MTB Regenjacke Test Vergleich: Die besten Jacken für jedes Wetter

Regen ist so etwas wie der natürliche Feind der Radfahrer. Wer möchte schon auf einer Radreise stundenlang durchnässt weiter in die Pedale treten oder nach dem Weg zur Arbeit nass im Büro sitzen? Eine hochwertige Regenjacke aber ist deine Rettung, wenn Petrus nicht mitspielt - egal, ob eine Mehrtagestour, ein Alpencross oder die Hausrunde ansteht.

Regenjacken für Radfahrer und Radfahrerinnen haben einen anderen Schnitt als entsprechende Jacken für Wanderer. In der Regel sind sie vorne kürzer und lassen ausreichend Raum für die Beine. Am Rücken sind sie oft länger, um auch bei leicht gebückter Haltung auf dem Rad Schutz zu bieten. Sie haben schließbare Bündchen an den Ärmeln, damit der Fahrtwind nicht hineingreift. Die sportlichen Modelle sitzen eng an und bieten dem Wind so wenig Angriffsfläche - ein nicht zu unterschätzender Aspekt auf längeren Radtouren, aber auch bei Fahrten ins Büro mit Gegenwind.

Was macht eine Jacke wasserdicht?

Es gibt zwei Arten, wie Funktionskleidung vor Regen schützt:

  • Wasserabweisende Jacken sind mit einer dauerhaften Imprägnierung (DWR, durable water repellancy) behandelt, die das Wasser abperlen lässt. Diese wasserabweisenden Jacken sind die günstigere Variante und viele bestehen aus sehr atmungsaktiven Softshell-Materialien.
  • Wasserdichte Jacken verfügen hingegen über eine Membran zwischen den Materialschichten (meistens sind das 3), deren mikroskopisch kleine Poren zwar groß genug sind, um Dampf (Schweiß) nach außen dringen zu lassen, aber viel zu klein sind für Wassertropfen von außen (etwa 20.000 Mal kleiner). Das ist übrigens der Grund, weshalb man teure Membranjacken niemals mit Weichspüler waschen sollte, denn der verstopft die Poren.

Beliebte Membrane wie GORE-TEX sind äußerst atmungsaktiv und bieten hervorragenden Schutz vor Regen, aber sie sind auch teurer.

Wer sich zu Regenjacken informiert, wird mit einer Menge verwirrender Zahlen konfrontiert, etwa „wasserdicht bis 10.0000 mm“/„Wassersäule von 10.000 mm“ oder „atmungsaktiv bis 12.000 g/m²“ - was zur Hölle heißt das? Die erste Zahl bedeutet, dass man ein rechteckiges Rohr mit einer Grundfläche von etwa einem Quadratzoll auf das Material stellen und es bis zu einer Höhe von 10.000 mm (10 m also) mit Wasser füllen könnte, bevor Wasser durch die Membran gedrückt wird. Je höher die Zahl, desto wasserdichter die Jacke.

Werte von 5.000 bis 10.000 mm sind in Ordnung, um sich vor Regenschauern zu schützen, doch wer ganze Tage in den Bergen verbringen will, sollte lieber zu Jacken mit einem wesentlich höheren Wassersäulenwert greifen. Der zweite Wert, eine Atmungsaktivität von 12.000 g/m² bedeutet, dass ein Quadratmeter des Materials in 24 Stunden 12.000 g (also 12 kg) Wasser von innen nach außen transportieren kann. Auch hier gilt: Je höher die Zahl, desto atmungsaktiver (und vermutlich teurer) die Jacke.

Wichtig beim Jackenkauf ist, dass die Nähte verklebt bzw. versiegelt sind - was nichts anderes bedeutet, als dass all die winzigen Löcher, die beim Nähen entstehen, abgeklebt sind, um den Wasserschutz zu optimieren. Die besten Jacken sind komplett verklebt („fully taped“), das heißt, alle Nähte sind geschützt.

