Um die Freiheit auf einem Motorrad richtig zu genießen, ist die richtige Kleidung entscheidend. Sie sollte bei einem Sturz vor schweren Verletzungen schützen und gleichzeitig dem Fahrtwind standhalten. Bevor man sich ein Biker-Outfit zusammenstellt, sollte man überlegen, für welchen Einsatzzweck die Motorradkombi geeignet sein soll. Abhängig vom gewünschten Einsatz kann sich entscheiden, ob man lieber einen Ein- oder Zweiteiler wählen sollte.
Leder oder Textil? Eine grundlegende Unterscheidung
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Textil- oder Lederbekleidung. Es kommt ganz auf das Motorrad und den jeweiligen Fahrstil an. Der Rennfahrer mit dem Supersportler wird vermutlich zum Lederkombi tendieren und das ist gut so. Besonders schlimm ist es am Naked Bike, da ist es kaum noch möglich, die Geschwindigkeit über 200 km/h zu fahren.
Die Textilbekleidung hat großartige Eigenschaften, die im Tourenbereich exzellent zum Einsatz kommen können. Hingegen zur Lederbekleidung ist sie wasserabweisend, atmungsaktiv und man hat ein Winterfell im Inneren integriert - alles was ein Tourenfahrer benötigt. Im Textilbereich gibt es noch diverse Abstufungen wie Jeans- oder Motocross Bekleidung.
Einteiler oder Zweiteiler?
Möchte man die Leistung der Maschine nur auf der Rennstrecke ausprobieren, empfiehlt sich ein Einteiler. Auch für kurze Ausfahrten ist er die richtige Kleidung, da er Dich warmhält und ausreichend Schutz bietet. Allerdings sollte man bedenken, dass das An- und Ausziehen Schwierigkeiten mit sich bringen kann: Möchte man während der Fahrt eine Pause einlegen, um ein dringendes Geschäft zu erledigen, muss der Anzug komplett ausgezogen werden. Das erfordert nicht nur Zeit, sondern auch Platz und Nerven. Aus dem Grund stellt für längere Touren ein bequemer Zweiteiler die bessere Wahl dar.
Lederkombis gibt es als 1. oder 2-Teiler, welche Variante für einen passt, muss man ausprobieren. Der 2-Teiler hat den Vorteil, dass man die Jacke von der Hose trennen kann, im Sommer ist das sehr angenehm. Achte bei den Zweiteilern auf gut vernähte Reißverschlüsse, die keinen Fahrtwind in Dein Outfit lassen. Auch enganliegende Ärmel schützen vor eindringender Luft.
Materialien und Verarbeitung
Zur Herstellung von Lederkombis wird z.B. Rind- und Känguruleder verwendet. Beide sind auch in dünner Ausführung zug- und reißfest. Neben dem Material ist die Verarbeitung für Haltbarkeit und Schutz entscheidend. Das Leder sollte mit dem Futter fest verbunden sein, damit es bei Stürzen nicht verrutscht. So wird die Gefahr von Verbrennungen minimiert. An exponierten Stellen wie Po und Schultern sollte eine Lederdoppelung vorhanden sein.
Nähte sind bei allen Textilien die größten Schwachstellen, vor allem bei Lederkombis. Je weniger Einzelteile, desto besser. Alle sturzgefährdeten Zonen müssen mit Sicherheitsnähten aus Sicherheitsgarn versehen sein. Lederkombis sollten eng anliegen, aber dennoch Bewegungsfreiheit bieten. Falten dürfen ebenso wenig vorhanden sein wie drückende und zwickende Stellen.
Sicherheit geht vor: Protektoren und Schutzfunktionen
Damit Du Deinem Hobby sicher nachgehen kannst, sollte hochqualitative Motorradkleidung eine hohe Abriebfestigkeit aufweisen. Protektoren erhöhen die Sicherheit und können im Bereich von Schultern, Ellenbogen, Wirbelsäule, Schienbeinen und Knien angebracht sein. Beim Kauf solltest Du zudem auf eine gute Luftzirkulation innerhalb der Lederkombi achten. Speziell im Brustbereich kommt perforiertes Leder zu dem Zweck zum Einsatz. In dem Material befinden sich kleine Löcher, durch die Luft ein- und wieder ausströmen kann. Das verhindert, dass Du in Deinem Outfit übermäßig ins Schwitzen kommst.
Ein weiterer wichtiger Punkt besteht in den Materialdopplungen. Bist Du mit einem Naked Bike unterwegs, solltest Du keinesfalls die Sicherheit außer Acht lassen. Sie dienen als Polsterung und damit als zusätzlicher Schutz. Des Weiteren ist die Bekleidung für Motorradfahrer mit zertifizierten CE-Protektoren ausgestattet. Diese fungieren als Aufprallschutz, da sie den punktuellen Druck auf eine größere Fläche verteilen. Das kann Dich im Fall eines Sturzes vor Knochenbrüchen und Prellungen bewahren. Ebenso sollten die Hüfte und das Gesäß geschützt sein.
Wählst Du zu Deinem Naked-Biker-Outfit auch Motorradstiefel, weisen hochwertige Modelle auch Protektoren am Schienbein auf. Diese sind nach der Norm EN 1621-1 geprüft. Probierst Du Deine Kleidung an, sollten sich die Protektoren an der richtigen Stelle befinden und auch beim Gehen oder Sitzen nicht verrutschen. Immerhin muss dieses Schutzschild auch bei einem Unfall standhalten und Deine empfindlichen Körperregionen vor Schaden bewahren. Damit den Protektoren das gelingt, bestehen sie aus Kohlefasern oder hartem Kunststoff.
