Mountainbike Tretlager Wartung und Schmierung

Fahrradpedale, Kurbelarme und Tretlager spielen eine entscheidende Rolle für die Fortbewegung. Daher ist eine regelmäßige Wartung und Prüfung dieser Bauteile unerlässlich, um eine optimale Leistung und Langlebigkeit Ihres Rads zu gewährleisten.

Kurbelarme und Tretlager: Die Verbindung zum Antrieb

Die Kurbelarme verbinden die Pedale mit dem Tretlager und übertragen die Kraft vom Fahrer auf das Hinterrad. Das Tretlager ermöglicht die Drehung der Kurbelarme im Rahmen. Im Gegensatz zu anderen Komponenten lässt sich hier wenig bis gar nichts einstellen, wohl aber kontrollieren und vor allen Dingen schmieren, um die Leichtgängigkeit zu garantieren.

Überprüfung des Tretlagers

Das Tretlager sollte einmal im Monat überprüft werden, um sicherzustellen, dass es einwandfrei funktioniert. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  1. Nehmen Sie die Kette vom Kettenblatt.
  2. Positionieren Sie die Kurbelarme parallel zum Sitzrohr.
  3. Legen Sie eine Hand auf den Kurbelarm und eine auf das Sitzrohr.
  4. Versuchen Sie anschließend, den Kurbelarm zum Sitzrohr hin und wieder weg zu bewegen.
  5. Drehen Sie die Kurbelarme.

Fahren Sie nicht mit dem Fahrrad, wenn sich die Tretkurbel locker anfühlt oder anhört, die Drehbewegung abrupt unterbrochen wird oder aus dem Lager ein schleifendes Geräusch kommt. Die Einstellung des Tretlagers erfordert Spezialwerkzeug sowie entsprechendes Fachwissen. Deshalb sollten Sie in diesem Fall Ihr Fahrrad zum Fachhändler bringen.

Wie oft das Tretlager schmieren?

Das Schmierfett in den Tretlagern muss einmal jährlich ausgetauscht werden. Auch die Wartung der Lager erfordert Spezialwerkzeug sowie entsprechendes Fachwissen und sollte daher ebenfalls nur vom Fachhändler durchgeführt werden.

Hinweis: Einige Lager sind fest gekapselt; diese müssen nicht jedes Jahr geschmiert werden.

Überprüfung und Schmierung der Pedale

Die Pedale stützen Ihre Füße und ermöglichen die Drehung der Kurbelarme. Um die Pedale zu fixieren, ziehen Sie sie mit 40.2-42.9 Nm (350-380 lb/in) an den Kurbelarmen fest.

Überprüfung der Pedallager

Kontrollieren Sie die Pedallager regelmäßig:

  1. Halten Sie den Kurbelarm mit einer Hand fest und versuche, das Pedal nach oben und unten zu bewegen.
  2. Drehen Sie das Pedal.

Sie sollten mit Ihrem Fahrrad nicht fahren, wenn die Pedale locker in den Kurbelarmen sitzen oder diese nicht leichtgängig sind. Achtung: An den Pedallagern sollten Sie nichts selbst nachjustieren. Denn die Einstellung der Lager erfordert Spezialwerkzeug sowie entsprechendes Fachwissen. Bringe Dein Fahrrad deshalb zum Fachhändler, um diese Einstellung vornehmen zu lassen.

Schmierung der Pedale

Das Schmierfett in den Pedallagern sollten Sie einmal im Jahr austauschen. Die Wartung der Lager ist nicht durchzuführen - auch dafür wird Spezialwerkzeug und entsprechendes Fachwissen benötigt. Bringe dein Bike dafür zum Fachhändler.

Die Pedalachsen sind einmal jährlich am Gewindekopf, mit dem sie in die Kurbelarme eingeschraubt sind, zu schmieren. Das rechte und linke Pedal unterscheiden sich voneinander und sind normalerweise durch einen Buchstaben am Ende der Pedalachse oder an den Schlüsselansatzflächen gekennzeichnet.

