Nackenschutz für Radfahrer im Test: Sicherheit und Komfort im Fokus

Safety first! Das ist spätestens nach dem ersten Sturz mit dem MTB für jedermann klar. Allerdings sollte es erst gar nicht dazu kommen, ohne Protektoren die immer mehr werdenden Flowtrails und Bikeparks zu befahren. Im Bikepark gelten Torso-Protektoren seit jeher als unverzichtbar, schützen sie doch die knöcherne Mitte des Körpers und das im Wirbelkanal liegende lebenswichtige Rückenmark.

Die Bedeutung des Nackenschutzes

Ein Neck Brace sollte immer dann getragen werden, wenn es das Risiko einer Verletzung des Nackens oder der Wirbelsäule gibt, insbesondere bei Sportarten mit hohen Geschwindigkeiten oder extremen Bedingungen wie Downhill, Mountainbiking oder Motocross. Das Neck Brace wird häufig im Downhill, Mountainbike und Motocross Bereich eingesetzt. Bei jedem Sport, bei dem das Risiko besteht, dass der Kopf und der Nacken plötzlichen und starken Kräften ausgesetzt werden, z.B. Es kann als Ring um den Hals getragen werden und durch die Erhöhungen vorne, hinten und an den Seiten verhindern, dass der Kopf plötzlich abknickt.

Sogenannte „Soll-Bruch-Stellen“ und Verformungszonen sorgen außerdem dafür, dass der Helm bzw. das Neck Brace die Energie im Falle eines Sturzes auf andere Bereiche des Körpers umleitet, genauer gesagt auf die Schulterblätter. Das ist äußerst wichtig, da das Genick des Menschen eine der verletzlichsten Zonen des Körpers ist.

Arten von Nackenschutz

Im Bereich des Sports gibt es im Wesentlichen zwei verschiedene Arten von Nackenschutz:

  • Neck Collar: Der Neck Collar, was übersetzt so viel wie „Halskragen“ bedeutet, besteht aus einem weichen Material, meistens Schaumstoff. Er kann dabei helfen, das Umknicken des Nackens im geringen Maße zu kontrollieren und die Energie zu absorbieren. Der Collar Schutz ist die „Low-Budget“-Variante unter den Nackenprotektoren.
  • Neck Brace: Das Neck Brace hingegen ist steif und sehr stabil. Es leitet die Energie im Falle eines Sturzes auf andere Körperregionen um und beugt schweren Nackenverletzungen vor, die eventuell Lähmungen hervorrufen oder im schlimmsten Fall zum Tod führen können. Aus diesen Gründen empfehlen wir klar das Neck Brace.

Neck Brace im Detail

Ein Neck Brace muss eng am Körper anliegen, um eine optimale Schutzwirkung zu gewährleisten. Der richtige Sitz des Neck Braces ist entscheidend für seine Schutzwirkung und sollte daher sorgfältig eingestellt werden. Nicht nur bei Motocrossern sondern auch in Bikeparks zum Downhillfahren, in Endurorennen oder bei Dirtjumpern. Neck Braces sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil zum Biken.

Downhill Neck Braces sind normalerweise aus leichtem Material hergestellt und bieten einen guten Schutz gegen das Umknicken des Halses. Mountainbike Neck Braces bieten ähnliche Eigenschaften wie Downhill Neck Braces, sind jedoch oft etwas schwerer und steifer, um den zusätzlichen Belastungen beim Mountainbiking standhalten zu können. Motocross Neck Braces sind normalerweise die schwersten und steifsten der drei Arten von Neck Braces, da sie für den Schutz des Fahrers bei hohen Geschwindigkeiten und schweren Stürzen ausgelegt sind.

Die Leatt Airflex Protektorenjacke und der Leatt Neck Brace 5.5

Die Kombination aus LEATT Airflex Protektorenjacke und LEATT Neck Brace 5.5 eignet sich perfekt, da sie unkompliziert anzupassen und zu tragen, nicht störend und leicht sind. Viele Downhill- und Motocross-Fahrer tragen bereits ein Neck Brace, da es schwerwiegende Nackenverletzungen vorbeugt und unter Umständen Leben retten kann.

