Was als Oldtimer Motorrad gelten kann und was nicht, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Allgemein wird ein Motorrad dann als Oldtimer bezeichnet, wenn es mindestens zwanzig Jahre alt ist.
Die Faszination Oldtimer Motorrad
Wer einen Oldtimer sein Eigen nennt, der kann zu Recht stolz sein. Denn gut erhaltene Oldtimer Modelle sind eine Rarität, die man nicht jeden Tag auf der Straße sieht. Das Oldtimer Motorräder Kaufen ist oftmals sehr kostspielig, da die Maschinen auf Grund ihrer Seltenheit insbesondere bei Sammlern und Liebhabern heiß begehrt sind. Die älteren Oldtimer Motorräder Modelle sind wesentlich einfacher gebaut als die heutigen Maschinen.
Motorradfahrer verbindet eine Leidenschaft, die nur schwer ausschließlich mit der Lust am Fahrtwind oder dem Erleben von Geschwindigkeit zu begründen ist. Es gibt Motorrad-Clubs aller Marken, feste Treffen, die gemeinsame Ausfahrten organisieren. Nicht wenige fahren an den Wochenenden auf die Rennstrecke auf der Jagd nach der besten Rundenzeit. Freiheit, Abenteuer, Ungebundenheit, Individualismus - ein Konglomerat aus Begrifflichkeiten definiert den Spleen fürs motorisierte Zweirad.
Deutsche Ingenieurskunst und ihre Klassiker
Boxer oder Gummikuh - beide Begriffe werden eng assoziiert mit der Marke BMW, der traditionsreichen deutschen Motorradmarke, die in breiter Produktpalette solide Klassiker hervorbrachte. Die Bayrischen Ingenieure von BMW nehmen es sehr ernst mit der Genauigkeit. Auftakt bildete im Jahr 1923 die R23, bereits mit Boxermotor und Kardanantrieb. Damals wie heute sind BMW Modelle aller Klassen auch im Renngeschehen eine feste Größe. In Oldtimer Rennen, auf Oldtimer Ralleys und in sogenannten Veteranenrennen werden die alten R-Serien und Gespanne an den Start gebracht. Hier steht die Marke BMW bis heute für Solidität und Zuverlässigkeit.
Die lückenlose Datenbank der Bayern ermöglicht zudem eine detailgenaue Suche technischer Daten zum Fahrzeug und spuckt über die Eingabe der Identifikationsnummer des eigenen Schätzchens das genaue Produktionsdatum ebenso aus wie sämtliche technisch relevanten Informationen zum Fahrzeug. Entwicklungscodes und Typschlüssel geben genaue Auskunft z.B.
Britische Legenden
In Sachen Imagebildung waren es wiederum die 50er und 60er Jahre, die den heute historischen Zweirädern das gewisse und unverwechselbare Prestige verpassten. Es war die Blütezeit von Film und Fernsehen, die Motorräder wie die Triumph Thunderbird in „The Wild One“ über Nacht zu Legenden machten. Es war auch die Zeit des Konkurrierens um technische Benchmarks - das Weltrekordrennen von 1955 auf dem Lake Bonneville in Utah USA schenkte uns nach grandiosem Sieg die später in Serie gefertigte Triumph Bonneville - liebevoll „Bonnie“ genannt.
Die ebenfalls englische Traditionsmarke Norton überzeugt sowohl in der 350er - als auch in der 500cc Rennklasse bis heute mit über 40 Siegen beim berühmten Straßenrennen „Isle of Man“.
Italienische Meisterwerke
Beim Thema Rennsport angekommen eröffnet sich der begeisterten Schreiberfeder auch eine große italienische Tür zum Schwelgen: Giacomo Agostini holte sich seit 1966 allein über 10 Weltmeistertitel auf Rennsportlern der Marke MV Agusta, produziert im italienischen Ort Varese. Die Ducati 750 Supersport mit Königswellenantrieb und einzigartiger Desmo-Zwangsventilsteuerung wurde in den 70er Jahren als echte Rennreplica produziert und später auf 900cc erweitert. In vielen Rennen zeigten sich die Design- und formschönen Modelle aus Bologna als uneinholbar.
Auch die Marke Moto Guzzi wurde über den Rennsport bekannt. Seinen Durchbruch hatte der "italienische Adler" 1927 mit der Belegung des ersten Platzes in der Europameisterschaft der 500cc Klasse. Es folgten Klassiker wie die Falcone, V7 Speciale, 850 GT, das „Polizeimotorrad“ V7 California und die legendäre Le Mans. Bis heute pilgern Fans und Händler zum berühmten Teilemarkt nach Mandello del Lario, einst Geburtsstätte dieser italienischen V2 Klassiker.
Japanische Klassiker
Keine Entwickler der ersten Stunde sind die japanischen Modelle - dennoch aus der heutigen Landschaft der Krafträder nicht wegzudenken. Es waren Harley Davidson, die bereits 1924 in Japan die erste Produktionsstätte und ein breites Händlernetz in Japan aufbauten und auch das japanische Militär mit den Maschinen aus Milwaukee/Wisconsin belieferten.
Mit dem Verfall des Yen fingen die Japaner selber an, preiswertere Maschinen zu produzieren und es entstand 1934 die erste Rikuo. Viele weitere sollten folgen. Dabei wurden nicht selten - vom japanischen Staat unterstützt - europäische Vorbilder als "Paten" für japanische Kopien eingeführt. BSA, Victoria, Indian, BMW und DKW erhielten japanische "Schwestermodelle" als Nachbauten - ein Ruf, der den Japanern bis heute anhaftet.
