Beim Mountainbiken wirst du schnell feststellen: Jedes Gramm, das du bei deinem Bike einsparen kannst, maximiert den Fahrspaß. Daher nehmen sich immer mehr Hersteller vor, ihre MTBs noch leichter zu machen - und das mit Erfolg! Egal ob Hardtail oder Fully, 27,5 oder 29 Zöller: leichte Mountainbikes überzeugen mit einer Spritzigkeit und einem agilen Handling wie kaum ein anderes Fahrrad. So erklimmst du steile Anstiege mit einem leichten Bike im Nullkommanichts und auch Sprünge und Tricks scheinen plötzlich „federleicht“.
Vor allem für ausgedehnte Touren ist ein leichtes Mountainbike also der ideale Begleiter. Wer einmal auf einem Mountainbike mit weniger als 10 Kilo Gesamtgewicht gesessen hat, weiß, wovon die Rede ist. Wer dies noch nicht erlebt hat, muss uns an dieser Stelle einfach glauben: Es fühlt sich himmlisch an, mit solchen Bikes zu beschleunigen oder Berge zu erklimmen.
Warum ein leichtes Mountainbike?
Mit einem leichten Bike muss man weniger Hubarbeit verrichten, wenn es bergauf geht. Diejenigen, die bei Marathonrennen an den Start gehen, profitieren tatsächlich von einem geringeren Gewicht unter dem Hintern und verschaffen sich so einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Dabei ist die absolute Zeitersparnis, die ein leichtes Bike beim Anstieg ermöglicht, geringer, als man vielleicht denkt. Eine Gewichtsreduzierung von 700 Gramm verkürzt die Fahrzeit bei einem Anstieg von ca. 1800 Höhenmetern um lediglich eine Minute.
Für alle, die nicht im Startblock A eines Marathons stehen, dürfte dies kaum entscheidend sein. In der Welt der Marathon-Weltmeisterschaften sieht dies natürlich anders aus. Die exemplarische Rechnung mit der Zeitersparnis von einer Minute bezieht sich nur auf die zusätzliche Hubarbeit, die nötig ist, um das schwerere Bike 1800 Höhenmeter hochzuhieven. Aber man muss das Gewicht auch bei jedem Antritt beschleunigen. Wer das nachvollziehen möchte, sollte einmal den aktuellen Spritverbrauch beim Losfahren von einer roten Ampel auf seinem Tacho beobachten. Die Anzeige schnellt selbst bei behutsamer Fahrweise in schwindelerregende Höhen.
Leichte E-Mountainbikes im Trend
Leichte E-Mountainbikes liegen absolut im Trend. Dank der Unterstützung sind die Bikes ideale Begleiter für Kletterpassagen, bleiben durch ihr geringes Gewicht aber auch in Abfahrten überraschend agil und wendig. Je cleaner und leichter, desto weniger lassen sich diese Light E-MTBs von den Bio-Bikes unterscheiden. Die Zeiten, in denen Motor und Akku den coolen Look eines Mountainbikes verderben, gehören mit den neuen technischen Innovationen der Vergangenheit an.
Nun heißt es: Leichte E-Mountainbikes mit extremer Power und einer aggressiven Formsprache - das geht beides!
Die Light-Motoren
In den letzten zwei Jahren hat das E-Mountainbike eine rasante Entwicklung durchlebt. Denn zu den klassischen E-MTBs mit Powermotoren und dicken Akkus hat sich die Kategorie der Light-Bikes etabliert. Vor allem die sportliche Klientel will sich nicht passiv vom Rad den Berg rauf shutteln lassen, sondern ein fahraktives E-Bike, mit dem man sich sportlich und agil durchs Terrain bewegen kann. Feinfühlige Motoren sind dafür ebenso gefragt wie geringes Gesamtgewicht und sportliche Geometrien. Und die neue Generation der Minimal-Assist-Motoren macht genau das möglich.
So richtig Fahrt aufgenommen hat das Thema, als 2022 der Fazua Ride 60 und der TQ HPR 50 vorgestellt wurden. Beide Motoren hoben die Light-Kategorie auf ein neues Level. TQ in Sachen Unauffälligkeit, Fazua beim Thema Vielseitigkeit. Beide machen seither mit kompakten Maßen ungeahnt schlanke Bikes möglich.
