Eine Mountainbike-Tour mit der ganzen Familie macht den Sommer erst so richtig schön - da sind sich so ziemlich alle Mountainbike-Fans einig. Schön, dass Ihr hier auf unserer Seite Biken mit Kids gelandet seit und Euch für familienfreundliche Fahrradtouren und Bike-Trips interessiert. Wir sind selbst Eltern von zwei Kindern (mitlerweile 5 und 7) und haben uns immer darüber geärgert, dass es so gut wie keine Tourenportale oder Touren-Bücher gibt, die vernünftige Mountainbike-Touren auch hinsichtlich der Anhängertauglichkeit bewerten.
Fahrradfahren mit den Kindern ist mittlerweile zu unserem Familiensport Nr. 1 geworden. Diese Seite soll Euch Tipps geben, Ideen liefern oder auch dem einen oder anderen „noch“nichtbiker den Mut geben durchzustarten.
Die richtige Ausrüstung und Vorbereitung
In erster Linie steht die Sicherheit im Vordergrund, daher je nach Können und Routenwahl das entsprechende Bike auswählen. Das Mountainbike an sich sollte den eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechen. Je nachdem auf welches Transportmittel für die Kinder die Wahl fällt, sollte man im Falle eines Fahrradanhängers ganz besonders auf eine hochwertige Federung setzen.
Außerdem ist ein zuverlässiges Bremssystem absolut notwendig - gute und zuverlässige Bremsen am Bike sind gerade mit vollbeladenem Anhänger beim Bergabfahren unbedingt erforderlich. In erster Linie sollte man über gute Fahrkenntnisse mit dem Mountainbike an sich verfügen. Die ersten Fahrversuche mit Mountainbike und Fahrradanhänger sollten zudem ohne Beladung erfolgen. Speziell beim Bergabfahren wird man den Unterschied deutlich spüren. Achtung: Bordsteinkanten sind mit Anhänger besonders tückisch.
Kindgerechte Transportlösungen
Für die Fahrt mit kleinen Kids bietet sich ein Kinder-Fahrradanhänger vor allem auch deshalb an, da er neben dem Plus an Komfort auch Platz für 2 Kinder bietet. Je älter die Kids werden, desto mehr Kraft haben sie. Eine tolle Kombilösung für größeren Kinder sind Tandemkupplungen: ältere Kids können dank Tandemkupplung selbst aktiv sein, ehe sie sich bei einsetzender Ermüdung dann ans Erwachsenenrad ankuppeln lassen.
Die Tandemkupplung hat jedenfalls den großen Vorteil, dass sich die Kinder zuerst auspowern und nach dem Ankuppeln trotzdem noch selbst aktiv sein und fleißig mittreten können. Wichtig: besonders wenn die Kinder Großteils selbst aktiv mit dem Bike fahren, sollten die Fertigkeiten entsprechend ausgeprägt sein und vor allem sollten sich die Kids auf dem Bike sicher fühlen.
Wir empfehlen statt eines Kindersitz hinter dem Sattel ein Modell, bei dem das Kind mitten im Geschehen ist. Seien wir mal ehrlich: Würde es dir gefallen, auf einer Radtour nur den verschwitzten Rücken deiner Mitfahrer zu sehen oder sogar den Rucksack ins Gesicht gedrückt zu bekommen? Sicher nicht! Ein spannendes Modell dafür ist der brandneue Pro-Sitz von Kids Ride Shotgun. Er lässt sich mit wenigen Handgriffen am Rad montieren und gibt Kindern einen ersten Eindruck, welche Faszination das Mountainbiken ausübt. Perfekt abgerundet wird das Paket mit dem speziell für Kids entwickelten Mini-Lenker. Der Kindersitz von Kids Ride Shotung platziert den Nachwuchs mitten im Geschehen. Das sorgt für ein dickes Grinsen und mächtig viel Spaß.
