Mountainbike ohne Schutzblech: Nachteile

Stellen Sie sich vor, Sie müssten ohne Fahrrad-Schutzblech mit Ihrem Drahtesel zur Arbeit oder zu Treffen in Ihrer Freizeit fahren. Bei trockener Straße ist das kein Problem. Aber wenn Sie bei schlechtem Wetter mit dem Rad durch viele Pfützen preschen, wird Ihre Kleidung garantiert nass.

Noch schlimmer sind schmutzige oder gar schlammige Strecken: Hier können Sie Ihre Garderobe so stark beschmutzen, dass Sie im Büro oder im Club keinen guten Eindruck mehr machen. Da ist es doch besser, wenn Ihr Fahrrad ein geeignetes Schutzblech vorne und hinten aufweist, auch wenn die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) dies nicht vorschreibt.

Anders sieht es bei Rädern aus, die in erster Linie zum Sport verwendet werden: Wenn Sie Ihr Rennrad oder Mountainbike mit einem Schutzblech nachrüsten wollen, können Sie dafür auch nachträglich geeignete Bleche kaufen und montieren. Doch wie finden Sie ein passendes Schutzblech für Ihr Fahrrad? Und welche Arten von Schutzblechen gibt es?

Wozu dient das Schutzblech am Fahrrad?

Fahren Sie durch Pfützen oder auf einer regennassen Straße, verhindert das Schutzblech, dass Sie von Wasser und Matsch durchnässt werden. Schutzbleche sind also vor allem beim Fahrradfahren im Regen sinnvoll.

Muss ein Fahrrad über ein Schutzblech verfügen?

Laut Gesetzgeber gehören Schutzbleche nicht zur vorgeschriebenen Ausstattung für ein verkehrssicheres Fahrrad. In den Paragraphen 63 bis 67 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) sind alle Ausrüstungsgegenstände aufgeführt, die ein verkehrssicheres Fahrrad aufweisen muss. Dort ist von einem Fahrrad-Schutzblech nicht die Rede.

Lassen sich Schutzbleche nachrüsten?

Fast jedes Fahrrad kann mit Schutzblechen ergänzt werden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Bleche mit dem Rad kompatibel sind.

Einem Mountainbike (MTB) fehlt ein Schutzblech üblicherweise, wenn Sie es im Laden kaufen. Wenn MTB-Fahrer über Geländepisten fahren, werden sie sowieso häufig schmutzig, weshalb ein Schutzblech hier eher wenig helfen würde. Dafür bringt ein solches Blech mehr Gewicht mit sich und es besteht bei abenteuerlichen Cross-Strecken die Gefahr, dass diese leicht brechen.

Meistens fehlt ein Schutzblech auch beim Rennrad. Wenn es in erster Linie darum geht, möglichst hohe Geschwindigkeiten mit dem Rad zu erreichen, muss es leicht und windschlüpfrig gebaut sein. Hier würde ein Schutzblech für unnötiges Gewicht und zusätzlichen Luftwiderstand sorgen.

Einige Schutzbleche werden fest an den Gabeln der Räder verschraubt. Dadurch besteht keine Gefahr, dass diese sich bei der Fahrt plötzlich lösen können. Ein Steckschutzblech hingegen wird nicht fest am Rad montiert, sondern bei Bedarf nur aufgesteckt.

Viele Schutzbleche sind aus Metallen wie Aluminium oder Stahl hergestellt. Sie können sich aber auch ein Schutzblech aus Holz selber bauen, indem Sie mehrere Sperrholzschichten in gebogenem Zustand aufeinander leimen.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Wenn Sie ein geeignetes Fahrrad-Schutzblech suchen, sollten Sie darauf achten, dass es etwas breiter als die Reifen ist, weil nur so Schmutz und Wasser abgefangen werden können, welcher von den Reifen aufgewirbelt wird. Generell sollte der Spritzschutz an jeder Seite ungefähr 3 Millimeter breiter sein als der Reifen. Ein Schutzblech mit U-Profil kann sich teilweise um den Reifen legen und den Fahrer so noch besser schützen.

Benötigen Sie ein Schutzblech für Mountainbike oder Rennrad, so können Sie ein Set aus Vorder- und Hinterblech erwerben, was je nach Ausführung und Material zwischen 15 und 50 Euro kostet.

Bei einem Fahrrad-Schutzblech kann die Befestigung meistens über Gewindeösen erfolgen, die an den Radgabeln zu finden sind. Dort können Sie das Blech festschrauben. Bei Rennrädern und MTBs fehlen diese Ösen jedoch meist, weshalb Sie in diesem Fall Schutzbleche suchen sollten, die sich auch ohne Schrauben und Ösen montieren lassen.

Wenn Sie einen Spritzschutz an Ihr MTB anbringen wollen, sollten Sie darauf achten, dass der Abstand zwischen Blech und Reifen groß genug ist. Generell wird hierbei ein Zentimeter als Richtwert angegeben.

Um ein Fahrrad-Schutzblech noch besser am Rahmen zu befestigen, damit Sie beispielsweise Ihr Mountainbike noch verkehrssicherer machen, können Sie zusätzliche Streben anbringen.

Arten von Schutzblechen

Den Spritzschutz am Fahrrad gibt es in zwei Varianten, die sich in der Art der Montage unterscheiden: Steckschutzbleche und fest montierte Schutzbleche. Beide Varianten sind für gewöhnlich in Alu, Stahl oder Kunststoff erhältlich, wobei die beiden Erstgenannten deutlich robuster sind und nicht so leicht brechen, dafür aber auch ein höheres Gewicht mit sich bringen.

