Die ersten Alpenüberquerer quälten sich noch mit groben Wanderstiefeln über den Hauptkamm. Mit deren stabilen Sohlen konnte man nicht nur kräftig in die Pedale treten, ihr Profil war auch griffig genug, um die zahlreichen Schiebepassagen auf den elend steilen Pässen zu bezwingen. Außerdem boten sie den Füßen Schutz vor Steinkontakt und Wetterkapriolen. Alles Eigenschaften, die einen guten Touren-MTB-Schuh auch heute noch auszeichnen. Die Optik hat sich über die Jahre aber extrem verändert. Heute gleichen viele Fahrradschuhe eher Skate-Sneakern als Bergstiefeln, was per se nicht schlecht sein muss.
Abstriche muss man trotzdem bei vielen Modellen im Test machen. Ausreichend Profil für Klettereien in alpinem Gelände sucht man häufig vergeblich. Die Sohlen sind teilweise nur in Verbindung mit breit abstützenden Pedalkäfigen steif genug für harte Alpen-Anstiege. Vollflächige Kunststoffmaterialien, dick ausgepolstert, lassen die Füße teils im eigenen Saft schmoren. Und für bis zu 180 Euro muss man sich meist mit simplen Schnürungen statt mit durchdachten Verschluss-Systemen zufriedengeben - die Preise für Fahrradschuhe sind in den letzten beiden Jahren, wie nahezu bei allem, um bis zu 20 Euro gestiegen.
Doch es gibt auch Lichtblicke: Hersteller wie Crankbrothers, Ride Concepts, Scott oder Vaude schaffen es, ihre Schuhe mit Alpen-tauglich profilierten Sohlen auszustatten. Sie finden einen Weg, gute Kraftübertragung mit angenehmen Laufeigenschaften zu verknüpfen, und ihre Schnürsysteme verankern die Füße bombenfest in den MTB-Schuhen. Dagegen hätten bestimmt auch die ersten Alpen-Überquerer ihre klobig-schweren Wanderstiefel eingetauscht.
Klickpedale vs. Flatpedale bei MTB-Schuhen
Stefan Frey, BIKE-Testredakteur:
Ganz klar Klickies. Sie haben meist die steifere Sohle und bringen die Kraft besser aufs Pedal, das spart auf langen Touren Körner. Außerdem muss ich nicht ständig nach der optimalen Position auf dem Pedal suchen und kann mich voll auf den Trail konzentrieren. Aktuelle Modelle sind längst keine steifen “Stöckelschuhe” mehr. Griffige Sohlen, angenehme Laufeigenschaften und lässige Optik - Fahrradschuhe mit Klicksystem sind für mich die optimalen Allrounder für lange Touren.
Stefan Herrmann, Fahrtechnikprofi:
Wer es nicht eilig hat, sollte auf Flat-Schuhe setzen. Sie fördern einen aktiven Fahrstil, weil man für die Verbindung mit dem Bike eine Bogenspannung zwischen Fuß, Beinen, Rumpf und Armen erzeugen muss. So agiert man mehr, als sich mit einem defensiven Fahrstil auf die mechanische Verbindung zu verlassen. An kritischen Stellen kann ich zudem schnell den Fuß absetzen, dadurch bin ich mental offensiver. Schiebepassagen lassen sich ohne Cleats an der Sohle auch besser meistern.
Die wichtigsten Eigenschaften von Touren-Fahrradschuhen
Die Optik von Touren-Fahrradschuhen geht immer mehr von Wander-Boots zu Sneakern. Die Kernkompetenzen bleiben aber gleich: gute Kraftübertragung, Schutz vor Felskontakt, Grip und Komfort auf Schiebepassagen. Die wichtigsten Eigenschaften im Detail:
1 - Schutz
Eine TPU-verstärkte Zehenkappe bieten die meisten Schuhe. Wer mehr Schutz möchte, sollte ein Modell mit innen hochgezogenem Knöchelbereich wählen. Strick- oder Neopren-Gamaschen verhindern, dass Schmutz in den Schuh gelangt und Reibung verursacht.
