Mountainbike Schloss Test: So schützen Sie Ihr Fahrrad optimal

Wer sein Fahrrad liebt, will es bestmöglich schützen. Doch welches Schloss bietet den besten Schutz? Die Stiftung Warentest hat aktuell 19 Fahrradschlösser untersucht. Mindestens mit der Gesamtnote »gut« bewerten die Expertinnen und Experten jedoch nur drei Modelle. »Ein sicheres und leichtes Schloss für wenig Geld, groß genug auch für dicke Laternen - das hätten viele gerne«, schreibt die Stiftung Warentest.

Testsieger und Preistipps

Das Prädikat Testsieger erhält das Abus Granit Super Extreme 2500 mit der Gesamtnote 1,2 - »sehr gut«. Das Bügelschloss bietet den besten Schutz vor Aufbrüchen. In diesem Prüfpunkt hat die Stiftung Warentest ihren Bewertungsmaßstab im Vergleich zu vergangenen Tests etwas verändert: Wie lange die Schlösser einem Winkelschleifer standhalten, ist nun wichtiger.

Generell schützen Bügel- und Kettenschlösser besser vor Fahrraddieben mit Winkelschleifern, da sie zwei Schnitte benötigen würden, schreibt die Stiftung Warentest. Faltschlösser lassen sich mit nur einem Schnitt entfernen. Der Testsieger habe im Labor sechs Trennscheiben und mehrere Akkuladungen eines Winkelschleifers ausgehalten. Erst nach 15 Minuten war das Schloss durch, heißt es im Testbericht. Andere Modelle hätten lediglich 45 bis 90 Sekunden standgehalten.

Der Testsieger hat aber gewichtige Nachteile, er wiegt 2,2 Kilogramm. Das dürfte auf einem schweren E-Bike zwar kaum ins Gewicht fallen, bei einem Rennrad oder Gravelbike hingegen macht sich der Ballast bemerkbar. Mit einem Preis von 300 Euro ist das große Abus-Schloss zudem deutlich teurer als alle anderen Modelle im Test.

Der Preistipp der Stiftung Warentest ist da alltagstauglicher: Das Abus Granit 460 150H/B230 kostet etwa 70 Euro, wiegt mit 1,1 Kilogramm nur halb so viel wie der Testsieger und schützt bei einer Gesamtnote von 2,3 immerhin »gut«.

Die zweitbeste Gesamtnote - 1,6 - vergibt die Stiftung Warentest an das Decathlon-Kettenschloss 920 Art3, das mit etwa 60 Euro ebenfalls günstig ist.

Diebstahlrisiko und Schlossauswahl

Um herauszufinden, welches Schloss sich für mich und mein Rad eignet, gilt es zunächst zu überlegen, wo ich mein Lieblingsgefährt in der Regel abstelle, also die abstrakte Frage nach der potentiellen Gefahrenlage. Sicherlich nimmt im Rahmen der Diebstahlstatistik der Gelegenheitsdiebstahl einen sehr großen Raum ein. Hier sind Bügel- oder Faltschlösser sicher die erste Wahl.

Erfahrungen der Polizei sowie des ADFC zeigen, dass sich professionelle Diebe meist nur drei Minuten Zeit nehmen, um ein abgeschlossenes Fahrrad zu attackieren. Je länger der Vorgang dauert, desto größer steigt die Gefahr, von Außenstehenden als Dieb entlarvt zu werden. Dann lieber weg zum nächsten Objekt.

Bügelschlösser aus gehärtetem Stahl genießen den Ruf, am schwersten knackbar zu sein, haben aber den Nachteil, dass sie unhandlich zu transportieren sind und konstruktionsbedingt durch den festen Bügel nur einen begrenzten Schließraum ermöglichen. Wesentlich flexibler, wenn auch nur zweidimensional, sind Faltschlösser, deren Prinzip vom Meterstab herrührt.

Alle 19 von uns getesteten Schlösser im Faltschloss Test 2025 besitzen einen Rahmenhalter fürs Fahrrad und finden, anders als die sperrigen Bügelschlösser, leicht an den Flaschenhaltermontagepunkten, platzsparend in der Packtasche oder im Rucksack Platz. Entfaltet entwickeln unsere Testteilnehmer eine Länge zwischen 75 und 110 Zentimeter.

