Um den Fahrradsattel ranken sich die Mythen wie um griechische Gottheiten: Ein weicher Sattel fährt sich komfortabler. Das Loch in der Mitte entlastet den Dammbereich. Legenden, die inzwischen allesamt widerlegt sind oder zumindest nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Fakt ist: Je länger ein Fahrer im Sattel sitzt, desto härter darf der Sattel gepolstert sein.
Die Mythen rund um den Fahrradsattel
Schon nach 30 Minuten sinkt der Körper so tief in ein zu weiches Polster, dass sich der Druck auf die empfindlichen Weichteile und tiefer liegende Muskelschichten unangenehm erhöhen kann. Ein Loch in der Satteldecke kann die sensiblen Nervenbahnen entlasten, klar. Unsere Druckmessungen und eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln zeigen aber, dass an den Rändern der Aussparungen dafür hohe Lastspitzen auftreten können. Im Gelände kann das zu schmerzhaften Tritten in den Genitalbereich führen.
Die Wahrheit ist: Der passende Fahrradsattel ist so individuell wie der persönliche Fingerabdruck. Je sportlicher Sie auf dem Mountainbike sitzen, desto schmaler darf übrigens der Sattel sein.
Bei gestreckter Sitzposition verlagert sich der Druck zunehmend auf die schmaler zulaufenden Schambeinäste. Ist der Sattel dagegen zu breit, rutscht der Fahrer automatisch nach vorne und muss sich aktiv wieder zurück auf die Sitzfläche schieben. Doch auch wenn die Sattelbreite zum Körperbau passt, sind Druckschmerzen und Taubheitsgefühle nicht auszuschließen.
Auf einer stark gewölbten Satteldecke liegen die Sitzhöcker eventuell tiefer als der Dammbereich, und die Nerven werden irritiert. Eine Vertiefung in der Mitte des Sattels entlastet die Nervenbahnen und lässt das Blut besser zirkulieren. Den perfekten Sattel finden Biker aber nach wie vor nur durch eine ausgiebige Probefahrt.
Gerade Frauen klagen häufig über Sitzprobleme auf dem Rad - was nicht selten dazu führt, das Bike bald in die Ecke zu stellen. „Durch die unterschiedliche Beckenanatomie und -breite muss die Abstimmung und Auswahl viel intensiver erfolgen als bei Männersätteln“, erklärt Sabine Spitz, sechsmalige Deutsche Mountainbike-Meisterin, das Problem. Bei einem falschen Fahrradsattel werden Nerven und Blutgefäße im Dammbereich komprimiert oder ganz abgeklemmt.
Unterschiede zwischen Männer- und Frauensätteln
Machen wir uns nichts vor - Frauen sind untenrum anders gebaut als Männer. Darum liegt es auch nahe, dass Frauen andere Anforderungen an einen Fahrradsattel haben, als Männer. In diesem Beitrag erklären wir dir die Unterschiede zwischen einem Mountainbike Sattel für Männer und einem Mountainbike Sattel für Frauen. Das Becken macht den großen Unterschied zwischen Männern und Frauen, wie du hier nachlesen kannst.
Bei Frauen ist das Becken so gebaut, dass sie Kinder gebären können. Daraus resultiert, dass bei Frauen der Schambeinbogen tiefer liegt als bei Männern. Im Idealfall sitzt die Sattelnase bei einem Fahrradsattel für Damen etwas tiefer als der hintere Teil des Sattels. So wird gewährleistet, dass die Sattelnase nicht zu viel Druck auf das Schambein ausübt.
Neben dem Schambeinbogen werden oft auch die Sitzknochen zwischen Männern und Frauen verglichen. Die Sitzknochen-Abstände sind bei Frauen und Männer jedoch relativ ähnlich. Es gibt sowohl Frauen mit einem weiten Sitzknochen-Abstand als auch Männer mit einem schmalen Sitzknochen-Abstand und umgekehrt.