Worauf Sie beim Kauf einer MTB-Regenjacke achten sollten

Mountainbike-Jacken haben einen anderen Schnitt als Jacken für andere Sportarten: Die meisten aktuellen Modelle sind ergonomisch geschnitten, mit verlängerten Ärmeln und längerem Rückenteil, um auch in der normalen Fahrposition alles abzudecken. Zwar muss es hinten nicht ganz so lang sein wie bei den komplett gestreckt sitzenden Roadies, doch eine gut passende Trailjacke sollte sportlich geschnitten sein. Außerdem sollte sie genügend oder ausreichend dehnbares Material um die Schultern haben, damit man dynamisch fahren kann, aber wiederum nicht so locker sein, dass sie im Wind flattert.

Egal wie wasserdicht eure Jacke ist - wenn ihr im Starkregen ohne Kapuze unterwegs seid, wird sie sich mit Wasser füllen wie ein Ballon. Die meisten Jacken in diesem Test haben eine Kapuze, manche davon passen unter den Helm und manche darüber.

Bloß weil es regnet, muss es noch lange nicht kalt sein. Egal wie atmungsaktiv eure Jacke ist, ein ordentlicher Anstieg kann euch schnell ins Schwitzen bringen. Radfahren ist harte Arbeit und Belüftungsöffnungen sorgen für sehr viel mehr Luftzirkulation, als es eine Membran kann. Die besten Jacken haben Belüftungsöffnungen unter den Armen und an der Brust, die man nach Bedarf per Reißverschluss öffnen kann. Je schneller die Luft ausgewechselt werden kann, desto weniger Feuchtigkeit staut sich, ergo: desto trockener bleibt ihr. Belüftungsöffnungen am Rücken sind mit etwas Vorsicht zu genießen, denn sobald man einen Rucksack trägt, sind sie weitgehend ineffektiv.

Wenn ihr meist Handy und Karte dabeihabt, solltet ihr darauf achten, dass eure neue Jacke große Taschen hat. Uns gefielen vor allem die mit einer Reißverschlusstasche, denn die sorgt dafür, dass man nicht jedes Mal das Telefon in den Matsch schmeißt, wenn man versucht, eine Notfallsüßigkeit rauszufummeln.

Schon klar, wir alle lieben mattschwarz, weil wir damit unsere SWAT-Team-Fantasien besser ausleben können. Wenn ihr eine Jacke kaufen wollt, um auf den Hometrails zu shredden und danach ein paar Bier zu kippen, dann ist jede Farbe gut. Aber falls ihr richtig in die Berge wollt, denkt dran, dass ihr in einer leuchtenden Farbe viel besser gesehen werdet.

Die Gewinner im Test

Als MOUNTAINBIKE-Testsieger geht die C5 Gore-Tex Trail Kapuzenjacke von Gore aus dem Regenjacken-Test hervor. Die Regenjacke konnte mit einer klasse Ausstattung, dem hohen Klimakomfort und dem guten Regenschutz punkten.

Den Kauftipp holt sich die Montane Pac Plus Jacket, die mit höchsten Regenschutz und einer top Verarbeitung das Testeam überzeugte.

Den zweiten Kauftipp sichert sich die Fahrrad Regenjacke MTB All Mountain von Rockrider, die sich im Test als ansprechend ausgestattet und mit einem guten Regenschutz präsentierte. Zudem ist die Regenjacke unschlagbar günstig.

Die getesteten Modelle im Detail

Endura MT500 Waterproof Jacket II

Der Heavy-Duty-Klassiker aus Schottland ist umfangreich ausgestattet und perfekt einstellbar. Toll sind die Ärmel mit Flap und doppeltem Bündchen sowie die gut sitzende Kapuze. Diese kann bei Nichtgebrauch gerafft werden. Nur mäßig dampfdurchlässig, dafür umfangreich belüftbar und somit auch für den Trail-Einsatz gut geeignet. Die Imprägnierung hält vergleichsweise lange durch, die MT500 wirkt wie für die Ewigkeit gemacht.

Fox Defend 3L Water Jacket

Fox schneidert eine robuste 3-Lagen-Jacke mit sportlich-komfortablem Schnitt. Top: Die Ärmel mit Flaps reichen bis auf die Handschuhe, das starre Material schränkt aber die Beweglichkeit etwas ein. Die große Kapuze sitzt ebenfalls straff auf dem Helm, und nur wenn sie gerafft ist, schließt der Kragen sauber ab. Zur mäßigen Atmungsaktivität kommt die wenig haltbare Imprägnierung. Per Zipper unter den Armen lässt sich das Klima etwas verbessern.

