Radfahren ist gesund und trainiert das Herz-Kreislauf-System, die Lunge und die Muskulatur. Wer das Beste aus seinem Bike rausholen und jahrelang Spaß haben will, braucht das richtige Setup. Dabei sind die Rahmenhöhe und Rahmenlänge entscheidend für die richtige Sitzposition.
Für Vielfahrer empfiehlt sich die 70 - 90 Grad Position. Mountainbiker haben eine sehr individuelle Sitzposition.
1. Die Bedeutung des Sattels
Während die Pedale für die muskuläre Kraftübertragung und der Griff am Lenker für guten Halt sorgen, ist es wichtig, fest und bequem im Sattel zu sitzen, selbst nach mehreren Stunden noch.
Ein Sattel muss passen und genau deshalb ist die Auswahl groß. Sattel ist nicht gleich Sattel, und man ist gut beraten wählerisch zu sein und verschiedene Modelle zu testen oder auch einmal zu wechseln, falls man Sitz- oder Rückenprobleme hat. Nur zu gepolstert und zu breit sollte der Sattel keinesfalls sein, da man sonst zu weit einsinkt, die Sitzhöcker nicht richtig gestützt und Nerven und Gefäße eingeklemmt werden.
Unter ambitionierten Bikern gilt: So komfortabel wie nötig, so hart wie möglich! Alle ROTWILD Bikes sind mit einem MTB-spezifischen Ergon Sattel ausgestattet.
Gerade auf dem E-MTB können auch steilere Anstiege im Sitzen gemeistert werden. Die verschiedenen MTB-Sättel von Ergon sind an der Hinterseite leicht nach oben gewölbt.
In den ROTWILD E-MTBs verbauen wir hochwertige Sättel von Ergon. Diese sind optimiert für lange Sitzpassagen bergauf und unterstützen durch die leichte Wölbung die Stabilität in steilem Gelände.
2. Die ideale Sitzhöhe
Ist der passende Sattel gefunden, sollte die individuelle Sitzhöhe richtig eingestellt werden.
Eine schnelle Möglichkeit, sich der korrekten Sitzposition anzunähern, ist die "Fersen-Formel". Allerdings bleiben dabei individuelle Gegebenheiten wie zum Beispiel die Größe der Füße unberücksichtigt.
Mit angezogenen Schuhen wird die Ferse auf das Pedal der nach unten senkrecht positionierten Kurbel gestellt und das Bein gestreckt. Die Hüfte sollte dabei gerade sein, dann kann der Sattel auf Schritthöhe justiert werden. Wenn man nun den Fußballen auf das Pedal stellt, sollte das Knie eine leichte Beugung von etwa 110 Grad aufweisen.
Mit verstellbaren Sattelstützen, wie sie in allen unseren E-MTBs verbaut werden, lässt sich die Sitzhöhe komfortabel auch während der Fahrt anpassen: Ein niedriger Sattel für technische anspruchsvolle Bergabfahrten oder ein hoher Sattel für optimale Kraftübertragung bergauf. Die Auszugslänge der Teleskopsattelstützen ist dabei auf die jeweilige Rahmengröße angepasst.
Einen besonders großen Verstellbereich, der schnell und unkompliziert an persönliche Vorlieben angepasst werden kann, bietet die Eightpins-Sattelstütze, z.B. So passt es: Die ideale, maximale Sitzhöhe zu ermitteln geht schnell.
3. Einstellen von Sattelneigung, Sattelposition und Sitzüberhöhung
Neben der Sattelneigung und der Position des Sattels ist die Sitzüberhöhung, also der Höhenunterschied von Sattel zu Lenker, wichtig für die Leistungsentfaltung und Vermeidung von Rückenbeschwerden. Diese hängt einerseits von der Körpergröße und Rumpflänge sowie von der Beweglichkeit des Fahrers ab.
Entscheidend ist aber auch, welches sportliche Ziel man verfolgt. Eine aufrechte Position ist ideal für lange Touren und Rad-Marathons. Als optimal gilt eine Position, bei der der Oberkörper 45 Grad nach vorne geneigt ist und dabei die Oberarme bei neutraler Sitzposition in einem Winkel von 90 bis 100 Grad stehen. Für hohe Geschwindigkeiten oder Downhillbiker ist eine gestreckte Sitzposition mit einem tieferen Schwerpunkt vorteilhaft. Dies sorgt für mehr Stabilität in Kurven und mehr Wendigkeit.
Eine Orientierung gibt der Blick über den Lenker zur Vorderradachse: Diese sollte für Komfortfahrten hinter dem Lenker und verdeckt bis leicht davor bei sportlichem Fahrstil sein.
