Der Mulderadweg: Ein Erlebnis für Radfahrer

Viele Radfans schwärmen vom „Mulderadweg“, denn er bietet eindrucksvolle Facetten, da er drei Teilstrecken bereithält: Die „Vereinigte Mulde“, die „Zwickauer Mulde“ und die „Freiberger Mulde“. Große Teile Sachsens und Teile des Erzgebirges bilden das Einzugsgebiet des Elbenebenflusses und versprechen Naturimpressionen, Sehenswertes und unvergessliche Highlights. Für Radtourer, die ihre Auszeit vom Alltag in einem großartigen Flussgebiet verbringen möchten, bietet sich die Region rund um die Mulde an.

Die drei Abschnitte des Mulderadwegs

Der Mulderadweg kann in 3 Abschnitte unterteilt werden, die Zwickauer Mulde, die Freiberger Mulde und die vereinigte Mulde. Der Mulderadweg ist daher in drei Abschnitte unterteilt:

  • Freiberger Mulderadweg: ca. 120 km Länge von Moldava nach Sermuth
  • Zwickauer Mulderadweg: ca. 156 km Länge von Schöneck bis Sermuth
  • Vereinigte Mulde-Radweg: ca. 123 km Länger von Sermuth bis Dessau

Startvarianten und Streckenverlauf

Für den Mulde Radweg gibt es zwei Startvarianten, entweder in Rechenberg-Bienenmühle und dann an der Freiberger Mulde entlang, oder in Schöneck von wo der Radweg der Zwickauer Mulde folgt. Start: Schöneck/Vogtl. Die Passage „Freiberger Mulde“ beginnt in Moldava, dem Mulde-Quellort. Auf der Route „Zwickauer Mulde“ starten die Radtourer in Schöneck und treffen nach etwa 170 Kilometern in Sermuth ein. Beide Flüsse fließen in der Nähe von Sermuth zusammen von wo der Radweg die vereinigte Mulde begleitet. Bei Dessau mündet die Mulde schließlich in die Elbe. Hier endet auch der Mulde Radweg.

Die Zwickauer Mulde

Wenn Sie in Schöneck im Voigtland starten folgt der Radweg zunächst der Zwickauer Mulde. Am Oberlauf teilt sich der Fluss das enge Tal mit einer Straße und einer Bahnlinie. Es geht kurvenreich durch die Waldreiche und hügelige Landschaft. Später wenn das Land flacher und das Tal breiter wird, geht es häufig durch typische Auenlandschaften und Feuchtgebiete mit einer faszinierenden Flora und Fauna. Die Zwickauer Mulde fließt durch waldreiche und hügelige Landschaft und teilt sich im Oberlauf das enge Tal mit einer Straße und der Bahnlinie. Im flachen Land haben sich typische Auenlandschaften und Feuchtgebiete mit einzigartiger Flora und Fauna erhalten. Die Städte und Dörfer entlang des Flusslaufes geben Einblick in die eindrucksvolle Geschichte der Kulturlandschaft Sachsens.

Die Freiberger Mulde

Die Freiberger Mulde entspringt in der Nähe von Moldava in Tschechien. Die Freiberger Mulde entspringt in Tschechien oberhalb von Moldava und erreicht bereits nach etwa 5 km Deutschland. Sie fließt durch das Erzgebirge, durch die Bergstadt Freiberg, durch Nossen, Rosswein, Döbeln und Leisnig. Bei Töpeln nimmt sie die Zschopau auf. Andere wichtige Nebenflüsse sind Bobritzsch, Gimmlitz und Striegis. Der eigentliche Mulderadweg beginnt allerdings erst in Rechenberg-Bienenmühle. Auch an dieser Radroute gibt es Burgen und Schlösser. Der Radweg führt ebenfalls über Wald- und Feldwege sowie wenig befahrene Straßen. Die hügelige Landschaft sorgt dafür, dass einige Steigungen zu überwinden sind. Ebenso wie bei der anderen Variante, fehlt auch hier zu Beginn die Ausschilderung. Mit einer guten Radwanderkarte, wie sie im Bereich „Literatur“ empfohlen werden ist die Navigation aber kein Problem.