Die Protektorenjacke besteht aus zwei Teilen: einer Fullzip-Jacke aus leichtem, top belüftetem Mesh-Material mit integrierten Schulter- und Ellenbogenprotektoren. Diese sind herausnehmbar und die Jacke somit sehr unkompliziert auch waschbar. Der zweite Teil der Protektorenjacke besteht aus einem Brust- und Rückenprotektor, den man zusammen mit der Jacke unter, oder wenn man es lieber mag, auch über dem Jersey tragen kann. Die Airflex Protektorenjacke funktioniert in beiden Varianten.

Der Rückenprotektor ist etwas länger nach unten gezogen und bietet somit optimalen Schutz mit integrierter Belüftung. Der Brustschutz ist ebenfalls clever belüftet und so konzipiert, dass er bei der weiblichen Anatomie perfekt sitzt. Seitlich lässt er sich direkt unter dem Arm mit Hakenverschlüssen und unter der Brust durch Klettverschlüsse individuell anpassen.

Der Nackenschutz LEATT Neck Brace 5.5 ist die perfekte Ergänzung und komplettiert den optimalen Schutz. Das Prinzip der LEATT-Neck Braces ist seit vielen Jahren dasselbe und wurde bis zur Perfektion weiterentwickelt. Bei heftigen Stürzen auf den Kopf berührt der Fullface-Helm den Brace, wird in seiner Bewegung abgebremst und verhindert so ein Überstrecken. Die Kräfte des Sturzes sollen möglichst großflächig auf den Oberkörper verteilt werden, anstatt auf die kleineren Nackenknochen einzuwirken.

Er lässt sich durch kleine Schlaufen (auf den Schultern des Brust-/Rückenprotektors) direkt mit der Protektorenjacke verbinden und verrutscht somit GAR nicht. Die Finne hinten passt perfekt auf den Rückenprotektor, da eine kleine Mulde entsteht, wenn man die speziell dazu vorgesehene Klett-Abdeckung abnimmt.

Der Nackenschutz von LEATT ist leicht, optimal belüftet, einfach einstellbar und beeinträchtigt die Bewegungsfreiheit in der Tat nur minimal. Im Lieferumfang sind auch die transparenten Brustgurte enthalten, mit denen der Neck Brace auch perfekt ohne die Schlaufen der Protektorenjacke nach Bedarf angepasst und fixiert werden kann.

Alternativen und Ergänzungen

Ortema ONB Neck Brace

Das Ortema ONB Neck Brace hat sich im Test als klarer Testsieger bewiesen. Besonders auffällig ist die Hufeisenform, die am oberen Rücken aufliegt und eine bessere Kraftverteilung ermöglicht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Nackenstützen wird die Kraft nicht nur auf den Nacken und die Wirbelsäule umgeleitet, sondern gleichmäßig auf den Schulterblättern verteilt. Ein weiterer Vorteil des Ortema ONB Neck Brace ist sein geringes Gewicht und der sehr stabile Rahmen aus Hochleistungskunststoff. Durch die von Ortema entwickelte Nackenstütze wird die Auslenkung des Kopfes bei hohem Impact um bis zu 30% reduziert. Besonders nützlich sind diese Funktionen für Kinder und Jugendliche, die noch im Wachstum sind.

Alpinestars Bionic Tech Carbon Nackenschutz

Der Alpinestars Bionic Tech Carbon Nackenschutz ist ein hochwertiges Schutzausrüstungsteil, das speziell für Motocross- und Endurofahrer entwickelt wurde. Der Nackenschutz ist aus einer Kombination aus Carbon- und Thermoplastmaterialien gefertigt, um eine leichte, aber dennoch robuste Konstruktion zu gewährleisten. Der Alpinestars Bionic Tech ist auch mit einer Vielzahl von innovativen Technologien ausgestattet, um den Fahrkomfort und die Sicherheit zu maximieren. Dazu gehören eine anpassbare Größenanpassung und ein ergonomisches Design, das sich perfekt an die natürliche Form des Körpers anpasst. Der Nackenschutz bietet nicht nur hervorragende Schutzeigenschaften, sondern ist auch ein äußerst stilvolles und modernes Accessoire für jeden Motocross- oder Endurofahrer.