Einige Hersteller designen Ihre Schutzbleche mit zu großem Augenmerk auf eine schicke, sportliche Optik, die eigentliche Funktion kann dabei, zum Beispiel wenn die Bleche zu flach oder zu kurz sind, verloren gehen.

  • Steckschutzbleche haben den Vorteil, dass sie genauso schnell zu montieren wie abzumontieren sind. So kann der Fahrradfahrer kurzfristig entscheiden, was gerade sinnvoll ist. Sie werden oft von Gelegenheitsfahrern oder Sportbikern (MTB, Rennrad) genutzt, die ihr Zweirad sowohl im Gelände oder auf der Straße (dann ohne Schutzblech, damit das Bike leichter und windschnittiger ist) als auch zum Beispiel als Transportmittel zur Arbeit gebrauchen (mit Steckschutzblech zum Schutz der Kleidung). Oftmals sind Steckschutzbleche kürzer und schnittiger, damit ist weniger Gewicht verbunden und diese Optik wird als weniger „störend“ empfunden. Das geht allerdings zu Lasten der Funktion.
  • Fest montierte Schutzbleche haben den Vorteil, dass sie nicht so leicht verloren gehen können. Sie sind für gewöhnlich länger und enger anliegend sowie leicht gebogen, damit liegt die Priorität auf der Funktion, dem Schutz vor Verunreinigung und damit auch dem Schutz vor vorzeitigem Verschleiß. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass das Vorderrad plötzlich blockiert, zum Beispiel wenn sich ein Stock unter dem Blech verkeilt.

Größe und Montage

Die Größe des Schutzbleches sollte an die Radgröße angepasst sein. Es macht keinen Sinn ein 26“ Schutzblech auf ein 28“ Laufrad zu montieren. Die Breite sollte bestenfalls die des Reifens um ca. 5-7 mm übersteigen. Zu flache und schmale Schutzbleche geben keinen ausreichenden Spritzschutz.

Entscheidend ist außerdem die Länge. Hinten sollte das Schutzblech bis zur Hinterradachse reichen, vorne mindestens bis zur Vorderradachse, bzw. bis zur gedachten Linie des Tretlagergehäuses. Für Kurbel und Kette wäre etwas länger noch optimaler.

Bitte beachten Sie bei der Montage auch den Abstand zwischen Reifen und Schutzblech. Dieser sollte etwa 1 cm betragen. Im Winter, bei Schnee und Matsch, sogar etwas mehr.

Die meisten Straßenräder haben, im Gegensatz zu MTBs oder Rennrädern, beim Kauf bereits fest montierte Schutzbleche. Hier sollte überprüft werden, ob eventuell Lichtkabel an der Innenseite der Schutzbleche verlaufen. Diese verringern den Durchlauf, können aber in der Regel problemlos nach außen verlegt werden. Das geht mitunter auf Kosten der Optik, erhöht aber den Platz zwischen Reifen und Schutzblech.

Für den Fall, dass im Laufe der Zeit oder durch einen Fahrradunfall am Schutzblech etwas kaputt geht, können Sie einzelne Teile am Schmutzfänger problemlos austauschen.

Materialien für Fahrradschutzbleche

Zur Herstellung von Fahrradschutzblechen kommen verschiedenste Materialen zum Einsatz:

  • Kunststoff: Einfache Modelle aus schwarzem Kunststoff erfüllen ihren Zweck. Vorteil: niedriger Preis.
  • Aluminium: Alumodelle sind vor allem unter fest montierten Schutzblechen weit verbreitet und bestechen mit einer metallisch glänzenden, oder schwarzen Optik. Ihr Gewicht ist etwas höher als das von Blechen aus Kunststoff oder Carbon.
  • Edelstahl: Mit diesem stabilen Material lassen sich lange Bleche mit starker Rundung herstellen, die etwa die Hälfte eines Rades umgeben und den besten Schutz vor Schlamm, Spritzwasser und Fremdkörpern bieten. Vorteil: Bleiben immer in Position.
  • Carbon: Schutzbleche aus Carbon sind besonders leicht und für sportliche Fahrer oft die erste Wahl. Nachteil: Höherer Preis, können bei einem Sturz brechen. Modelle aus speziellem Flexi-Carbon, einem carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK), sind flexibler und wirken diesem Problem entgegen, haben dafür jedoch auch ihren Preis.
  • Holz: Modelle aus Holz verleihen deinem Bike eine einzigartige Optik, bringen durch eine aufwendige Herstellung mit viel Handarbeit aber auch einen ordentlichen Preis mit.

Fazit

Schutzbleche gehören zur Standardausrüstung eines jeden Alltags- und Freizeitfahrers. Sie schützen deine Kleidung vor Schmutz und Wasser oder deinen Fahrradrahmen vor einem Steinschlag. Sportliche Fahrer verzichten jedoch oft auf ein Schutzblech.

Während der Fahrt nimmt das Profil deiner Reifen Verschmutzungen von der Fahrbahn auf und schleudert sie wieder von sich. Ein Vorgang, der sich besonders bei einer feuchten oder unbefestigten Fahrbahn bemerkbar macht. Ohne Schutzblech landet der Schmutz des Vorderrads auf den Schuhen und am Fahrrad und der Schmutz des Hinterrads auf Hintern und Rücken.

Für Alltagsfahrer und Pendler erweisen sich Schutzbleche als wahrer Segen. Die Kleidung bleibt trocken und du kommst sauber in der Arbeit an, ohne dass die Fahrt bei Wind und Wetter Kleidung und Gepäck ruiniert. Für sportliche Fahrer sind die praktischen Schmutzfänger bei schlechtem Wetter sinnvoll, sonst aber eher Ballast.

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