Komfort und Passform
Hautsympathische Eigenschaften machen moderne lederkombis noch komfortabler. Mit antiseptischem Polyester- oder Baumwollnetzfutter erhöht sich der Tragekomfort erheblich. Perforierte Zonen an Armen, Beinen, Brust und Rücken sorgen für gute Luftzirkulation und regulieren die Schweißbildung. Reißverschlüsse, die an den Ärmelstulpen automatisch arretieren, sind besonders praktisch. Gute Kombis sollten an der Schulterpartie mit schlagabsorbierenden Kunststoffschalen ausgestattet sein und durch Stretchgewebe an Ärmeln und Kniekehlen nachgeben.
Hochwertige Kleidung für Naked Bikes besteht aus Leder. Damit diese angenehm sitzt, sind Stretcheinsätze zu empfehlen. Da Leder oftmals eng am Körper anliegt und dementsprechend wenig Bewegungsfreiheit bietet, schafft der Einsatz Abhilfe.
Pflege von Lederbekleidung
Lederkombis, Hosen und Jacken aus Glattleder sollten auch während der Saison mit einem feuchten Tuch regelmäßig gereinigt werden. Hartnäckige Verschmutzungen wie Fliegen können zuvor „eingeweicht“ werden. Bewährte Hausmittel sind Kernseife und ein weicher Schwamm. Auf jeden Fall sollte Lederkleidung regelmäßig mit Lederfett eingerieben werden. Das verhindert nicht nur das Austrocknen und Verhärten des Leders, es schützt auch gegen allzu schnelles Eindringen von Nässe.
Noch besser kann man Lederbekleidung gegen Regen schützen, wenn vor dem Einfetten auf die trockene Oberfläche ein Imprägnierspray für Motorradkleidung aufgetragen wird. Der Regen perlt dann besser ab und das Leder saugt sich nicht so schnell voll. Weil Leder als natürlicher Rohstoff atmet, sollte mit dem Fett sparsam umgegangen werden. Wird Leder zu stark eingefettet, setzten sich die Poren der Tierhaut zu und es bilden sich hässliche Rückstande. Am besten verwendet man einen weichen Lappen und reibt die Oberflächen kreisförmig und dünn ein.
Im Motorrad-Zubehörhandel sind Lederfette ab rund sechs Euro zu bekommen. Neben farblos gibt es sie auch für schwarze Leder-Versionen. Bei hydrophobiertem Leder, das durch spezielle Gerbprozesse Wasser abweisend ist, sollten nur Pflegemittel eingesetzt werden, die diese Eigenschaft nicht einschränken. Normale Lederfette sind tabu. Auch für Velours- oder Nubukleder darf statt fettigen Produkten nur ein spezielles Spray verwendet werden.
Die immer wieder gestellte Frage, ob stark verschmutzte oder verschwitzte Lederkombis und Motorrad-Handschuhe nicht in der Waschmaschine gereinigt werden können, ist nicht eindeutig zu beantworten: Es hängt vom Leder ab. Ebenfalls verzichtet werden muss auf den Schleudergang und den Trockner. Nach dem Trocknen ohne Sonneneinstrahlung ist kräftiges Einfetten Pflicht.
Pflege von Textilbekleidung
Gleiches gilt für die Vielzahl von Textilkleidung mit Membranen, bei denen grundsätzlich zuerst die eingenähte Pflegeanleitung des Herstellers beachtet werden muss. Prinzipiell kann solche Fahrerausrüstung im Schonwaschgang mit Spezial- oder Feinwaschmittel in der Waschmaschine bis 30 Grad gewaschen werden. Starke Verschmutzungen sollten vorbehandelt werden. Damit Waschmittel-Rückstände bei solchen Materialien gänzlich vermeiden werden, muss ausreichend klargespült werden. Am besten wird der Spülgang wiederholt.
Weichspüler darf aber auf keinen Fall verwendet werden. Hinter der Faustregel „Besser oft ohne oder mit wenig Waschmittel, als selten mit viel pflegen“ steckt die Gewissheit, dass häufiges Waschen die Atmungsaktivität solcher Motorrad-Bekleidung nicht beeinträchtigt. Spätestens nach drei Waschgängen müssen jedoch Kleidungsstücke mit entsprechendem Imprägnierspray behandelt werden. Die Wasserdichtheit der Membrane wird dadurch nicht erhöht: Das Imprägniermittel ummantelt die Fasern des Oberstoffes, der so besser gegen Schmutz und Wasser geschützt wird.
Überwinterung
Motorradbekleidung sollte nur an Orten überwintert werden, wo Trockenheit und relativ gleichmäßige Temperaturen herrschen. Bestens ist hierfür ein Kleiderschrank geeignet, in den die Kombi mit Innenfutter und Protektoren auf einen Bügel gehängt werden. Soll die Kleidung zusätzlich durch einen Kleidersack geschützt werden, muss dieser luftdurchlässig sein - ein Plastiksack ohne Luftlöcher sollte deswegen unten offen sein!
Falten von Leder und Textilien ist grundsätzlich zu vermeiden. Leder kann sich an den Faltstellen verziehen oder verfärben.
Die vegane Alternative
Der spanische Hersteller Andromeda Moto hat mit der NearX eine solche "Nichtlederkombi" im Angebot. Der Zweiteiler aus ultra-hochmolekularem Polyethylen (UHMWPE), das auch bei Raumanzügen verwendet wird, ist an den Sturzzonen zusätzlich mit schnittsicherem Material verstärkt. Das Futter besteht aus Kevlar, zusammen mit einer kompletten Protektorenausstattung entspricht die Kombi so der Schutzklasse AAA gemäß EN 17092.
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