2 - Mesh-Einsätze oder Laser-Cuts
Mesh-Einsätze oder Laser-Cuts verbessern die Belüftung an heißen Tagen und verhindern, dass man im eigenen Saft steht. Wer mehr Schutz vor Schlamm und Spritzwasser sucht, sollte auf nahtloses und geschlossenes Obermaterial setzen.
3 - Schnürung von MTB-Schuhen
Erstaunlich viele Hersteller gehen wieder zurück zur klassischen Schnürung. Vorteil: So lässt sich der Bike-Schuh über den kompletten Spann perfekt an den Fuß anpassen. Das gelingt mit den praktischeren Drehverschlüssen nicht immer. Zudem sind Boa und Co schmutz- und defektanfällig und unterwegs kaum zu reparieren. Dafür lassen sie sich auch während der Fahrt feinjustieren. Hochwertige Schnürsenkel sind ein Muss, an den Testschuhen fransen sie teils schon bei Kontakt mit den Klettverschlüssen aus. Tipp: Fädelt man die Schnürsenkel von außen nach innen, verbessert das den Halt erheblich.
4 - Laufsohle
Je steifer die Sohle, desto besser kommt die Kraft aufs Pedal. Umso schlechter rollt der MTB-Schuh in der Regel aber auch ab. Beim Schieben schlüpft dann schon mal die Ferse halb aus dem Schuh. Ein aufgebogener oder weicherer Zehenbereich verhindert Schlupf. Richtig grobes Profil, das auch auf felsigem Grund Halt gibt, bieten nur noch wenige Modelle. Für Alpen-Touren sollte man aber unbedingt ein Modell mit griffigem Gummi und ausreichend Profil wählen.
5 - Montagebereich
Laut Ergonomieexperten sollten die Cleats etwa unter den Zehen-Grundgelenken montiert sein. Je weiter vorne, desto besser ist die Kraftübertragung aufs Pedal. Wer eher bergab unterwegs ist, platziert die Cleats weiter hinten für einen stabileren Stand. Das entlastet auch die Muskulatur in der Abfahrt. Ein möglichst langer und abgeflachter Cleat-Kanal erleichtert den Einstieg ins Pedal und verbessert die Selbstreinigung bei schlammigen Bedingungen.
6 - Die Einlegesohle
Die Einlegesohle ist maßgeblich für den Tragekomfort verantwortlich. Hier sparen viele Hersteller. Gute Sohlen gibt es bei Fox, Scott oder Specialized. Wer mehr Komfort und Effizienz will, greift zu Spezialsohlen wie Currex, Solestar oder SQlab.
Unsere getesteten Mountainbike-Schuhe im Überblick
Crankbrothers Mallet E Boa
Mit dem Mallet liefern die US-Amerikaner einen top Allrounder. Per Klett und Boa-Drehrad ist der Fahrradschuh schnell angepasst und sitzt dank guter Polsterung bequem und ohne Druckstellen. Die steife Sohle und das zugfeste Material bringen die Kraft gut aufs Pedal. Weil der Mallet vorne etwas aufgebogen ist, läuft er sich auch angenehm, sein Profil erzeugt zudem viel Grip. Die Zehenbox bietet viel Schutz vor Felskontakt und Spritzwasser, an heißen Tagen wird der Schuh aber etwas schwitzig. Guter Einstieg dank angeschrägtem Cleat-Kanal.