Kleine Veränderungen bei der Sattelneigung und das Verschieben des Sattels in der Waagrechten können spürbare Auswirkungen auf den eigenen Sitzkomfort haben. Neigung und Position des Sattels lassen sich über die Verschraubung an der Sattelstütze einstellen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Ermittlung der richtigen Sitzhöhe
Um die richtige Sitzhöhe am Rad zu finden, hilft folgendes Vorgehen:
- Zieht die Schuhe aus.
- Nehmt eure Schrittlänge und multipliziert diese mit 0,883.
- Pressen Sie eine Wasserwaage in den Schritt und bitten Sie einen Helfer, den Abstand von der Oberkante zum Boden zu messen. Variante ohne Helfer: Stellen Sie sich z. B. dicht vor einen Türrahmen und markieren Sie die Höhe der Oberkante mit einem Stift. Schrittlänge = ................ cm Lassen Sie sich für ein genaueres Ergebnis helfen. Alleine wird die Messung oft zur Turnübung und damit ungenau.
- Nachdem du deine Schrittlänge (Innenbeinlänge) berechnet hast, multiplizierst du diese mit 0,885 und erhältst die Sattelhöhe. Benannt nach dem berühmten Radfahrer Greg LeMond, der diese Formel mit seinem Coach in den 80ern entwickelt hat.
- Setze dich auf dein Fahrrad und versuche mit ausgestrecktem Knie und mit der Ferse das rechte Pedal zu erreichen (am besten lässt du dir von jemandem Helfen damit du nicht umkippst). Das Pedal befindet sich in der tiefsten Position.
Die Schrittlänge liefert Ihnen einen sehr guten Anhaltspunkt für die Sitzhöhe - das ist der Abstand von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sattels.
Sitzhöhe = 0,885 x Schrittlänge (cm)
Die richtige Sitzhöhe ist das Maß für gute Kraftentfaltung. Beginnen Sie die Annäherung an die optimale Sitzposition am besten von einer etwas zu hohen Sitzposition aus - erkennbar am unrunden Tritt und kippendem Becken. Tasten Sie sich abwärts mit der Sitzhöhe, bis der Tritt rund ist und das Becken nicht mehr mit jedem Tritt wegkippt.
Weitere wichtige Einstellungen
- Sattelposition: Viele Biker stellen bewusst die Sattelnase etwas nach unten, um den Dammbereich zu entlasten. Das führt jedoch zu mehr Druck und Haltearbeit in Armen, Händen und Schultern. Deshalb sollte der MTB-Sattel im Idealfall waagerecht sein.
- Bremsgriffe: Um eine Kompression der Handnerven zu vermeiden, sollte der Bremsgriff in Verlängerung mit dem Unterarm stehen - in Fahrposition versteht sich. Der Zeigefinger liegt dabei in einer Linie mit dem Unterarm am Ende des Bremshebels. Abfahrtsorientierte Biker richten die Griffe oft deutlich flacher aus, um das Hangelenk nicht so weit flexen zu müssen.
- Lenker: Die Lenkerbreite sollte zu Ihrer Schulterbreite und Ihrem Fahrstil passen. Guter Indikator: Die Handgelenke knicken seitlich nicht ein. Zu breite Lenker verursachen (bei schmalen Schultern) oftmals Schmerzen in den Handgelenken, da diese stark abgeknickt werden. Zu schmale Lenker vermindern ein freies Atmen und vermindern die Kontrolle im technischen Gelände.
- Cleat-Position: Zur Findung der Grundposition sollte das Cleat über Ihrem Großzehengrundgelenk (der dicke Teil hinter dem großen Zeh) sitzen. Schrauben Sie das Cleat mittig unter den Schuh. Mit einem Fall-Lot testen Sie (angesetzt in der Mitte des Kniegelenks außen), ob das Lot über die Pedalachse fällt. Dafür steht die Kurbel in einer 90-Grad-Tretstellung. Schieben Sie nun den Sattel vor oder zurück, um das Lot auszurichten.
Testlauf: So erkennen Sie mögliche Probleme
Je steiler und länger ein Berg, desto deutlicher treten bestehende Probleme zu Tage. Nur, wer ausreichend beweglich und stark ist, kann schmerzfrei und kraftvoll auf dem MTB treten. In der Praxis sollten Sie längere Anstiege deshalb ohne Schmerzen fahren können.
Individuelles Bikefitting
Dies ist der Königsweg der Anpassung und meist auch mit höheren Kosten verbunden. Dennoch ist ein Bikefitting durchaus mit einem Maßanzug oder -kleid zur vergleichen. Nichts anderes passt so gut auf Anhieb.
Die richtige Einstellung deines Mountainbikes ist entscheidend für Komfort, Performance und Gesundheit. Indem du die Sattelhöhe, Sattelneigung, horizontale Sattelverstellung und Lenkerposition optimal einstellst, kannst du dein Fahrerlebnis erheblich verbessern. Probiere unsere Tipps aus, mache Testfahrten und finde die für dich ideale Einstellung.
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