Mountainbike Spiel Switch Test: Abenteuer auf zwei Rädern

Für Gamer, denen gute Spiele wichtig sind, gibt es GameStar Plus. Wer es bereits hat, kann sich trotzdem freuen, denn auch auf der Nintendo Switch gibt es spannende Mountainbike-Spiele.

Lonely Mountains: Downhill - Ein Abenteuer bergab

In Lonely Mountains: Downhill geht es abwärts. Vier abwechslungsreiche Berge in unterschiedlichen Klimazonen (Alpen, Wüste etc.) mit jeweils vier unterschiedlichen Strecken warten darauf, dass wir uns in isometrischer Perspektive die Hänge runterstürzen. Als Erstes steht bei jedem Abfahrtskurs die Entdecker-Herausforderung an: Wir müssen einfach nur ins Ziel kommen. Also können wir es gemütlich angehen und ein bisschen was zur simplen Eleganz von Lonely Mountains: Downhill sagen.

Grafik und Soundkulisse

Grafik und Soundkulisse sind reduziert gehalten, bringen dadurch aber die Atmosphäre einer einsamen Mountainbike-Tour sehr passend rüber. Durch die bunte, stilisiert-klobige Optik wirkt die an sich schon malerische Wildnis noch einen Tick idyllischer, dabei hilft auch die modellbaumäßige Tilt-Shift-Optik. Steinhalden gehen in Herbstwälder über, felsige Wüstenplateaus gibt's ebenso wie tiefe Schluchten und rauschende Bäche - alles etwas idealisiert verdichtet, damit jede einzelne Abfahrt schön abwechslungsreich bleibt. Aus den Boxen tönen Naturgeräusche, das Rattern der Fahrradkette und das Schlittern der Reifen.

Realistische Steuerung

Die Steuerung unseres Bikes ist ebenso intuitiv wie simpel. In die Pedale treten, bremsen und ein kurzer Sprint - das war's. Nach ein bis zwei Kurven hat man das bereits verinnerlicht, vor allem mit einem Controller. Die Herausforderung von Lonely Mountains: Downhill liegt, ebenso wie im realen Sport, in den ausgezeichnet designten Strecken. Die Abfahrten haben stets einen offensichtlichen Hauptweg, der auch meist die einfachste, jedoch nicht die schnellste Variante ist. Daneben verlaufen aber unzählige Abkürzungen und alternative Routen, die wegen der fixen Kameraperspektive meist leicht zu übersehen sind.

Da die Physik recht realistisch gehalten ist, bekommt man schnell ein Gefühl für die Abfahrt und versucht, möglichst geschickt den Berg hinunter zu kurven. Da es pro Strecke mehrere Checkpoints gibt, die Abschnitte theoretisch in zehn bis 20 Sekunden machbar sind, und man nach einem Sturz sofort wieder am letzten Checkpoint im Sattel sitzt, ist das ebenso kurzweilig wie motivierend.

Vergleich mit Trials

Das alles erinnert natürlich ein bisschen an die Trials-Reihe - nur eben in isometrisch, näher an der Realität und mit mehr Spielraum in der Wahl der besten Route zum Ziel. Wie gesagt können wir diese immer zuerst entspannt und ohne Zeitdruck suchen, was beinahe eine meditative Wirkung entfaltet. Aber gleich danach warten schon Challenges, wie eine bestimmte Zeit zu unterbieten oder ein Limit an Stürzen.

Abkürzungen sind stets riskant, etwa wenn wir weit Springen müssen. Dafür sparen wir uns meist einen langen Umweg. An diesem Punkt entscheidet sich, ob man das Mountainbiking-Game mag oder nicht.

Motivation und Belohnungen

Die insgesamt 16 Strecken sind in zwei bis drei Stunden locker freigeschalten - danach hat man quasi alles gesehen und konzentriert sich auf Bestzeiten oder sturzfreie Abfahrten. Klar gibt es dafür auch Belohnungen abseits des obligatorischen Platzes in den Bestenlisten - das stachelt die Motivation aber nur bedingt an. Outfits und Lackierungen, die wir für unseren virtuellen Radler freispielen, sind nicht mehr als eine nette Dreingabe - ebenso die Handvoll Rastplätze, an denen man für eine pittoreske Aussicht kurz innehalten kann.