  1. Entfernen Sie die Pedale, indem Sie die rechte Pedalachse entgegen des Uhrzeigersinns und die linke im Uhrzeigersinn drehen.
  2. Tragen Sie eine dünne Fettschicht auf die Gewinde auf.
  3. Jetzt können Sie die Pedale wieder montieren. Achten Sie dabei auf die korrekte Position: rechtes Pedal auf den rechten Kurbelarm und umgekehrt.
  4. Abschließend die Pedalachsen festziehen.

Geräusche am Tretlager erkennen und beheben

Rhythmisches Knacken im Takt der Beinarbeit wird oft im Tretlager verortet. Aber auch alle anderen Teile, über die Kräfte fließen, kommen als Ursache in Frage. Der Rahmen transportiert und verstärkt die Geräusche. Das macht es schwierig, diese nur nach Gehör zu orten.

Mögliche Ursachen für Geräusche

  • Lager
  • Befestigung des Blattes
  • Pedale

Was tun bei Knackgeräuschen?

Überprüfen Sie, ob die Lager Spiel haben oder rau laufen. Im Zweifel einfach ein anderes Pedal ausprobieren. Pedale mit reichlich Montagefett montieren und festziehen. Bei Carbon-Kurbeln Unterlegscheiben verwenden. Ölen Sie auch die Pedalmechanik, und ziehen Sie die Cleats unter den Schuhen mit gefetteten Schrauben kräftig an.

AUSNAHME PRESSFIT: TROCKEN EINBAUEN

Fast alle Teile am Rad werden geschmiert eingebaut. Pressfit-Lager nicht. Martin Rosenbaum, Konstrukteur bei Bikeahead, rät: "Pressfit-Innenlager sollte man trocken montieren. Mit Montagepaste ist die Reibung zu groß, mit Fett kommt leichter Dreck ins Spiel, es knackt dann bei höheren Lasten." Auch Sram und Shimano raten zu trockenem Einbau.

Wenn Sie bis zum Lager vorgedrungen sind, checken Sie, ob sich das Lager leicht dreht. Ruckelnde Lager austauschen. Geschraubte Lagerschalen ausbauen, säubern und mit Montagefett neu einsetzen. Mit 35 Nm anziehen.

Reinigung und Schmierung des Innenlagers

Ein sauberes Innenlager ist ein wesentlicher Bestandteil eines gut funktionierenden Fahrrads. Durch die regelmäßige Reinigung wird nicht nur die Lebensdauer des Lagers verlängert, sondern auch das gesamte Fahren erleichtert. Um Schmutz, Staub und Ablagerungen effektiv zu beseitigen, empfiehlt es sich, das Innenlager in regelmäßigen Abständen zu demontieren und mit einer speziellen Bürste oder einem Tuch gründlich zu reinigen. Bei Bedarf können auch milde Reinigungsmittel verwendet werden, um hartnäckige Verschmutzungen zu lösen.

Neben der regelmäßigen Reinigung spielt die Schmierung des Innenlagers eine wichtige Rolle bei der Pflege. Eine ausreichende Schmierung reduziert die Reibung der beweglichen Teile und sorgt so für einen ruhigeren Lauf und eine längere Lebensdauer. Je nach Beanspruchung des Fahrrads, Witterungsbedingungen und individuellen Vorlieben kann entweder ein spezielles Lagerfett oder ein leichteres Schmiermittel wie Kettenöl verwendet werden.

Inspektion und Einstellung des Innenlagers

Eine regelmäßige Inspektion und die richtige Einstellung des Innenlagers sind entscheidend für eine lange Lebensdauer und eine optimale Funktion. Bei der Inspektion sollte auf Anzeichen von Verschleiß oder Beschädigung geachtet werden, wie zum Beispiel ungewöhnliche Geräusche, übermäßiges Spiel oder eine schwergängige Drehbewegung der Kurbel. Hierbei ist es wichtig, die Tretlagerachse zu überprüfen und darauf zu achten, dass sie korrekt zentriert und fest im Lager sitzt. Die Überprüfung der Lager und Dichtungen ist ein weiterer wichtiger Punkt bei der Wartung des Fahrrad-Innenlagers. Schlecht funktionierende oder beschädigte Lager und Dichtungen können zu erhöhtem Verschleiß, reduzierter Effizienz und einer kürzeren Lebensdauer führen. Weiterhin sollte die Dichtungslippe auf ihren korrekten Sitz überprüft und bei Bedarf erneuert werden. Bei der Inspektion der Lagerkugeln sollten diese auf gleichmäßige Abstände und eine mögliche Korrosion geprüft werden.

