Canyon MTB Modelle im Überblick

Das Canyon Grand Canyon Hardtail ist seit Jahrzehnten ein Klassiker und hat den Ruf des perfekten Einsteigerbikes. Aber muss man ein Bike zum Einsteigerbike degradieren, nur weil es unter 2000 € kostet?

Canyon Grand Canyon: Mehr als nur ein Einsteigerbike

Das Canyon Grand Canyon ist kein günstiger Abklatsch eines teuren Racehardtails. Mit 120 mm Federweg an der Gabel, einer Teleskopstütze und ordentlichen Reifen signalisiert es eine hohe Geländebereitschaft. Dieses Bike kann mehr als Schotterwege und ist dabei komfortabler als eine Rundfeile.

Denn sowohl bei der Ausstattung, wie auch beim Einsatzbereich gibt es große Überschneidungen zu den Neuron Tourenfullys von Canyon. Und preislich fängt der vollgefederte Spaß genau da an, wo die Grand Canyon Serie aufhört. Denn das günstigste Neuron Fully kostet 1899 €.

Unser Vergleich zeigt jedoch, dass das Grand Canyon Hardtail bei vergleichbarem Preis leichter und vor allem besser ausgestattet ist. Das Canyon Grand Canyon 9 vereint einen attraktiven Preis mit vielen Ausstattungsfeatures. Die Teleskopstütze, die üppig bestollten Schwalbe-Reifen und die 120er-Gabel erweitern den Einsatzbereich des Bikes, drücken aber auch auf die Waage.

Ausstattung und Verarbeitung

Die Alurohre des Grand Canyon sind ordentlich verarbeitet. Beim Tretlager setzt Canyon bei diesem Modell auf eine Pressfit-Version. Das Tauschen eines solchen Tretlagers ist etwas martialisch. Das schnelle Nachfetten bei Knarzgeräuschen ist nicht möglich.

Die Züge verlaufen ohne Führung durch das Unterrohr und sind mit kleinen Schaumstoffhüllen überzogen. Außerdem befinden sich am Hinterbau kleine Gewindeösen, an denen sich ein Schutzblech oder ein Gepäckträger für die Nutzung im Alltag oder für lange Radreisen montieren lässt.

Alles in allem hinterlässt der Rahmen einen zweckmäßigen Eindruck.

Eine wertige Ausstattung zum guten Preis zu präsentieren, ist ein Steckenpferd von Canyon. Das Vertriebskonzept ohne Zwischenhändler gibt dem Direktversender mehr Spielraum bei der Marge. So vermittelt das Bike nicht nur einen wertigen Eindruck, sondern macht auch langfristig gesehen Spaß.

Denn die Shimano-Bremsen, aber auch die Antriebskomponenten und die Fox-Federgabel lassen sich mit etwas Liebe problemlos über 10 Jahre und mehr nutzen.

Fahreigenschaften und Komfort

Schon beim ersten Aufsitzen wird klar: Das Canyon Grand Canyon ist kein Supersportler. Die ausgewogene Sitzposition ist aufrechter als bei einem Racehardtail. Der Antritt könnte etwas leichtfüßiger sein. Hier spürt man die relativ schweren Reifen dann doch.

Ist das Bike aber einmal beschleunigt, kommt man damit gut voran. In der Abfahrt macht die Kombination aus solider Geometrie, mit tiefem Tretlager, und dem versenkbaren Sattel wirklich Spaß. Die großen 29er Laufräder rollen gut über kleine Unebenheiten. Größere Sprünge quittiert der starre Hinterbau mit einem deutlichen Feedback.

Die 34er Fox Federgabel funktioniert erstaunlich sensibel. In Sachen Ansprechverhalten kann das Rhythm-Modell jederzeit mit den hochwertigsten Gabeln am Markt mithalten. Die Shimano SLX Bremsen haben eine gute Ergonomie und verzögern auch bei schweren Fahrern sehr gut. Das zahlt zusätzlich auf das vertrauenserweckende Gefühl in der Abfahrt ein.

Canyon liefert mit dem Grand Canyon 9 ein Hardtail, das mehr kann, als Einsteiger begeistern. Wer auf ein niedriges Gewicht Wert legt, muss tiefer in die Tasche greifen oder auf Features wie die Teleskopsattelstütze verzichten. Wir würden das aber niemandem raten.

Das Grand Canyon gibt es in 8 Ausstattungsvarianten. Vier davon sind damenspezifische Modelle mit angepasster Geometrie.