Durch eine Schwangerschaft kann sich bei einer Frau das Becken verändern. Schon öfter haben wir von Frauen gehört, die nach einer Schwangerschaft plötzlich unbequem auf ihrem perfekt ausgemessenen Sattel sitzen, den sie sich vor der Schwangerschaft gekauft haben. Daher ist es zu empfehlen, nach einer Schwangerschaft den Sitzknochenabstand noch einmal zu überprüfen. Das sind Probleme, die nur Frauen auf dem Fahrrad kennen.
Was wichtig ist, dass der Sattel die Sitzknochen stabil unterstützt und man nicht zu tief einsinkt. Ein guter Fahrradsattel für Damen muss nicht weich und möglichst breit sein. Er muss ausreichend hart sein und die perfekte Breite haben.
Viele Hersteller verkaufen spezielle Fahrradsattel für Damen mit einem Loch in der Mitte. Dieses Loch soll den Druck auf den Schambereich / Dammbereich von Frauen mindern, denn wo nichts ist, kann auch nichts drücken. Es gibt eine Studie, die belegt, dass durch ausgeschnittene zu schmale Fahrradsättel den Satteldruck erhöhen. Letztlich musst du aber für dich selbst herausfinden, ob du eine Aussparung im Sattel als angenehm empfindest.
Wie oben schon beschrieben, unterscheiden sich die Sitzknochen von Männern und Frauen kaum. Aus diesem Grund kann mit dem richtigen Sitzknochenabstand auch ein Unisex-Fahrradsattel verwendet werden.
Die Kölner Sportschule hat sogar bei einer Studie rausgefunden, dass der Fahrradsattel nicht an das Geschlecht angepasst werden muss, sondern an die Aktivität und den Sitzknochenabstand. Als Frau findest du also den richtigen Fahrradsattel zum Mountainbiken, in dem du einen MTB Sattel in der richtigen Größe auswählst.
Die richtige Wahl des MTB-Sattels
Gleich vorne weg: DEN perfekten MTB-Sattel gibt es nicht. Bikerinnen und Biker sitzen immer individuell. Darum führt auch nur die Probefahrt ans Ziel. Wir haben Bike-Fitting-Expertin Franziska Schmidt gefragt, wie man den richtigen Sattel ausfindig macht.
Zunächst bilden aber folgende drei Punkte eine generelle Auswahlhilfe bei der Sattelwahl - für beide Geschlechter.
3 entscheidende Punkte, um den perfekten MTB-Sattel zu finden:
- Sitzknochenabstand: Man sitzt auf einem Hocker mit Gel-Folie oder Wellpappe und drückt darin die Sitzhöcker ab. Der gemessene Abstand hilft, die Beckenbreite einzuordnen - das ist aber nur bei aufrechter Sitzposition aussagekräftig. Die Wahl des Sattels nur an diesem Wert festzumachen, greift zu kurz.
- Sitzposition auf dem Mountainbike: Entspannt mit aufrechter Sitzposition oder agressiv-sportliche Vorbeugung wie auf einem Racer? Entsprechend fällt die Wahl beim Sattel aus.
- Polsterhärte des Sattels: Die Härte des Paddings sollte unbedingt den Fahrgewohnheiten angepasst werden. Das heißt: Je länger man im Sattel sitzt, desto härter darf die Polsterung sein. Sitzknochen gewöhnen sich an die Druckbelastung. Ein weicher Sattel, der anfangs bequem scheint, kann sich auf längeren Touren durchsitzen und für Druckschmerzen sorgen.
Die Bike-Fitterin Franziska Schmidt von Gebiomized gibt zu verstehen: "Um den richtigen Sattel zu finden, empfiehlt sich eine Druckmessung auf dem Rad. Dann sieht man die Beckenposition, die belastete Fläche und kann daraus schnell schließen, welche Sattelform am besten zu einem passt. Aus unseren Erfahrungen heraus wissen wir: Viele Frauen kommen mit V-Formen etwas besser klar. Die meisten männlichen Fahrer empfinden eine T-Form mit Cutout als angenehm. Aber das ist natürlich total individuell und kommt auf die Position auf dem Rad an. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass die meisten Frauen eine breitere Sattelmitte benötigen."
