Wenn das Mountainbike nach einer Tour voller Schlamm und Dreck ist, stellt sich die Frage, ob man zur Reinigung einen Hochdruckreiniger verwenden sollte. Die Meinungen darüber gehen auseinander.
Die Gefahren des Hochdruckreinigers
Grundsätzlich ist es bei der Reinigung des Mountainbikes nicht empfehlenswert, mit einem Hochdruckreiniger zu arbeiten. Der Hauptgrund gegen die Nutzung eines Hochdruckreinigers ist, dass das Material enorm leidet.
Der hohe Druck kann:
- Die Dichtungen der Lager am Steuersatz, der Kurbel und am Hinterbau zerstören.
- Wasser und Schmutz in die Lager pressen.
- Die Kugellagerdichtungen zur Seite drücken, wodurch Wasser eintreten und das schmierende Fett ausgespült werden kann.
- Feuchtigkeit in den Lagern einschließen ‒ Langzeitschäden durch Rost sind vorprogrammiert.
Schön sehen Gabelschaft und Steuersatz dann nicht mehr aus.
Alternativen zum Hochdruckreiniger
Es gibt jedoch Alternativen, die schonender für das Material sind:
- Gartenschlauch: Der Gartenschlauch ist immer die bessere Variante. Mit dem Druck des Gartenschlauchs halten alle Lager und Gelenke problemlos aus. Damit kann man also bedenkenlos überall draufhalten.
- Mitteldruckreiniger: Als Reinigungsgerät eignet sich ein Mitteldruckreiniger. Der handgehaltene Mitteldruckreiniger ist akkubetrieben und braucht somit nur den Wasseranschluss. Er eignet sich dadurch zur schnellen Zwischenreinigung des Fahrrads im Garten und überall dort, wo kein Stromanschluss in der Nähe ist. Mit Mitteldruck lässt sich schnell und einfach selbst hartnäckiger Schmutz entfernen.
- Mobiler Outdoor Cleaner: Um das Mountainbike auch unterwegs von Staub und Dreck zu befreien, damit beispielsweise der Kofferraum des Autos oder der Fahrradträger nicht schmutzig werden, eignet sich ein Mobiler Outdoor Cleaner bzw. Druckreiniger.
Reinigung mit dem Hochdruckreiniger - wenn, dann richtig
Letztendlich muss jeder selber wissen, ob der Einsatz eines Hochdruckreinigers vertretbar ist, um das Mountainbike zu säubern. Wer trotzdem einen Dampfstrahler benutzen will, sollte den Druck runterregeln und erst auf den Boden zielen, denn zu Beginn ist der Druck höher.
Wenn man sich dennoch für die Reinigung mit einem Hochdruckreiniger entscheidet, sollte man folgende Punkte beachten:
- Einen Abstand von mindestens 30 Zentimetern zu empfindlichen Bauteilen wie den Lagern einhalten.
- Den Druck an der Pistole auf den Druckbereich 1 bzw. „Soft” reduzieren.
- Bei E-Bikes besondere Vorsicht walten lassen: Die Elektronik ist empfindlich gegenüber Wasser und sollte nicht direkt mit dem Hochdruckstrahl gereinigt werden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Fahrradreinigung
- Fahrrad platzieren und Geräte vorbereiten: Wer sein Fahrrad reinigen will, sollte es zuerst auf einen ebenen Standplatz stellen und entweder in einen Montageständer einspannen oder gegen eine Wand oder einen großen Baum lehnen.
- Fahrrad mit Wasser abspritzen: Nun das Bike mit dem Reinigungsgerät gleichmäßig abspritzen. Dabei den Wasserstrahl nicht direkt auf Lager, Stoßdämpfer oder elektrische Verbindungen, z. B. bei E-Bikes, richten. Am besten von unten nach oben reinigen.
- Reinigungsmittel aufbringen: Bei hartnäckigen Verschmutzungen ist es sinnvoll, ein Reinigungsmittel einzusetzen. Dafür eignet sich ein Universalreiniger oder, noch besser, ein spezieller Zweiradreiniger: Vor der Reinigung auf die stark verschmutzten Stellen gleichmäßig auftragen, 3-5 Minuten einwirken lassen und anschließend mit klarem Wasser abspülen. Das Bike sollte idealerweise trocken sein, wenn das Reinigungsmittel eingesetzt wird, so kann das Mittel besser wirken.
- Grauschleier entfernen: Falls auf dem Rahmen noch ein Grauschleier zurückgeblieben ist, kann dieser mit einer Bürste oder einem Schwamm schnell entfernt werden. Anschließend den Rahmen an den gesäuberten Stellen mit einem weichen Tuch (z. B. Mikrofaser) trocken reiben.
Die Antriebsreinigung
Antrieb und Kette sind in der Regel etwas schwieriger zu reinigen als der Rest des Fahrrads, denn hier vermischen sich Kettenöl, Dreck und Staub mit der Zeit zu einem klebrigen Schmierfilm. Bevor sie gereinigt werden, sollte ein Karton oder alten Lappen als Auffangschutz unter das Rad gelegt werden. Anschließend mit einer rauen Bürste zunächst den groben Schmutz entfernen, dann Zweiradreiniger oder einen spezieller Kettenreiniger aufsprühen und einwirken lassen. Um die Verschmutzungen zu lösen, hilft ein Trick: Die Kette mit einem Tuch oder Lappen umschließen und durch rückwärtskurbeln mehrfach hindurchlaufen lassen.
Pflege nach der Reinigung
Beim Fahrrad kommt es auch auf die Pflege nach der gründlichen Reinigung an. Der erste Schritt ist immer, das Rad gründlich abzutrocknen, denn Wasser kann schnell zu Rostbildung führen. Wenn Fahrradkette und Schaltung gereinigt wurden, sollten sie zunächst trocknen bzw. mit einem Lappen abgetrocknet und anschließend wieder geölt werden.
Grundsätzlich sollten alle beweglichen Teile wie Züge, Bremsengelenke, Brems- und Schalthebel sowie das Schaltwerk regelmäßig geölt werden. Zu guter Letzt empfiehlt es sich, in regelmäßigen Abständen auch den Reifendruck zu überprüfen.
Wie oft sollte man sein Mountainbike reinigen?
Man könnte sein Mountainbike fast nach jeder Tour waschen und wenn es nur die Staubschicht im Sommer ist. Solange der Dreck die Funktionsweise nicht beeinträchtigt, Rostschäden zu befürchten sind, oder ihr einfach nicht euer Auto o. ä. vollsauen wollt, spricht nichts dagegen, wenn man das Rad grob abbürstet und bis zur nächsten Fahrt wieder in die Ecke stellt.
Vorteile der regelmäßigen Reinigung
Das regelmäßige Waschen deines Mountainbikes bietet mehrere Vorteile:
- Lebensdauer des Fahrrads: Schmutz, Schlamm und Schmutzpartikel können sich im Laufe der Zeit auf deinem Fahrrad ansammeln und zu vorzeitigem Verschleiß der Komponenten führen.
- Funktion und Leistung: Schmutz und Ablagerungen können die Funktion und Leistung der beweglichen Teile deines Mountainbikes beeinträchtigen, insbesondere der Schalt- und Bremskomponenten.
- Ästhetik: Ein sauberes Fahrrad sieht einfach besser aus!
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