Und die Vielfalt in diesem Segment wächst weiter. Im Frühjahr 2023 hat Specialized, einer der Vorreiter der Light-Sparte, sein neues Aggregat vorgestellt: den SL 1.2. Und natürlich ist auch Motoren-Weltmarktführer Bosch dieses Jahr in den Light-Ring gestiegen: Mit dem Performance SX haben die Schwaben dafür gesorgt, dass der Trend noch mehr in die Breite geht.
Die Mini-Akkus
Kompakte, leichte Batterien sorgen nicht nur für eine schlanke Bauform, mit ihnen lässt sich auch das Gesamtgewicht der E-Mountainbikes erheblich reduzieren. Und da die entsprechenden Light-Motoren aufgrund der geringeren Leistungswerte weniger energiehungrig sind, kann man auch mit kleinen Akkus ordentliche Reichweiten erzielen. Zudem gibt es die Möglichkeit, das Energiereservoir mit einem externen Range Extender aufzupeppen. Wieviel Wattstunden letztendlich zur Verfügung stehen, hängt vom Hersteller ab. Und am Ende ist es immer die Suche nach dem bestmöglichen Kompromiss aus Gewicht und Reichweite.
Der kleinste ist der neueste im Bosch-Akku-Angebot: der Intube-Akku mit 400 Wattstunden kommt in er Regel in Light-Bikes mit Bosch-SX-Antrieb zum Einsatz.
Light-Vorreiter Fazua bietet zu seinem Ride60 einen 430-Wattstunden-Akku mit zusätzlichem 210-Wh-Range-Extender. Bei Forestal, wo mit Motorenhersteller Bafang zusammengearbeitet wird, muss man standardmäßig mit 360 Wattstunden auskommen, kann diese aber über einen Range-Extender mit zusätzlichen 250 Wh aufpeppen. Die gleiche Wattstunden-Kombi gibt es bei Orbea. Der spanische Hersteller befeuert damit den Shimano EP8 RS. Minimalist TQ setzt beim HPR 50 auf zwei unterschiedliche Varianten: Das super kompakte Aggregat lässt sich entweder mit 360 oder 250 Wh kombinieren und zusätzlich mit einem 160 Wh kleinen Range-Extender ergänzen.
Die größten Variationsmöglichkeiten bietet Motoren-Gigant Bosch: Der SX lässt sich im Prinzip mit allen Bosch-Intube-Akkus kombinieren - 400, 500, 625 oder 750 Wattstunden. In der Regel kommt an Light-Bikes aber der 400er Akku zum Einsatz. Für lange Ausflüge steht zusätzlich ein Range-Extender mit 250 Wattstunden bereit.
Die Light-Kategorien
Light-E-MTB ist nicht gleich Light-E-MTB. Wie bei klassischen Bikes gibt es die E-Minimalisten auch mit unterschiedlichem Federweg und Einsatzbereich. Im Prinzip kann man die Light-Modelle am E-MTB-Merkt derzeit nach drei Kategorien unterscheiden:
Light-Down-Country
In dieser Kategorie wird mit Federweg geknausert - mehr als 130 mm stehen in der Regel nicht zur Verfügung. Statt in wildem Gelände zu performen, geht es hier um maximale Effizienz - alles wird dem Thema Leichtbau untergeordnet. Denn durch den gemäßigten Einsatzbereich machen an Light-E-Bikes der Down-Country-Kategorie auch abgespeckte Komponenten Sinn. Reifen, Bremsen, Federelemente, Anbauteile - überall steht Leichtbau vor Robustheit und Komfort.
Besonders glänzen diese Flitzer auf sportlichen, flachen Ausfahrten, die teilweise auch ohne Motor-Power und über der 25-km/h-Grenze gefahren werden. Hier spielen die spritzigen Bikes ihre Stärke aus. Zielgruppe sind sportliche und fitte Piloten, die auch mit E-Unterstützung noch kräftig in die Pedale treten wollen. Extremes Gelände und Fahrkomfort treten in den Hintergrund. Lange Touren sind möglich, wenn man bereit ist, selber ordentlich in die Pedale zu treten - was einem auf Bikes dieser Kategorie leichter fällt als in anderen E-Klassen.