Eine ältere Faustformel besagt: Der Preis des Schlosses sollte etwa zehn Prozent des Fahrrad-Neupreises betragen. Das gilt so für E-Bikes nicht mehr, kosten die doch gut und gerne 4000 Euro und mehr. Die Schlösser in unserem faltschloss Test liegen preislich zwischen 19,99 (Crivit) und 194,95 Euro (Squire).

Wer sein Rad regelmäßig an Plätzen parken muss, an denen viel geklaut wird, sollte selbst ein günstiges, gebrauchtes Fahrrad mit einem hochwertigen Schloss absichern. Besser sogar mit zwei verschiedenen Schlössern.

„Abschließen“ beschreibt den korrekten Vorgang der Sicherstellung seines abgestellten Fahrrades oder E-Bikes unzureichend. Das Schloss sollte möglichst weit oben angebracht werden, um kein Widerlager am Boden zu bieten. Umschlossen sollte auf jeden Fall der Rahmen werden, ein einzelnes Laufrad bietet wenig Schutz. Das Abstellen an hellen und gut einsehbaren Plätzen ist ebenso ein Muss, um es Langfingern schwer zu machen.

Unser Test zeigt, dass auch das teuerste Schloss keine hundertprozentige Sicherheit bietet. Wer will, kann sein Rad codieren lassen - etwa bei Polizei, ADFC oder Code-No.com. Beim E-Bike bieten Fahrrad- und Komponentenhersteller wie Stromer, Bosch und andere elektronische und mechanische Wegfahrsperren sowie GPS-Tracking an.

Testmethoden und Ergebnisse

Die Schlossindustrie bietet eine Vielzahl von Schlössern an - allein für diesen Faltschlosstest haben wir 19 verschiedene Modelle getestet. Wesentlich für deren Einsatz ist die Gesamtlänge der entfalteten Glieder. Mit einer Länge von 75 cm ist das Rose Lock Maxx FL 75 das kürzeste im Test, das längste stellte Fischer mit seinem Protec Plus FK110.

Alternativen wie Apps, Fingerprintlocks sowie Zahlenschlösser sind ebenfalls erhältlich. Im Lieferumfang aller getesteten Schlösser ist ein Halter enthalten, der das Schloss unterwegs recht stabil am Rad hält.

Selbstredend beschäftigte uns im Vorfeld die Frage nach der Aussagekraft eines Schlosstests: Attackieren wir die Schlösser direkt am angeschlossenen Rad oder testen wir (abermals) in der Werkstatt. Wie bereits beim Bügelschlosstest 2021 prüften wir die Korrosionsfestigkeit in der Salzsprühnebelkammer im Testlabor velotech.de in Schweinfurt.

Velotech simulierte den Alltagseinsatz im Zeitraffer. Alle Schlösser wurden 96 Stunden lang korrosivem Salzsprühnebel ausgesetzt. Im Anschluss überprüften wir die übriggebliebene Funktionalität: Alle 19 Schlösser waren weitgehend unversehrt und voll funktionsfähig. Bei den Schließzylindern fehlte hier und da mal ein Tröpfchen Öl, um die leichte Gleitfähigkeit des Schließmechanismus wieder herzustellen.

Ohne große technische Kenntnisse liegt bei einer Attacke auf ein Faltschloss auf der Hand, mit Hammer und Meißel in die Gelenke zu schlagen und die Nieten innerhalb von drei Minuten möglichst zu durchtrennen. Eine wirklich kraftaufwändige Methode, die einiges an Kondition und geschicktem Werkzeug-Umgang abverlangt.

Mit einer Säge den Faltschlössern an den Kragen zu gehen, schien uns eine realitätsnahe Methode: Ein handelsübliches Modell führt jeder Baumarkt, die benötigten Sägeblätter ebenfalls. Diese sind auch preislich kein großer Invest. Ein komplett sinnloses Unterfangen: Die Oberflächen der Faltschlösser hielten allesamt dieser Attacke stand. Bei keinem der Testteilnehmer ließ sich auch nur ansatzweise die Oberfläche anritzen. Gute Arbeit der Hersteller!

Im nächsten Schritt testeten wir mit der Säge, die Gelenke durchzutrennen. Ein zäher Vorgang, der allerdings im Vergleich zum Hämmern deutlich leiser, aber nicht kraftschonender vonstatten ging. Fünf Kandidaten hielten nicht stand: Sowohl das Protec Plus FK 85 und FK 110 von Fischer sowie das Rose Lock Maxx FL 75 gaben nach weniger als 60 Sekunden nach. In 2:53 Minuten trennte die Säge das Gelenk.