Der Sattel muss mindestens so breit sein, dass beide Sitzbeinhöcker komplett auf ihm aufliegen und man nicht an der Kante der Polsterung sitzt. Bei einer sportlicheren Sitzposition und einer guten Beckenkippung ist die Sattelbreite nicht ganz so ausschlaggebend. Auch bei Frauen ist das häufiger der Fall - dazu mehr weiter unten. Hier sollte der Sattel im mittleren Teil etwas breiter ausfallen, um den Schambeinkufen ausreichend Auflagefläche zu bieten.
Bei der Schaumhärte kommt es stark auf das subjektive Empfinden an. Generell lässt sich aber sagen, dass die Knochenstrukturen auf einem weichen Polster mit der Zeit in den Sattel einsinken und es zu Scheuer- und Druckstellen kommen kann. Außerdem kann der Blutfluss im Dammbereich durch ein zu softes Polster abgedrückt werden. Ein zu harter Sattel kann zwar auch Druckschmerzen verursachen. Doch daran kann sich der Körper bei regelmäßiger Belastung gut gewöhnen. Wenn der Sattel optimal eingestellt ist und die Druckverteilung passt, ist es meistens nur eine Frage der Zeit, bis die anfänglichen Schmerzen durch die härtere Oberfläche verschwunden sind.
Ist sie eher aufrecht, und die Sitzbeinhöcker tragen die Hauptlast, kann der Sattel auch härter sein. Wenn das Becken stärker kippt und auch die empfindlicheren Teile Richtung Schambein Kontakt auf dem Sattel haben, ist ein weicheres Modell meistens eine gute Wahl. Gelsättel oder Gelüberzüge kann man für ein Mountainbike nicht wirklich empfehlen. Hier sinkt der Körper zu stark ein und wird instabil.
Sattelformen: T-Form oder V-Form
Grundsätzlich unterscheidet man bei den Sattelformen zwischen T-Form und V-Form. Welche Form besser zum Fahrer passt, hängt von der Beckenposition auf dem Sattel ab. Die T-Form zeichnet sich durch eine etwas schmalere, lange Nase und eine im Verhältnis deutlich breitere Sitzfläche aus. Sie ist die klassische Sattelform, die auch häufig ab Werk auf Rädern verbaut wird und funktioniert besonders bei einer aufrechten Sitzposition, bei der die Sitzbeinhöcker Kontakt zum Sattel haben, oft sehr gut. Außerdem bietet sie etwas mehr Beinfreiheit gerade bei muskulöseren Oberschenkeln.
Wenn das Becken gekippt ist (wie es bei vielen Frauen der Fall ist) und die Schambeinkufen Kontakt zum Sattel haben, empfiehlt sich eine V-Form. Die etwas breitere Sattelnase bietet den Schambeinkufen schon ab dem mittleren Teil deutlich mehr Kontaktfläche.
Sättel mit ebener Sitzfläche bieten dem Fahrer eine gute Stabilität. Eine seitlich abfallende Form kann aber durchaus entlastend sein, weil sie den Druck reduzieren kann. Auch hier kommt es wieder auf das subjektive Gefühl, aber auch auf die Position des Beckens an. Wenn man beim Treten mit dem Oberschenkel an die Sattelkante stößt, kann ein seitlich abfallender Sattel die Lösung sein.
Ein ansteigendes Heck ist besonders für Fahrer und Fahrerinnen geeignet, die hohen Druck im Schambeinbereich verspüren. Liegen die Sitzbeinhöcker auf dem erhöhten Teil des Sattels auf, ist der vordere Teil entlastet. Das ist besonders bei Männern wichtig.
