Mulde Radweg Karte: Ihr Guide für unvergessliche Radtouren

Für Radtourer, die ihre Auszeit vom Alltag in einem großartigen Flussgebiet verbringen möchten, bietet sich die Region rund um die Mulde an. So bezeichnet man den Nebenfluss der Elbe, dessen Quellflüsse die Freiberger und die Zwickauer Mulde sind. Beide Zuflüsse werden von schönen Radwegen gesäumt.

Die Zwickauer Mulde: Start in Schöneck

Wenn Sie sich für den Radweg Zwickauer Mulde entscheiden, starten Sie an der Quelle bei Schöneck und lassen sich über etwa 167 Kilometer durch das Flusstal nach Sermuth leiten. Hier bilden Zwickauer und Freiberger Mulde den Hauptfluss, die Vereinte Mulde.

Sehenswürdigkeiten entlang der Zwickauer Mulde

Die Quelle der Roten Mulde am Östlichen Stadtrand von Schöneck ist ein idyllisches Plätzchen und Startpunkt der Radtour. An der Trinkwassertalsperre im Grünbacher Ortsteil Muldenberg werden die Rote Mulde, die Weiße Mulde und der Saubach gestaut. Sie hat rund 100 Jahre auf dem Buckel und wurde aus Bruchsteinen gesetzt. Heute ist sie zur Wasserseite hin mit Beton verstärkt und man kann diese Mauer betreten.

In Morgenröthe-Rautenkranz befindet sich das Raumfahrtmuseum mit vielen interessanten Exponaten, welche dem ersten Deutschen im Weltall zu verdanken sind. Sigmund Jähn flog im August 1978 in der sowjetischen Raumkapsel Sojus 31 zusammen mit einem russischen Kollegen ins All. Desweiteren befindet sich hier ein historischer Hochofen - die Besonderheit: es wurden Glocken aus Eisen gegossen, nicht wie sonst üblich aus Bronze.

Bei Schönheide kann man vom Sattel absteigen und in die Bimmelbahn von Schönheide nach Stützengrün einsteigen. Der 34 m hohe Aussichtsturm „Glück auf“ steht auf dem 600 m hohen Berg „Bühl“ am Rande des Städtchens Eibenstock, inmitten des Nationalparks Erzgebirge/Vogtland, ehemals Miriqidi genannt, dies bedeutet Dunkel oder auch Finsterwald.

Eibenstock hat ein hübsches Rathaus, Museen und viel Sehenswertes zu entdecken so auch eine riesige Zinngraupe auf dem Marktplatz. Besucht werden sollte der Blauenthaler Wasserfall, Sachsens größten Wasserfall, der Eibenstocker Bergbau- und Seifenlehrpfad und das Stickereimuseum.

Durch Bockau führt der ca. 5 km messende Dorferlebnispfad und ein Laborantenlehrpfad - wo viele wissenswerte Dinge über Kräuter-, Heil- und Laborantenpflanzen vermittelt werden. Die Etappe endet in Aue. Die Stadt entstand aus einer Klostergründung um 1173 und gilt somit als eine der ältesten Ansiedelungen in Sachsen. Geprägt ist die Stadt durch den Bergbau. Sehenswert sind die alten Bürgerhäuser und Villen mit Jugendstilelementen, die Klosterkirche, das Herrenhaus Auerhammer.

Der Muldentalbahn-Radweg

Der Muldentalbahn-Radweg verläuft auf der Trasse der ehemaligen Bahnstrecke von Großbothen über Grimma nach Wurzen. Die offizielle Strecke ist ab Grimma beschildert und von dort bis Wurzen asphaltiert. Die Streckenlänge beträgt 18,5 km, davon 13,5 km auf der Bahntrasse. In den offiziellen Beschreibungen ist dieser Radweg eine Variante des Muldental-Radwegs auf dem rechten Muldenufer.

Während die linksseitige Variante zwischen Grimma und Wurzen mit einigen Steigungen ausgestattet ist und auch streckenweise Autoverkehr in Kauf genomen werden muss, gibt es auf der alten Bahntrasse natürlich keine Steigungen und keinen motorisierten Verkehr. Der gesamte Muldentalbahn-Radweg zwischen Grimma und Wurzen ist für Familien mit Kindern und Inliner geeignet (Breite 2,25m).Der Abschnitt Großbothen - Grimma ist ebenfalls mit den Rad befahrbar, allerdings nicht asphaltiert, sondern als Waldweg ausgebaut. Dieser Abschnitt ist etwa weitere 8 km lang und verläuft überwiegend auf der alten Trasse.

