfach, macht man das zum ersten Mal, kann das etwas fummelig sein. Am besten ist hier, die Schrauben in der Klemmung maximal zu lösen und erst eine Seite des Sattelgestänges einzuführen und anschließend den Sattel dann komplett mit einer leichten Drehbewegung oder Kippbewegung einzuschieben. Das Anziehen der Schrauben sollte ebenfalls mit einem Drehmomentschlüssel und dem richtigen Drehmoment erfolgen.

Ist die Stütze und der Sattel montiert, setzt man sich auf das Bike und dreht eine erste Runde. Hierbei kann zum einen die finale Position eingestellt werden, sowie die gewünschte Federvorspannung in der Sattelstütze. Damit selbst überprüft werden kann, ob die Federung richtig eingestellt ist, kann man sich an grob zwei Merksätzen orientieren: Wird eine niedrige Bordsteinkante heruntergefahren, sollte die Sattelstütze leicht, aber merklich einfedern. Wird eine hohe Bordsteinkante heruntergefahren, dann sollte die Sattelstütze gerade so nicht durchschlagen.

Empfehlungen

Die SP-10.0 von Ergotec ist der absolute Preistipp: Wer nicht viel Geld für eine gefederte Teleskop-Sattelstütze ausgegeben möchte, findet hier eine gute Alternative. Sie ist zwar nicht die beste auf dem Markt, bietet aber für den Preis viel Komfort. Die Federhärte kann hier ebenfalls mit einem Innensechskantschlüssel verstellt werden. Empfehlen möchten wir die Sattelstütze Radfahrern, die aufrecht bzw.

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