Die Pyrenäen, eine beeindruckende Gebirgskette, die Frankreich von Spanien trennt, bieten Mountainbikern einzigartige Erlebnisse. Eine Durchquerung dieser Gebirgskette auf Forstwegen und Singletrails ist nicht nur möglich, sondern auch ein unvergessliches Abenteuer.
Pyrenäen-Cross: Von Küste zu Küste
Die Pyrenäen trennen Frankreich von Spanien und sind eines der imposantesten Gebirge unserer Erde. Für Mountainbiker sind sie jedoch noch weitestgehend unbekanntes Terrain. Dabei ist eine Durchquerung auf Forstwegen und Singletrails nicht nur möglich, sondern auch ein einzigartiges Erlebnis.
Dieses Buch beschreibt einen Pyrenäen-Cross mit dem Mountainbike von Ost nach West, vom Mittelmeer zum Atlantik in 14 großen Etappen. Die Route verläuft hauptsächlich auf der spanischen Seite, so grenznah wie möglich. So hoch wie es fahrbare Singletrails und Nationalparks erlauben. Alle Etappen lassen sich in je zwei kürzere Teile aufsplitten. Das erhöht die Flexibilität. Zudem haben die Autoren an jedem Etappenort noch eine kleine Extrabiketour oder -wanderung herausgesucht. Sie sind perfekt geeignet für den Fahrer eines Begleitfahrzeugs oder falls geplante Puffertage nicht benötigt werden.
In diesem Buch findet sich alles, was man für den Cross braucht: detaillierte Routenbeschreibungen, Übersichtskarten und Höhenprofile sowie Informationen zu Land und Leuten, Anreise, Unterkünften, Bikeshops, Nationalparks und den Sehenswürdigkeiten auf der Strecke. Die GPS-Tracks inklusive aller Wegpunkte sowie Kartenausschnitte zum Ausdrucken und Mitnehmen auf die Tour können von der Verlagswebseite heruntergeladen werden.
Mit dem Mountainbike vom Cap de Creus am Mittelmeer über die Pyrenäen nach San Sebastian am Atlantik. In unseren Köpfen kreisten schon eine ganze Zeit die Gedanken um eine Mehrtagestour mit dem Mountainbike durch urige Täler, hohe Berge auf einsamen Wegen. Spanische Kollegen haben immer wieder von den wenig erschlossenen Bergregionen der Pyrenäen, wilde Naturlandschaften, Hochtäler und leckerem spanischen Essen in urigen Unterkünften erzählt.
Als dann Radlfreund Helmut mit der Idee, einmal vom Mittelmeer zum Atlantik zu radeln um die Ecke kam, war die Sache klar. Vom Cap Creus (Spanien) am Mittelmeer nach San Sebastian (Spanien) am Atlantik, also von Ost nach West quer durch die Pyrenäen das wird unser nächstes Abenteuer. Schon beim ersten studieren der Datenlage von GPS-Daten und Routen im Netz stellt man fest, dass diese Querung weit weniger populär ist als ein Alpencross und daher genau das was wir suchen.
Bei der Planung standen nicht die spektakulärsten, schönsten Singletrails im Vordergrund, sondern eine durchgängige für uns technisch fahrbare Route. Nach Durchsicht der mehr oder weniger durchgängig dokumentierten Routen, welche sich meist an der vorbildlich dokumentierten Tour von Jordi Laparra aus den 90er Jahren orientieren viel die Wahl auf einen GPX Track von 2020 der sehr nahe an der Route von Pablo Fernandez (2006) lag. Die Natur genießen, abschalten und etwas sportliche Betätigung sollte im Vordergrund stehen, aber eben keine Hochleistungsetappen mit mehr als 2000 Hm. Daher haben wir die 1000 km und 28000 Hm auf 22 Tage aufgeteilt. Die meisten Beschreibungen gehen von 12-16 Tagen aus.
Erfahrungen und Tipps für die Pyrenäen-Durchquerung
8 Tage, 850 Kilometer und 20.000 Höhenmeter - vom Atlantik ans Mittelmeer. Das war meine Durchquerung der Pyrenäen im September 2020. Ein wundervolles Erlebnis und eine der schönsten Radreisen, die Du meiner Meinung nach in Europa innerhalb einer Woche unternehmen kannst.
Hier sind einige Tipps, die bei einer solchen Tour helfen können:
- Die Franzosen essen morgens süss, d.h. es gibt in jeder Pension und in jedem Hotel Croissant und Baguette ohne Ende. Ich persönlich kann damit leider nicht besonders viel anfangen. Ein Baguette liefert mir nicht die notwendige Energie, um eine Tour mit so vielen Höhenmetern zu absolvieren. Ich nehme mir deshalb meine Haferflocken, abgefüllt in kleinen Tüten vorbereitet mit.