Im Verlauf der Strecke gibt es keine großen Kunstbauten wie Viadukte oder Tunnel, aber die großartige Landschaft des Muldentals mit Wäldern und Wiesen machen diesen Radweg zu einem Erlebnis. Die alten Bahnhöfe wurden nicht in den Radweg einbezogen und sind in Privatbesitz. Überhaupt fehlt etwas der Bezug zur alten Bahnstrecke. Verpflegungsmöglichkeiten gibt es in den Ortschaften, an den Sommerwochenenden evtl. auch an der Strecke.

Stationen des Muldentalbahn-Radwegs

Großbothen - Nimbschen - Grimma (unterer Bhf.) - Dorna/Döben - Golzern - Nerchau - Neichen - Nitzschka - Wurzen

Geschichte der Bahnstrecke

Die Bahnstrecke Großbothen - Wurzen wurde im Juni 1877 in Betrieb genommen. Nach Sprengung der Rabensteinbrücke bei Grimma 1945 und Abbau zwischen Großbothen und Grimma (Reparation) 1946 wurde der Betrieb 1967 nochmals wiederaufgenommen, aber Ende Mai 1969 - Januar 1970 abschnittweise endgültig eingestellt.

Wir beginnen unsere Tour am Bahnhof Großbothen - mit dem Regionalzug Leipzig-Dresden erreichbar. Die Bahnhofsgebäude sind in desolatem Zustand. Eine Hinweistafel zum "Muldental-Radwanderweg im Tal der Burgen", immerhin etwas Information in der öden Umgebung. Unsere Spurensuche zur alten Bahnstrecke beginnt auf der südlichen Seite der Bahnstrecke - überall Ruinen und überwucherte Bahngleise. Hier beginnt die Trasse Richtung Grimma. Zunächst nur ein Pfad.........dann ein Weg auf der alten Trasse. Die Trasse nach einem Gewitterschauer. Ein breiter Waldweg bei Schaddel. Vorbei an einem Bahnwärterhäuschen bei km 58,8. Dann geht es durch den Wald. Wir sind auf dem Muldental-Radweg. Vorbei an den Felshängen. Wie ein Spiegel. Ein uralter Baum. Zum Kloster Nimbschen. Kurz vor der Klosterruine, an einem alten Bahnwärterhaus muss die Trasse für ein paar hundert Meter umfahren werden. Hinter den Mauern des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters verbrachte Katharina von Bora, die Ehefrau Martin Luthers, einen Teil ihrer Jugend. Am Hotel Kloster Nimbschen geht es wieder auf die Bahntrasse.

Der Abschnitt bis Grimma ist nicht asphaltiert, der Gewitterregen hat den Radweg in ein Planschbecken verwandelt. Der alte Hektometerstein beweist: wir sind auf der Trasse! Da die Rabensteinbrücke am Ende de 2. Weltkrieges gesprengt wurde, müssen wir die Trasse kurz vor dem Ortseingang von Grimma verlassen und die B107 überqueren. Auf dem Radweg an der Straße kurz bergauf, dann nochmal über die Straße und steil bergab zur Hängebrücke über die Mulde. Das sehenswerte Bauwerk aus dem Jahr 1924 wurde nach der Beschädigung durch das Hochwasser 2002 zum Glück wieder repariert. Blick über die vereinigte Mulde Richtung Grimma. Im Grimmaer Stadtwald treffen wir wieder auf die Strecke der Muldentalbahn. Durch einen Einschnitt geht es am Fluss entlang mit schönem Blick auf die Stadt Grimma, die nach der Flut aufwändig restauriert wurde. Die Zeugen der Bahnlinie sind unübersehbar. Die Pöppelmann-Brücke war im Sommer 2008 noch nicht wieder aufgebaut. Bald soll hier ein Übergang für Radler und Fußgänger wieder möglich werden. Blick über die Mulde von der Pöppelmann-Brücke. Hier beginnt nun der asphaltierte Radweg Richtung Wurzen, zunächst noch neben der Bahntrasse durch die Muldeauen.