Die Vereinigte Mulde

In der Nähe von Sermuth vereinigt sich der Mulderaweg. Nach dem Zusammenfluss der beiden Muldenarme begleitet der Radweg die Vereinigte Mulde bis zu ihrer Mündung in die Elbe und verbindet die Städte Döbeln, Leisnig, Grimma, Wurzen, Eilenburg, Bad Düben und Dessau. In dem nun sehr ebeneren Gelände geht es über Grimma, Wurzen und Bitterfeld durch die Dübener Heide bis nach Dessau zur Mündung in die Elbe. Die Vereinte Mulde durchfließt Grimma und Trebsen, danach bis Dehnitz in einem sehr engen Tal. Dann öffnet sich das Tal und die Mulde fließt in der Muldenaue, die durch Flussablagerungen entstand. Der Fluss ändert in der Aue ständig seinen Lauf. So sind auch noch Altarme der Mulde vorhanden. In der Muldenaue befinden sich viele Auwälder (z.B. Planitzwald) und Auwaldreste. Besonders typisch für Aulandschaften sind alte knorrige Eichen. Für den Lebensraum der Aue ist wichtig, dass tote Bäume an ihrem Standort belassen werden. Die Mulde fließt durch durch Wurzen, Eilenburg und Bad Düben. Dahinter speist sie bei Bitterfeld den Muldestausee, der durch Flutung eines ehemaligen Braunkohlerestloches 1976/77 entstanden ist.

Sehenswürdigkeiten entlang des Mulderadwegs

Der Radweg ist gesäumt von einigen Burgen, Schlösser und Museen welche zum Besuch einladen. Entlang eines Flussradweges sind Brücken sicherlich keine Besonderheit, jedoch gibt es einige sehr sehenswerte, die über die Mulde führen. Allen voran: der Göhrener Viadukt. Die Eisenbahnbrücke ist die drittgrößte Brücke in Sachsen und wurde 1871 eröffnet. Noch heute fahren Züge der Leipzig- Chemnitz Linie über dieses einmalige Viadukt, das in den 1980ern von 512 auf 381 m Länge verkürzt wurde.

Einige der Highlights entlang des Mulderadwegs sind:

  • Schöneck: Startpunkt der Radtour an der Quelle der Roten Mulde.
  • Muldenberg: Trinkwassertalsperre mit fast 100-jähriger Geschichte.
  • Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum und historischer Hochofen.
  • Schönheide: Möglichkeit zur Fahrt mit der Bimmelbahn.
  • Eibenstock: Aussichtsturm „Glück auf“, Rathaus, Museen und Zinngraupe.
  • Bockau: Dorferlebnispfad und Laborantenlehrpfad.
  • Aue: Alte Bürgerhäuser und Villen mit Jugendstilelementen, Klosterkirche, Herrenhaus Auerhammer.
  • Bitterfeld: Abstecher zur Goitzsche.
  • Dessau: Die Stadt Dessau mit dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich bietet einen würdigen Schlusspunkt der Radtour. Am Radwegende in Dessau bieten Elberadweg und Europaradweg R1 Anschlussmöglichkeiten.

Bei Bitterfeld kann man einen Abstecher zur Goitzsche zu machen. Im Weiteren führt der Mulde-Radweg noch am Irrgarten Altjessnitz vorbei, der Bestandteil der Gartenträume Sachsen-Anhalt ist. Die Stadt Dessau mit dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich bietet einen würdigen Schlusspunkt der Radtour. Am Radwegende in Dessau bieten Elberadweg und Europaradweg R1 Anschlussmöglichkeiten.

Hinweise zur Streckenbeschaffenheit

Da der Radweg besonders bis zum Zusammenfluss durch hügeliges Gelände führt ist er eine Herausforderung und nicht unbedingt für Familien und Einsteiger geeignet. Er startet jeweils in einer Höhe von 600 bzw. 800 m und geht bis auf ca. 150m Höhe beim Zusammenfluss runter. Zudem handelt es sich nicht um einen eigenen künstlich angelegten Radweg. Der Radweg führt zunächst über Wald- und Forstwege bzw. wenig befahrene Straßen, eine Ausschilderung fehlt allerdings zu Beginn. Die Landschaft entschädigt aber für vieles. Ab dem Zusammenfluss geht es bis zur Mündung durch flaches Gelände.

Die Wegqualität des Mulderadwegs ist ganz unterschiedlich. Neben asphaltierten Radwegen gibt es auch unbefestigte Schotterwege und Waldpfade, sodass sich ein tourentaugliches Fahrrad mit leicht profilierten, etwas breiteren Reifen am besten für die Radtour eignet. Auf dem gesamten Radweg gibt es Hinweisschilder und das kleine Mulderadweg-Logo weist den Weg. Dennoch ist es sinnvoll für die Navigation auf zusätzliche Karten in digitaler oder Papierform zurückzugreifen, um sicher auf dem Weg zu bleiben.

Praktische Informationen für die Planung

Das Angebot an Campingplätzen ist ok, aber Du musst bei der Etappenplanung schauen, dass Du gute Einteilung hinbekommst. Da es sich beim Mulderadweg nicht um einen Rundkurs handelt, empfiehlt sich die Anreise mit der Bahn. Wer die Fahrradtour in Schöneck startet, erreicht dieses von Leipzig aus in ca. 2 Stunden. Von Leipzig nach Rechenberg benötigt man mit dem Zug ca. Der Zielort Dessau ist sehr gut an das Schienennetz angebunden, Berlin ist z.B.

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