Light-Trail/-All-Mountain
Das Beste aus allen Welten: Light-E-Bikes der Trail- und AM-Kategorie sind echte Alleskönner. Trails? Ja. Lange Touren? Gerne. Können und Einsatzbereich der Bikes sind breit. Die allermeisten E-Mountainbike-Modelle sind in dieser Klasse zu finden. Zu Recht, denn diese Bikes sprechen mit ihrem Einsatzbereich eine sehr breite Zielgruppe an. Ob längere Touren im Gelände oder spritzige Trail-Runden: Hier trumpfen die Kandidaten dieser Kategorie auf.
Mit guten Gewichten und gemäßigten Geometrien wird die Minimal-Diät auf dem Trail besonders gut spürbar. Im Vergleich zu derben Light-Enduros sind diese Bikes leichtfüßiger unterwegs. Trotzdem bieten sie Reserven für ernste Trail-Ausflüge. Mit gemäßigter Ausstattung lassen sich diese Bikes auch noch gut ohne Motor-Power treten. Die Klasse ist, je nach Auslegung und Motorsystem, sehr breit: Vom Minimalisten bis zum leichten Power-E-Bike sind verschiedene Ansätze vertreten.
Light-Enduro
Bei Federwegen ab 160 Millimeter aufwärts muss man den Begriff Light etwas relativieren. Gewichts-Rekordler sind hier nicht zu finden. Die Minimalisten in dieser Kategorie erreichen Gewichte um 18 Kilo. Dafür haben diese Bikes Abfahrts-Qualitäten, die in anderen Kategorien nicht zu erwarten sind. Auf langen Ausfahrten muss man selber viel Energie aufwenden, damit der Akku nicht zu schnell zur Neige geht - denn insbesondere die breiten, schweren Reifen ziehen Strom.
Top 5 der leichtesten E-MTBs 2023
Hier ist eine Übersicht der Top 5 der leichtesten E-MTBs im Jahr 2023:
- Rotwild R.X 275 Ultra: 15,59 Kilo
- Scott Lumen eRide 900 SL: 15,88 Kilo
- Stevens E-Maverick AM 9.4.3: 17,17 Kilo
- KTM Macina Scarp SX Prime: 17,44 Kilo
- Specialized S-Works Turbo Levo SL: 17,68 Kilo
1. Rotwild R.X 275 Ultra: 15,59 Kilo
Extremer kann man ein E-Mountainbike momentan wohl nicht interpretieren. Maximale Reduktion ist das Konzept des R.X 275. Wie kein zweites Bike ist dieses E-MTB darauf ausgerichtet, über weite Strecken ohne Motorschub gefahren zu werden. Besonderheit des Leichtgewichts ist ein Boost-Knopf, über den kurzfristig die maximale Leistung freigeschaltet wird. Dieser situative Schub soll der Fahrt eine besondere Dynamik verleihen. Zum Beispiel beim Beschleunigen aus Kurven oder Wegdrücken kurzer Rampen.
Einen klassischen Hebel für die U-Stufen gibt es nicht, stattdessen soll sich der Fahrer eher eine sehr dezente Grundunterstützung einstellen. So sollen selbst mit dem kleinen 250er-Akku lange Ausfahrten möglich sein. Die Option auf einen Range-Extender gibt es obendrein.
Im EMTB-Test hat das kompromisslose Konzept einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Seine absolute Stärke: Treten jenseits der Unterstützungsgrenze. Als sportliches Downcountry-E-MTB deklariert, soll das Rotwild die Lücke zwischen klassischem MTB und Light-E-Bike schließen. Dieses super leichte E-Bike fährt sich mit ausgeschaltetem TQ-Motor völlig natürlich und ist im Handling von einem normalen MTB kaum mehr zu unterscheiden. Für flowige Trailrunden mit leichtem Push ist so ein Bike ideal, eine ordentliche Fitness vorausgesetzt.