Austausch des Innenlagers

Um das alte Innenlager Ihres Fahrrads zu entfernen, müssen zunächst die Kurbelarme und das Kettenblatt abgenommen werden. Hierzu benötigen Sie einen Kurbelabzieher und einen entsprechenden Schraubenschlüssel, um die Befestigungsschraube zu lösen. Anschließend setzen Sie den Kurbelabzieher an der Kurbel und drehen diesen, um den Kurbelarm und das zugehörige Kettenblatt abzunehmen.

Nun kann der Verschlussring des Innenlagers, der das Lager im Gehäuse fixiert, gelöst und entfernt werden. Hierfür sind spezielle Innenlagerwerkzeuge wie ein Hakenschlüssel oder ein passender Lagerschlüssel erforderlich. Nachdem der Verschlussring entfernt wurde, können Sie das Innenlager aus dem Tretlagergehäuse herausdrehen und vollständig entnehmen.

Die Montage eines neuen Innenlagers sollte entsprechend den Herstellerangaben und mit den geeigneten Werkzeugen erfolgen, um Beschädigungen am Lager oder am Rahmen zu vermeiden. Zunächst wird das Tretlagergehäuse gereinigt und auf Beschädigungen oder Verformungen überprüft. Anschließend wird das neue Innenlager mit Fett eingeschmiert und langsam in das Gehäuse eingeschraubt, wobei auf eine korrekte Ausrichtung geachtet werden muss. Der Verschlussring wird anschließend wieder aufgesetzt und mit dem passenden Werkzeug festgezogen. Jetzt können die Kurbelarme und das Kettenblatt wieder montiert und mit den entsprechenden Schrauben gesichert werden.

Verschiedene Arten von Innenlagern

Innenlager gibt es in verschiedenen Ausführungen, die sich hinsichtlich der Montage, Leistung und Wartung unterscheiden. Die Wahl des richtigen Innenlagers für Ihr Fahrrad hängt zum Beispiel von dem vorhandenen Raum, der Kompatibilität mit anderen Komponenten und Ihren persönlichen Anforderungen an Haltbarkeit und Leistung ab.

Tretlager mit Patronenlager

Ein Tretlager mit Patronenlager ist eine wartungsarme und zuverlässige Möglichkeit, die sich besonders für Alltagsfahrer und Pendler eignet. Es besteht aus einer geschlossenen Einheit, die das Lager, die Lagerschalen und das Lagerspiel bereits enthält. Diese Art von Innenlager ist leicht zu montieren und zu entfernen, da es lediglich ins Tretlagergehäuse eingedreht und mit einem Spannring gesichert wird. Da das Lager abgedichtet und vor Schmutz und Wasser geschützt ist, wird es im Allgemeinen nicht gewartet, sondern bei Bedarf ausgetauscht.

Klassisches Gewindetretlager

Das klassische Gewindetretlager, auch als BSA-Lager oder BSC-Lager bezeichnet, ist eine traditionelle Technik, bei der das Lager aus einzelnen Komponenten wie Lagerschalen, Kugellagerringen und Lagerspielen besteht. Diese Art von Innenlager ist in der Regel etwas schwerer und erfordert mehr Wartung als Tretlager mit Patronenlager, bietet jedoch möglicherweise eine höhere Haltbarkeit und Leistung. Um ein klassisches Gewindetretlager zu montieren, werden die Lagerschalen und Lagerringe in das Tretlagergehäuse eingeschraubt und anschließend das Lagerspiel eingestellt. Es ist wichtig, dass das Lager regelmäßig gereinigt und geschmiert wird, um Verschleiß und Korrosion vorzubeugen.

