Mountainbike Test: Einsteiger Modelle

Mountainbiken ist ein Sport, der wegen des Equipments mit recht umfangreicher Technik verbunden ist. Das betrifft vor allem vollgefederte Bikes, die so genannten Fullys. Es kursieren etliche Fachbegriffe und Daten, mit denen die meisten Einsteiger wenig anfangen können. Zum Beispiel Federwege, Geometrie, Schaltgruppen.

Bei E-Bikes kommen noch Motorleistung, Drehmoment und Akku-Kapazität dazu. Kein leichtes Unterfangen, sich auf eigene Faust durch diese Flut an Informationen zu arbeiten. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen und erleichtern dir die Kaufentscheidung zu deinem ersten Mountainbike Fully. Egal ob mit oder ohne E-Antrieb.

Im ersten Teil dieses Artikels behandeln wir die grundlegenden Unterschiede zwischen den diversen Fullys. Dabei ist es egal, ob du auf der Suche nach einem herkömmlichen Bike bist, oder ein Bike mit E-Unterstützung im Auge hast. Der zweite Teil geht dann genauer auf die Besonderheiten von E-Bikes ein.

Inhalt

  • Einsatzbereich
  • Federweg
  • Geometrie
  • Ausstattung und Budget
  • Besonderheiten bei E-Fullys

Gewünschter Einsatzbereich

Bereits im Vorfeld solltest du dir Gedanken darüber machen, wo und wie du mit deinem Mountainbike unterwegs sein möchtest. Klar, möglichst oft abseits der Straße. Aber in welchem Terrain? Mittelgebirge, Hochgebirge, oder doch hauptsächlich im Flachland? Eher Schotterwege oder auch mal einen launigen Singletrail? Sportliches oder gemütliches Tempo?

Letztendlich sind diese Fragen wichtig, weil es mittlerweile Fullys für viele verschiedene Einsatzbereiche gibt. Oder die zumindest ihre Stärken dort haben. Von Touren in leichtem Gelände bis hin zu extremen Abfahrten im Bikepark. Aber keine Angst, es gibt auch viele Fully-Modelle, bei denen sich manche Bereiche überschneiden.

Wieviel Federweg darf’s sein?

Der Federweg eines Fullys definiert sich über den Hub der Gabel und des Hinterbaus. Also um wieviele Millimeter Vorder- und Hinterrad bei Hindernissen nachgeben können. Dabei müssen die beiden Werte nicht zwingend identisch sein. An vielen Fullys hat das Fahrwerk an der Gabel etwas mehr Federweg, in der Regel um die 10 Millimeter.

Bei modernen Fullys starten die Fahrwerke bei rund 80 bis 100 Millimetern, extreme Downhill und Park-Bikes können mit 200 Millimetern und mehr aufwarten. Wichtig zu wissen: Federweg und Einsatzbereich hängen sehr eng zusammen.

Im RABE Webstore haben wir die Fullys in drei Federweg-Kategorien eingeteilt. Darüber definieren sich auch die verschiedenen Einsatzbereiche.

80 - 120 Millimeter: Sportlich und schnell

Sportliche CrossCountry-orientierte Fullys haben selten mehr als 120 Millimeter Federweg. Fahrer aus dieser Kategorie schätzen das direkte Fahrgefühl und den Vortrieb. Und sie achten besonders aufs Gewicht. Denn wenig Federweg bedeutet auch: Weniger Material am Fahrwerk und damit weniger Masse, die bewegt werden muss. Damit ist man bergauf ebenfalls im Vorteil.

Sollte das Gelände allerdings mal grober werden, haben Cross-Country Fullys kaum Reserven. Am oberen Ende der 120er Skala findet man teilweise schon erste Trail- und Tourenbikes. Generell sind Fullys aus dieser Kategorie für Einsteiger nur bedingt empfehlenswert.

120 - 150 Millimeter: Die Allrounder

Mit Fullys aus dem populärsten Federwegbereich ist so ziemlich alles möglich. Hier findet man im unteren Bereich die so genannten Trailbikes mit sportlich-komfortablen Fahrwerken. Die größte Gruppe bilden hier die All Mountain Fullys, ideal für jede Tour, von Mittelgebirge bis zur mehrtägigen Alpenüberquerung. Bei etwa 150 Millimeter beginnen die so genannten Enduros, mit denen du noch mehr Spaß auf Abfahrten hast. Übrigens: Moderne Dämpferelemente sorgen dafür, dass sich selbst ein Enduro-Fahrwerk beim Pedalieren nicht schwammig anfühlt.