Die Ergebnisse unseres dritten Härtetests im Faltschloss Test sind schnell erzählt: Alle 19 Faltschlösser hielten dem Aufschneideversuch mittels Bolzenschneider stand. Schlechte Nachricht also für potentielle Fahrraddiebe: die von uns angewandte geräuschärmste Knack-Methode ist auch die unwirksamste.

In Zeiten akkubetriebener Werkzeuge erschien es uns realistisch, die Faltschlösser auch mit einem Winkelschleifer zu attackieren. Zwar sind entsprechende Trennschleifer nicht immer preisgünstig, dennoch bietet der Markt diese aktuell in vielen Varianten an. Das Ergebnis ist leider ernüchternd: nichts bzw. nicht viel. Mit 35 Sekunden hielt Fischers Protec Plus FK85, gefolgt vom Vomox Faltschloss 90 mit 34 Sekunden, noch am längsten stand. Die allermeisten Schlösser waren aber binnen 20 Sekunden durchgeflext.

Zielt man auf die Testmethoden Hämmern und Sägen ab, lässt sich schlussfolgern, dass die getesteten Schlösser den Anforderungen weitgehend gewachsen und lange Zeit einsetzbar sind (siehe Salztest). Und dennoch: Nicht jeder Dieb hat einen solchen stets parat und der mit ihm einhergehende Lärm dürfte den Einsatz eher verhindern.

Um unsere zahlreichen und aufwendig ermittelten Testeindrücke sowie -ergebnisse vergleichbar zu machen, orientieren wir uns an einer kleinteiligen Bewertungs-Matrix. Die Bewertung erfolgt folgendermaßen: Das Gewicht und das Zubehör geht mit je fünf, die Korrosion sowie elektrischer Winkelschleifer mit je zehn Prozent in die Wertung ein.

Eine der klaren Aussagen unseres Tests: Auch preisgünstige Schlösser, wie Crivits Folding Bike Lock für 19,99 Euro, können einen erhöhten Diebstahlschutz bieten.

Empfehlenswerte Fahrradschlösser

Ein gutes Fahrradschloss muss nicht unbedingt teuer sein. Einfache Schlösser sind oft leicht zu knacken, glücklicherweise aber steigen die Qualitätsstandards kontinuierlich.

Danach nennen wir einige empfehlenswerte Fahrradschlösser aus den Tests der Stiftung Warentest. In den vergangenen Jahren hat die Stiftung Warentest insgesamt 91 Bügelschlösser, Faltschlösser, Kettenschlösser, Rahmenschlösser und Textilmantelschlösser getestet. Neben der Kategorie Sicherheit wurden hierbei auch Kriterien wie Haltbarkeit, Handhabung und Schadstoffbelastung mit einbezogen.

  • Das Decathlon Kettenschloss 920 Art3 stuft der Hersteller mit einem Sicherheitslevel 9 von 10 ein. Das Decathlon Kettenschloss 920 ist Kettenschloss-Testsieger und mit einem Preis von knapp 60 Euro wirklich günstig. Der Hersteller klassifiziert die Sicherheit mit einer 9 von 10. Das Decathlon Kettenschloss 920 bietet mit 102,5 cm Gesamtlänge einerseits ordentlich Spielraum, um es ordentlich anzuschließen, kommt mit einer Gebrauchsanweisung und ist 3,2 Kilogramm schwer. Eine Halterung ist nicht dabei. Ein Nachteil des mit 60 Euro sehr günstigen Testsieger-Fahrradschlosses ist, dass Sie es bei keinem anderen Händler als Decathlon finden, was dafür sorgt, dass es online hin und wieder vergriffen sein kann oder Sie längere Lieferzeiten in Kauf nehmen müssen.
  • Das Abus Bügelschloss Granit Super Extreme 2500/165HB230 ist gegen Sägeangriffe und Winkelschleifer gesichert und bietet laut Hersteller ein Sicherheitslevel 15+. Es besteht aus gehärtetem Stahl, hat Abmessungen von 23,4 x 10,4 x 2,7 cm, der Stahlbügel ist schlagfest und 27 Millimeter dick. Das Abus Granit Super Extreme 2500 bietet laut Hersteller Sicherheitslevel 15+, der Bügel ist 27 Millimeter dick und besteht aus gehärtetem Stahl, der Angriffen mit Sägen und Winkelschleifern lange widerstehen kann.
  • Das Axa Fold Pro 100 kommt mit zwei Schlüsseln, einer Halterung und wiegt 1,3 Kilogramm. Das Axa Fold 100 wiegt 950 Gramm und hat eine Länge von rund einem Meter. Im zusammengefalteten Zustand betragen die Abmessungen 22 x 6 Zentimeter. Das Fold 100 wird mit zwei Schlüsseln geliefert und besteht aus sechs faltbaren, 7 Millimeter starken Gliedern aus gehärtetem Stahl, die mit Gummi ummantelt sind. Die Gelenke sind torsionsversteift, der Schließmechanismus ist gegen Staub geschützt und bietet laut Hersteller auch hohen Schutz gegen Aufbohren. Die Sicherheit des Axa Fold 100 stuft der Hersteller selbst mit einer 9 von 15 ein.