Bewertung:
- Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 8 von 10 Punkten
- Gehen / Grip (25 %): 9 von 10 Punkten
- Verschluss / Handling (20 %): 8 von 10 Punkten
- Gewicht (20 %): 8 von 10 Punkten
- Bike-Urteil: sehr gut - 51 Punkte
Five Ten Trailcross CL
Der Five Ten Trailcross sticht nicht nur optisch aus dem Testfeld heraus. Er ist besonders leicht und gut belüftet. Das macht ihn zum angenehmen Begleiter an heißen Tagen. Gummi und Profil erzeugen viel Grip auf Schiebepassagen. Der Sitz im MTB-Schuh dagegen ist nicht allzu gut. In Verbindung mit dem leichten Material und der wenig steifen Sohle verpufft viel Kraft. Die Schnürung kann zudem durch die labbrige Zunge drücken. Nicht optimal. Somit ist der Trailcross eher ein Modell für gemäßigte Trail-Einsätze und entspannte Touren.
Bewertung:
- Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 6 von 10 Punkten
- Gehen / Grip (25 %): 8 von 10 Punkten
- Verschluss / Handling (20 %): 8 von 10 Punkten
- Gewicht (20 %): 10 von 10 Punkten
- Bike-Urteil: sehr gut - 48 Punkte
Fizik Gravita Tensor
Super Schutz, gute Kraftübertragung und sicherer Stand auf dem Pedal - der Fizik Gravita Bike-Schuh kommt dem Enduro-Ideal schon recht nahe. Die asymmetrische Neopren-Gamasche geht nahtlos in die Zunge über und schmiegt sich druckfrei um die Knöchel. Robustes , wasserabweisendes Ripstop-Material und die seitlich versetzte Schnürung bringen Zug auf den Fuß und lassen sich fein anpassen. Der abgeflachte Cleat-Kanal erleichtert den Einstieg. Top beim Kurbeln. Andere Schuhe laufen sich aber besser.
Bewertung:
- Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 9 von 10 Punkten
- Gehen / Grip (25 %): 8 von 10 Punkten
- Verschluss / Handling (20 %): 8 von 10 Punkten
- Gewicht (20 %): 8 von 10 Punkten
- Bike-Urteil: sehr gut - 50 Punkte
Fox Union
Der neue Union von Fox sitzt angenehm unauffällig und trägt sich fast schon wie ein Sneaker. Bei enger Schnürung faltet sich das wenig flexible Obermaterial leicht auf. Die Schnürsenkel fransen schnell aus. Dank des großen Cleat-Kanals findet man leicht ins Pedal, der Fuß rückt dabei aber sehr nah an die Kurbel und kann sie streifen. Die Sohle dieses Mountainbike-Schuhs gehört zu den wenig steifen, daher eignet sich der Fox eher für Pedale mit großem Käfig. Gummi und Profil bieten nur mäßigen Grip beim Laufen. Für den Preis etwas mager ausgestattet.
Bewertung:
- Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 6 von 10 Punkten
- Gehen / Grip (25 %): 8 von 10 Punkten
- Verschluss / Handling (20 %): 7 von 10 Punkten
- Gewicht (20 %): 8 von 10 Punkten
- Bike-Urteil: gut - 45 Punkte
Ion Rascal Select Boa
Schnell rein und raus sowie Anpassung während der Fahrt, das sind die großen Vorteile der Boa-Verschlüsse. Beim Ion Rascal lässt sich aber nur schwer ausreichend Zug damit aufbringen. Zusammen mit dem beweglichen Obermaterial steht man mit viel Flex auf dem Pedal, nicht optimal für Racer, aber gut für lange, entspannte Trail-Tage. Zudem ist dieser Fahrradschuh gut belüftet und an Zehen und Fersen solide geschützt. Die Sohle läuft sich angenehm, das Heck ist gegen Fersenschlupf aufgeraut. Das Profil bietet aber nur mäßig Grip.
