Unbeschwertes Mountainbike-Feeling ohne Störgeräusche und trotzdem etwas Rückenwind bergauf: Leichte E-Mountainbikes sind noch immer das Trend-Thema schlechthin. Light e-MTBs sind eine tolle Möglichkeit, sportlich unterwegs zu sein, sich aber trotzdem ein klein wenig Unterstützung zu gönnen, um noch eine Schippe mehr draufzulegen.
Light e-MTB im Test: Die Modelle im Überblick
Unsere Testfahrer Karina, Jenny, Leon und Sebastian haben für uns vier verschiedene Light e-MTBs getestet und verglichen. Die Modelle sind sehr unterschiedlich und haben alle einen anderen Fokus - ob Leichtgewicht bei voller Performance, altbekannter Light e-MTB Motor oder klassisches Light e-Bike Konzept: für jeden Anspruch und Geldbeutel lässt sich etwas passendes finden.
Specialized Levo SL
Gerade einmal ca. 17,7 Kilogramm bringt das Specialized Levo SL auf die Waage. „Das merkt man im Fahrverhalten. „Das Levo SL fährt sich wunderbar leicht auf unterschiedlichsten Strecken. Auf ebener Strecke, bergab oder auf dem Trail wird man gut unterstützt.“ Natürlich sind 35 Newtonmeter nicht dafür gemacht, sich durch die Gegend tragen zu lassen. Du musst auch selbst ordentlich in die Pedale treten.
„Bei diesem Modell hat man den Vorteil, dass es dadurch aber sehr leicht ist. Man ist dynamisch unterwegs und hat eine tolle Agilität. Es ist aber kein Bike, bei dem man gefahren wird. Man muss selbst Beinkraft aufwenden, vor allem dann, wenn es bergauf geht. Hinzu kommt ein Akku mit 320 Wattstunden Akkukapazität. Dieser lässt sich nicht entnehmen, kann aber leicht direkt am Bike geladen werden.
„Außerdem kann man einen Range Extender anschließen, der noch einmal 50 Prozent mehr Leistung bringt. Außerdem ist das Light e-MTB von Specialized natürlich auch mit einer Federgabel ausgestattet. In diesem Fall ist es die FOX FLOAT 36 Performance Elite Federgabel mit 150 Millimeter Federweg. „Das macht sich besonders Downhill bemerkbar.
Focus Jam SL 9.0
Jenny hat für uns das Focus Jam SL 9.0 getestet. „Ich habe ein Faible fürs Mountainbiken, bin aber erst über das e-MTB zu diesem Hobby gekommen - meist ist es ja genau der andere Weg. In den letzten Jahren bin ich mit einem großen Motor gefahren. Beim Focus Jam SL 9.0 ist der Fazua Ride 60 mit 60 Newtonmetern Drehmoment verbaut.
„Der Motor arbeitet sehr leise und man merkt kaum Tretwiderstand. Man befindet sich hier etwa in der Mitte zwischen richtig kräftigem Motor und herkömmlichem Bike. Das Light e-MTB ist agil, lässt sich in die Kurve drücken und das Fahrgefühl ist einfach fantastisch.“ Ein Vorteil des kleineren Motors und dem damit einhergehenden geringeren Gewichts ist natürlich auch, dass es sich leicht heben lässt.
R Raymon AirRay 10.0
Unser Testfahrer Leon war bisher weniger auf e-MTBs unterwegs, stattdessen viel mit Enduros im Bikepark. Das R Raymon AirRay 10.0 kommt mit einem 500 Wattstunden Akku daher. Zudem zeichnet sich natürlich auch dieses Modell durch sein geringes Gewicht aus, das nicht zuletzt durch den Carbon-Rahmen hervorgerufen wird.
Der Motor ist ein Yamaha AirDrive mit 50 Newtonmetern Drehmoment. „Das ist für viele e-MTBs etwas weniger Drehmoment, aber es ist schon eine gute Unterstützung. Das AirRay 10.0 kommt mit der Grundausstattung daher. „Ich komme vom Mountainbiken ohne Motor. Es war daher spannend zu sehen, dass man auch beim e-MTB richtig außer Atem kommen kann. Dieses e-Bike unterstützt bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde. Auf dem Trail ist man aber oft schneller unterwegs. Das Light e-MTB ist immer noch ein Sportgerät, das auch eigene Kraftanstrengungen erfordert.