Leatt Jacket MTB HydraDri 5.0

Für Regentage im Bikepark ist die Leatt genau richtig: robust und üppig ausgestattet. Diverse Lüftungsoptionen, Tickettasche und magnetisch fixierbare Kapuze machen die eh schon störrische Jacke aber unnötig schwer. Zudem saugt sich das Äußere der 3-Lagen-Jacke schnell mit Wasser voll, eine Naht ließ minimal Wasser eindringen. Die Kapuze ist zu klobig für unter den Helm, reicht aber auch nicht optimal über den Helm. Nichts für Touren-Biker.

Rockrider MTB All Mountain Regenjacke

Für gerade mal 90 Euro bietet Decathlon eine umfangreich ausgestattete Regenjacke mit sportlichem Schnitt. Top sind die langen Ärmel mit Flaps und doppeltem Bündchen. Auch der Sitz am Heck passt. Die Jacke selbst wird schnell schwitzig, da helfen auch die Lüftungsschlitze an Rücken und Unterarmen wenig. Die Kapuze sitzt über dem Helm zu stramm, unter dem Helm hängt der labbrige Schirm ins Gesicht. Ansonsten gute Jacke zum Sparpreis.

Troy Lee Designs Descent Jacket

Einfach ausgestattete Regenjacke mit legerem Schnitt. Wegen der kurzen Ärmel und der straff sitzenden Kapuze (über dem Helm) passt im Zweifel eher die größere Version. Dann reicht auch das Heck über den Hosenbund. Trotz guter Werte bei der Dampfdurchlässigkeit wird die Descent schnell schwitzig - es gibt keine Lüftungsmöglichkeit. Die Kordelzüge sind wenig intuitiv zu bedienen.

Weitere getestete Modelle:

  • Gore C5 Gore-Tex Trail Kapuzenjacke: Umfangreich ausgestattete Regenjacke mit MTB-spezifischem Schnitt zwischen sportlich und bequem.
  • Montane Pac Plus Jacket: Bietet höchsten Regenschutz, eine robuste, perfekt verarbeitete Gore-Tex-Membran und ist nach fertigungs- und textiltechnischen Standards zertifiziert.
  • Norrona bitihorn dri1 Jacket: Zu 50 Prozent aus Recyclingfasern bestehende und sehr sauber verarbeitete Jacke mit geringem Gewicht und platzsparendem Packmaß.
  • Patagonia M's Storm10 Jacket: Lückenlosen Regenschutz bietet die Storm10, und zwar für Biker und Wanderer gleichermaßen.
  • Pearl Izumi Vortex WxB Hooded Jacket: Die Vortex konnte die Testfahrer nicht ausreichend schützen.

Zusammenfassung der Testkriterien

Die getesteten Modelle wurden anhand folgender Kriterien bewertet:

  • Wetterschutz (35%): Wasserdichtigkeit der Membran und Nähte
  • Körperklima (25%): Atmungsaktivität und Belüftungsmöglichkeiten
  • Ausstattung & Funktion (20%): Vorhandensein und Ausführung von Taschen, Ärmelabschlüssen und Kapuze
  • Packmaß & Gewicht (20%): Kompaktheit und Gewicht der Jacke

Die Qual der Wahl: Welche Jacke ist die Richtige?

Was also macht eine perfekte wasserdichte Jacke aus? Es geht immer um die richtige Balance. Realistisch betrachtet wird die Jacke hauptsächlich in eurem Rucksack auf den Moment warten, an dem das Wetter kippt. Deshalb ist wichtig, dass sie wenig wiegt und gut auf ein geringes Packmaß komprimierbar ist. Zudem ist eine gute Jacke eine wirkliche Investition, sie sollte also auch vielseitig einsetzbar sein - stark genug, um winterlichen Unwettern zu trotzen, aber luftig genug, um auch in der wärmeren Jahreszeit funktional zu sein.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0