In der Allround-Kategorie werden wohl die meisten Einsteiger ihr Wunsch-Fully finden.

150 - 180 Millimeter: Bergab ist Trumpf

Enduros mit bis zu 160 Millimetern Federweg sind selbst bei Tourenfahrern sehr beliebt. Allerdings muss man für ein leichtes Modell, das auch bergauf Spaß macht, das Budget arg strapazieren. Fahrwerke mit 160 Millimetern und mehr sind schwerpunktmäßig als Bergab-Maschinen konzipiert. Kletterpartien sind mühsam aber nicht unmöglich. Der große Hub von Gabel und Hinterbau macht diese Fullys auf kurvigen Trails eher träge und etwas schwerfällig. Im Bikepark hingegen oder auf verblockten Trails sind sie in ihrem Element.

Die Geometrie

Die verschiedenen Abmessungen und Winkel des Rahmens und der Gabel bezeichnet man als Geometrie. Zu jedem Mountainbike gibt es eine so genannte Geometrietabelle, in der alle Werte in Bezug zu jeder lieferbaren Rahmengröße verzeichnet sind. Für Einsteiger ziemlich verwirrend. Außerdem lassen sich daraus nur bedingt Rückschlüsse auf die Fahreigenschaften ziehen. Hilfreich sind die Geometriedaten jedoch, um einen Anhaltspunkt in Bezug auf die Größe des Bikes zu geben. Denn ein Bike muss zu den Körpermaßen seines Fahrers/seiner Fahrerin passen.

Früher konnte man sich einfach an der Sitzrohrlänge orientieren. Seit jedoch die meisten Rahmen ein stark nach hinten abfallendes Oberrohr besitzen, ist dieses Maß weniger relevant. Deshalb wurden zwei neue, aussagekräftigere Maße eingeführt: Stack und Reach. Diese geben in Kombination Aufschluss darüber, ob die Sitzposition eher sportlich oder eher komfortabel ist.

  • Stack: Wird gemessen von der Mitte des Tretlagers senkrecht nach oben, bis zu einer gedachten, waagerechten Linie auf Höhe der Steuerrohr-Oberkante.
  • Reach: Der Abstand von Tretlager Mitte bis Steuerrohr Mitte.

Und so funktioniert’s: Stack geteilt durch Reach ergibt den so genannten Stack-Reach-Quotienten (STR). Quotienten bis 1,45 stehen für eine sportlich-gestreckte Sitzposition. Zwischen 1,45 und 1,55 sitzt man relativ neutral. Werte über 1,55 sprechen für eine komfortable Geometrie.

Oberrohrlänge: Auch dieses Maß sagt etwas über den Sitzkomfort aus. Wichtig: Es zählt nicht die tatsächliche Länge des Oberrohrs, sondern die waagerecht gemessene effektive Länge. Und zwar auf Höhe der Steuerrohr-Oberkante.

Zum einen der Bikefinder, zum anderen ein Größenrechner bei jedem Modell („Finde deine Größe“). Folgende Körpermaße solltest du für die Berechnung vorab ermitteln: Körpergröße, Innenbeinlänge und Armlänge.

Besonders Einsteiger sollten aber eines beachten: Bei aller Theorie ist es das Beste, in einer unserer Filialen vorbeizukommen und verschiedene Bikes auszuprobieren. Denn wenn du einmal ein paar Fullys gefahren bist und die Eckdaten kennst, kannst du viel besser einschätzen, welche Geometrie dir am besten zusagt.

Ausstattung und Budget

Wieviel muss ich ausgeben? Um es kurz zu machen: Unserer Erfahrung nach solltest du bei einem Fully nicht unter 2500 Euro einsteigen. Bei den E-Fullys liegt der sinnvolle Startpreis bei etwa 4000 Euro. Bei günstigeren Modellen sind die verbauten Komponenten unzuverlässiger. Für beide Gattungen gilt jedoch: Im Abverkauf am Saisonende kannst du vielleicht ein besonderes Schnäppchen machen!