Bewertung:
- Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 6 von 10 Punkten
- Gehen / Grip (25 %): 8 von 10 Punkten
- Verschluss / Handling (20 %): 6 von 10 Punkten
- Gewicht (20 %): 6 von 10 Punkten
- Bike-Urteil: gut - 41 Punkte
Leatt 4.0 Clip
Umfangreich gepolstert, Zehen und Knöchel gut geschützt - der Leatt zielt eher auf Enduro-Biker. Schnürung und Klett fixieren den Fuß sicher im MTB-Schuh, die steife Sohle bringt ordentlich Kraft aufs Pedal. Beim Einstieg knautscht die Fersenpolsterung, die Schnürung läuft extrem schwergängig, zudem ist ständig der quer laufende Klett im Weg - nicht optimal. Großer Cleat-Kanal mit weitem Verstellbereich und guter Selbstreinigung. Der Cleat-Kanal liegt extrem tief, was den Einstieg ins Pedal erschwert.
Bewertung:
- Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 8 von 10 Punkten
- Gehen / Grip (25 %): 7 von 10 Punkten
- Verschluss / Handling (20 %): 6 von 10 Punkten
- Gewicht (20 %): 4 von 10 Punkten
- Bike-Urteil: gut - 41 Punkte
Ride Concepts Tallac Clip
Sportlich geschnittener Trail-Schuh mit straffem Sitz. Die Schnürung passt das robuste Cordura-Gewebe gut an den Fuß an. In Verbindung mit der steifen Sohle bringt man viel Kraft aufs Pedal - gut für lange Anstiege. Trotzdem trägt sich der Fahrradschuh komfortabel. Auch im Gelände punktet der Tallac mit massig Grip und Traktion. Durchdacht ausgestattet und sauber verarbeitet, aber insgesamt recht schwer. Den Tallac gibt es auch als Damenversion (Flume Clip) und alternativ mit dem praktischen Boa-Drehverschluss. Recht teuer.
Bewertung:
- Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 10 von 10 Punkten
- Gehen / Grip (25 %): 10 von 10 Punkten
- Verschluss / Handling (20 %): 9 von 10 Punkten
- Gewicht (20 %): 4 von 10 Punkten
- Bike-Urteil: sehr gut - 50 Punkte
Scott MTB Shr-alp Boa Evo
Wenn der schlanke Schnitt passt, bekommt man mit dem Scott einen top Trail-Schuh, der viel Komfort und Schutz bietet und trotzdem ordentlich belüftet ist. Der einzelne Boa-Verschluss fixiert den Fuß erstaunlich sicher im Bike-Schuh, so steht man stabil und fest verbunden auf dem Pedal. Auch die Kraftübertragung stimmt. Dank breitem Cleat-Kanal findet man leicht in die Bindung. Der Shr-alp rollt beim Gehen angenehm ab, das grobstollige Profil funktioniert auf vielen Untergründen und bietet ausreichend Halt und Traktion.
Bewertung:
- Kraftübertragung / Standsicherheit (35 %): 9 von 10 Punkten
- Gehen / Grip (25 %): 9 von 10 Punkten
- Verschluss / Handling (20 %): 9 von 10 Punkten
- Gewicht (20 %): 8 von 10 Punkten
- Bike-Urteil: sehr gut - 52 Punkte
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Informationen und Bewertungen der getesteten MTB-Schuhe zusammen:
| Schuhmodell | Kraftübertragung / Standsicherheit | Gehen / Grip | Verschluss / Handling | Gewicht | Bike-Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Crankbrothers Mallet E Boa | 8/10 | 9/10 | 8/10 | 8/10 | Sehr gut (51 Punkte) |
| Five Ten Trailcross CL | 6/10 | 8/10 | 8/10 | 10/10 | Sehr gut (48 Punkte) |
| Fizik Gravita Tensor | 9/10 | 8/10 | 8/10 | 8/10 | Sehr gut (50 Punkte) |
| Fox Union | 6/10 | 8/10 | 7/10 | 8/10 | Gut (45 Punkte) |
| Ion Rascal Select Boa | 6/10 | 8/10 | 6/10 | 6/10 | Gut (41 Punkte) |
| Leatt 4.0 Clip | 8/10 | 7/10 | 6/10 | 4/10 | Gut (41 Punkte) |
| Ride Concepts Tallac Clip | 10/10 | 10/10 | 9/10 | 4/10 | Sehr gut (50 Punkte) |
| Scott MTB Shr-alp Boa Evo | 9/10 | 9/10 | 9/10 | 8/10 | Sehr gut (52 Punkte) |
MTB Schuhe, Sohle, Grip und Komfort: Es kommt auf die individuellen Bedürfnisse an. Mountainbike Schuhe sollten Multitasking fähig sein, denn sie müssen einige Eigenschaften mitbringen, damit sie ihrem Träger auch das bieten, was er braucht. Ein guter MTB Schuh sollte bei möglichst geringem Gewicht für eine gute Kraftübertragung sorgen, bequem zu tragen und einfach in der Handhabung sein.