Ein Nachteil der Aussparung kann sein, dass sich der Druck nicht mehr flächig verteilt, sondern auf den relativ schmalen Kanten neben dem Cutout liegt. Daneben gibt es auch Sättel mit "Channel", also einer leichten Vertiefung. Sie hat im Prinzip dieselbe Funktion wie ein Cutout, bietet aber etwas mehr Kontaktfläche und ist in der Regel die sinnvollere Lösung. Komplett geschlossene Sättel können bei einer aufrechten Beckenposition aber ebenso gut funktionieren.
Auch die Sattelnase hat einen Einfluss auf das Sitzfegühl: Eine breite Sattelnase hat den Vorteil, dass man den Sattel an verschiedenen Stellen gut belasten kann. Beim Bergauffahren rutschen viele Fahrer und Fahrerinnen gerne nach vorne. Wenn dort dann etwas mehr Fläche vorhanden ist, sitzt man stabiler und angenehmer. Da der vorderste Teil der Sattelnase meist nicht belastet wird, ist eine lange Sattelnase nicht zwingend nötig, kann aber gerade in technischem Gelände von Vorteil sein.
Materialien und Gewicht des Sattelgestells
Stahl, Titan oder Carbon? Hier kann prozentual gesehen jede Menge Gewicht gespart werden: Während die Gestelle bei preiswerten Sätteln meist aus CrMo-Stahlrohr bestehen und schon mal an die 100 Gramm wiegen, spart man mit einem Carbon-Gestell bis zu 60 Prozent Gewicht. Dünnwandigere Stahlrohre, wie sie hochwertigere Legierungen zulassen, liegen gewichtsmäßig genau dazwischen und ungefähr auf dem Niveau, das mit massiven Titanstreben erreicht werden kann.
Ein Carbon-Gestell hebt den Sattel jedoch auch in eine ganz andere Preisklasse - aber es passt nicht in jede Sattelstütze. Um bruchsicher zu sein, sind Carbon-Streben meistens hochoval. Sie haben Querschnitte von 7 x 9 oder 7 x 10 Millimetern. Auf den meisten hochwertigen Sattelstützen befindet sich an versteckter Stelle ein Hinweis, für welche Art von Gestellen sie geeignet sind.
Individuelle Anpassung und Probefahrten
Unsere Testbriefe zeigen zwar die nutzbare Breite, die Härte der Polsterung und wie gut der Dammbereich beim jeweiligen Modell entlastet wird. Solange der Sattel zur Anatomie und der individuellen Sitzposition der Fahrerin passt, kommen Frauen auch bestens mit Unisex-Sätteln zurecht.
Die Sitzknochen können bei vielen Fahrradhändlern vermessen werden. Alternativ bietet der Ergonomieexperte SQlab auch ein kostenloses Vermessungskit an.
Egal, welcher Sattel - wichtig ist es, ihn ausgiebig zu testen. Jeder Po ist unterschiedlich und in Kombination mit der Sitzposition auch unvergleichbar mit anderen. Viele Händler bieten daher an, dass Fahrradsattel über einen gewissen Zeitraum getestet werden können - ganz ohne Verbindlichkeiten. Frage einfach beim Fahrradhändler deines Vertrauens nach, ob du bei ihm auch einen Sattel austesten kannst.
Empfehlungen und Testberichte
Unsere Testbriefe zeigen zwar die nutzbare Breite, die Härte der Polsterung und wie gut der Dammbereich beim jeweiligen Modell entlastet wird. Solange der Sattel zur Anatomie und der individuellen Sitzposition der Fahrerin passt, kommen Frauen auch bestens mit Unisex-Sätteln zurecht.