Ebenfalls gilt es zu berücksichtigen: Du solltest noch extra Budget für einen Helm, anständige MTB Schuhe, eventuell Protektoren und passende Pedale einplanen. Denn Mountainbikes sind in der Regel ab Werk mit sehr einfachen Pedalen ausgeliefert. Grund: Jeder Fahrer/Fahrerin hat unterschiedliche Vorlieben beim Pedaltyp, zum Beispiel Klick- oder Plattform. Eine Dämpferpumpe solltest du dir ebenfalls zulegen. Damit kannst du die Abstimmung des Fahrwerks zukünftig in Eigenregie erledigen. Für alle genannten Artikel musst du unterm Strich mit ca. 250 - 350 Euro rechnen.

Auf welche Komponenten muss ich achten?

Generell empfiehlt es sich, bestimmte Premium-Hersteller außen vor zu lassen und lieber auf Marken mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis zu setzen. In deren Angebot findest du auch im Einsteiger-Segment ein Fully mit anständiger Performance. Der eine oder andere Kompromiss ist zu verschmerzen, denn einzelne Komponenten kannst du im Lauf der Zeit einfach upgraden.

Dein Einsatzbereich entscheidet darüber, welche Komponenten wichtiger sind als andere. Fährst du gerne Touren und lange Strecken, ist ein haltbarer Antrieb mit hochwertiger Schaltung angenehm. Bist du eher der verspielte Trail-Typ, solltest du mehr Wert auf ein gutes Fahrwerk und vernünftige Bremsen legen.

Besonderheiten bei E-Bikes

Im Bereich E-MTB Fully wird viel Entwicklungsarbeit betrieben. Daraus entstehen die verschiedensten Ansätze, wie das perfekte E-Bike aussehen soll. Im Trend liegen zum Beispiel besonders leichte E-Fullys mit kleineren Akkus und geringer Unterstützung. Diese Modelle gibt es allerdings nicht im Einsteiger-Preisbereich. Hier setzen die meisten Hersteller auf bewährte Konzepte mit möglichst großen Akkus und relativ hoher Motorleistung.

Motor

Ob Bosch, Shimano, Yamaha, TQ oder ein anderer Hersteller - Wir haben alle bewährten Brands seit Jahren im Programm und können sagen: Sie funktionieren zuverlässig. Subjektiv betrachtet gibt es natürlich feine Unterschiede im Fahrverhalten der Motoren-Typen, doch bei einem Einsteiger E-MTB spielt das keine entscheidende Rolle.

Mit Boschs Allzweckwaffe Performance CX kann man nichts falsch machen.

Akku

Fährst du gerne lange Touren mit vielen Höhenmetern, dann gilt: Je größer, desto besser! Vor allem für schwere Fahrer ist eine hohe Akkukapazität wichtig, denn sonst musst du ständig die Länge deiner Route exakt planen, um nicht irgendwann mal ohne Unterstützung im Gelände stehen zu bleiben. Bei einigen Herstellern gibt es sogar die Möglichkeit, einen zweiten Akku für extra Reichweite zu montieren.

Bedienung / Display

Während bei Shimano und weiteren, kleineren Wettbewerbern die Auswahl an Bedienelemente relativ übersichtlich ist, bietet Marktführer Bosch sechs verschiedene Displays an, plus die Möglichkeit, das Smartphone als Steuereinheit zu nutzen. Wir stellen zwei Modelle vor, die du häufig an E-Fullys für Einsteiger findest: LED Remote und Purion 200. Sie zählen inzwischen auch zu Boschs smartem System, bei dem alle Antriebskomponenten miteinander vernetzt sind.

LED Remote

  • Extrem kompaktes Bedienteil ohne Display
  • Taster und intelligente LEDs
  • Ergonomische Form, Bedienung lediglich mit dem Daumen
  • Beide Hände bleiben stets am Lenker
  • Volle Konnektivität dank Smart System
  • Nicht abnehmbar

Purion 200

  • 1-teiliges Ensemble mit Daumen-Bedienteil und Mini-Farbdisplay
  • Ergonomische Form
  • Aufzeichnung von Fahr- und Fitnessdaten
  • Volle Konnektivität dank Smart System
  • Kombinierbar mit einem zweiten Display, zum Beispiel für Navigation

System Controller & Purion 400

  • Geschützt platziertes 1,6 Zoll Farbdisplay
  • Bedienung via Bluetooth Mini-Remote
  • Perfekt für den Mountainbike Einsatz geeignet
  • Saubere Optik durch kabellose Bedienung

Mountainbike Hardtails um 1000 Euro im Test

1000 Euro für ein Mountainbike sind für viele Menschen eine ganze Stange Geld. Gerade Einsteiger wollen verständlicherweise keine fünfstelligen Summen für ein Sportgerät ausgeben. Brauchen sie auch nicht! Der Markt hält allerlei Bikes mit schlankem Preisschild bereit. Hardtails mit Rahmen aus Aluminium und einfacher Ausstattung bilden die Basis fast jedes Produktportfolios.