Atlas Air Neck Brace

Das Air Brace ist das Topmodell von Atlas und besticht durch coole Optik und sehr leichten 599g. Das Neckbrace gibt es in drei unterschiedlichen Größen. Die Größe lässt sich weiterhin über sogenannte Smart Mounts feinjustieren. Diese an beiden Rückenstützen befindlichen Einstellmöglichkeiten verändern den Winkel der Stützen um -10 Grad, 0 Grad oder +10 Grad. Das Neckbrace selbst wirkt extrem gut verarbeitet und hat eine sehr cleane Gesamtoptik.

Die Rückenstützen lassen sich ohne Kraftaufwand ausklappen und sind an der Rückseite mit Anti-Rutsch-Flächen versehen. Weitere Anti-Rutsch-Flächen befinden sich an den vorderen Auflageflächen (Chest Supports). Außerdem fällt direkt auf, dass das Atlas Brace zwei Rückenstützen besitzt und nicht wie die Konkurrenz eine einzelne. Atlas möchte damit einwirkende Kräfte bei einem Sturz von der Wirbelsäule weg, auf die umliegende Muskulatur lenken.

Weiterhin fällt mir sofort der leicht und gut bedienbare Knopf zum Öffnen des Braces positiv auf. Ob man die zusätzlich mitgelieferten dickeren Schulterauflagen benötigt, kann man simpel herausfinden, in dem man das Neckbrace und seinen Helm anzieht und den Kopf nach vorne und einmal nach hinten legt. Kann man den Kopf zu weit in eine Richtung bewegen muss man die höheren Schulterauflagen gegen die Vorhandenen tauschen, dies geht leicht durch simples umstecken. Laut Atlas vereint das Air Neckbrace geringes Gewicht, Flexibiliät und ein ausgefallenes Design, weiterhin soll durch die neuen X-Straps und einstellbaren Rückenstützen das Neckbrace perfekt auf den Fahrer einstellbar sein.

Das Neckbrace lässt sich durch den Druckknopf leicht öffnen und anziehen. Die zusätzliche Fixierung über die X-Straps an die vorhandenen Haken seitlich am Brace ist schnell eingefädelt, benötigt aber ein wenig Übung und lässt sich leichter ohne Handschuhe befestigen.

Airbag-Helme: Hövding 3 im Fokus

Der Fahrrad-Airbag Hövding liegt um den Hals und schützt bei einem Sturz Kopf und Nacken angeblich besser als ein Helm. Der Airbag zieht sich wie eine Haube über den Kopf. Zusätzlich komprimiert und stabilisiert er die gesamte Nackenpartie und will so einem Schleudertrauma und ähnlichen Verletzungen vorbeugen. Der Hövding 3 legt sich wie ein etwas zu starrer Schal um den Hals. Auf dem Rücken liegt eine etwa faustgroße Steuereinheit mit Technik, Akku und Gaskartusche auf. Vorne sorgt ein Reißverschluss für den festen Halt.

Der ADAC bescheinigt dem Hövding 3 in den meisten Situationen einen besseren Schutz, als es konventionelle Helme bieten können. Doch nicht in allen Situationen. So löst der Hövding 3 etwa nicht aus, wenn ein Fahrradfahrer mit dem Kopf gegen den Seitenspiegel eines LKWs knallt.

Die sinnvollste Funktion der App ist die Notfallbenachrichtigung. Nach der Erlaubnis des Zugriffs auf den Standort und der Angabe eines Notfallkontakts schickt die App beim Auslösen des Airbags eine SMS an den hinterlegten Kontakt. In ihr steht der Name des Verunfallten, die Adresse des Unfallorts und ein Link zu Google Maps.

Wer jedoch auf der gemütlichen Kaffeefahrt mit dem Fahrrad den Wind in den Haaren spüren, oder wer morgendlich auf dem Fahrradweg zur Arbeit seine Frisur nicht mit einem Helm versauen will, für den ist der Hövding 3 eine Alternative.

Preisvergleich und Marken

Die Differenz zwischen dem teuersten Produkt, dem Nackenschutz K4 um 329,00€ Euro, und dem günstigsten Produkt, dem Schlafkragen um 8,99€) Euro, beträgt 320,01€ Euro. Der Gesamt-Schnitt aller Modelle beträgt 66,64€ Euro.