Fahrräder

Interessanter sind hingegen die fünf Bikes, die wir abseits unseres Startfahrrads freischalten können. Jedes hat spürbare Stärken und Schwächen: Das Rennrad hat etwa kaum Grip, läuft dafür aber wie mit Butter eingeschmiert. Diverse Bestzeiten kann man nur mit dem richtigen Bike schaffen. Erst durch diese Bikes wird die eine oder andere Abkürzung (und somit auch Bestzeit) überhaupt möglich - jedoch dauert es zu lange, bis wir das erste Zusatzbike freischalten. Um die Teile dafür zu sammeln, müssen wir nämlich nicht nur eine, sondern insgesamt sechs Herausforderungen verteilt auf verschiedenste Strecken meistern. Gefühlt gurken wir bis dahin doch etwas zu lange mit unserem Standardbike herum.

Fazit

Abseits dieses kleinen Mankos kann man sich eigentlich nur am Umfang von Lonely Mountains: Downhill stören. Es ist ein überschaubares Spiel (zudem ohne Multiplayer-Möglichkeit), das sich auf ein simples Prinzip konzentriert und es für ein paar Stunden nahezu perfekt durchexerziert. Auf den ersten Blick sieht in diesem Rennspiel alles super einfach aus. Mit deinem Mountainbike und einem Helm stehst du auf einer Ebene. Du sollst nun eigentlich nur den Berg herunterfahren.

Auf den Pfaden geht das natürlich viel einfacher. Aber diese Wege schlängeln sich ins Tal. So erreichst du bestimmt keine Bestzeiten. Also solltest du besser Abkürzungen nehmen. Fahre querfeldein durch das Gras! Und wenn du die Felsvorsprünge geschickt nutzt, dann geht es noch viel schneller. Das ist aber natürlich richtig gefährlich: Zack! Beim kleinsten Fehler kannst du stürzen und musst wieder von vorne starten.

Und das passiert ziemlich oft. Du wirst einige Zeit brauchen, bis dir alle Tricks mit dem Fahrrad gelingen. Aber viel Spaß macht das bei jeder Fahrt trotzdem.

Weitere Mountainbike-Spiele für die Switch

Neben Lonely Mountains: Downhill gibt es auch andere interessante Mountainbike-Spiele für die Nintendo Switch.

Descenders

Descenders ist ein temporeiches Downhill-Spiel mit zufallsgenerierten Strecken und realistischer Physik. Jeder Lauf fühlt sich anders an, was für viel Abwechslung sorgt - besonders im Online-Multiplayer. Der Fokus liegt auf Geschwindigkeit, Risikomanagement und stylischem Fahrverhalten mit punktgenauem Timing.

Die einzelnen Abfahrten in Descenders sind durchweg kurzweilig, sie dauern nur ein paar Minuten, und bieten haufenweise Möglichkeiten um zu verunfallen. Es ist eine Kunst, seinen Fahrstil zwischen Risiko und Spaß sowie einem konservativen aber sicheren Stil auszubalancieren. Selbst die erfolgsversprechendste Session kann schnell enden. Da die Abschnitte zufallsgeneriert sind, ist es sinnvoll, sich die Streckenvorschau vor dem Start anzusehen.

Richtig eingesetzt bürgt Zufallsgenerierung für Abwechslung und Wiederspielbarkeit. Das gelingt Descenders größtenteils nicht. Schnell wiederholen sich die „Bauteile“ und einige Strecken sind gähnend leer oder wirken schlicht unpassend zusammengewürfelt. Descenders bietet aber auch ebenso viel Frustpotenzial. Wenn ich eine Rampe falsch einschätze, wiederholt an einem Sprung scheitere und nicht weiß warum, meine Session wieder einmal jäh endet.

Riders Republic

Riders Republic ist eine bunte Open-World-Action mit Fokus auf Spaß, Tempo und spektakuläre Stunts - Mountainbikes sind nur ein Teil des Sport-Mix. Wer realistische Fahrphysik sucht, wird enttäuscht - hier geht’s um Arcade-Feeling in riesigen Landschaften. Die Masse an Modi, Events und Anpassungen sorgt aber für langen Spielspaß.

Übersicht der Spiele

TitelGenrePlattformenPreis (ca.)
Lonely Mountains: DownhillRennspielePC, PS4/5, Xbox Series, Switch30 Euro
DescendersDownhillPC, PS4/5, Xbox Series, Switch26 Euro
Riders RepublicOpen-World-ActionPC, PS5, Xbox SeriesVariiert

Weitere erwähnenswerte Spiele

  • MTB Mavrix
  • Bike Unchained 2
  • Downhill Pro Racer
  • MTB Downhill Simulator

Informationen zum Spiel "Lonely Mountains: Downhill"

  • Titel: Lonely Mountains: Downhill
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • Art des Spiels: Rennspiele
  • Spielgerät: Nintendo Switch, PlayStation 4, Windows
  • Preis in Euro: ca. 30 Euro
  • Verlag / Bildrechte: Thunderful Publishing
  • Freigabe (USK): ab 6 Jahre
  • Altersempfehlung: 8

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