- Die Pyrenäen sind einsam, das ist Fluch und Segen zugleich. Segen, weil Du viel alleine unterwegs bist und Deine Ruhe hast. Fluch, weil ein Krankenwagen lange zum Unfallort braucht. Du solltest also ein Erste Hilfe Set und eine Wärmedecke immer dabei haben. Außerdem empfiehlt es sich, die Notfallnummern vorher zu recherchieren, im Handy abzuspeichern und einen Notfallkontakt zu hinterlegen. Es macht außerdem Sinn, die wichtigsten Körperteile auf französisch oder zumindest englisch parat zu haben.
- Ich bin ja “eigentlich” noch nicht so alt und dachte, dass ich “eigentlich” noch gut ohne Hausmittelchen zurecht kommen würde. Die vielen Höhenmeter machen sich aber spätestens am vierten Tag bemerkbar: meine Beine waren abends total müde. Pferdesalbe hilft dagegen. Für mich DIE Entdeckung des gesamten Urlaubs. Pferdesalbe ist sehr wohltuend, basiert auf REIN pflanzlichen Wirkstoffen und kann im Gegensatz zu den bekannten Sportsalben wie z.B.
- In Bezug auf den Straßenbelag sind die Wege in den Pyrenäen in überraschend gutem Zustand. Da war ich von meinen Radurlauben in Italien anders gewohnt. Die Herausforderung in den Pyrenäen liegt eher darin, dass sich sehr viel Kuh- und Ziegenmist auf der Straße befindet. In Kombination mit Nässe und Regen wird das schnell zu einer ziemlich ekligen Angelegenheit.
- Die Pyrenäen sind bekannt für ihre wunderschönen Pässe und die steilen Rampen, die sich Dir als Rennradler entgegenstellen. Die Abfahrten sind jedoch mindestens genauso anspruchsvoll wie die Auffahrten. Es geht steil bergab. Gerade in Kombination mit Nässe und Regen wird das richtig anspruchsvoll, vor allem wenn Du noch kein geübter Abfahrer bist. Ich war um mein Canyon Endurace mit Scheibenbremsen sehr froh und gegenüber den Mitfahrern mit Felgenbremse im Vorteil. Die Bremsleistung ist vor allem im Nassen besser ist und ermöglichte mir so eine sicherere und damit entspanntere Abfahrt.
- Die Landschaft in den Pyrenäen ist sehr abwechslungsreich, genauso wie das Wetter. Mal Sonne, mal Regen - mal war es warm und manchmal auch richtig kalt. Wie immer bei Pass- und Bergfahrten war Schwitzen beim Aufstieg und Frieren in der Abfahrt angesagt. Ich hatte also immer meine Beinlinge, Armlinge, Halstuch, Stirnband und Regenjacke dabei. Außerdem meine Riegel, eine kleine Luftpumpe sowie Werkzeug und eine Erstes Hilfe Set. Du kannst natürlich auch Deine Trikottasche komplett ausstopfen. Komfortabler ist es aber eine ca.
- 20.000 Höhenmeter in einer Woche machst Du wahrscheinlich nicht unbedingt aus dem Stand heraus. Die Pyrenäen Durchquerung mit dem Rennrad bietet sich vor allem für den Spätsommer bzw. September an.
Trail-Abenteuer in den Pyrenäen
Ihr habt Lust auf Trails durch dschungelartige Wälder, surreale Mondlandschaften oder einsame, alpine Gebirgszüge? Ihr habt kein Problem euer Rad auch mal zu tragen? Wenn ihr dann noch gerne Tapas esst, ist der einwöchige Trailtrip durch die Pyrenäen von „Flat Sucks Mountain Guiding“ genau das Richtige für euch!
Eine Sommernacht im August. Die Grillen zirpen noch, der Himmel ist noch nicht ganz dunkel, als wir, fünf passionierte Bikerinnen und Bikern uns von Innsbruck auf den Weg Richtung Spanien machen. In Toulouse sammeln wir unsere spanische MTB-Guide-Legende Arturo sowie unseren Filmer Jens und Fotografen Max ein. Jetzt kann das Abenteuer Pyrenäen starten. Mit Bus und einem Anhänger beladen mit Enduro-Bikes geht es über Autobahnen und Landstraßen, bis wir endlich in Vielha im Valle de Áran gelegen ankommen. Genau hier beginnt unsere einwöchige Mountainbike-Reise durch die Pyrenäen. Arturos Geschichten über seine Bike-Abenteuer und ein Tisch voller leckerer Tapas stimmen uns auf die bevorstehende Woche ein. Die Vorfreude ist riesig...
Ruta de Ferro i Carbó: Eine grüne Fahrradstrecke
Eine bekannte Via Verde, eine grüne Fahrradstrecke, erstreckt sich durch die Pyrenäen: Die Ruta de Ferro i Carbó. Sie folgt dem ehemaligen Gleisverlauf, auf dem einst Eisenerz und Kohle aus den Minen transportiert wurden. Eine bekannte Via Verde, eine stillgelegte Bahntrasse, erstreckt sich durch die Pyrenäen. Die Ruta de Ferro i Carbó, die Eisen-Kohle-Route, folgt dem Verlauf der Schienen, auf denen die Züge bis 1967 Eisenerz und Kohle aus den Minen von Ogassa nach Ripoll transportierten.