Sicherheitsausrüstung
Egal ob in der Stadt oder im Wald: Beim Fahrradfahren ist ein Helm Pflicht. Das gilt natürlich, und insbesondere auch für den Nachwuchs. Je nach Alter und Sport unterscheiden sich die Anforderungen an einen Helm für Kinder. Speziell bei kleinen Kindern, die oft auch noch stolpern und nach vorn stürzen, ist ein großflächiger Frontbereich wichtig. Wenn Kinder selbst aus eigener Kraft bergauf fahren können, ist auf eine gute Belüftung zu achten.
Wichtig ist, dass der Nachwuchs den Helm auch gerne aufzieht. Denn der beste Helm hilft nichts, wenn er nicht auf dem Kopf sitzt. Bontrager erhöht die Motivation des Nachwuchs, indem dem Helm JET Wavecell Child ein Stickerkit für die kindgerechte Individualisierung mitgeliefert wird. Einen schönen und vor allem selbst gestalteten Helm trägt Kind schließlich lieber, als ein schnödes Teil von der Stange. Smarte Features wie ein magnetischer Fidloc-Verschluss und das leicht zu bedienende Drehrad zur Feinjustierung der Passform machen den Helm zum Rundum-Sorglos-Paket.
Ein Helm ist jedoch nicht die einzige Schutzausrüstung beim Mountainbiken. Speziell die Augen sollten mit einer Brille gegen Staub und Äste geschützt werden. Außerdem empfehlenswert sind Handschuhe - und darüber hinaus auch Ellenbogen- und Knie-Schoner für Kids, die bereits selbständig auf dem eigenen MTB Trails fahren. Wenn es den Nachwuchs in den Bikepark zieht, sollte außerdem in einen Rückenprotektor und Full Face-Helm investiert werden. Hier gibt es unter anderem von IXS attraktive Modelle.
Das richtige Kinderfahrrad
Nie war die Auswahl an Kinderrädern größer. Woran aber bisher nur die wenigsten Hersteller gearbeitet haben, ist das Gewicht der Räder. Viele sind noch immer viel zu schwer. Setzt man die rund 15-16 kg Körpergewicht eines dreieinhalb bis vierjährigen Kindes ins Verhältnis zu einem passenden 14-Zoll-Rad häufig üblichen 7,5-8 kg Gesamtgewicht, dann wiegt das Fahrrad exakt halb so viel wie der Fahrer. Für Erwachsene würde das bedeuten: bei einem 80 kg schweren Mann müsste das Rad 40 kg wiegen - unvorstellbar. Beim Kauf eines Kinderfahrrads sollte man daher auf ein möglichst geringes Gewicht achten.
Die mangelnde Auswahl am Markt hat den bikenden Vater Andy Loveland im Jahr 2005 zur Gründung seiner Bikemarke Early-Rider bewegt. Mittlerweile hat die Marke ein umfangreiches Produktportfolio für Kinder jeden Alters.
Planung und Durchführung der Tour
Eine ausführliche Planung ist bei längeren Touren mit Kindern besonders wichtig. Anfangen sollte man auf alle Fälle mit einer kinderfreundlichen Tour. Wenn sich die Kinder auf’s Mountainbike setzen, geben sie sich meist nicht mit rein asphaltierten Straßen zufrieden, sondern wollen ihr Mountainbike logischerweise wie die Großen nutzen und damit diverse Alm- und Forstwege erkunden. Das heißt, man wählt einen Kompromisszwischen einem anspruchsvollen Trail und einer asphaltierten Bergstraße.
Ebenso sollten die Steigungen miteinkalkuliert werden - das Hinunterfahren macht zwar Spaß, aber erstmal muss man hinaufkommen. Die Kondition und der Wille der kleinen Begleiter spielt bei der Routenwahl auch eine wichtige Rolle. Solange die Kinder selbst Spaß haben, ist alles gut.