Giant Trance X Advanced E+ Elite 0
Sebastian hat ein Light e-MTB von Giant getestet, welches vorherrschende Glaubenssätze á la “ein Light e-MTB hat immer wenig Motorunterstützung” aufweicht. Das Trance X Advanced E+ Elite 0 kommt schließlich mit dem Giant SyncDrive Pro 2 Antrieb mit richtig starken 85 Newtonmetern Drehmoment. „Es ist ein sehr kräftiger Motor und das merkt man auch. Das e-Bike macht auf den ersten Blick einen schlanken Eindruck, aber die Power fehlt hier definitiv nicht. Durch den 400 Wattstunden Akku wird etwas an Gewicht gespart, was sich dann später auf dem Trail bemerkbar macht. Auch der Carbon-Rahmen trägt dazu natürlich seinen Teil bei.
Etwa 18,8 Kilogramm bringt das Light e-MTB auf die Waage und das trotz des starken Antriebs. „Das Bike besticht durch Kraft und Agilität. Man merkt, dass der Antrieb sehr kräftig ist. Wenn man will, kann man sich hier sehr stark unterstützen lassen.“ Es gibt insgesamt fünf Unterstützungsstufen. Das Giant Light e-MTB ist mit extrem hochwertigen Komponenten ausgestattet. So kommt es mit einer elektronischen Schaltung daher und einem Sensor, der den Reifendruck misst. „Das e-MTB ist komplett vernetzt, alles ist über eine App steuerbar und individuell an die Gegebenheiten anpassbar. Bei diesem Modell ist alles aufeinander abgestimmt.
Stevens E-Maverick: Ein detaillierter Blick
Mit dem E-Maverick mit minimalistischem TQ-Antrieb springt auch der Hamburger Hersteller Stevens nun auf den Light-Zug auf. Das Beste dabei: Das neue E-Maverick gibt es in zwei Federwegsklassen. Als AM mit 140 Millimetern, oder als ED mit 160 Millimetern an Front und Heck. Somit decken die Hamburger ein breites Einsatzspektrum ab.
Denn neben dem Hub sind beim ED-Modell natürlich auch Geometrie und Ausstattung angepasst und auf mehr Abfahrtsstärke und Robustheit getrimmt. Das Stevens E-Maverick AM 9.4.3 wiegt 17,17 Kilogramm und wird 9999 Euro kosten.
Die Fakten zum Stevens E-Maverick
- Motor: TQ HPR 50 (max. 50 Nm Drehmoment, 300 Watt Spitzenleistung)
- Akku: TQ, 360 Wattstunden
- AM (All Mountain) oder ED (Enduro) Federweg: 140 oder 160 mm
- Laufradgröße: 29 Zoll
- Vollcarbonrahmen
- 17,17 Kilo (Topmodell, Größe R4, EMTB-Messwert)
- Drei Modelle von 6999 Euro bis 9999 Euro, Größen: R1 bis R5
- Zulässiges Gesamtgewicht: 140 Kilogramm
Mit einem leichten Vollcarbonrahmen und Laufrädern in 29 Zoll ist das Stevens E-Maverick voll auf Performance ausgelegt. Entsprechend punktet das E-Bike auch beim Gewicht: 17,17 Kilogramm sind ein starker Wert, in dieser Federwegsklasse, zumal sich der Akku wenigstens mit etwas Aufwand entnehmen lässt. Nur die Down-Country-Bikes von Scott und Rotwild sind bei gleichwertiger Bereifung nochmal deutlich leichter, aber auch deutlich teurer.
Das Bike der Hamburger gibt es in zwei Ausführungen: Als All-Mountain Bike in zwei Ausstattungen mit 140 Millimeter Federweg und als Enduro-Modell in nur einer Ausstattungsvariante mit 160 Millimetern Federweg.
Der TQ-Antrieb im Stevens E-Maverick
Angetrieben wird das Stevens E-Maverick vom TQ HPR 50. Die Hamburger setzten damit auf einen der minimalistischsten aber auch den kompaktesten und leisesten E-Antrieb am Markt. Bis zu 50 Newtonmeter und 300 Watt sind wenig für ein E-Bike, wer bisher ohne Motor gefahren ist, wird den Schub dennoch als kräftig empfinden.
Aber: Einfach Beine fallen lassen, während der Motor einen den Berg hinaufschiebt, dafür ist der TQ-Antrieb im Stevens nicht ausgelegt. Seine Energie bezieht der TQ aus einem hauseigenen Akku mit 360 Wattstunden, der im Unterrohr integriert ist. Je nach Fahrergewicht, Streckenprofil und Unterstützung reicht das für etwa 1000 Höhenmeter.