Vor- und Nachteile verschiedener Tretlager-Typen

Innenlager für Fahrräder gibt es in verschiedenen Ausführungen, die sich jeweils in ihren technischen Eigenschaften, der Montage und der Wartung unterscheiden. Bei den Tretlagern mit Patronenlager handelt es sich um eine in der Fahrradbranche weitverbreitete und moderne Lösung. Diese Art von Innenlager besteht aus einer geschlossenen Einheit, in der die Lager und die Achse fest miteinander verbunden sind. Die Vorteile liegen hier insbesondere in der guten Dichtung und der einfachen Montage. Da die Lager bei dieser Variante bereits in einer Hülle vormontiert sind, ist die Installation in der Praxis relativ schnell und problemlos möglich. Ein weiterer Pluspunkt ist die Langlebigkeit der Patronenlager, die in der Regel sehr wartungsarm sind.

Allerdings hat ein Tretlager mit Patronenlager auch einige Nachteile. Einer davon ist die mangelnde Kompatibilität mit manchen Rahmen, was bei älteren Fahrradmodellen problematisch sein kann. Des Weiteren ist die Individualisierung der Lager- und Achskombinationen bei diesem System eher eingeschränkt.

Die klassischen Gewindetretlager, auch als BSA-Tretlager bezeichnet, zeichnen sich durch ihre einfache Bauweise und die Möglichkeit des individuellen Zusammenbaus aus. Bei dieser Variante können die einzelnen Lager und die Achse separat ausgewählt und montiert werden, was eine höhere Flexibilität und eine größere Auswahl an Komponenten ermöglicht. Die Nachteile dieser Variante liegen jedoch in der aufwendigeren Montage und Wartung. Da die Lager und Achse einzeln montiert werden müssen, ist der Ein- und Ausbau sowie die Justierung im Vergleich zu Patronenlagern deutlich komplizierter. Dies erhöht das Risiko von Montagefehlern, die die Lebensdauer und Funktionalität der Lager beeinträchtigen können.

Wartungsintervalle und Kompatibilität

Die Wartungsintervalle für Innenlager hängen von der Art des Lagers und der Nutzung des Fahrrads ab. Tretlager mit Patronenlager sind in der Regel wartungsarm und sollten bei normalem Gebrauch etwa alle 5000 bis 10 000 Kilometer überprüft werden. Ein auszutauschendes Innenlager zeigt meist Anzeichen wie ungewöhnliche Geräusche beim Treten, erhöhten Widerstand oder Spiel in der Tretkurbel.

Mit etwas technischem Geschick und dem passenden Werkzeug ist der Austausch eines Innenlagers grundsätzlich auch in Eigenregie möglich.

Leider sind nicht alle Innenlager untereinander kompatibel. Abgesehen von den grundlegenden Unterschieden zwischen Tretlagern mit Patronenlager und klassischen Gewindetretlagern existieren auch unterschiedliche Standards für Achsdurchmesser und Rahmenanbindungen.

Pflege des Hollowtech II Tretlagers von Shimano

Das Hollowtech II Tretlager von Shimano zählt zu den beliebtesten Innenlagern auf dem Fahrrad-Markt. Das hat viele Gründe: Hohe Steifigkeit, robuste Kugellager, geringes Gewicht, einfache Konstruktion, usw. Doch es ist, wie andere Fahrrad-Komponenten auch, der Witterung ausgesetzt und unterliegt einem mehr oder weniger großen Verschleiß. Da braucht es ab und zu ein wenig Pflege und Wartung.

Aufbau des Fahrrad Tretlagers

Tretkurbeln und Kettenblätter sind auf einer Tretlagerwelle montiert, die wiederum über Kugellager im Tretlagergehäuse des Fahrradrahmens geführt wird. Dieses System aus Kugellagern (mit oder ohne Tretlagerwelle) bezeichnet man als Tretlager oder auch Innenlager.