Die richtige Streckenauswahl
Für den Anfang sollten Sie also lieber auf flache Runden setzen. Steile oder lange Anstiege sind für Kinder die größte Hürde auf der Tour. Durch das ungünstige Gewichtsverhältnis von Mountainbike zu Fahrer bei Kinder-Mountainbikes sind schon leichte Steigungen schnell sehr ermüdend. Auch das richtige Schalten am Berg lernen Kinder nicht von heute auf morgen.
Motivation und Abwechslung
Während bei Eltern gerne mal der sportliche Ehrgeiz Motivation genug ist, wünschen sich Kinder vor allem eines: Erlebnisse und Spaß! Plane deine MTB-Tour also so, dass nicht nur dein sportlicher Ehrgeiz geweckt wird, sondern auch die Kids am Abend glücklich ins Bett fallen. Sorge für Abwechslung und überlege dir Zwischenstopps. Eine Hütte, ein See, ein Tiergehege oder die Eisdiele als Ziel. Spannende Tour-(Zwischen)-Ziele sorgen für Kurzweiligkeit, erhöhen die Motivation und animieren den Nachwuchs.
Wichtig für das Transportieren von Kindern im Fahrradanhänger: regelmäßig Pausen einlegen, damit sich die Kinder die Füße vertreten können. Spielplätze, Schwimmbäder und Eisdielen stehen dabei natürlich ganz besonders hoch im Kurs. Außerdem sollte man auch im Inneren des Anhängers für Abwechslung sorgen. Für genügend Abwechslung sorgen: dies betrifft nicht nur die Strecke, auch die Beschäftigung im Fahrradanhänger sollte diverse Variationen bietet.
Bei der Planung bietet es sich an, Strecken zu wählen, auf denen man zwischendurch zum Beispiel einen kurzen Badestopp einlegen kann. Das motiviert die Kids schon bei der Planung, da sie stets ein Ziel vor Augen haben.
Verpflegung und Pausen
Proviant: Gerade bei Ausflügen mit Kindern kommt der Hunger oder Durst oft plötzlich. Die Etappen so planen, dass sie nicht zu lang sind. Außerdem sollte ausreichend Zeit für Pausen eingeplant werden. Machen Sie am besten Pausen, bevor ihr Kind total erschöpft ist. Suchen Sie sich interessante Orte für Pausen aus, z.B. an einem Bachlauf oder einem Spielplatz.
Die Laune von Kindern ist gerne mal wankelmütig. Bei einer Sache steigt sie aber immer: wenn es etwas zu knabbern gibt. Unser Tipp deshalb: Snacks einpacken. Denn wenn mitten im Wald nichts mehr geht, helfen Snacks, um die Kleinen doch noch zum Weiterfahren zu bewegen. Garantiert! Und natürlich sollte auch Trinken nicht vergessen werden. Mehr als nur ein Snack. Bei Kindern sorgt etwas zu Essen oft für einen richtigen Motivationsschub und wird so nicht selten zum Retter in der Not.
Umgang mit Schwierigkeiten
Was manchen Erwachsenen schon nervt, ist für viele Kinder ein echter Horror: Lange Zeit aus eigener Kraft bergauf fahren. Damit die Tour für Kids nicht zur Tortur wird, lohnt es sich, ein Abschleppseil wie das Kids Ride Shotgun Tow Rope einzupacken. Das Seil ist optional sogar mit einem praktischen Hip-Pack für den Nachwuchs erhältlich. So transportiert der kleine Biker sein Seil selbst und kann bei Bedarf aktiv um Hilfe bitten. Wer fährt schon gerne steile Uphills? Ein Zugseil wie das von Kids Ride Shotung nimmt steilen Anstiegen ihren Schrecken.
Es ist zu heiß, zu kalt oder einfach nicht der richtige Tag: Gründe für quengelnde Kinder gibt es viele. Anstatt die Runde mit dem nörgelnden Nachwuchs durchzuziehen, zeigen Sie sich besser einsichtig und kürzen ab. Abkürzungen einplanen. Denn bei der MTB-Tour sollte immer der Spaß und nicht die gefahrene Strecke in km im Vordergrund stehen. Und wenn Sie Ihr Kind nicht zwingen, hat es beim nächsten Mal vielleicht von alleine Lust auf eine längere Mountainbike-Tour.