Wer mehr Reichweite braucht, kann noch den optionalen Range-Extender mit 160 Wattstunden in Trinkflaschenform anschließen und so den Aktionsradius um etwa die Hälfte erweitern. Wie bei TQ üblich setzt Stevens auf die Kombination aus der kompakten Lenker-Remote, dem Oberrohr-Display für die wichtigsten Fahrdaten und der TQ-App für die Feineinstellung der Unterstützungsstufen. Die Kombination ist bewährt, speziell die Lenker-Remote gefällt mit gutem Feedback und intuitiver Bedienung.
Maximaler Leichtbau und Vollcarbon
Das Antriebssystem wird von einem schlanken Vollcarbon-Chassis des Stevens E-Maverick eingehüllt, das laut Hersteller im Mittel nur 2,6 Kilogramm auf die Waage bringt. Das wäre etwa so viel wie bei einem durchschnittlichen All Mountain Bike ohne Motor. Um trotz des Lochs im Unterrohr für die Akkuentnahme dieses Gewicht zu realisieren, ist zum Beispiel auch die Dämpferwippe im E-Maverick aus Carbon. Gegenüber der Alu-Wippe des Stevens E-Inception spart das alleine 180 Gramm ein. Einlaminierte Kabelschächte sollen die Service-Freundlichkeit erhöhen und Klappern im Rahmen vorbeugen.
Die Geometrie des Stevens E-Maverick
Bei der Geometrie schlägt Stevens mit dem E-Maverick neue Wege ein und verabschiedet sich von den klassischen Größenangaben S bis XL. Stattdessen sortieren die Hamburger ihre E-Mavericks nach den Größen R1 bis R5. Das soll Fahrer animieren, sich mehr an Stack und Reach zu orientieren und das Rad auszuwählen, das zur persönlichen Vorliebe passt.
Die Geometrie der Bikes selbst fällt speziell im Reach lang aus, kurze Kettenstreben, moderate Lenkwinkel und tiefe Tretlager sollen das Stevens E-Maverick aber besonders handlich und kurvengierig machen. Ebenfalls auffällig: Lenkwinkel, Sitzwinkel und Kettenstrebenlänge wachsen wie Reach und Sitzrohrlänge mit den Rahmengrößen mit.
Die Modelle des Stevens E-Maverick
Das Stevens E-Maverick wird es vorerst nur in drei Modellen geben. Bei den beiden günstigeren Bikes hat man die Wahl zwischen der All Mountain Variante AM 7.4.3 (6999 Euro), die auf Touren und moderatere Einsätze ausgelegt ist und der Enduro-Variante ED 9.4.3 (7499 Euro). Letztere bietet mit mehr Federweg und robusterer Ausstattung etwas mehr Reserven.
Das Topmodell AM 9.4.3 (9999 Euro) heißt - etwas verwirrend - fast genauso wie das Enduro-Modell, ist aber ebenfalls auf schnelle Touren und moderate Einsätze sowie ein geringes Gewicht ausgelegt. Bei der Ausstattung bedient sich Stevens auch bei den beiden günstigeren Modellen AM 7.4.3 und ED 9.4.3 in der deutlich gehobenen Mittelklasse.
Das Topmodell Stevens E-Maverick AM 9.4.3 setzt da trotzdem noch ordentlich einen oben drauf und schlägt mit 9999 Euro zu Buche. Man traut sich’s kaum zu sagen: Aber angesichts der wertigen Ausstattung ist das fast schon fair. Denn hier gibt’s volle Hütte: Edle Carbonlaufräder von DT Swiss (HXC 1501 LS), Sram XO Transmission, Carbon-Lenker von Raceface und Carbon-Kurbeln von FSA, ein Rockshox Ultimate-Fahrwerk (Pike und Deluxe) und kräftige XTR-Stopper von Shimano. Da bleibt kaum noch Tuning-Potential.
Erster Test: So fährt sich das Stevens E-Maverick AM
Mit einem Testbike in Größe R4 (L-XL) des Topmodells AM 9.4.3 konnten wir uns schon einen ersten Eindruck vom neuen Stevens E-Maverick verschaffen. Mit schnellen Wicked Will Reifen von Schwalbe und angenehm sportlicher Sitzposition ist das Light E-MTB von Stevens klar vortriebsorientiert. Auch über der 25-km/h-Grenze lässt sich das Bike noch ordentlich beschleunigen und schlägt damit, auch dank der Reifen, eine Brücke zwischen den klassischen Light-E-MTBs und speziellen Down-Country-Bikes wie Scotts Lumen oder Rotwilds R.X275. Das passt zum minimalistischen Antriebskonzept mit TQ Motor.