Hier sind einige Modelle, die in Tests gut abgeschnitten haben:
MTB-Sättel für Touren-Biker
- Ergon SM Pro Men
- Fabric Scoop Race Shallow
- Fizik Gravita Alpaca X5
- Natural Fit Venec+
- Procraft Tour S
- Pro Turnix Gel
- Selle Italia SLR Boost X-Cross Superflow
- Selle San Marco GND Supercomfort Racing
- SQlab 60X Ergowave Active
- Syncros Tofino R 1.0
MTB-Sättel für Race- und Marathon-Biker
- Fabric ALM Ultimate Shallow
- Fizik Tundra M5 VS
- Merida Expert CC
- Pro Stealth Offroad
- Selle Italia X-LR Kit Carbonio SuperFlow
- Selle San Marco Sella Allroad Openfit CFX
- Selle SMP Drakon
- Specialized Power S-Works
- SQlab 612 Ergowave R
- Syncros Belcarra R 1.0
Testberichte im Detail
Hier sind einige detaillierte Testberichte zu ausgewählten Sätteln:
Ergon SM Pro Men
- Preis: 109,95 Euro
- Gewicht: 255 gr
- Gestell: TiNox
- Verstellbereich: 75 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: S/M; M/L / 126/140 mm
- Ausstattung / Optionen: Zubehöraufnahme / drei Farben und zwei Breiten verfügbar
- Druckverteilung: Der SM Men bringt viel Druck auf die Sitzhöcker und entlastet spürbar den sensiblen Dammbereich. Auch im Anstieg hält sich der Druck im Rahmen.
- Fazit: Der Ergon trifft bei der Polsterung die goldene Mitte und ist so auch auf langen Ausfahrten komfortabel. Die breite und flache Sitzfläche bietet Platz für Positionswechsel, das leicht ansteigende Heck stützt im Uphill.
Fabric Scoop Race Shallow
- Preis: 89,90 Euro
- Gewicht: 255 gr
- Gestell: Titan
- Verstellbereich: 65 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: Flat / Shallow / Radius / 100 / 110 / 123 mm
- Ausstattung / Optionen: Je nach Sitzposition in drei Shapes erhältlich / versch. Gestelle und Farben
- Druckverteilung: Durch die halbrunde Sitzfläche liegt der Druck eher auf den Schambeinästen und passt Fahrern, die empfindlich auf Druck an den Sitzhöckern reagieren.
- Fazit: Die straffe Polsterung des Scoop verlangt nach einem gut eingefahrenen Gesäß. Die leicht geschwungene Form unterstützt Positionswechsel und lässt verschiedene Sitzpositionen zu.
Fizik Gravita Alpaca X5
- Preis: 79 Euro
- Gewicht: 224 gr
- Gestell: Alu
- Verstellbereich: 60 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: 130 / 110 mm
- Ausstattung / Optionen: Carbon-Nylon-Schale; Zubehöraufnahme
- Druckverteilung: Dank flacher Sitzfläche und harter Polsterung lastet viel Druck auf den Sitzknochen. Im Anstieg erhöht sich jedoch der Druck auf den Dammbereich spürbar.
- Fazit: Der Gravita Alpaca ist ein kurzer, schmaler Sattel, der mit seiner flachen Form und dem abgerundeten Design viel Bewegung auf dem Bike zulässt.
Natural Fit Venec+
- Preis: 89,95 Euro
- Gewicht: 291 gr
- Gestell: CrMo
- Verstellbereich: 60 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: Regular / Large / 115 / 120 mm
- Ausstattung / Optionen: Glasfaserschale; Zubehöraufnahme / auch als Damenversion erhältlich
- Druckverteilung: Gute Verteilung um die Sitzknochen herum, ohne allzu hohe Druckspitzen, in aufrechter Haltung wird der Damm noch ausreichend entlastet.
- Fazit: Komfortabel gepolsterter Sattel für Touren-Biker mit eher aufrechter Sitzposition. Auf langen Ausfahrten kann sich die Polsterung etwas durchsitzen.
Procraft Tour S
- Preis: 26,90 Euro
- Gewicht: 304 gr
- Gestell: CrMo
- Verstellbereich: 50 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: 158 mm / 132 mm
- Ausstattung / Optionen: Auch in einer Variante ohne Loch erhältlich
- Druckverteilung: Die dicke Polsterung verteilt den Druck großflächig um die Sitzhöcker herum und verhindert Druckspitzen. Besonders angenehm für Gelegenheitsfahrer.