Realistische Ziele setzen
Setzen Sie realistische Ziele. Die erste gemeinsame MTB-Tour mit dem Mini-Flitzer sollte nicht gleich über die 60 km lange Hausrunde gehen. Lieber die ersten Touren zu kurz planen und am Ende eine Extra-Runde zur Eisdiele dranhängen, wenn die Kids noch Energiereserven haben.
Die richtige Einstellung
Der letzte und entscheidende Tipp zum Schluss. Nehmt euch nicht zu viel vor! Bei einer Tour mit dem Nachwuchs geht es nicht darum, eigene Rekorde zu brechen und sich komplett sportlich zu verausgaben. Es geht um eine gute Zeit als Familie. Um das Naturerlebnis, die Aktivität und das Leuchten in den Augen der Kleinen. Entspanne also, stell deine Bedürfnisse ein wenig in den Hintergrund und hab vor allem Spaß mit deinen Kids auf dem Bike! Seien wir ehrlich: Mit dem Kids Biken zu gehen ist deutlich spaßiger, als ihnen von der Bande aus beim Fußballspielen zuzusehen.
Tipps zur Begeisterung von Kindern fürs Mountainbiken
Mit Kindern die Berge hochradeln? „Das würden meine Kinder niemals mitmachen!“ Diesen Satz bekomme ich öfters von Freunden und Bekannten zu hören, wenn ich von unseren Familien-Mountainbike-Touren am Wochenende erzähle. Da bin ich mir sicher. Ich glaube sogar, dass fast jedes Kind Spaß am Mountainbiken haben kann. Gemeinsame Zeit mit Papa, Mama oder beiden in der Natur zu verbringen, ist den meisten Kindern immer noch wichtiger als Tablet, Handy oder Fernseher. Okay, ich gebe zu, meine Kinder sind noch nicht im Teenageralter.
Frische Luft, Bewegung und natürlich ganz viel Spaß: Braucht es mehr Gründe, um mit Kindern auf eine Mountainbike-Tour zu gehen? Eigentlich nicht, oder? …und dabei herrlich dreckig werden. Das Wichtigste ist aber: Der Spaß - und der sollte beim Mountainbiken mit Kindern immer im Vordergrund stehen!
Ungebremst durch Matschpfützen fahren dürfen, spannende, schmale Wege durch den Wald erkunden und über kleine Hügel oder eine selbstgebaute Holzrampe springen dürfen - das macht Kindern beim Mountainbiken Spaß. Schwung holen, Lenker festhalten und ab durch den Fluss. Wer seinen Kids diesen Spaß gönnen möchte, sollte besser Wechselkleidung mit auf Tour nehmen.
Ausrüstung und Technik
Es muss nicht gleich die Luxus-Ausstattung sein, damit das Kind zum Moutainbike-Fan wird. „Wenn ein Sechsjähriger mit Fullface-Helm auf eine ganz normale Mountainbike-Tour geschickt wird, bei der es nicht nur Downhill-Passagen gibt, sondern er auch mal den Berg hochstrampeln muss, ist das natürlich völlig übertrieben“, bestätigt mir Petra Spießl im Gespräch. Und die Lust am Mountainbiken könnte damit auch schnell wieder vergehen. Genauso wie mit einem zu schwerem Rad. Das Bike ist natürlich der wichtigste Bestandteil der Ausrüstung. Und das sollte vor allem leicht sein.
Wichtig ist auch, dass Rahmengröße und Abstände zum Kind passen, zum Beispiel muss das Kind gut an die Bremse kommen und diese leicht mit zwei Fingern betätigen können. „Wenn das Kind immer die ganze Hand nehmen muss, um zu bremsen, ist das nicht nur viel zu anstrengend, sondern auch gefährlich“, so Petra Spießl. „Auch Federelemente sind an Kinder-Mountainbikes bis 20 Zoll ziemlich überflüssig, da die Federung auf das leichte Körpergewicht des Kindes ohnehin kaum reagiert. Eine Federgabel ist eigentlich erst bei größeren Kindern, ab einem Gewicht von ca.