Ob Sie ein günstiges oder teures Fahrradschloss wählen, ist in erster Linie eine Frage der persönlichen Vorlieben. Die meisten Schlösser erfüllen den Sicherheitsfaktor, aber Unterschiede zeigen sich in anderen Bereichen wie Handhabung und Schadstoffbelastung, wo günstige Modelle oft schlechter abschneiden. Dennoch finden Sie Top-Modelle auch schon im Preisbereich von 30 Euro. Viele hochwertige Fahrradschlösser kosten aber eher 80 Euro und mehr.

Verschiedene Schlosstypen im Überblick

Fahrradschlösser lassen sich in mehrere Kategorien einteilen:

  • Kabel-/Panzerkabelschlösser: Wie der Name schon sagt, wird hier ein flexibles Kabel (fast immer ein Stahlseil) benutzt, an dessen Enden das eigentliche Schloss sitzt. Diese Schlösser sind leicht, einfach zu handhaben und flexibel. Allerdings bieten sie in der Regel nur einen sehr geringen Schutz und sind eher Wegfahrsperren als echte Sicherheitsschlösser. Besser sind hier Panzerkabelschlösser, bei denen das Stahlseil zusätzlich von einer Stahlhülle ummantelt ist. Diese wird zusätzlich durch eine feste Textil- oder robuste Kunststoffschicht geschützt.
  • Bügelschlösser: Statt eines flexiblen Stahlkabels wird ein fester, U-förmiger Bügel benutzt, der in einem soliden Verschlussriegel steckt. Diese Schlösser gelten als praktisch aufbruchsicher, da an den dicken Stahlbügeln auch Bolzenschneider scheitern. Allerdings erkauft man die Sicherheit eines Bügelschlosses durch ein recht hohes Gewicht, zudem sind sie sperrig, da sie sich natürlich nicht so frei platzieren lassen wie ein Stahlkabel. Bügelschlösser werden üblicherweise mit einer Halterung fürs Fahrrad geliefert, denn sonst ist der Transport ziemlich schwierig.
  • Faltschlösser: Faltschlösser bestehen aus einzelne Stahlgliedern, die über Scharniere verbunden sind. Faltschlösser sind wie Bügelschlösser recht schwer, lassen sich aber dank ihrer Scharniere zu handlichen und kompakten Päckchen zusammenlegen. Sie sind dadurch flexibler als Bügelschlösser, aber bei weitem nicht so einfach in der Handhabung wie Kabelschlösser. Ihre schwächsten Stellen sind die Scharniere, die sich bei besonders günstigen Modellen häufig ohne große Probleme aufbrechen lassen.
  • Kettenschlösser: Kettenschlösser kombinieren gewissermaßen Bügel- mit Kabelschlössern. Statt eines Stahlkabels steckt in ihrem Innern allerdings eine stabile Stahlkette. Dadurch sind sie so flexibel wie ein Kabel-, zugleich aber so aufbruchsicher wie ein Bügelschloss. Das gilt allerdings nur, wenn die einzelnen Kettenglieder dick genug sind, ansonsten hat ein Bolzenschneider hier leichtes Spiel. Ein sicheres Kettenschloss bringt daher naturgemäß ein sehr hohes Gewicht auf die Waage. Es gibt sie in verschiedenen Längen. Stabile und schwere Kettenschlösser eigenen sich besonders für die stationäre Befestigung, für unterwegs sind sie häufig zu schwer.
  • Smart-/Alarmschlösser: Diese Modelle sind relativ neue Schlösser, bekannt als Smartschlösser, die eine Smartphone-App erfordern und sich automatisch verriegeln bzw. entriegeln sollen. Obwohl das Konzept vielversprechend klingt, haben sie sich in der Praxis bisher als unzuverlässig erwiesen, daher ist derzeit keines dieser Schlösser wirklich empfehlenswert. Praxistauglicher sind hier schon alarmgesicherte Schlösser, die laut Alarm schlagen, wenn sich jemand an ihnen zu schaffen macht. Zwar sind Sie nicht so aufbruchsicher wie etwa ein Bügel- oder Panzerschloss, setzen dafür aber auf den lauten Signalton, um potenzielle Diebe abzuschrecken.