- Fazit: Der extrem preiswerte Procraft kommt breit und voluminös daher, baut auf der Sattelstütze recht hoch. Die breite, weich gepolsterte Sitzfläche eignet sich gut für eine aufrechte Haltung und für Fahrer, die eher wenig Zeit im Sattel verbringen.
Pro Turnix Gel
- Preis: 94,95 Euro
- Gewicht: 303 gr
- Gestell: Edelstahl
- Verstellbereich: 50 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: 142/152 cm / 116/122 mm
- Ausstattung / Optionen: Glasfaserverstärkte Schale; Zubehörmontageoption / Carbon - Gestell
- Druckverteilung: Durch die Aussparung lastet wenig Druck im Dammbereich, rutscht man im Anstieg weiter nach vorne, kann es an den Rändern zu Druckspitzen kommen.
- Fazit: Wer auf dem Trail richtig Gas geben will, ist mit dem Turnix gut bedient. Die straffe Polsterung sitzt sich auch auf langen Strecken komfortabel.
Selle Italia SLR Boost X-Cross Superflow
- Preis: 224,90 Euro
- Gewicht: 198 gr
- Gestell: Titan
- Verstellbereich: 65 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: 130/145 mm / 115/125 mm
- Ausstattung / Optionen: Faserverstärkte Schale; Stoßdämpfer im Gestell
- Druckverteilung: Beim SLR wandert der Druck stärker Richtung Schambein, das entlastet die Sitzhöcker etwas. Am Rand der extra großen Aussparung deutlich erhöhter Druck.
- Fazit: Durch seinen kurzen, schmalen Schnitt lässt der SLR viel Bewegung auf dem Trail zu. Neben der straffen Polsterung bringen die flexible Sattelschale und ein Dämpfer am Gestell etwas Komfort.
Selle San Marco GND Supercomfort Racing
- Preis: 159 Euro
- Gewicht: 204 gr
- Gestell: Xsilite
- Verstellbereich: 50 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: Narrow / Wide / 124 / 134 mm
- Ausstattung / Optionen: Carbon-verstärkte Schale; Geleinsatz / zahlreiche Ausführungen in dieser Form
- Druckverteilung: Die geschwungene Form verschiebt den Druck eher Richtung Schambein. Gut für unempfindliche Fahrer, die etwas Entlastung für die Sitzknochen suchen.
- Fazit: Mit seiner leicht geschwungenen Form hält der GND den Fahrer stabil in Position und gibt im Anstieg guten Halt. Trotz gelgepolstertem Entlastungssteg und softer, breiter Nase lastet spürbar Druck im Dammbereich.
SQlab 60X Ergowave Active
- Preis: 149,95 Euro
- Gewicht: 268 gr
- Gestell: S-Tube
- Verstellbereich: 60 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: 13 / 14 / 15 / 16 cm / 133 / 143 / 150 / 155 mm
- Ausstattung / Optionen: Kevlar-Flanken; Elastomere in drei unterschiedlichen Härtegraden
- Druckverteilung: Das Stufenkonzept entlastet selbst im Anstieg fast vollständig den Dammbereich und lenkt das Fahrergewicht komplett auf die Sitzbeinhöcker.
- Fazit: Die doppelte Stufe des 60X entlastet nahezu komplett den Dammbereich und gibt dem Fahrer enorm viel Halt im Anstieg.