Neben einem passenden Bike braucht das Kind natürlich einen Helm und geschlossene Schuhe mit einer festen Sohle, die nicht von den Pedalen rutschen. „Auch Handschuhe und eine Brille, am besten eine mit helleren Gläsern (orange oder hellblau), die gut sitzt, erhöhen die Sicherheit beim Moutainbiken enorm und sollten zur Grundausstattung gehören“, so die Mountainbike-Expertin. „Ist das Kind viel in Bikeparks unterwegs, sollte es natürlich schon ein Fullface-Helm tragen.
„Das kommt ganz aufs Kind an“, sagt Petra Spießl. „Wenn das Kind sehr früh mit dem Fahrradfahren angefangen hat und auch die Eltern eine gute Moutainbike-Technik besitzen, lernt es vieles natürlich ganz intuitiv.
Tourenplanung mit Highlights
Möglichst viele Höhenmeter, anspruchsvolle Trails oder eine Hütteneinkehr? Bei der Tourenplanung für Kinder stehen andere Dinge im Vordergrund. Die Tour muss vor allem abwechslungsreich sein. „Weniger ist manchmal mehr - das gilt vor allem für die Länge der Tour und die Steigungen. Stattdessen sollte die Tour einige Highlights beinhalten, auf die sich die Kinder freuen können“, rät die Expertin. Die Highlights, von denen Petra spricht, sind dabei meist nicht die, auf die sich die Erwachsenen freuen. Ein schöner Blick übers Tal? Viel wichtiger ist, was sie unterwegs, also auf dem Weg dorthin, erleben.
Eine Bachüberquerung, durch schmale dschungelartige Trails fahren oder einen Wiesen-Abhang hinuntersausen. „Manchmal muss das Highlight auch gar nichts mit dem Mountainbiken zu tun haben“, weiß Petra. Steine-Weitwurf, Tiere zählen, über einen Holzstamm klettern oder ein schönes Spiel auf der Picknickdecke? Der Kreativität sind da kaum Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass auf jeder Tour der Spaß im Vordergrund steht!
Und wenn der Weg zur Hütte, auf die sich die Eltern so freuen, doch zu weit ist? „Als Eltern muss man die eigenen Ansprüche auf jeden Fall runterschrauben. Lange Bergauffahrten sind nichts für Kinder. Wenn sie sich nicht vermeiden lassen, hilft manchmal nur ein Abschleppseil und die Beinkraft vom Papa. Wer die eigene Leidenschaft fürs Mountainbiken auf seine Kinder übertragen möchte, braucht also Kreativität, Einfühlungsvermögen und manchmal auch einfach Geduld.
Erlebnisorientierte Tourenplanung
Bei der Planung von Mountainbike-Touren mit Kindern steht das Erlebnis im Vordergrund. Die wenigsten Familien haben direkt vor der Haustür ein kindgerechtes Trailnetzwerk. Meist geht es durch den nächstgelegenen Wald. MTB-Touren sollten bewusst als Erlebniswelt gestaltet werden. Gemeinsame Ausfahrten können die Eltern-Kind-Beziehung stärken und bieten die Gelegenheit, den Alltagstrott hinter sich zu lassen. Aus pädagogischer Sicht handelt es sich um Schlüsselmomente, die nachhaltig prägen können. Ob es die Erklimmung eines bisher unbekannten Berges ist oder die Abfahrt auf einem neuen Trail - Eltern sollten aufmerksam für besondere Momente sein.