Am Dornaer Weg geht es weiter auf dem neuen Radweg. Die Schilder sind teils zugewuchert. Durch die Muldeauen vorbei am Gelände des unteren Bahnhofs verläuft der Radweg neben der Bahntrasse. Der Verlauf der Bahnlinie ist von hieraus noch gut zu erkennen. Durch einen grünen Urwald führt der Radweg. Straßenkreuzung vor Dorna, auch hier schon ohne Pfosten! Einige Hektometersteine wurden restauriert und erinnern an die Eisenbahn. Blick auf die andere Muldenseite auf Bahren. Rastplatz direkt am Fluss. Und wieder durch den Wald und über eine kleine Brücke. Ein kurzer Abschnitt führt direkt an der S11 (Nerchauer/Schmorditzer Str.). Wir nähern uns der Papierfabrik Golzern. Die aufwändige Streckenführung an der Fabrikeinfahrt. Weiter Richtung Nerchau. Die Autobahn A14 muss unterquert werden. Hier verläuft die alte Bahntrasse auf einem Damm. Am Bahnhof Nerchau (Wohnhaus). Hier ist doch noch eine Pfostensperre stehen geblieben. Die üblichen Schmierereien an der alten Lagerhalle auf dem Bahnhofsgelände. Über eine Holzbrücke geht es Richtung Neichen. Rastplatz am Bahnhof Neichen: hier ist der Anschluss an die Mulde-Elbe-Radroute möglich. (Dieser Weg folgt teilweise der ehemaligen Bahnstrecke Neichen-Mügeln-Oschatz.) Am Bahnhof von Neichen.

Schnurgerade durchzieht die Trasse die Landschaft nach Wurzen. Dann folgt ein Einschnitt in den felsigen Boden. Noch einmal geradeaus kaum merklich bergauf.........dann das abrupte Ende des Radweges auf der Bahntrasse. In einer Kurve geht es auf einem asphaltierten Radweg durch die Felder. Schutzhütte am Ende der ausgebauten Trasse. Eine leichte Kuppe muss noch überwunden werden, dann erreichen wir Dehnitz bei Wurzen. Ende des Muldentalbahn-Radwegs. Weiter geht es auf dem Muldental-Radweg! Der Grund für das abrupte Ende des Bahntrassenausbaus ist wohl das Naturschutzgebiet Wachtelberg-Mühlbachtal.

Der Mulderadweg: Entlang der Vereinten Mulde

Den Mulderadweg oder früher Muldental-Radweg gibt es sowohl an der Zwickauer Mulde als auch an der Freiberger Mulde. Nach dem Zusammenfluss der beiden Muldenarme begleitet der Radweg die Vereinigte Mulde bis zu ihrer Mündung in die Elbe und verbindet die Städte Döbeln, Leisnig, Grimma, Wurzen, Eilenburg, Bad Düben und Dessau. Bei Bitterfeld kann man einen Abstecher zur Goitzsche zu machen. Im Weiteren führt der Mulde-Radweg noch am Irrgarten Altjessnitz vorbei, der Bestandteil der Gartenträume Sachsen-Anhalt ist. Die Stadt Dessau mit dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich bietet einen würdigen Schlusspunkt der Radtour. Am Radwegende in Dessau bieten Elberadweg und Europaradweg R1 Anschlussmöglichkeiten.

Die Freiberger Mulde

Die Freiberger Mulde entspringt in Tschechien oberhalb von Moldava und erreicht bereits nach etwa 5 km Deutschland. Sie fließt durch das Erzgebirge, durch die Bergstadt Freiberg, durch Nossen, Rosswein, Döbeln und Leisnig. Bei Töpeln nimmt sie die Zschopau auf. Andere wichtige Nebenflüsse sind Bobritzsch, Gimmlitz und Striegis.

Landschaft und Natur entlang der Mulde

Die Zwickauer Mulde fließt durch waldreiche und hügelige Landschaft und teilt sich im Oberlauf das enge Tal mit einer Straße und der Bahnlinie. Im flachen Land haben sich typische Auenlandschaften und Feuchtgebiete mit einzigartiger Flora und Fauna erhalten. Die Städte und Dörfer entlang des Flusslaufes geben Einblick in die eindrucksvolle Geschichte der Kulturlandschaft Sachsens.

Die Vereinte Mulde durchfließt Grimma und Trebsen, danach bis Dehnitz in einem sehr engen Tal. Dann öffnet sich das Tal und die Mulde fließt in der Muldenaue, die durch Flussablagerungen entstand. Der Fluss ändert in der Aue ständig seinen Lauf. So sind auch noch Altarme der Mulde vorhanden. In der Muldenaue befinden sich viele Auwälder (z.B. Planitzwald) und Auwaldreste. Besonders typisch für Aulandschaften sind alte knorrige Eichen. Für den Lebensraum der Aue ist wichtig, dass tote Bäume an ihrem Standort belassen werden. Die Mulde fließt durch durch Wurzen, Eilenburg und Bad Düben. Dahinter speist sie bei Bitterfeld den Muldestausee, der durch Flutung eines ehemaligen Braunkohlerestloches 1976/77 entstanden ist.