Weitere Canyon Modelle im Überblick

Von Enduro bis Gravel :Enduro, Trailbike, Gravel, Rennrad und E-SUV - Canyon hat in fast jeder Disziplin ein spannendes Rad am Start. Wir haben die wichtigsten Modelle gefahren und gründlich getestet - vom Abfahrtswunder Strive CFR bis hin zum Alltags-SUV Pathlite:ON.

Von Enduro über Gravel bis E-SUV: Wir haben elf aktuelle Canyon-Modelle quer durch alle Sparten gescannt und sagen, welches Rad wofür taugt - samt Key-Facts aus unseren Tests und First Rides.

  • Canyon Grand Canyon:ON AL 7:Neuauflage des E-Hardtails: Bosch CX Gen 5 (optional 100 Nm), 600/800 Wh, alltagstaugliche Ausstattung inkl. Ständer und Gepäckträger-Option, Anhängerfreigabe bis 50 kg. Solide Parts, ohne Dropperpost ab Werk; ideal als robustes Pendler-/Touren-Hardtail mit MTB-Wurzeln.
  • Canyon Strive CFR: Enduro mit Köpfchen und fairer Preis-Leistung: 170/160 mm Federweg, Vollcarbon, 29", clevere Shapeshifter-Bedienung an der Remote. Gutmütig, schnell - fällt allerdings groß aus und die Rahmentasche überzeugte in der Befestigung nicht. Ideal für ambitionierte Enduro-Fans, die ein rundes Gesamtpaket suchen.
  • Canyon Spectral AL 6: Alu statt Carbon, Spaß bleibt: moderne, flache Geo; als 29er oder Mullet; drei Ausstattungen ab 2.199-3.999 €. Ausgewogenes Handling, viel Laufruhe und sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis; Dämpfer früher am Limit, etwas Geräuschkulisse bergab. All-Mountain für Trail-Gaudi ohne Budget-Schock.
  • Canyon Neuron CF 8: Vielseitiges 140-mm-Trailbike mit komfortabler Touren-DNA: Vollcarbon, GX Transmission, solide Fahrwerks-Parts - laufruhig, agil und preislich attraktiv. Agil und verspielt, bergauf effizient; in kleinen Größen etwas unausgewogen. Viel Reichweite, starke Ausstattung - und fair bepreist.
  • Canyon Spectral:Onfly: "Natürlichstes" E-Bike? TQ HPR50 (50 Nm), integrierte 360-Wh-Batterie (+ 160 Wh Extender), 160/150 mm, Mullet, K.I.S. ab Werk. Schlanke Optik, lebendiges Fahrgefühl, saubere Verarbeitung; vier Modelle ab 5.599 €. Für alle, die ein leichtes, leises Trail-Lightebike mit reichlich Reserven suchen.
  • Canyon Grail CF SLX 8 Di2: Race-Gravel mit klarer Ansage: weg vom Doppeldecker-Lenker, hin zum integrierten Cockpit mit Gear-Groove; schnell, präzise, eher straff - mit Unterrohr-Staufach und Rennfokus. Für Tempo-Jäger:innen; Komfortfans greifen eher zum Grizl.
  • Canyon Aeroad (4. Gen.): Aero noch smarter: "Pace Bar" mit wechselbaren Drops, bis zu 14 W schneller laut Canyon, 32-mm-Reifenfreiheit, ab 4.199 € (Top-Spec bis 10.499 €). Fährt sportlich-agil und dennoch berechenbar; kleiner Kritikpunkt: Canyon-Flaschenhalter bevorzugen eigene Bidons.
  • Canyon Endurace CF SLX 7 Di2: Komfort-Renner mit Sportsgeist: sehr leichtfüßig am Berg, schnelle Reifen, integrierter Powermeter, Oberrohr-Toolfach (für Ersatzschlauch zu klein). Perfekt für lange Touren mit Ambition - viel Komfort ohne Einschläferung.
  • Canyon Endurace AL 7: Preis-Leistungs-Hit in Alu-Optik fast wie Carbon: 12-fach 105, 11-36, 9,4 kg, komfortstarke Carbon-Stütze, bis 35 mm Reifen. Wartungsfreundliche Außenführung, optisch nicht ganz up to date. Kritik: gering anmutende rechnerische Zuladung, puristisches Display. Trotzdem extrem stimmig - sogar Anhänger bis 50 kg erlaubt.

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