Schlüssel vs. Zahlencode

Beim Schloss selbst gibt es in jeder Kategorie verschiedene Schließmethoden, und es ist eher eine Geschmacksfrage, welche Methode man bevorzugt. Standard sind hier die klassischen Schlüssel (bei teureren Modellen besitzt ein Schlüssel auch eine LED, was das Auf- und Zusperren im Dunkeln erleichtert), daneben gibt es aber auch Zahlenschlösser. Schlüssel bieten den Vorteil, dass die Zahlenkombination nicht ausspioniert werden kann oder jemand durch puren Zufall ein Schloss öffnet. Dafür können Sie einen Schlüssel verlieren und der Schließzylinder kann durch Dreck und Staub verstopft werden. Bei Zahlenschlössern sammelt sich zwar ebenfalls Dreck an, aber der führt in der Praxis nicht zu einer vollständigen Blockierung des Schlosses.

Worauf es beim Kauf ankommt

Die Hauptaufgabe eines guten Fahrradschlosses ist es, das Fahrrad vor Diebstahl zu schützen, indem es einem Dieb so lange Widerstand leistet, dass dieser aufgibt. Ein hochwertiges Schloss verlängert die Zeit, die zum Knacken benötigt wird. Zusätzlich sollte es leicht zu handhaben und einfach zu transportieren sein.

  • Auf die Länge kommt es an! Ist es zu klein, können Sie Ihr Rad nicht wirklich sicher abschließen; ist es zu lang, lässt es sich schwer transportieren und nimmt zudem gehörig an Gewicht zu.
  • Bei Schlössern mit einem Schlüssel sollte der Schließzylinder einen Staubschutz besitzen.
  • Bei der Aufbruchsicherheit sollte es Angriffen von Seitenschneidern, Bolzenschneidern und Sägen Widerstand leisten. Hier hat der ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club) festgelegt, dass ein Schloss einem dreiminütigen Angriff widerstehen muss.

Kein Schloss kann einem Winkelschleifer auf Dauer standhalten - früher oder später durchtrennt das Gerät jeden Stahl. Allerdings sind Winkelschleifer sehr laut und erfordern viel Zeit, um den harten Stahl eines Schlosses zu durchtrennen. Da Fahrraddiebe jedoch in der Regel leise und schnell arbeiten möchten, greifen sie selten zu solchen Werkzeugen.

Tipps zur richtigen Anwendung

Selbst das beste Schloss ist nur so gut, wie es eingesetzt wird. Folgende Verhaltensregeln sollte man beherzigen:

  • Abschließen: Ganz gleich, wie kurz Sie Ihr Rad unbeaufsichtigt lassen - ist Ihr Rad nicht abgeschlossen, braucht ein Dieb nur Sekunden, um damit zu verschwinden.
  • Anschließen: Abschließen ist gut, anschließen ist besser: Schließen Sie Ihr Rad möglichst immer an einen festen Gegenstand an (etwa einen Laternenpfahl oder ein Straßenschild). Andernfalls packt der Dieb Ihr abgeschlossenes Rad einfach auf einen Transporter.
  • Durchschließen: Das Schloss sollte immer Rad und Rahmen verbinden. Sonst montiert der Dieb einfach rasch das abgeschlossene Vorder- bzw. Hinterrad aus und nimmt Ihr Rad mit.
  • Sichtbar bleiben: Je abgelegener und versteckter Ihr Fahrrad abgestellt ist, desto reizvoller wird es für Diebe. Wann immer möglich, sollten Sie Ihr Rad gut sichtbar auf einem belebten Platz abstellen, am besten in erhöhter Position (was allerdings nur selten möglich ist). Vermeiden Sie nach Möglichkeit dunkle Hofeingänge oder schlecht einsehbare Seitenstraßen.
  • Doppelt schließen: Wenn Sie Ihr Rad für längere Zeit unbeaufsichtigt draußen stehen lassen müssen, sollten Sie nach Möglichkeit zwei Schlösser einsetzen. Da viele Diebe auf einen speziellen Schlosstyp spezialisiert sind, ist es eine gute Idee, zwei Schlösser unterschiedlichen Typs zu benutzen, etwa ein Panzerketten- und ein Bügelschloss.