Nur Dein Fahrrad, eine Kuh und Du. Ein schöner Fahrradweg mitten im Grünen. Nur wenige Minuten Fußweg vom Monestir de Ripoll entfernt, dem im 9. Jahrhundert gegründeten Kloster, das als Wiege Kataloniens gilt, liegt ein Fahrradverleih am Ufer des Ter. Der Fahrradverleih und das dazugehörige Restaurant sind Teil des sozialen Projekts CAT Can Guetes. Es gibt Menschen mit Behinderungen Arbeitsplätze und unterstützt die lokale Wirtschaft der Region. Dort mieten wir uns zwei Räder, um am Fluss entlang zu einem zehn Kilometer entfernten Wasserfall zu radeln.
Zunächst führt der Weg parallel zum Ter an der Landstraße entlang, bis wir zu einer fröhlich bemalten Unterführung gelangen. Ein blauer Himmel, Bäume, bunte Blumen und Schmetterlinge verschönern die Betonwand. Auf der anderen Seite verläuft der Radweg neben einem Wanderweg, den viele Leute für einen kleinen Waldspaziergang nutzen. Die Strecke ist fast gerade und hat nur eine geringe Steigung von 1-3%. Nach nur fünf Kilometern tauchen auf unserer rechten Seite Tennisplätze auf, hinter denen sich ein kleiner Stausee und eine Station zur Vogelbeobachtung befinden soll.
Schon bald geht der Weg erneut unter einer Brücke hindurch und führt uns links der Landstraße durch grüne Felder und Wiesen. Zur Überquerung von Flüssen helfen steinerne Brücken. Man merkt erst, dass wir auf einem erhöht liegenden Bahndamm unterwegs sind, als die Landschaft rechts und links des Weges ein paar Meter unter uns zu versinken scheint. Für die Aussicht ist das natürlich genial. Kurz bevor wir Sant Joan de les Abadesses erreichen geht es über eine breite Brücke.
In liebevoll angelegten Gemüsegärten wachsen Kürbisse. Die Via Verde verläuft oberhalb des eigentlichen Ortes. Um den ehemaligen Bahnhof herum ist ein kleiner Park entstanden. In einem der alten Gebäude ist heute eine Jugendherberge untergebracht. Von hier führte die Bahnlinie hinauf zu den Minen von Ogassa. Der Weg dorthin ist allerdings nicht mehr eben, sondern recht steil (Sant Joan de les Abadesses liegt auf 775 m, Ogassa auf 975 m) und das Minenmuseum ist heute leider geschlossen.
Stattdessen fahren wir hinab ins Dorf, überqueren auf der wunderschönen alten Brücke den Ter und gönnen uns in dem Café neben dem alten Kloster von Sant Joan de les Abadesses eine kleine Pause. Das im 9. Jahrhundert gegründete Kloster und die Kirche bergen viele spannende Geschichten. Gegründet wurde es von Wilfred dem Haarigen, dem ersten Grafen von Barcelona, der die Abtei seiner Tochter Emma vermachte. Die erst 14-jährige entpuppte sich schon bald als verantwortungsbewußte und sehr umsichtige Äbtissin.
Nach einem kurzen Abstecher in die mittelalterliche Geschichte und ein paar Tapas erklimmen wir wieder den Hügel am Ortsrand. Vor der Herberge der Ruta del Ferro fahren wir auf dem Radweg nach rechts weiter und erreichen nach wenigen hundert Metern eine Kreuzung. Dort lassen wir die Räder stehen und folgen einem Trampelpfad hinab zum Gorg de Malatosca. Umgeben von grünen Bäumen und Sträuchern erreichen wir einen wunderschönen Wasserfall. Das Wasser plätschert fröhlich und ist angenehm frisch. Dieser Gorg liegt so ruhig und versteckt im Wald, dass die Leute sich früher Geschichten von Fabelwesen und Hexen erzählten.
Vom Gorg de Malatosca aus treten wir den Rückweg nach Ripoll an. Die elf Kilometer lange Strecke geht nun stets leicht bergab, sodass wir in einer Dreiviertelstunde zurück am Can Guetes sind. Fahrzeit/Höhenunterschied: 18 Kilometer, ca. 1,5 Stunden / 200 hm. Die Strecke ist einfach zu fahren und genial für Familien mit kleinen Kindern oder Menschen, die mit dem Handbike unterwegs sind. Alternativ könnte man die Via Verde bis Sant Pau de Segúries weiterfahren.
Weitere Informationen
Das Monestir Sant Joan de les Abadesses gehört wie das Monestir Ripoll zu den ältesten Klöstern Kataloniens, beide stammen aus dem 9. Die Kohleminen von Ogassa wurden zwischen dem späten 18. Jahrhundert und 1967 ausgebeutet. Die beste Reisezeit für Radtouren im Ripollès ist zwischen Mai und Oktober, im März kann es noch durchaus frisch und sehr windig sein.
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