Nützliche Informationen für Ihre Radtour

Die Wege und Straßen werden in Haupt-, Neben- und Sonstige Radrouten unterteilt, und dann weiter Radwegen und Radrouten zugewiesen und je nach Belag unterschiedlich dargestellt (aspahltiert, nicht asphaltiert, schlecht befahrbar, straßenbegleitend / Radfahrstreifen, verkehrsreich, Kopfsteinpflaster, Einbahnführung, Tunnel, Mountainbikerouten). Steigungen werden in 2 Kategorien, leich bis mittel und starke Steigung eingeteilt, Entfernungen zwischen verschienden Punkten werden angegeben. Werkstätten und Fahrradvermietungen, sowie Infotafeln und E-Bike-Ladestationen werden verzeichnet.

Tourismusverbände und Tourist-Informationen:

  • Tourismusverband WestSachsen/Zwickau e.V., Herschelstr.
  • Regionalmarketing und Tourismusverein Chemnitzer Land e.V.
  • Tourist-Information Eilenburg, Rinckartstr.

Die Muldenschifffahrt Grimma verkehrt vom März-Oktober zwischen der Hängebrücke Grimma und der Schiffsmühle Höfgen. Mondschein-, Sonder- und Hochwasserfahrten auf Anfrage.

Radwanderführer und Radtourenkarten

Es sind mehrere Radtourenbücher als auch Radtourenkarten über den Mulderadweg erschienen.

Bikeline Radtourenbücher

Die Radwanderbücher von Bikeline sind eine Kombination aus Tourenbeschreibung und Kartenmaterial in ordentlichen Maßstäben. Jede Seite dieser Fahrradführer ist laminiert und somit auch bei Regen benutzbar. Für viele Fernradwege wie z.B. Via Claudia Augusta, Via Rhona, den Loire Radweg oder den Eurovelo 6 sind die Bikeline-Bücher der perfekte Begleiter. Ein Höhenprofil für den gesamten Radweg findet man am Anfang des Buches und genauere Höhenprofile nochmal zu jeder Etappe.

Das aktuelle bikeline Radtourenbuch "Mulde-Radweg" beschreibt auf 140 Seiten alle drei Muldearme und bietet neben den präzisen Karten auch Ortspläne, Hinweise auf kulturelle und touristische Angebote und ein umfangreiches Übernachtungsverzeichnis. (ISBN: 978-3-7111-0008-5) Alle bikeline Radtourenbücher sind wetter- und reißfest und haben eine Spiralbindung.

Auch im bikeline Radtourenbuch "Radfernwege Deutschland" ist der Mulderadweg vertreten. Das Werk ist für die Reiseplanung ideal: Es bietet eine Auswahl aus den 149 schönsten Radrouten in Deutschland, genaue Beschreibungen der Strecken, einen Überblick über die Highlights entlang der Wege und Tipps für die Tourenvorbereitung. (ISBN: 978-3-85000-952-2)

Dr. Barthel Verlag Radwanderkarten

Im Dr. Barthel Verlag sind zwei Radwanderkarten erschienen, sowohl zur Freiberger (ISBN: 978-3-89591-157-6), als auch zur Zwickauer Mulde (ISBN: 978-3-89591-158-3). Die Karten sind wetter- und reißfest und verfügen über eine praktische Zick-Zack-Faltung.

Weitere Empfehlungen

Der Bielefelder Verlag hat in der 3. Auflage seines Buches "Die 30 schönsten Flussradwege in Deutschland" dem Mulderadweg einen sechsseitigen Abschnitt von Zwickau bis Dessau gewidmet. (ISBN: 978-3-87073-698-9)

Die "Kompass" Fahrrad-Tourenkarte widmet sich ebenfalls dem Mulderadweg in seinem ganzen Umfang.

Die perfekte, reiß- und wasserfesten Radkarte für Tagesausflug und Wochenendtour im Maßstab 1:75.000. Diese leicht lesbare ADFC-Regionalkarte: enthält alle Radfernwegen einer Region.

Die Radwege sind wie folgt eingeteilt:

  • Befestigte Oberfläche: Beschilderte Radroute, Nicht beschilderte Radroute, Radroute auf ruhiger Straße, Radroute auf ehemaliger Bahntrasse, Radroute auf mäßig befahrener Strecke, Straßenbegleitender Radweg, Unvermeidbare Lückenergänzung.
  • Unbefestigte Wege: Gut befahrbare Feld- Waldwege, Schlechte Oberfläche (Kopfsteinpflaster, unbefestigter Weg, teilweise schieben).

Straßennamen erleichtern die Orientierung. Jede Karte enthält Angaben zu Verkehrsbelastung und Oberflächenbeschaffenheit sowie vielfache Geländeinformationen: Steigungspfeile, Höhenlinien, Höhenzahlen und Schummerung. Mit dabei sind auch spezielle Vorschlägen für die schönsten Tagestouren und umfangreiche fahrradtouristische Informationen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0