Es entstanden Meguro, Lilac, Cabton, Marusho und Yamaha. Ende der 1960er / Anfang der 1970er Jahre etwas ketzerisch als "Reisschüsseln" betitelt und über den europäischen Markt gerollt, mischten die japanischen Modelle den europäischen Rennsport auf und wurden auch unter den privaten Käuferschichten ernstzunehmende Konkurrenz zu den bis dato etablierten Marken.
Bekannte Marken und Modelle
Oldtimer gibt es zum Beispiel von den derzeit noch sehr populären Marken Honda, Ducati, Peugeot und Yamaha. So ist die im Jahr 1956 auf den Markt gebrachte und umgangssprachlich Red Dragonfly genannte Yamaha YA-1 das erste Motorrad des japanischen Herstellers. Das Erscheinungsbild dieses leichten Motorrads ist typisch für seine Bauzeit.
Das 5,6 PS starke Gefährt erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von rund 80 Stundenkilometer und verfügt über einen Hubraum von 123 cm³. Eine Seltenheit ist auch die Yamaha RD 350 aus dem Jahr 1973 und das Oldtimer Modell Yamaha RD 400 aus dem Jahr 1978 sowie das 1979 entwickelte Geländemotorrad Yamaha XT 500. Des Weiteren sind auch Oldtimer Motorrad Modelle von den Marken Triumph und Harley Davidson sehr populär. Gerade für alte Harleys werden Rekordsummen geboten.
Allerdings gibt es auch Motorräder neueren Baujahrs, die bewusst im Retro-Look gestaltet sind, dem heutigen Sicherheits- und Leistungsstandard entsprechen und sich einer großen Beliebtheit erfreuen.
Besondere Oldtimer
Unter den Oldtimer Motorrädern gibt es einige Modelle, die durch eine besondere Optik auffallen. Ein solcher Spezial- Oldtimer ist zum Beispiel das Raketenmotorrad von Fritz von Opel, mit dem der Tüftler im Jahr 1928 einen Weltrekord aufstellen wollte. Die leistungsstarke Maschine besitzt einen 500 cm³-Motor und verfügt über 30 Pferdestärken.
Allein durch die Beschaffenheit des Motors kann eine Geschwindigkeit von etwa 145 Stundenkilometern erreicht werden. Die sechs Raketen, die zusätzlich an die Maschine montiert sind, sorgen für eine Beschleunigung auf über 220 Stundenkilometer. Von Opels Vorhaben scheiterte allerdings an bürokratischen Hürden, da das Motorrad von den Behörden nicht zugelassen wurde.
Das von Friedel Münch entwickelte Modell Münch-4 TTS, auch Mammut genannt, war hingegen das erste serienmäßig gefertigte Big Bike der Welt. Mit einem Gewicht von 260 Kilogramm war es sehr viel schwerer als die meisten damals auf dem Markt erhältlichen Maschinen. Die Mammut ist heute als Oldtimer sehr selten. Von ihr existieren nur noch etwa 250 Exemplare, die mit einem luftgekühlten Motor ausgestattet sind.
Wo man Oldtimer Motorräder findet
In der Regel werden Oldtimer Motorräder gebraucht gekauft.
Kosten und Wertsteigerung
Wer Oldtimer Motorräder kaufen möchte, der muss hierfür mitunter viel Geld bezahlen. So wechselte zum Beispiel eine Scott Super Squirrel-Maschine aus dem Jahr 1929 bei einer Versteigerung für 276.000 US-Dollar den Besitzer. Die Scott-Motorräder waren schon Anfang des 20. Jahrhunderts etwas ganz Besonderes. So besaßen bereits die Modelle ab dem Baujahr 1908 einen mittragenden Motor, waren wassergekühlt und mit einer Teleskopgabel ausgestattet.
Worauf man beim Kauf achten sollte
Beim Kauf eines Einstiegsoldtimers bei Privat kann die Gewährleistung ausgeschlossen werden. Der Ausschluss der Gewährleistung ist kein Automatismus.
Die Szene der Cafe Racer
Stellen Sie sich vor, sie schmeißen ein Geldstück in die Jukebox ihres Lieblingscafés und müssen vor Ablauf des Songs nach einem Höllenritt um den nächsten Wendekreis wieder im Café angekommen sein. Willkommen in der Szene der Cafe Racer, der Unangepassten, der Rocker! Die 60er Jahre waren wild und revolutionär, man setzte auf Andersartigkeit und Individualismus und ließ nur wenig Erkennbares an einem Serien-Modell dieser Zeit übrig. Tiefergelegte Stummellenker, offene Auspuffanlagen und eine flachliegende Rennhaltung durch die Zurückverlegung der Fußrasten waren die Antwort auf eine gleichförmig erscheinende Massenproduktion.
Das Motorrad wird wichtiges Szene-Element und nach allen Regeln der Kunst frisiert. Besonders die englischen Marken Norton, BSA und Triumph wurden in enger Anlehnung an die Rennmaschinen der TT Isle of Man modifiziert. Später griffen viele namhafte Hersteller wie BMW und die Italiener Benelli und Moto Guzzi die stilistische Linie der Cafe Racer auf und entwickelten auf Basis ihrer Modelle einige Sonderserien, die reißenden Absatz fanden.
Oldtimer-Veranstaltungen
Vom 05. bis 07.09.2025 bringt die ASC-Classic-Gala Schwetzingen 2025 im kreisrunden Barockgarten von Schloss Schwetzingen bei Heidelberg wieder seltene, herausragende und stilbildende Fahrzeuge zusammen.
Die DHM ist hier eine wichtige Anlaufstelle für rennbegeisterte Liebhaber von Oldtimer-Motorrädern. Auf vielen namhaften Veranstaltungen in ganz Europa messen sich Motorrad-Oldtimer aller Klassen.
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