Belastung des Fahrrad Tretlagers

Damit das Pedalieren kräfteschonend vonstattengeht, muss die Lagerung der Tretlagerwelle möglichst reibungsarm sein. Gleichzeitig müssen die Tretlager-Komponenten aber auch stabil genug ausgelegt sein, um den Belastungen im Betrieb standzuhalten. Denn insbesondere im sportlichen Einsatz werden Kugellager und Tretlagerwelle heute deutlich höher belastet, als früher: Sprünge im Gelände, das Treten im Wiegeschritt, Sprint, usw.

Das Shimano Hollowtech II Tretlager

Beim Hollowtech II Tretlager wurde diesen hohen Belastungen Rechnung getragen: Die Kugellager sitzen außerhalb des Tretlagergehäuses in Lagerschalen. Als Kugellager kommen beidseitig Rillenkugellager zum Einsatz. Damit realisiert Shimano einen größtmöglichen Abstand zwischen den beiden Lagern, eine größere Dimensionierung der Lager im Durchmesser und eine hohe Tragfähigkeit der Wälzlager an sich. Der dazu passende Hollowtech-Tretkurbelsatz besteht aus Tretkurbeln, Kettenblättern und Tretlagerwelle. Kettenblätter und Tretlagerwelle sind dabei mit der rechten Tretkurbel fest verbunden. Die Tretkurbeln sind hohl geschmiedet (hohl = hollow) und auch die Tretlagerwelle ist hohl ausgeführt. In Summe gewährleistet diese Konstruktion hohe Belastbarkeit bei geringem Gewicht. Die geringere Masse der Kurbeln reduziert zudem auch die bewegte Masse beim Pedalieren, ein wichtiger Einflussfaktor beim Beschleunigen im Wettkampf.

Die Spacer

Shimano liefert beim Hollowtech II Tretlager mehrere Spacer (Abstandsringe) als Beipackteile: 2 x 2,5 mm, 1 x 1,8 mm, 1 x 0,7 mm. Sie kommen bei der Montage der Lagerschalen links/rechts zum Einsatz, um das Tretlager auf unterschiedliche Einbauverhältnisse anzupassen. Das Ziel ist dabei stets eine saubere Kettenlinie zwischen den Kettenblättern vorne und der Kassette hinten. Folgende Varianz wird durch die Spacer ausgeglichen: Tretlager-Gehäusebreite (68 / 73 mm), Umwerfer mit Schelle oder Halterung mit / ohne Kettenkasten/Kettenschutzblech.

Halte dich bei der Montage an die Vorgaben aus der Einbauanleitung und kontrolliere die Kettenlinie nach der Montage, indem du hinter deinem Fahrrad aus der Hocke die Kettenlinie ins Auge nimmst: Ist die Kette nicht verschränkt, wenn sie vorne auf dem mittleren Kettenblatt und hinten auf dem mittleren Ritzel liegt, dann sind die Spacer korrekt eingebaut.

Werkzeug für Arbeiten am Hollowtech II Tretlager

Je nach Arbeitsumfang und Tretlager-Ausführung benötigen Sie folgendes Werkzeug:

  • Inbusschlüssel 5 mm (zum Lösen der Verschraubung linke Kurbel / Tretlagerwelle)
  • Shimano-Werkzeug TL-FC16 (zum Lösen der Kurbelkappe in der linken Kurbel)
  • dünnes Messer oder ähnliches (zum Demontieren von Lager-Abdeckung und Dichtscheibe)
  • Passender Lager-Austreiber (zum Rausziehen der Kugellager aus den Lagerschalen)
  • Shimano-Werkzeug TL-FC32 bzw. TL-FC36 (zum Demontieren / Montieren der beiden Lagerschalen links und rechts am Tretlagergehäuse des Fahrradrahmens)
  • ggf. Adapter TL-FC24 als Ergänzung zum TL-FC32/36 (für neuere Dura-Ace und XTR Innenlager: SM-BB9000, SM-BB93, BB-R9100)
  • ggf. Adapter TL-FC25 als Ergänzung zum TL-FC32/36 (für SM-BBR60, BB-MT800)

Wartung am Hollowtech II Tretlager

Die Wartung besteht im Wesentlichen aus dem Überprüfen, Reinigen und Fetten der Kugellager. Dafür müssen folgende Bauteile demontiert werden: linke Tretkurbel, rechte Tretkurbel samt Kettenblättern und Tretlagerwelle, die Lager-Abdeckungen beidseitig, die Dichtscheiben beidseitig.