Ein wichtiger Aspekt bei Mountainbike-Touren mit Kindern ist die gemeinsame Reflexion der Erlebnisse. Oft ist den Kindern gar nicht bewusst, dass sie gerade zum ersten Mal ein Steilstück gemeistert oder ihre persönliche Bestzeit erreicht haben. Besonders bei Rückschlägen oder Misserfolgen kann die Bedeutung einer Nachbesprechung nicht ausreichend betont werden. Fragen wie "Wie war es, als der Regen einsetzte und was haben wir dann getan?" oder "Warum haben wir den Anstieg nicht ganz geschafft? Was können wir das nächste Mal anders machen?" helfen Kindern, aus den Erfahrungen zu lernen.
Sicherheit und Umgang mit Stürzen
Die Sicherheit der Kinder steht bei Mountainbike-Touren an oberster Stelle. Auch eine Verletzung ist ein Erlebnis, aus dem gelernt werden kann. Eltern sollten gemeinsam mit dem Kind herausfinden, wie es zum Sturz kam. Dabei sollte verdeutlicht werden, dass Fahrfehler normal sind und auch Erwachsene gelegentlich stürzen. Diese Herangehensweise hilft Kindern, mit Rückschlägen umzugehen und etwas für zukünftige MTB-Touren mitzunehmen.
Motivation als Schlüssel zum Erfolg
Kinder zum Biken zu zwingen, ist in den meisten Fällen kontraproduktiv. Gerade jüngere Kinder haben oft Schwierigkeiten, sich lange auf eine Sache zu konzentrieren. Das Radfahren ist für sie eine neue Bewegungsart, die prinzipiell spannend ist - solange sie nicht als unangenehm oder langweilig empfunden wird. Touren sollten deshalb stets umsichtig und altersgerecht geplant werden. Kindgerechte Ausfahrten enthalten viele aktive Pausen. Eine bewährte Methode besteht darin die Tour regelmäßig durch andere Aktivitäten zu unterbrechen, wie das Bauen eines kleinen Staudamms am Bach, Balancieren auf einem Baumstamm, den Besuch eines Spielplatzes oder die Besichtigung einer Burg. Die Abwechslung macht den Reiz aus.
Technische Vorbereitung und Motivationstricks
Vor der Abfahrt sollten Eltern die Technik, insbesondere das Bike des Nachwuchses, gründlich überprüfen. Schon zu wenig Luftdruck in den Reifen kann ein echter Motivationskiller sein kann. Das Gefühl, nicht voranzukommen, ist für Kinder besonders frustrierend. Für den Fall, dass die Motivation unterwegs dennoch nachlässt, sollten Eltern vorbereitet sein. Statt stur am Plan festzuhalten, können dann kleine Motivationstricks Wunder wirken: "Wenn wir noch zwei Kurven weiter fahren, können wir das Haus von deinem Freund Moritz sehen!" Dafür müssen Eltern die Strecke gut kennen und auch Abkürzungen parat haben. Bei Energiemangel, zu schwerem Bike oder langweiliger Strecke gilt es, die Ursache für das Motivationsloch zu ergründen und ernst zu nehmen.
Spielerisches Lernen und Fahrtechnik
Es müssen nicht immer spektakuläre Trails oder Bikeparks sein um Kinder für das Mountainbiken zu begeistern. Manchmal reicht ein leerer Parkplatz aus, um spielerisch Fahrtechnik zu üben. Mit einfachen Mitteln wie Holzbrettern, Seilen und Hütchen lassen sich kleine Parcours aufbauen. Im freien Spiel ergeben sich oft die prägendsten Lernerfahrungen. Eltern können Angebote machen, wie einen kleinen Parcours aufzubauen. Übungen wie Stoppies und Wheelies mögen auf dem Trail selten nützlich sein, bringen aber Spaß und schulen die Radbeherrschung.
Verantwortung fördern
Pädagogen empfehlen regelmäßig Kinder früh in die Verantwortung einzubinden. Viele Kinder lassen sich leichter dazu motivieren ihr Fahrrad zu putzen als Erwachsene. Auch hier hilft das Verpacken in Geschichten: "Wenn Oma nachher kommt, zeigen wir ihr, wie sauber unsere Räder sind." Kinder können bei Reparaturen helfen und auf Tour navigieren. Ein Mountainbike ist ein hervorragendes Lernspielzeug, das technisches Verständnis und Eigenverantwortung fördert.