Die Ultimate-Federelemente von Rockshox filtern kleine Schläge feinfühlig heraus und sorgen für viel Komfort auf Tour. Wie schon bei anderen Testbikes mit TQ-Motor hält sich der Antrieb akustisch extrem im Hintergrund und stört das Mountainbike-Erlebnis auch bergauf kaum. Trotzdem sind mit 50 Newtonmetern und bis zu 300 Watt Unterstützungsleistung auch schon sportliche Uphills möglich. Seine Stärken hat der kompakte Antrieb dank der tollen Dosierbarkeit und des geringen Leerwegs beim Antreten in engem und technischem Gelände.
Als echter Kurvenräuber hat das Stevens E-Maverick seine Stärken vor allem bergab. Dank tiefem Tretlager, kurzem Vorbau und moderatem Lenkwinkel lenkt es direkt ein, liegt satt im Radius und folgt gut der angepeilten Linie, ausreichend Reifengrip vorausgesetzt. Unser Testbike in Größe R4 war trotz der Länge auffallend leichtfüßig, vermittelte mit einem Reach von rund 500 Millimetern dennoch viel Fahrsicherheit bei hohem Tempo.
Günstige E-Mountainbikes im Test: Eleglide M2 und Telefunken Aufsteiger M925
Auch im unteren Preissegment gibt es interessante E-Mountainbikes. Wir haben preiswerte Modelle von 600 Euro bis 1400 Euro getestet.
Eleglide M2
Eleglide hat es wieder einmal geschafft: Mit dem M2 zeigen sie ein E-MTB, das in dieser Preisklasse ungewöhnliche Features wie hydraulische Scheibenbremsen, einen starken Motor sowie einen großzügigen Akku bietet. Geekmaxi will für das Eleglide M2 799 Euro. Das Eleglide M2 hat eine IPX4-Zertifizierung gegen Spritzwasser.
Optisch gefällt uns das 22 Kilogramm schwere Pedelec gut. Es wirkt dank dicker Reifen und sportlicher Geometrie, die sich auch für größere Fahrer eignet, vergleichsweise schick und hochwertig. An der linken Seite des Lenkers sitzt das hintergrundbeleuchtete Display mit vier Tastern, welches sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch ablesen lässt. Das Display zeigt die aktuelle Geschwindigkeit mit einer Nachkommastelle, die gewählte Unterstützungsstufe, die Akkuladung in fünf Balken und die gefahrenen Kilometer an.
Was schon die M1-Serie auszeichnete, hat zum Glück auch den Sprung auf das M2 geschafft: die 24-Gang-Schaltung mit Shimano-Schaltwerk. Sie gewährt im niedrigsten Gang eine derart tiefe Übersetzung, dass selbst steile Anstiege kein Problem darstellen. Im höchsten Gang sorgt sie dafür, dass man auch bei 25 Kilometer pro Stunde noch gemütlich mitpedalieren kann. Das Eleglide M2 bietet statt der sonst bei E-MTBs unter 1000 Euro üblichen mechanischen Scheibenbremsen sogar hydraulische Scheibenbremsen. Sie bieten im Vergleich zu mechanischen Scheibenbremsen höhere Bremskraft und präzisere Dosierbarkeit.
Der 250-Watt-Motor am Hinterrad des Eleglide M2 mit einer Nennspannung von 36 Volt ist ausgesprochen stark. Er erreicht in der Spitze 570 Watt und bietet ein Ausgangsdrehmoment von 55 Newtonmeter. Das ist mehr als noch beim Eleglide M1. So beschleunigt der Motor auch schwerere Fahrer bis zu den zugelassenen 120 Kilogramm problemlos moderate - dank der guten Gangschaltung auch heftige - Steigungen hinauf. Insgesamt zeigt sich das Eleglide M2 beim Fahren wendig und vermittelt ein gutes Fahrgefühl. Das liegt auch an der nun deutlich besseren hydraulischen Frontgabelfederung, die auf Wunsch fixiert werden kann.