Syncros Tofino R 1.0
- Preis: 149,95 Euro
- Gewicht: 193 gr
- Gestell: Carbon (7 x 9 mm)
- Verstellbereich: 60 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: 135 mm / 115 mm
- Ausstattung / Optionen: Zubehöraufnahme / auch als Lochsattel und mit versch. Gestellen erhältlich
- Druckverteilung: Die ebene Sitzfläche nimmt sehr viel Druck auf und entlastet die Weichteile spürbar. Erst im steileren Gelände wird etwas Druck am Dammbereich spürbar
- Fazit: Sportlich-straffer und leichter Sattel für Vielfahrer und lange Touren. Die kurze, breite Nase lässt viel Bewegung im Gelände zu und bietet eine gute Auflagefläche im Anstieg.
Fabric ALM Ultimate Shallow
- Preis: 349 Euro
- Gewicht: 146 gr
- Gestell: Carbon (7 x 9 mm)
- Verstellbereich: 70 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: 142 mm / 115 mm
- Ausstattung / Optionen: Carbon-Gestell und -Schale mit leichter Blattfederwirkung
- Druckverteilung: Durch die fehlende Aussparung und die leicht geschwungene Form liegt schon im Flachen spürbar Druck im Dammbereich an.
Fizik Tundra M5 VS
- Preis: 99 Euro
- Gewicht: 239 gr
- Gestell: Alu
- Verstellbereich: 50 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: 126 mm / 110 mm
- Ausstattung / Optionen: Zubehöraufnahme; Kordura-Flanken / auch ohne Vertiefung; mit Carbon-Gestell
- Druckverteilung: Der Tundra verteilt den Druck über eine große Fläche, vermeidet Druckspitzen und entlastet eher die Sitzknochen. Deutlich erhöhter Druck an den Rändern der Vertiefung.
- Fazit: Der Race-Klassiker aus dem Fizik-Sortiment gehört zu den schmalen Sätteln am Markt und bietet weniger sensiblen Fahrern auch auf langen Strecken Komfort.
Merida Expert CC
- Preis: 54,95 Euro
- Gewicht: 228 gr
- Gestell: CrMo
- Verstellbereich: 50 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: 138 mm / 110 mm
- Ausstattung / Optionen: Zubehörhalterung
- Druckverteilung: Bei empfindlichen Sitzhöckern kann der Merida eine gute Wahl sein. Der Druck lastet eher auf den Schambeinästen und im Dammbereich.
- Fazit: Der günstige Merida ist ein Race-Sattel mit klassischer Form - lange, schmale Sattelnase für gute Führung und Beinfreiheit und halbrunder Sitzbereich, der die Last eher auf die Schambeinäste verteilt.
Pro Stealth Offroad
- Preis: 139,95 Euro
- Gewicht: 209 gr
- Gestell: Stahl
- Verstellbereich: 55 mm
- Breiten / Nutzbare Breite: 142/152 mm / 120/130 mm
- Ausstattung / Optionen: Gummierte Flanken; Zubehöraufnahme
- Druckverteilung: Der großflächige Sitzbereich verteilt den Druck auf Sitzknochen und Schambeinäste. An den Rändern des Entlastungskanals entsteht aber deutlicher Druck.
- Fazit: Die kurze, breite Nase des Stealth bietet auch in aggressiver Sitzposition noch ausreichend Auflagefläche. Dabei sorgt die großzügige Aussparung für gute Entlastung.
Checkliste für den Sattelkauf
- Sitzknochenabstand messen: Ermittle deinen Sitzknochenabstand, um die richtige Sattelbreite zu finden.
- Sitzposition berücksichtigen: Wähle einen Sattel, der zu deiner Sitzposition auf dem Mountainbike passt (aufrecht oder sportlich).
- Polsterhärte beachten: Je länger du im Sattel sitzt, desto härter darf die Polsterung sein.
- Sattelform wählen: Entscheide dich zwischen T-Form und V-Form, abhängig von deiner Beckenposition.
- Probefahrt machen: Teste den Sattel ausgiebig, bevor du ihn kaufst.
Indem du diese Tipps befolgst und verschiedene Modelle ausprobierst, kannst du den perfekten MTB-Sattel finden, der dir Komfort und Fahrspaß auf deinen Mountainbike-Touren bietet.
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