Aber: Für ausgedehnte Abenteuer in alpinem Terrain ist das Konzept nur sehr bedingt und für sehr wenige Kunden tauglich. Dank magerem 250-Wattstunden-Akku ist die Reichhöhe selbst mit dem minimalistischen TQ-Motor sehr gering, selbst mit Range Extender - und dann wiegt das Bike auch ein Kilo mehr. Solidere, schwerere Reifen müssten für Bergtouren auch sein. Außerdem ist der TQ nicht wirklich kraftvoll und durchzugsstark - extreme Steigungen auf ausgesetzten Trails schafft man mit dem Motörchen nur mit sehr hohem Eigeneinsatz.
Zum Gewicht: Um in der 18-Kilo-Kategorie zu landen, müssen Hersteller Akkuleistung und Drehmoment quasi halbieren. Dadurch wird das Thema Eigenleistung wieder relevant. Nur wer sich anstrengen mag und kann, kommt auf den hohen Gipfel, den der Kumpel mit dem Power-Bike schon lange erreicht hat. Das gilt für Light-Bikes ganz generell. Fürs Rotwild im Speziellen: Solch ein Rekordgewicht lässt sich nicht allein durch kleine Akkus und Motoren erreichen, auch am Rahmen und den Anbauteilen wurde extrem gefeilt. Somit wirkt sich der extreme Leichtbau nicht nur auf Reichhöhe und Motorkraft aus, die gewichtsoptimierten Anbauteile schränken den Einsatzbereich ebenfalls ein.
Die Fakten zum Rotwild R.X 275 Ultra:
- Kategorie: Down-Country
- Motor: TQ HPR 50, 50 Nm, Modi begrenzt auf max. 200 W, Boost-Knopf für kurzzeitige 300 Watt
- Akku: 250 Wh fest im Unterrohr integriert, optionaler Range Extender mit 160 Wh
- Federweg: 130/120 Millimeter
- Gewicht: 15,59 Kilo (Größe M, EMTB-Messung)
- Preis: 12.499 Euro
2. Scott Lumen eRide 900 SL: 15,88 Kilo
Kein Dämpfer und kein Motor zu sehen - Scott hat dem Lumen eine super cleane Optik verpasst, und auf den ersten Blick sieht das Bike dem unmotorisierten Scott Genius zum Verwechseln ähnlich. Denn dank des superkompakten TQ HPR 50 können die Schweizer ihr prägendes Konzept mit integriertem Dämpfer fast eins zu eins aufs E-MTB übertragen. Doch nicht nur die Optik sticht heraus. Das sündhaft teure Top-Modell wiegt mit fest integriertem 360er-Akku schlanke 15,88 Kilo, zudem in Größe L. Und dafür haben die Schweizer wirklich alle Register gezogen.
Mit den superleichten Carbon-Laufrädern tritt sich der Flitzer auch ohne Motor richtig leichtfüßig. Dazu passt auch das Fahrwerk, das sich vom Lenker aus verhärten lässt. So bleibt der Motor freiwillig auch mal länger aus. Schaltet man den dezenten TQ HPR 50 dann ein, erklettert das Lumen souverän auch knifflige Anstiege. Auch in der Abfahrt macht das Bike richtig Spaß. Auch wenn die Leichtbauausstattung, allen voran die Reifen, keine allzu harte Gangart erlaubt. Das ist typisch für die Down-Country-Kategorie. Brillieren kann das Lumen auf sportlichen Touren und welligen Trail-Rides. Starke Beschleunigung, spritziges Fahrgefühl, ausgewogenes Handling, das ist gelungen.
Der integrierte Dämpfer hat übrigens nicht nur optische Auswirkungen. Der Platz im Hauptrahmen wird für eine zweite Flaschenhalteraufnahme genutzt. So passen der optionale Range-Extender (160 Wh) und eine große Trinkflasche gleichzeitig ans Bike. Weniger positiver Aspekt: Der Dämpfer ist fürs Setup deutlich schwieriger zu erreichen.
Fazit: Das Lumen ist ein Wegbereiter der leichten Down-Country-Kategorie. Das natürliche Fahrgefühl begeistert, das Handling ist spaßig, die Geräuschkulisse richtig angenehm. Ebenso rekordverdächtig wie das Gewicht ist allerdings der Preis von 15999 Euro für das Top-Modell.