Die Demontage Schritt für Schritt

  1. Fahrradkette vom Kettenblatt abheben und auf dem Tretlager-Rohr des Fahrradrahmens ablegen (wenn die Kette nicht sowieso schon für andere Wartungsarbeiten entfernt wurde). Das ist erforderlich, um die Demontage der rechten Kurbel (siehe 5. Schritt) nicht zu behindern.
  2. Linke Kurbel: Zuerst beide Inbusschrauben lösen und entfernen, danach die Zwischenplatte (Stopper Plate) aus dem Kurbelschlitz entfernen (Foto). Merke dir, in welcher Position die Zwischenplatte im Kurbelschlitz eingelegt wird (geschlossene Bohrung zur Rahmenmitte, offene Bohrung nach außen gerichtet und der Metallstift muss in die Bohrung auf der Tretlagerwelle eintauchen).
  3. Linke Kurbel: Kurbelkappe lösen mit Shimano-Werkzeug TL-FC16 (diese Kappe lässt sich nur lösen, wenn die beiden Schrauben entfernt wurden (siehe 1. Schritt), sonst zerstörst du das Gewinde der Kappe).
  4. Linke Kurbel von der Tretlagerwelle abziehen (Zahnprofil).
  5. Rechte Kurbel/Kettenblätter/Tretlagerwelle durch leichte Schläge von links nach rechts aus dem Tretlager herausschieben/ziehen (dabei darauf achten, dass die Tretlagerwelle nicht zu stark verkantet wird).
  6. Jetzt hast du freien Zugang zu beiden Lagerschalen und kannst manuell die Gängigkeit der Kugellager prüfen. Fühlst du einen unregelmäßigen oder rauen Lauf, ein Spiel oder eine Schwergängigkeit, dann ist das betreffende Lager reif für eine Wartung.
  7. Für die weiteren Arbeiten gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du schraubst die Lagerschalen per Shimano-Werkzeug TL-FC32 bzw. TL-FC36 aus dem Tretlagergehäuse aus (dann hast du freien Zugang zu den verbauten Kugellagern von beiden Seiten), oder du belässt die Lagerschalen im Tretlagergehäuse (dann ist der innenseitige Zugang nur von der gegenüberliegenden Tretlagerseite aus möglich).

Abdeckung und Dichtscheibe entfernen

Um die Lager reinigen und fetten zu können, musst du als nächstes Abdeckung und Dichtscheibe demontieren.

Greife bei der Abdeckung von außen vorsichtig mit einer Messerspitze oder ähnlichem hinter die Kunststoffscheibe und hebe sie leicht an. Wandere nun in kleinen Schritten mit diesem Hebeln um das gesamte Lager herum und achte darauf, dass die Abdeckung nicht zu stark verkantet und erst recht nicht beschädigt wird beim Demontieren.

Greife mit dem Hilfswerkzeug auch nicht zu tief hinter die Abdeckung, um die Dichtlippe der darunter befindlichen Dichtscheibe nicht versehentlich zu beschädigen.

Sicherer als die beschriebene Methode per Messerspitze von außen ist natürlich das Austreiben mit einem passenden Austreiber von der anderen Lagerseite aus. Das setzt aber voraus, dass die Lagerschale vorab aus dem Tretlagergehäuse demontiert wurde (Ablauf siehe unten).

Greife nun bei der Dichtscheibe von innen vorsichtig dahinter und hebe sie leicht an. Wandere auch hier in kleinen Schritten den gesamten Lagerumfang ab, bis dir die Dichtscheibe entgegenfällt.