Auf einem Hardtail lassen sich problemlos schöne MTB-Touren fahren und auch auf einfachen Trails können Anfänger damit Spaß haben. Um Fahrtechnik zu erlernen und das Rad vielleicht auch im Alltag zu nutzen sind günstige Hardtails perfekt. Das Verhältnis aus Vielseitigkeit und Preis-Leistung ist bei Mountainbikes um 1000 Euro für viele Einsteiger attraktiv.

Was bekommen Biker heute noch für 1000 Euro? Noch vor gar nicht allzu langer Zeit konnte man Kaufinteressierten die 1000-Euro-Hardtail-Klasse meist unbekümmert empfehlen. In den letzten rund zehn Jahren sind Preise für Mountainbikes jedoch sprunghaft gestiegen und Ausstattungen rund um Shimanos XT-Reihe sucht man in diesem Segment heute umsonst. Mit den steigenden Preisen wurden Mountainbikes jedoch auch deutlich besser.

Zwölffach-Schaltung, Teleskopstütze, Steckachsen, performante Federelemente, griffige Reifen und starke Bremsen bringen im Gelände den Spaß. Hardtails um 1000 Euro müssen leider oft auf all das verzichten. Nicht selten entspricht ihre Ausstattung weiterhin dem Stand der Technik von vor fünf bis zehn Jahren. Stattdessen gibt es starre Stützen, einfache Gabeln ohne die nötigen Einstellmöglichkeiten zur Dämpfungskontrolle, günstige Gummimischungen an den Reifen und simpel verarbeitete Rahmen.

Gegen günstige Mountainbikes gibt es aus fachlicher Sicht ebenso viele gute Argumente wie dafür. Wer sich auf einen Preisrahmen von 1000 Euro eingeschossen hat, kann an seinem Bike natürlich auch viel Freude haben. Wir haben zehn interessante Kandidaten um 1000 Euro zusammengetragen.

1. Bulls Copperhead 2 29 für 999,95 Euro

Mit den Monkey-Link-Schnittstellen für Akku-Lichter besitzt das Bulls Copperhead eine hohe Alltagstauglichkeit. Doch auch im Gelände sollte das extrem pfundige Alu-Hardtail punkten können: Die Shimano Deore-Schaltung bietet trotz nur elf Schaltstufen einen leichten Klettergang und 180 Millimeter große Bremsscheiben leiten die Hitze auf langen Abfahrten besser ab. Lange Reach-Werte helfen mit einer stabilen Fahrlage. Die Schnellspannachsen vorne und hinten entsprechen nicht dem aktuellen Stand der Technik. Dazu besitzt die schmale Felgen-Reifen-Kombi wenig Auflagefläche. Vor allem Schwere Fahrer könnten etwas Steifigkeit, beziehungsweise Lenkpräzision vermissen.

Das günstige Hardtail von Bulls im Detail:

  • Preis: 999,95 Euro
  • Federweg: 110 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Gewicht: 15,42 kg

2. Canyon Grand Canyon AL6 für 999 Euro

Der Direktversender kann mit viel Ausstattung zum fairen Preis punkten. So stellt die Shimano-Deore-Schaltung volle zwölf Gänge bereit und das Bike verfügt über stabile Steckachsen. 120 Millimeter Federweg und ein 66 Grad flacher Lenkwinkel schaffen in der Trailabfahrt Sicherheitsreserven. Auch der Rest der Geometrie ist modern, das Gewicht erfreulich. Die Reifen kommen leider in der günstigen Performance-Gummimischung von Schwalbe. Aufgrund des fehlenden Händlernetzes sind Probefahrt und Service-Leistungen leider etwas schwerer in Anspruch zu nehmen. Viele Anschraubpunkte für Zubehör!