Die Fakten zum Scott Lumen eRide 900 SL:
- Kategorie: Down-Country
- Motor: TQ HPR 50, 50 Nm, max. 300 W
- Akku: 360 Wh, fest integriert, optionaler Range Extender mit 160 Wh
- Federweg: 130/130 Millimeter
- Gewicht: 15,88 Kilo (Größe L, EMTB-Messung)
- Preis: 15.999 Euro
3. Stevens E-Maverick AM 9.4.3: 17,17 Kilo
Leicht, leise, kurvengierig: Das E-Maverick ist das erste Light E-MTB von Stevens. Auch die Hanseaten setzen den TQ HPR50 für minimalistische E-Bike-Power und ein Fahrgefühl ein, das möglichst nah am Mountainbike ohne Motor liegt. Das E-Maverick gibt es in zwei Federwegsklassen. Als AM mit 140 Millimetern oder als ED mit 160 Millimetern an Front und Heck. In Sachen Gewicht hat natürlich das All-Mountain-Modell die Nase vorn.
Im EMTB-Test überzeugte das E-Maverick AM mit unbeschwertem Mountainbike-Feeling ohne Störgeräusche. Mit einem leichten Vollcarbonrahmen und Laufrädern in 29 Zoll ist das Stevens E-Maverick voll auf Performance ausgelegt. Entsprechend punktet das E-Bike auch beim Gewicht: 17,17 Kilogramm sind ein starker Wert in dieser Federwegsklasse, zumal sich der Akku wenigstens mit etwas Aufwand entnehmen lässt. Nur die Down-Country-Bikes von Scott und Rotwild sind bei gleichwertiger Bereifung nochmal deutlich leichter, haben aber einen Zentimeter weniger Federweg und sind zudem erheblich teurer.
Auf sportlichen Runden und flowigen Trails ist das leichte E-Maverick AM in seinem Element und taugt dank schneller Reifen auch zum Strecke-Machen über 25 km/h. Das Handling ist spaßig und direkt, das Fahrwerk komfortabel. Super: Der Motor ist sehr leise bergauf, und auch bergab klappert nichts. Zum idealen Trail-Räuber fürs Mittelgebirge fehlt aber etwas mehr Fahrsicherheit in schwerem Gelände. Hier limitieren die Reifen, der knappe Hub und die straffe Gabel.
Der TQ HPR 50 ist mit seinen 50 Newtonmetern und 300 Watt auch in der Light-Klasse verhältnismäßig schwach. Wer bisher ohne Motor gefahren ist, wird den Schub dennoch als kräftig empfinden. Aber: Einfach Beine fallen lassen, während der Motor einen den Berg hinaufschiebt, dafür ist das Motörchen nicht ausgelegt.
Dafür ist das Aggregat nur faustgroß und kommt kompakt unauffällig im Tretlagerbereich des E-Maverick unter. Auch im Stevens wird der TQ-Motor mit dem 360-Wh-Akku kombiniert - das reicht für ungefähr 1000 Höhenmeter. Optional steht der Range-Extender mit 160 Wattstunden zur Verfügung. Damit der Akku nicht nur in der Werkstatt ausgebaut werden kann, hat Stevens eine Service-Klappe im Unterrohr eingebaut. Hier kann man nach dem Lösen von drei Schrauben und dem Abstecken des Haupt-Kabels den Akku bei Bedarf entnehmen.
Die Fakten zum Stevens E-Maverick AM 9.4.3:
- Kategorie: Trail / All Mountain
- Motor: TQ HPR 50, 50 Nm, max. 300 W
- Akku: 360 Wh, entnehmbar, optionaler Range Extender mit 160 Wh
- Federweg: 140/140 Millimeter
- Gewicht: 17,17 Kilo (Größe R4, EMTB-Messung)
- Preis: 9.999 Euro
4. KTM Macina Scarp SX Prime: 17,44 Kilo
Auch 17,4 Kilo sind eine Ansage bei 140 Millimeter Federweg! Insbesondere da im KTM der verhältnismäßig starke Bosch SX und ein leicht entnehmbarem 400er-Akku stecken. Und mit 8400 Euro driftet das Scarp SX Prime auch nicht in absurde Preisdimensionen ab wie andere Superleicht-E-MTBs. Dafür zieht das KTM bei der Ausstattung alle Diätregister: Carbon-Rahmen, Carbon-Laufräder, dazu eine XTR-Schaltung. Außerdem: ein schmaler Carbon-Lenker, eine XC-Tele-Stütze mit nur...