Allerdings lassen sich diese Eigenschaften bei den verschiedenen Schuhmodellen auf dem Markt immer nur als gewichtete Kompromisse antreffen. Denn je steifer die Sohle, umso besser die Kraftübertragung, desto schlechter aber auch die Abrolleigenschaften und die Bequemlichkeit beim Gehen. Je besser das Fußbett und je dicker und weicher die Sohle, umso bequemer ist er in allen Situationen zu tragen. Dadurch leidet aber die Kraftübertragung etwas und der Schuh wird um einiges schwerer, was im Race-Bereich Nachteile bringen kann. Ein besonders geringes Gewicht oder eine sehr einfache Handhabung können auf Kosten eines sicheren und festen Sitzes gehen.
Deshalb kann es den einen „idealen Mountainbikeschuh“ für jeden Biker und alle Gelegenheiten nicht geben. Aber es gibt je nach Einsatzbereich Schuhtypen, die in der Verbindung ihrer Eigenschaften optimal auf Ihre individuellen Bedürfnisse als Mountainbiker abgestimmt sind.
Tourenschuhe oder Freeride-Modell: Wählen Sie MTB Schuhe je nach Einsatz!
Um Ihnen die Auswahl in der Vielfalt des Angebotes einfacher zu machen, werden MTB-Schuhe in der Kombination ihrer Eigenschaften nach ihrem Einsatzgebiet unterschieden. Das Angebot an Mountainbike Schuhen reicht von Tourenschuhen über Race-, All-Mountain- oder Freeride-Schuhe bis hin zu gefütterten MTB-Winterschuhen.
Tourenschuhe müssen bei oft unvermeidlichen Schiebepassagen Bequemlichkeit und Trittsicherheit mitbringen. Daher sind Sohle und Profile nicht allzu hart und bieten ein gutes Abrollverhalten. Je mehr Grip im Gelände benötigt wird, umso griffiger sollte auch das Profil sein. Demgegenüber ist ein Race-Schuh mit einer vergleichsweise steifen Sohle ausgestattet und leichter. Das sorgt für eine optimale Kraftübertragung. Im belastungsintensiven Freeride-Einsatz sollte der Knöchel genügend Halt finden. Daher empfehlen sich High Tops oder Schuhe mit Knöchelschutz aus robusten Materialien. Für einen sicheren Stand sind Sohle und Profil weich und griffig gehalten. MTB-Winterschuhe sind gefütterte Fahrradschuhe und sorgen für wohltemperierte Füße, auch wenn es draußen kalt wird.
Mountainbike Schuhe mit dem „Klick“: Was sind die Vorteile von Klickpedalsystemen?
Mountainbike Schuhe sind in aller Regel dafür konzipiert, mit Klickpedalsystemen gefahren zu werden. Der „Klick“ ist kein Muss, bringt aber Vorteile. Die Schuhe rasten, vergleichbar mit einer Skibindung, in das kompatible Pedalsystem ein. Der Fuß kann so nicht mehr abrutschen. Das sorgt zum einen für eine möglichst verlustfreie Übertragung der Beinkraft auf das Pedal. Zum anderen werden dadurch Unfälle vermieden und so die Verletzungsgefahr erheblich verringert.