Das günstige Hardtail von Canyon im Detail:

  • Preis: 999 Euro
  • Federweg: 120 mm
  • Laufradgröße: 27,5” (XS) / 29” (S-XL)
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Gewicht: 12,76 kg

3. Cube Reaction Pro für 999 Euro

Das Cube Reaction ist ein wahrer Klassiker unter den günstigen Hardtail Mountainbikes und steht dank interner Zugverlegung schick da. Schaltwerk und -hebel stammen sogar aus der wertigen Shimano-XT-Gruppe und bieten mit zwölf Gängen eine große Übersetzungsbandbreite. Zahm profilierte Schwalbe-Reifen und ein Lenker-Remote, um die Federgabel während der fahrt zu straffen, animieren zu schnellen Fahrten. Zusammen mit kurzem Gabelhub dürfte das Limit auf Trails allerdings schnell erreicht werden. Mit 150 Kilo maximalem Systemgewicht kann das Cube auch schwere Lasten tragen. Für Gepäckträger und einen Seitenständer ist der Rahmen vorbereitet. Leider nur eine Flaschenhalteraufnahme. Aufgrund des schmalen Sitzrohrdurchmessers wird es schwerer eine hochwertige Teleskopstütze nachzurüsten.

Das günstige Hardtail von Cube im Detail:

  • Preis: 999 Euro
  • Federweg: 100 mm
  • Laufradgröße: 27,5” (XS / S) / 29” (M-XXL)
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Gewicht: 13,5 kg

4. Marin Bobcat Trail 5 für 1099 Euro

Am Style hat Marin mit zweifarbiger Lackierung und Tanwall-Reifen definitiv nicht gespart. Am günstigen Elffachantrieb der Shimano-Cues-Serie dafür schon. Ein flacher Lenk- sowie ein steiler Sitzwinkel zeugen von einem modernen Ansatz bei der Geometrie. Hiervon sollte das Marin weder im Up-, noch im Downhill aufgehalten werden. Auch eine 120-Millimeter-Gabel liebäugelt mit dem Trail-Einsatz. Wie viele günstige Hardtails rollt das Bobcat auf gesteckten anstatt verschweißten Felgen. Das macht Probleme in der Dauerhaltbarkeit etwas wahrscheinlicher. Hinten muss eine dünne Schnellspannachse herhalten.

Das günstige Hardtail von Marin im Detail:

  • Preis: 1099 Euro
  • Federweg: 120 mm
  • Laufradgröße: 27,5” (XS / S) / 29” (M-XL)
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Gewicht: k.A.

5. Merida Big.Nine 200 für 999 Euro

Meridas günstiges Hardtail baut auf einem schön gemachten Alu-Rahmen auf, der das Gewicht gerade noch im Rahmen hält. Eine klassisch angehauchte eher kurze Geometrie und ein steiler Lenkwinkel von 70 Grad dürften für ein agiles Handling in einfachem Gelände sorgen. Die zehn Gänge des günstigen Shimano-Cues-Antriebs können Ausflüge in steiles Gelände limitieren. Schmale Drahtreifen von Maxxis lassen Raum für Tuning. Die Wahl für Schnellspann- anstatt Steckachsen sind vermutlich dem Spardruck geschuldet. Auch die kleinen Rahmengrößen kommen mit großen 29 Zoll Laufrädern und damit guten Überrolleigenschaften.

Das günstige Hardtail von Merida im Detail:

  • Preis: 999 Euro
  • Federweg: 100 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Gewicht: 13,8 kg

6. Orbea Onna 10 für 959 Euro

Dass sich Orbea mit Design auskennt, merkt man auch am Alu-Rahmen des Onna. Dessen gemäßigte Geometrie prädestiniert das Bike für den vielseitigen Allround-Einsatz. Funktionales Ausstattungshighlight ist die Shimano-Deore-Elffach-Schaltung. Der Flatbar dürfte für ordentlich Druck auf der Front sorgen - gut zum sportlichen Kilometerschrubben. Die 2,35 Zoll breiten Kenda-Reifen versprechen ein Plus an Dämpfung und Komfort. Auch hier limitiert das dünne Sitzrohr die Auswahl an nachrüstbaren Dropper-Posts.

Das günstige Hardtail von Orbea im Detail:

  • Preis: 959 Euro
  • Federweg: -
  • Laufradgröße: 27,5” (XS / S) / 29” (M-XL)
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Gewicht: 13,8 kg

7. Radon Jealous 8.0 HD für 999 Euro

Radon wirbt mit satten Rabatten und bietet das halbwegs leichte Jealous 8.0 HD derzeit für 999 statt 1699 Euro an. Wer noch eines der Schnäppchen in der passenden Größe beim Online-Versender ergattern will, muss vermutlich schnell sein, denn die Ausstattungsgüte liegt deutlich über dem Preisniveau. Dazu gehört nicht nur eine Variostütze, sondern auch eine Sram GX Zwölffach-Schaltung und ein Marken-Laufradsatz, welcher mit schmalen aber hochwertigen Reifen von Schwalbe bestückt ist. Das Jealous giert in der HD-Ausführung nach flowigen Trailfahrten und verzichtet auf eine Gepäckträgeraufnahme.