Komponenten für den Leichtbau
Um ein präzises Verständnis dafür zu entwickeln, wann ein Cross Country Bike als leicht oder schwer einzustufen ist, haben wir für euch den gesamten Markt analysiert. Unser Fokus lag dabei ausschließlich auf Bikes mit 100 mm Federweg. Wir haben die Gewichte im Verhältnis zum Preis betrachtet. An bestimmten Komponenten lässt sich hervorragend Gewicht einsparen, ohne dabei die Performance zu beeinträchtigen. Zu diesen Teilen zählen Kassetten, Schaltwerke, Laufräder, Lenker, Vorbauten und Kurbeln.
Wer dagegen bei den Reifen, der Federgabel oder der Sattelstütze anfängt, um jedes Gramm zu feilschen, muss damit rechnen, die Quittung dafür auf dem Trail zu bekommen. Unser großer Racebike Systemvergleich hat beispielsweise gezeigt, dass eine Teleskopstütze im Vergleich zu einer starren Carbon-Sattelstütze einen deutlichen Mehrwert bietet. Die zusätzlichen 500 Gramm sind also aus Performance-Sicht gerechtfertigt. Reifen mit unzureichendem Pannenschutz führen häufig zu Defekten. Mit dem Umbau auf Tubeless montierte Reifen lässt sich meist ca. 200 Gramm Gewicht sparen und obendrein sogar noch die Performance im Gelände und der Pannenschutz erhöhen. Ab Werk werden die allermeisten Bikes mit einem klassischen Schlauch ausgeliefert. Das Umrüsten mit Tubeless-Milch und Tubeless-Ventilen kostet ca.
Preis und Wert
Jedes Kilo weniger kostet 1000 Euro mehr: So lautet eine grobe Faustformel für Cross Country Bikes. Im Radsport verhält es sich genau umgekehrt wie beim Metzger: Für jeden Euro, den man mehr ausgibt, bekommt man in der Regel etwas weniger Bike - zumindest, wenn man das „weniger“ auf das Gewicht bezieht. Vor allem bei Cross-Country-Bikes, wo ein niedriges Gesamtgewicht als Fahrspaß-Booster Nummer eins gilt, schießt man schnell übers Ziel hinaus.
Racehardtails unter 10 Kilo gibt es ab ca. 3000 €. Bei Hardtails liegt die Gewichtsgrenze, ab der man von einem leichten Bike sprechen kann, bei 11 Kilo. Bikes unterhalb dieser Marke sind ab circa 2.000 Euro erhältlich. Besondere Begeisterung lösen Hardtails mit einem Gewicht unter 10 Kilo aus. Für solche Bikes muss man allerdings deutlich über 2.500 Euro investieren. Wer bereit ist, über 5.000 Euro auszugeben, kann sogar XC-Hardtails mit einem Gewicht unter 9 Kilogramm erwerben.
Bei Fullys muss man im Vergleich zu Hardtails bei gleichem Preis mit einem Mehrgewicht von 1,5 bis 2 Kilo rechnen. Racefullys, die zwischen 3.000 und 4.000 Euro kosten, wiegen mit wenigen Ausnahmen über 12 Kilo. Die Grenze von 11 Kilogramm unterschreitet man erst, wenn man 5.000 Euro oder deutlich mehr investiert.
Das richtige Bike für dein Körpergewicht
Die ganze Diskussion um das Gewicht eines Bikes muss auch immer mit Blick auf das eigene Körpergewicht gesehen werden. Ein ausgezehrter CC-Racer mit 65 Kilo Körpergewicht reagiert auf dieses Thema deutlich sensibler als ein Fahrer mit 85 Kilo oder mehr. Mit höherem Körpergewicht steigt auch die Belastung auf das Material im Gelände. Als Faustregel kann man sich an der Relation zwischen Körper- und Bike-Gewicht orientieren. Bei einem Fahrer mit 65 Kilo entspricht ein Cross-Country-Hardtail mit einem Gesamtgewicht von 10 Kilo etwa 15 % seines Körpergewichts.
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