Günstige Offerte macht hier vor allem die Herstellermarke Acerbis, die Nackenschutze im Schnitt (je nach Plattform und Datum der Preisrecherche) um 27,90€ Euro anbietet. Gleich 329,00€ Euro muss man für die hochqualitativen Nackenschutze von ORTEMA berappen. Der durchschnittliche Preis der drei besten Nackenschutze beträgt 137,19€ Euro.

Die Marke, die es geschafft hat, mit den meisten Produkten O’Neal, die mit den O’Neal-Nackenschutze besonders beliebt zu sein scheinen.

Subjektive Bewertung

Die kumulierte Bewertung des Faktors ‘ Komfort ’ für alle Nackenschutze ist von 5. Mit einer besonders gut bewerteten‚ Komfort (von möglichen 5) punktet der Nackenschutz . Im Durchschnitt konnten alle Nackenschutze mit von 5 beurteilt werden. Alle Nackenschutze gemeinsam schnitten hier durchschnittlich mit von 5 ab.

Das enorme Preisgefälle, die beachtenswerten Unterschiede in der jeweiligen Bewertung einzelner Manufakte sowie die unterschiedliche persönliche Beurteilung einzelner Teammitglieder zeigt eines ganz deutlich: Nur der gründliche Vergleich sämtlicher Nackenschutze führt zur richtigen Kaufentscheidung.

Für die Sparer unter Ihnen haben wir die Marke Acerbis als absoluten Preishammer ausgemacht. Qualitätsbewusste entscheiden sich wiederum besser für das Modell Reisekissen Memory, das um 33,99€ Euro zu einem fabelhaften Preis zu haben ist. Trend Victim? Es soll das Trendprodukt des Jahres 2025 sein? Dann schlagen Sie bei der Trendmarke O’Neal zu!

Rückenprotektoren im Detail

Während die leichten Rückenprotektoren lediglich nach dem geringeren Level 1 zertifiziert sind, bei dem im Schnitt maximal 18 kN Restkraft an den Körper durchdringen dürfen, sind die wuchtigen Park-Protektoren von Fox und Leatt nach dem hohen Schutzlevel 2 freigegeben. Hier dürfen die Restkräfte maximal 9 kN betragen. Das schaffen diese Modelle natürlich nur mit wesentlich dickeren und somit auch schwereren sowie unflexibleren Protektor-Pads. Fox und Leatt gehören damit zur Kategorie der schweren Park-Schoner. Für Trail-Einsätze sind diese wuchtigen Westen nicht zu empfehlen. Dafür vermitteln sie im Bikepark ein sehr hohes Maß an Sicherheit.

Bei den Rückenprotektoren von Fox wie von Leatt dient als Träger für die Pads eine Weste aus dünnem Mesh, die auch an heißen Tagen etwas Kühlung zulassen soll. Neben den Pads an Rücken und Brust verfügen beide Westen - also Fox und Leatt - über zusätzliche EVA-Pads im Bereich der Nieren, die auch hier für etwas Schutz sorgen sollen. Hier handelt es sich aber nicht um nach der Norm zertifizierte Einsätze, womit die Schutzwirkung eher gering ausfällt.

Fox Baseframe Pro Vest

Fox schafft es mit seiner Baseframe, ein hohes Maß an Schutz bei gutem Tragekomfort zu bieten. Damit eignet sich die Weste vor allem für Enduro- und Parkbiker, die ihren Schutz gerne etwas weniger offensichtlich unter dem Jersey tragen. Die leichte Meshweste sitzt angenehm und passgenau, fällt dabei nicht zu lang oder zu labbrig aus und hält die Protektoren perfekt in Position. Auch die seitlichen EVA-Pads sind gut platziert.

Leatt Body Vest 3DF AirFit Evo

Wem Schutzwirkung über alles geht, der kommt bei der wuchtigen Leatt auf seine Kosten. Im Schnitt liefern die Südafrikaner die besten Werte im Labor, lediglich das etwas kurze Pad am Rücken gibt Abzüge. Nachteil: Die massiven Pads drücken aufs Gewicht und sind bei jeder Bewegung spürbar.

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