Kletterhelme sind essenziell für Sicherheit und Komfort beim Klettern. In diesem Artikel werden verschiedene Modelle hinsichtlich ihrer Konstruktion, Schlagschutz, Umfangverstellung und Anpassung getestet. Dabei wird auch auf Gewicht, Belüftung und den Tragekomfort geachtet.
Kletterhelm-Typen und ihre Einsatzbereiche
Beim Aufbau von Kletterhelmen gibt es unterschiedliche Bauweisen. Hauptsächlich wird zwischen der In-Mold-Bauweise und der Hartschale unterschieden.
- In-Mold-Bauweise: Hier wird eine dünne Schale (meist aus Polycarbonat) geformt, in die ein Hartschaum (EPS- oder EPP-Schaum) eingeschweißt wird. Helme, die mittels In-Mold-Bauweise konstruiert sind, sind langlebiger und bleiben vergleichsweise leicht.
- Hartschalenhelme: Diese zeichnen sich durch eine dickere und extra robuste Schale aus einem stabilen Kunststoff aus. Entgegen der In-Mold-Bauweise dämpft nicht ein aufgeschäumter Kunststoff die mechanische Einwirkung ab, sondern eine Bänderkonstruktion im Helminneren.
- Hybridhelme: Sie sind In-Mold-Helmen nicht unähnlich, nur dass die Hartschale hier einen kleinen Teil des verwendeten Schaums abdeckt. Hybridhelme sind extrem leicht, ohne dabei auf das nötige Maß an Robustheit zu verzichten.
Einsatzbereiche der Kletterhelme
- Sportklettern: Beim Sportklettern ist niedriges Gewicht der Schlüssel zum Erfolg. Deswegen wird hier ein In-Mold-Modell empfohlen.
- Klettersteig: Bei der Nutzung eines Klettersteigs besteht erhöhte Steinschlaggefahr durch den Klettersteiger vor Dir, was für einen Hartschalenhelm spricht. Besteht in dem Gebiet, in dem Du kletterst, erhöhte Ausrutschgefahr, ist ein Hybridhelm lohnenswerter, da er einen besseren Anprallschutz bietet.
- Eisklettern/Hochtouren: Bei Hochtouren oder beim Eisklettern ist davon auszugehen, dass weniger Seilschaften vor einem sind als beim Klettersteig. Dennoch kann es zu Eis- oder Steinschlägen kommen und deshalb ist Dir in diesem Fall ein Hybridmodell zu empfehlen.
- Alpinklettern: Auch hier können durch Tiere oder Vorsteiger Steinschläge ausgelöst werden und deswegen ist der Hybrid-Kletterhelm für dieses Vorhaben ebenfalls die beste Wahl.
- Multisport: Willst Du Deinen Helm nicht nur zum Klettern tragen, sondern beispielsweise auch zum Fahrrad- oder Skifahren? Dann solltest Du darauf achten, dass der Helm auch entsprechend zertifiziert, also für beide Sportarten wirklich geeignet ist. Denn verschiedene Sportarten stellen unterschiedliche Anforderungen an den Helm.
Testkriterien für Kletterhelme
Kletterhelme gelten als persönliche Schutzausrüstung (PSA) und unterliegen einer strengen Zertifizierung nach EN 12492. Nur nach dieser Norm getestete Helme sollte man fürs Klettern und Bergsteigen nutzen. Ein Radhelm z. B. hat Belüftungsöffnungen, die auch oben auf dem Scheitel sitzen und so den Kopf nicht ausreichend vor Steinschlag schützen.
Neben der Standardsicherheit gibt es noch weitere Beurteilungskriterien:
- Passform: Ein Helm, der wackelt oder herumrutscht, ist nicht der Richtige.
- Gewicht: Bei reinen Kletterhelmen sind 360-380 Gramm oberstes Maximum.
- Robustheit: Wie empfindlich ist der Helm auf Transport, Kratzer und Gebrauch?
- Einstellbarkeit: Wie gut lässt sich der Helm einstellen und fixieren?
- Optik: Wie ist der Helm geschnitten? Wie sitzt er auf dem Kopf?
- Belüftung: An heißen Tagen ist ein funktionierendes Belüftungssystem essentiell.
- Stirnlampenhalterung: Ist die Halterung praktisch und durchdacht?