Der Akku sitzt deutlich sichtbar auf dem Rahmen des Eleglide M2. Seine Kapazität ist zum Eleglide M1 von 450 Wattstunden auf stolze 540 Wattstunden gestiegen. Das ist im Vergleich zu anderen E-Bikes richtig viel und in dieser Preiskategorie kaum zu sehen. Eleglide spricht unter Idealbedingungen von einer erreichbaren Maximalreichweite von 125 Kilometern. Bei einem Fahrergewicht von 80 Kilogramm, viel Stopp-&-Go und Motorunterstützung, überwiegend flachem Untergrund und warmen Wetter gehen wir von 50 bis 60 Kilometern aus, bis der Akku leer ist.
Vorteile:
- tolles Gesamtpaket trotz geringen Preises
- großer Akku, starker Motor, 24-Gang-Schaltung
- hydraulische Bremsen, gute Federung
Nachteile:
- Motor reagiert verzögert
- kein Hecklicht, kein Schutzblech
- Kabelmanagement
Telefunken Aufsteiger M925
Das Telefunken Aufsteiger M925 bietet solide Ausstattung und gute Verarbeitung für einen günstigen Preis. Trotz einer etwas geringen Reichweite überzeugt es mit Mittelmotor, hydraulischen Scheibenbremsen und hochwertigen Schwalbe-Reifen. Das Telefunken Aufsteiger M925 kostet bei Amazon 1383 Euro.
Optisch sieht das Telefunken Aufsteiger M925 durch den sportlich-modernen Trapezrahmen und der mattblauen Lackierung hochwertig aus. Ein kleiner, dezenter Schriftzug des Herstellers ziert den eher filigranen Rahmen. Durch das clevere Design wird der Akku Bestandteil des Rahmens, was das Bike zusätzlich eleganter aussehen lässt. Positiv fällt uns das Kabelmanagement am Lenker auf. Hier sind die Kabel durch Spiralschläuche miteinander verbunden, was den Lenker cleaner aussehen lässt.
Vorteile:
- starker Mittelmotor
- gute hydraulische Scheibenbremsen
- tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
- schickes Design
Nachteile:
- Schweißnähte bisweilen optisch unschön
Forestal Siryon Diode: Ein Enduro-Bike im Test
Die kleine, in Andorra beheimatete Marke Forestal werden wohl die wenigsten auf dem Schirm haben, vor allem in Bezug auf Mountainbikes ohne E-Antrieb. Zusammen mit dem Marathonbike Cygnus ist das Siryon Diode Forestals Erstauskopplung ohne Motor. Dabei lehnt sich der Eingelenker mit Bananenschwinge optisch sehr nah am bestehenden Light-E-MTB Siryon Neon an. Dieses Bike erregte bereits in E-MTB Aufsehen und glänzte mit seinem potenten Fahrwerk. Wir waren also gespannt, wie sich das neue Enduro Siryon in diesem Vergleich schlagen würde.
Bereits optisch sticht das Siryon aus der Masse dieses Testfelds heraus und setzt auf ein vergleichsweise simples Hinterbaukonzept. Kein Highpivot mit Umlenkrolle, kein Floating Pivot mit einem von beiden Seiten angelenkten Dämpfer, ja nicht einmal ein Viergelenker. Das Siryon kommt als abgestützter Eingelenker und verfügt über eine massive Bananenschwinge, die das Hinterrad auf einer Kreisbahn führt.
Für eine höhere Steifigkeit und eine optimierte Kinematik ist die Schwinge über eine zusätzliche Wippe mit dem Hauptrahmen verbunden. Unser Steifigkeitsprüfstand bestätigt dem Siryon eine gute Steifigkeit am Hauptrahmen und einen angenehmen Flex am Hinterbau. Eine, wie wir finden, perfekte Symbiose aus Präzision und Spurtreue an der Front und einem fehlerverzeihenden, traktionsstarken Heck. Auch die Hinterbau-Performance des Enduros aus Andorra trifft ins Schwarze.
Ausstattung Forestal Siryon Diode
- Gabel: Fox 38 Grip X2 Factory
- Dämpfer: Float X2 Factory
- Schaltung / Bandbreite: Sram X0 AXS Transmission / 520 %
- Bremsen: Formula Cura 4 / 203/180 mm
- Laufräder: Crankbrothers Synthesis E
- Reifen: Schwalbe Albert Gravity Ultrasoft / Soft Radial 29 x 2,6
- Sattelstütze / Hub: One Up / 180 mm
- max. Systemgewicht: 120 kg
- Garantie: 7 Jahre
Das Siryon besitzt den im Vergleich besten Hinterbau. Das Fahrwerk arbeitet feinfühlig, steht dennoch gut im Hub, verdaut auch grobe Schläge und bietet dem Fahrer genügend Gegendruck. Ebenfalls überraschend gut: die Traktion des Eingelenkers beim Anbremsen. Zu dem klasse Fahrwerk und der perfekten Steifigkeitsverteilung kommt eine ausgewogene Geometrie hinzu, die viel Sicherheit vermittelt und den Fahrer schön zwischen den Rädern integriert. Was will man mehr? Lediglich die langen Kettenstreben verhindern, dass das Enduro leicht aufs Hinterrad geht, machen es dafür aber Vollgas-fest.