Mountainbike-Touren bieten auch die Gelegenheit, Kindern Umweltbewusstsein und soziales Verhalten zu vermitteln. Die gemeinsame Tour lässt sich für eine spielerische Lernstunde zum Thema Natur zu nutzen. Das Sammeln und Bestaunen verschiedener Blätter in einer Pause kann ein spannendes Erlebnis sein. Kinder fungieren als Multiplikatoren, die andere Kinder und Erwachsene zum Nachdenken anregen können. Gefundenen Müll mitzunehmen und Wanderer zu grüßen sind weitere wichtige Aspekte, die Kindern vermittelt werden können.
Gruppenaktivitäten und Weiterentwicklung
Mit zunehmendem Alter stellen Kinder ihre Handlungen in den Kontext von Gleichaltrigen. Die Bedeutung von Vorbildern ist nicht zu unterschätzen. Eltern können vorleben aufeinander zu warten und sich gegenseitig zu helfen. Mit Einsetzen der Pubertät verliert die elterliche Motivation oft an Wirkung. In dieser Phase profitieren Jugendliche von den als Kind gemachten Erfahrungen. Der Anschluss an eine Gruppe wird dann besonders wichtig. Das muss nicht zwingend ein Verein sein.
Mountainbike-Tour für Anfänger
Zu klein für den Trail? Von wegen. Man muss nur die Anforderungen an die körperlichen Möglichkeiten anpassen. In Baiersbronn haben wir deshalb extra eine kindertaugliche Mountainbike-Tour entwickelt: Die Kids Tonbach Tour. Diese ist technisch einfacher und die Streckenführung ist sanfter. So können Kinder mit Spaß und ohne Angst den Einstieg ins Mountainbiken finden. Mit der Tour de Murg gibt es außerdem eine klassische Radtour durch den Schwarzwald. Das Praktische: In der Nähe verläuft die Bahnstrecke. Wenn die kleinen Beine müde sind, fährt man einfach mit dem Zug zurück. Unsere Familien-Tour rund ums Tonbachtal, die auch für kleine Radanfänger geeignet ist. Unterwegs warten verschiedene Übungen mit kindgerechten Fahrtechniktipps auf die Kleinen, deshalb unbedingt vorher in einer unserer Tourist-Informationen die Begleitbroschüre und den Erlebnispass für Kinder abholen. Die Tour eignet sich besonders für Familien mit kleineren Kindern ab ca. 9 Jahren. Ein richtiges Mountainbike ist empfehlenswert, aber nicht unbedingt notwendig. Die Tour kann kann auch in Teilabschnitte untergliedert und an verschiedenen Tagen abgefahren werden. Die Holzstege, ein Pumptrack und weitere Elemente, die alle auch umfahren werden können, bringen zusätzlichen Fahrspaß.
Mehrtagestouren mit Kindern
Warum sollte dies bei Kindern anders sein? Darin sind wir uns doch alle einig: Gemeinsam biken ist eindeutig schöner als allein. Runde auf dem Bike mit dem Papa nur schwer zu begeistern ist. Wir suchen also nach den bestmöglichen Rahmenbedingungen für unsere Viertagestour mit vier Kindern: epische Trails, bestenfalls mit ein paar Sprüngen, mal technisch, mal geschmeidig und mit einem Bikepark mit Flowtrails. Zudem soll der eine oder andere Transfer lieber mit Bus und Bahn abgekürzt werden können, damit die Motivation hoch bleibt und die Energie für die Trails aufgehoben wird. Schnell ist klar: Der perfekte Ort für eine Mehrtagestour mit Kids ist dort, wo alle von den guten Trails schwärmen und ein perfekt ausgebautes Netz an Bus, Bahn und Liften existiert: in der Schweiz, genauer gesagt in Graubünden.
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