Das günstige Hardtail von Radon im Detail:

  • Preis: 999 Euro
  • Federweg: 100 mm
  • Laufradgröße: -
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Gewicht: 12,2 kg

8. Rose PDQ AL 1 für 1199 Euro

Das preiswerte Allround-Hardtail von Rose ist nicht nur das teuerste, sondern auch das neuste Bike in dieser Auflistung. 120 Millimeter Federweg und 2,4 Zoll breite Stollenreifen von Schwalbe, die leider mit günstiger Gummimischung kommen, rüsten das PDQ fürs Gelände. Das Kürzel steht übrigens für “Pretty Damn Quick”. Das eher hohe Gewicht passt nicht ganz zum Namen. Dank breitbandiger Zwölffach-Schaltung aus dem Shimano-Deore-Regal dürften sich trotzdem ein paar Berge erklimmen lassen. Teilinnenverlegte Züge und allerlei Montagepunkte sind schöne Details am vielseitigen Einsteiger-Bike des deutschen Direktversenders.

Das günstige Hardtail von Rose im Detail:

  • Preis: 1199 Euro
  • Federweg: 120 mm
  • Laufradgröße: 27,5” (XS / S) / 29” (M / L / XL)
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Gewicht: 14,32 kg

9. Specialized Rockhopper Comp für 975 Euro

Huch, ein Specialized in einer Liste günstiger Hardtails? Bekannt sind die Amerikaner eher für sündhaft teure Traumbikes. Das Rockhopper aber ist mit einem ästhetischen Rahmen aus Aluminium und einer Shimano-Deore-Schaltung noch auf dem Boden geblieben. Sie wechselt zwölf Gänge auf einer günstigen Kassette von Sunrace. Erfahrungsgemäß sind auch die günstigen Reifen und Anbauteile von Specialized einen Preis-Leistungs-Tipp wert. Leider werden die Laufräder nur von Schnellspannern im Chassis gehalten.

Das günstige Hardtail von Specialized im Detail:

  • Preis: 975 Euro
  • Federweg: 80 / 90 / 100 mm
  • Laufradgröße: 27,5” (XS-M) / 29” (L-XXL)
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Gewicht: 13,3 kg

10. Trek Marlin 6 Gen 3 für 899 Euro

Das schwere Marlin wirbt mit einem besonders günstigen Preis. Erstaunlich, da bereits für den aufwändigen Alu-Rahmen alleine 649 Euro aufgerufen werden. Die Hinterradachse ist zwar geschraubt aber nur fünf Millimeter dünn. Die Rockshox Gabel mit Spiralfeder wiegt viel und bietet kaum Einstellmöglichkeiten und die Maulweite der hauseigenen Felgen ist heute eher Gravel- als MTB-Standard. Die Shimano Cues-Schaltung begnügt sich mit 10 Gängen.

Zusammenfassende Tabelle der getesteten Hardtail Modelle

Modell Preis (Euro) Federweg (mm) Laufradgröße (Zoll) Rahmenmaterial Gewicht (kg)
Bulls Copperhead 2 29 999,95 110 29 Aluminium 15,42
Canyon Grand Canyon AL6 999 120 27,5 (XS) / 29 (S-XL) Aluminium 12,76
Cube Reaction Pro 999 100 27,5 (XS/S) / 29 (M-XXL) Aluminium 13,5
Marin Bobcat Trail 5 1099 120 27,5 (XS/S) / 29 (M-XL) Aluminium k.A.
Merida Big.Nine 200 999 100 29 Aluminium 13,8
Orbea Onna 10 959 - 27,5 (XS/S) / 29 (M-XL) Aluminium 13,8
Radon Jealous 8.0 HD 999 100 - Aluminium 12,2
Rose PDQ AL 1 1199 120 27,5 (XS/S) / 29 (M/L/XL) Aluminium 14,32
Specialized Rockhopper Comp 975 80/90/100 27,5 (XS-M) / 29 (L-XXL) Aluminium 13,3
Trek Marlin 6 Gen 3 899 k.A. k.A. Aluminium k.A.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0