Während die auffallend gripstarken Schwalbe-Radial-Reifen bergab für eine top Traktion sorgen, rollen sie bergauf eher zäh. Mit 450 Millimetern fällt das Sitzrohr relativ lang aus. Auch die Überstandshöhe könnte besser sein und lässt wenig Bewegungsfreiheit.
Die Entwicklung der E-Mountainbikes: Ein Blick in die Zukunft
Die hitzigen Diskussionen von einst verlaufen mehr und mehr in einer breiten Akzeptanz des E-Mountainbikes. Im hochpreisigen Bereich werden mittlerweile mehr E-Mountainbikes als klassische Mountainbikes ohne Motor verkauft. Aber auch der technische Fortschritt trägt zur Vermengung von einst getrennten Lagern bei. Und preislich macht es vor allem das Leasen der E-Bikes über Anbieter wie z.B. Business Bike heutzutage auch attraktiv.
Die Mountainbike-Branche ist für ihre rasante Entwicklungsgeschwindigkeit bekannt. Neueste E-Mountainbikes sind der eindeutige Beweis dafür. Vor allem die neuen light E-MTBs, mit perfekt integrierten Akkus und Motoren und Gewichten deutlich unter 20 kg sorgen dafür, dass selbst harte Kritiker des E-Mountainbike-Trends verstummen. Diese Bikes verwässern die einst harte Grenze zwischen klassischen und motorisierten Mountainbikes mehr und mehr.
Die Technik bei Motoren und Akkus schreitet rasant voran. Motoren werden kleiner, leiser und ihre Integration immer besser. Aktuelle Light E-MTBs sprechen vor allem eine sportliche, trail-verliebte Zielgruppe an. All das ist schön, macht das Mountainbike ohne Motor aber nicht zum Bike zweiter Wahl. Wer den sportlichen Aspekt in den Vordergrund stellt, der ist auch weiterhin mit einem Mountainbike gut beraten.
Merida Bikes: Neue Mountainbike-Baureihen
Gleich zwei neue Mountainbike-Baureihen von Merida feierten beim „Bike Test“ in Gryon Premiere. Die eine Baureihe ist für Enduro-Action optimiert, während die andere Wert auf Effizienz für Allmountain-Touren legt.
Lange Anstiege und Tagestouren in den Alpen lassen sich mit der neuen „One-Forty“-Baureihe von Merida gut bewältigen. Hier bieten die Federgabeln 150 mm vorne, während hinten 143 mm zur Verfügung stehen. Wer ein 27.5-Zoll-Hinterrad verbaut, bekommt gar 153mm Federweg geboten. Gabeln mit einem Standrohrdurchmesser von 35 mm oder 36 mm und Reifen mit leichteren Seitenwänden und hinten weniger grobem Profil senken das Gewicht und den Rollwiderstand. Und dennoch sind für technische Passagen einige Reserven an Bord.
Tabelle: Vergleich der getesteten E-Mountainbikes
| Modell | Motor | Akkukapazität | Gewicht | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Specialized Levo SL | 35 Nm | 320 Wh | 17,7 kg | k.A. |
| Focus Jam SL 9.0 | Fazua Ride 60 (60 Nm) | 430 Wh | k.A. | k.A. |
| R Raymon AirRay 10.0 | Yamaha AirDrive (50 Nm) | 500 Wh | k.A. | k.A. |
| Giant Trance X Advanced E+ Elite 0 | Giant SyncDrive Pro 2 (85 Nm) | 400 Wh | 18,8 kg | k.A. |
| Stevens E-Maverick AM 9.4.3 | TQ HPR 50 (50 Nm) | 360 Wh | 17,17 kg | 9999 € |
| Eleglide M2 | 250W Hinterradmotor (55 Nm) | 540 Wh | 22 kg | 799 € |
| Telefunken Aufsteiger M925 | 250W Mittelmotor (80 Nm) | k.A. | 24 kg | 1383 € |
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