Lockpicking

Diebe haben generell zwei Möglichkeiten, ein Schloss zu knacken: Entweder durch den Einsatz von roher Gewalt, etwa mit einem Bolzenschneider. Oder durch Fingerspitzengefühl, indem sie den Schließmechanismus aushebeln. Hier gehen die Diebe gewissermaßen so vor, wie der Schlüsseldienst, der eine Haustür gewaltfrei öffnet. Diese Methode wird „Lockpicking“ genannt. Dagegen sind die wenigsten Schlösser wirklich gefeit, aber Lockpicking setzt sehr viel Können, Erfahrung, Spezialwerkzeug und vor allem viel Zeit voraus. In der Praxis der Fahrraddiebe spielt Lockpicking daher keine nennenswerte Rolle.

Diebstahl - was tun?

Wenn Ihr Fahrrad trotz allem gestohlen worden ist, lohnt sich ein Blick in die eBay-Kleinanzeigen. Manche Diebe stellen die geklauten Fahrräder zum Verkauf ein.

ADFC-Checkliste: Qualitätsmerkmale für sichere Schlösser

  • Schlosstyp: Bügel-, Falt-, Ketten- oder Panzerkabelschlösser bieten mehr Schutz als Schlösser mit Spiralkabeln, aus dünnen Drähten oder leichten Ketten.
  • Materialqualität: Bügel, Ketten oder Faltglieder sollten aus hochwertigem gehärteten Stahl gefertigt sein, ebenso der Schlosskörper.
  • Masse und Durchmesser: Schwerere Schlösser mit großen Bügel-Durchmessern sind stabiler. Deshalb wiegen qualitativ hochwertige Schlösser oft mehr als ein Kilogramm.
  • Schließzylinder: Drehscheibenzylinder bieten hohen Schutz gegen das Lockpicking. Sie sind schwer zu manipulieren.
  • Gesamtqualität: Ein Fahrradschloss ist nur so sicher wie seine schwächste Stelle. Die Qualität von Material, Schlosszylinder und Schlosskörper muss durchgängig hoch sein.

Die Rolle des ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 240.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen.

Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.

Checkliste für ein verkehrssicheres Fahrrad

Wie ein verkehrssicheres Fahrrad auszustatten ist, legt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) fest. Sie schreibt u. a. zwei voneinander unabhängige Bremsen vor, damit ein Fahrrad sicher zum Stehen kommt. Ebenso vorgeschrieben ist eine helltönende Klingel. Auch zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale mit je zwei nach vorne und nach hinten wirkenden gelben Rückstrahlern sind Pflicht.

Am wichtigsten für die Verkehrssicherheit ist neben den Bremsen die Beleuchtung. Ein rotes Rücklicht und ein weißer Frontscheinwerfer sind vorgeschrieben. Die Beleuchtung kann batteriebetrieben sein und muss tagsüber nicht mitgeführt werden. Sie muss aber dann einsatzbereit sein, wenn die Sichtverhältnisse Licht erforderlich machen. Für den Straßenverkehr zugelassen ist Beleuchtung nur mit dem Prüfzeichen des Kraftfahrtbundesamts (eine Wellenlinie, Großbuchstabe K und fünfstellige Zahl).

Damit Radfahrende auch seitlich gesehen werden, sind Reflektoren in den Speichen oder Reflexstreifen an Reifen oder Felge vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO vorgeschrieben sind.

Das richtige Schloss finden

Die Wahl des richtigen Fahrradschlosses hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Wert des Fahrrads, die Umgebung, in der es abgestellt wird, und das persönliche Sicherheitsbedürfnis. Ein hochwertiges Schloss ist eine Investition in den Schutz Ihres Fahrrads und kann Ihnen langfristig viel Ärger und Kosten ersparen.

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