- Preis: Ein vernünftiger Preis ist wichtig.
- Kundenbewertungen: Was sagen die Kunden zu den Helmen?
Ausgewählte Kletterhelm-Modelle im Test
Hier sind einige Kletterhelme, die im Test gut abgeschnitten haben:
- Mammut Wall Rider: Mit gerade einmal 195 Gramm gehört der Mammut Wall Rider zu den leichtesten Kletterhelmen im Test. Der Helm verzichtet auf jeglichen Schnickschnack und reduziert so sein Gewicht.
- Black Diamond Capitan MIPS: Der Black Diamond Capitan MIPS besitzt als einziger Helm in unserem Test das MIPS-Schutzsystem, das Rotationsenergie aufnimmt und somit das Gehirn schützt.
- Camp Ikon: Tragekomfort, Einfachheit in der Bedienung, exzellenter Sitz und eine wirklich gute Belüftung machen aus diesem Kletterhelm den Komfort-Tipp.
- Camp Storm: Der Camp Storm ist ausgesprochen komfortabel, exzellent belüftet und sitzt stabil.
- Edelrid Salathe Lite: Der Edelrid Salathe Lite ist der leichteste Kletterhelm im Test und damit die Top-Empfehlung für alle, die sehr gewichtsbewusst am Fels unterwegs sind.
Detaillierte Testberichte
Black Diamond Vapor
Der Black Diamond Vapor 2023 ist die Weiterentwicklung des gleichnamigen Vorgängers. Der Helm verspricht, leichter, atmungsaktiver und komfortabler zu sein als das Vorgänger-Modell.
Technische Daten:
- Gewicht: 170 g (Größe S/M)
- Sonstiges: 18 Lufteinlässe
- Hochfeste XPS-Schale aus expandiertem Polystyrol
- Zentraler Schutz aus Polycarbonat und Aluula-Folie
- Verstellsystem um den Kopf herum, basierend auf einem leichten und weichen Gurtband
- Erhältlich in drei Farben
Der Helm wurde beim Eisklettern, auf Felsrouten und in Klettergärten getestet. Das hintere Verstellsystem mit dem Zuggurt ist sehr komfortabel und stabil. Die einzelnen Lamellen sind dafür aber größer geworden.
Petzl Meteor
Petzl präsentiert mit dem Meteor einen Helm speziell zum Klettern, Bergsteigen und Skitourengehen. Der Bergsportausrüster Bergzeit hat mal wieder eine Anfrage mit einem Testprodukt an mich gerichtet: Ob ich nicht Lust habe, mir den Bergsteigerhelm Meteor des französischen Herstellers Petzl genau anzuschauen und ausgiebig zu testen. Natürlich hab‘ ich das!
Der Helm besitzt die CE-Norm EN 12492 „Bergsteigerhelm“. Die Norm umfasst auch das Skibergsteigen, nicht aber das alpine Skifahren. Ebenso ist er nicht als Fahrradhelm zertifiziert.
Mammut Wall Rider
Mit gerade einmal 195 Gramm bietet er dennoch ausreichend Schutz und Komfort. Das Gewicht spart er besonders durch die lediglich auf der Kopfoberseite verlaufende Plastikschale. Die Plastikschale befindet sich dabei jedoch genau da, wo sie gebraucht wird.
Black Diamond Capitan MIPS
Der Helm besitzt auch einen hervorragenden Komfort. Ist er zwar für einen In-Mold-Helm relativ schwer (auch durch das MIPS) wird das Gewicht gut durch innen liegende Polsterungen auf den Kopf verteilt und fällt so kaum auf.
Empfehlungen
Je nachdem welche Tour beziehungsweise Route Du wählst, können auch ortsspezifische Besonderheiten auftreten. Du solltest Dich vorher also gut über die Gefahren am entsprechenden Berg informieren und dann Deine Entscheidung treffen.
| Helmtyp | Empfohlene Verwendung |
|---|---|
| In-Mold Helm | Sportklettern |
| Hartschalenhelm | Klettersteig (bei Steinschlaggefahr) |
| Hybridhelm | Klettersteig (bei Ausrutschgefahr), Eisklettern/Hochtouren, Alpinklettern |
| Multisporthelm | Klettern, Radfahren, Skifahren (bei entsprechender Zertifizierung) |
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