Auch wenn der Begriff so abgewetzt ist wie eine alte Schuhsohle: Die MTB-Schuhe im Test wollen die perfekten Allrounder sein. Mit strammem Tritt zum Gipfel und mit festem Halt im Pedal wieder ins Tal. Und wenn das Gelände mal zu unwegsam wird, geht es auch zu Fuß bequem weiter.
Worauf kommt es bei MTB-Schuhen für Trail & Enduro an?
Dabei haben sich die Trail- und Enduro-Schuhe in den letzten Jahren stark verändert. Konnte man früheren Modellen ihren Einsatzzweck förmlich ansehen, ähneln einige von ihnen aktuell eher Skate-Sneakern als Bike-Schuhen. Was nicht verkehrt sein muss, denn die flachen Sohlen stehen gerade auf Pedalen mit Plattform besonders sicher und lassen sich - auch wenn sie nicht maximal steif sind - noch gut berghoch treten. Wer viele Höhenmeter sammelt oder nach der Bestzeit auf der Enduro-Strecke schielt, sollte trotzdem einen Schuh mit steiferer Sohle wählen.
Teils wenig Grip auf feuchten Steinen und Wurzeln
Während man noch vor wenigen Jahren mit kippeligen Profilen durchs Gelände stöckelte, steht man mit dem aktuellen Jahrgang meist fest am Boden verwurzelt. Nahezu jeder Hersteller setzt auf rutschfestes Gummi von Vibram, SUPtraction oder einer Eigenmarke. Doch ein griffiger Name allein macht noch kein gutes Profil. Auf schwach konturierten Sohlen verliert man auf feuchten Wiesen, losem Waldboden oder moosigen Felsen schnell den Halt. Rollen die MTB-Schuhe dann auch noch schlecht ab, hebt es die Ferse schon mal hinten aus dem Schuh.
Wie sieht der optimale Verschluss aus?
Spannend ist auch die Frage nach dem idealen Verschlusssystem: klassische Schnürung, Drehverschluss, Klett oder eine Kombination aus verschiedenen Optionen? Die sechs Bike-Schuhe hier haben sie alle im Angebot.
Drehräder lassen eine feine Anpassung auch während der Fahrt zu. Bei nur einem Rädchen fehlt es jedoch meist an Spannung im Bereich der Zehen. Die klassische Schnürung ist zwar etwas aufwendiger, dafür lassen sich die MTB-Schuhe über den gesamten Bereich sauber an den Fuß anpassen. Tipp: Fädelt man die Schnürsenkel von außen nach innen durch die Laschen, halten sie beim Schnüren besser die Spannung. Flache Senkel funktionieren in der Regel zudem besser als runde.
Optimal ist allerdings weder die eine noch die andere Variante, denn erst in Kombination mit einem Klettverschluss wird ein “Schuh” draus. Sowohl in Verbindung mit einem Drehverschluss als auch mit Schnürsenkel bringt ein einfacher Klettriemen zusätzlich Spannung und fixiert den Fuß. Das verbessert nicht nur die Kraftübertragung, sondern verhindert auch, dass es beim Schieben die Ferse lupft. Gerade in Verbindung mit eh schon nassen Socken könnte das sonst für unangenehme Reibung sorgen und der Tour ein jähes Ende bereiten.
Für mich sind Schnürsenkel noch immer unschlagbar, weil einfach und unkompliziert. Mit ihnen lässt sich der Schuh sauber an den Fuß anpassen. In Verbindung mit einem Klettriemen liefern sie bombenfesten Halt - und wenn sie mal reißen, sind sie einfach zu ersetzen. Überall. Boa bietet zumindest kostenlosen Ersatz für defekte Teile. Aber während der Tour ist man aufgeschmissen. Wirklich praktisch sind zudem nur die Varianten, die sich auch schrittweise lockern lassen - so wie das X-Dial von Northwave.
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