Kugellager reinigen und fetten

Jetzt hast du freien Zugang zu den Kugellagern und kannst mit der Reinigung beginnen. Weil die Kugellager nicht zerlegt werden können, bleibt dir an dieser Stelle lediglich eine Behandlung mit einem sauberen Putzlappen von außen bei gleichzeitiger Drehung der inneren Kugellager-Schale. Verwende hierbei (wenn überhaupt) ausschließlich Reinigungsmittel, die sich vollständig verflüchtigen (z. B. Bremsenreiniger).

Sollte das Kugellager allerdings schon festsitzen (durch starke Korrosion), dann lohnt sich der Versuch, es mit einem Rostlöser (Caramba) wieder gängig zu bekommen.

Nach der Reinigung fettest du das Kugellager mit einem guten Wälzlagerfett (z. B. Castrol LMX). Auch hierbei ist das Prozedere etwas mühsam und zeitraubend: benetze das Kugellager stirnseitig mit Fett und drücke es mit der Fingerkuppe zwischen die Kugeln, während du an der inneren Lagerschale drehst. Nach und nach verteilt sich das Fett dabei zwischen den Kugeln und am Ende erhältst du ein gut gefettetes Kugellager. Einfacher geht es mit einer Kunststoffspritze.

Kugellager austauschen

Lassen sich die Kugellager nicht mehr durch Reinigen und Fetten instandsetzen, musst du nicht gleich die gesamte Lagerschale samt Kugellager austauschen. Vielmehr reicht es, wenn du lediglich das Kugellager (im Bild links) demontierst und gegen ein passendes Industrielager (im Bild rechts) ersetzt.

Um ein Verkanten beim Herausziehen des Lagers zu vermeiden, solltest du spätestens jetzt die Lagerschale aus dem Tretlagergehäuse herausschrauben, damit du einen freien Zugang von hinten hast (siehe nächster Abschnitt). Danach treibst du mit einem maßlich passenden Werkzeug das zerstörte Kugellager von hinten aus der Lagerschale heraus.

Lagerschalen ausbauen links / rechts

Ist es unumgänglich, die Lagerschalen samt Kugellager auszubauen (Anlässe siehe oben), benötigst du das Shimano-Werkzeug TL-FC32 bzw. TL-FC36.

Sorge für eine stabile Arbeitsposition, denn bei der Demontage wirken sehr hohe Kräfte (40 Nm + x): Stelle das Fahrrad auf den Sattel oder nutze einen robusten Montageständer.

Beachte auf jeden Fall die Gewinde-Richtung an deinem Tretlager: Hat das Tretlagergehäuse an deinem Fahrrad ein BSA-Gewinde, dann gilt: linke Seite trägt Rechtsgewinde, rechte Seite trägt Linksgewinde. Besitzt das Tretlagergehäuse dagegen ein ITA-Gewinde, dann findest du beidseitig Rechtsgewinde vor. Hast du Zweifel, schau in die Angaben des Rahmen-Herstellers oder lasse es in deinem Fahrradgeschäft klären.

Achte bei der Demontage auf die Spacer, also die Distanzringe, die zwischen Lagerschale und Tretlagergehäuse auf beiden Tretlager-Seiten verbaut sind. Sie unterscheiden sich in Anzahl und Breite (siehe oben) und sorgen für die korrekte maßliche Positionierung der Lagerschale zu Rahmen und Kettenlinie. Sorge dafür, dass du später bei der Montage wieder alle Spacer auf der richtigen Seite einbaust.

Die Stirnflächen am Tretlagergehäuse

Sind die Lagerschalen ausgebaut, hast du den freien Blick auf die Stirnflächen am Tretlagergehäuse in deinem Fahrradrahmen. Prüfe bei dieser Gelegenheit, ob die Stirnflächen sauber und plan bearbeitet wurden im Zuge der werksseitigen Montage-Vorbereitung. Sind sie das nicht, kann das die Ursache für einen vorzeitigen T...

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