Olympia Mountainbike Frauen: Eine Geschichte von Triumph und Innovation

Alle vier Jahre steht für die Profi-Mountainbiker*innen der XCO-Disziplin ein ganz besonderes Rennen an: die Olympischen Spiele! Erstmals wurde 1996 in Atlanta um Olympia-Medaillen im MTB XCO (Cross Country Olympic) gekämpft. Die Frauen gaben 1984 in Los Angeles ihr Debüt bei den olympischen Straßenrennen.

Die Rennen in Paris 2024

Am Sonntag und Montag (28. & 29. Juli) finden im Rahmen der Sommerolympiade in Paris zum achten Mal MTB-Rennen statt. Der Elancourt Hill rund 40 km südwestlich von der Pariser Innenstadt ist mit 231 m der höchste Punkt in der Region Paris und wird Austragungsort der achten olympischen MTB-Wettbewerbe sein. Die Rennen finden am Sonntag, 28. Juli (Frauen) und am Montag, 29. Juli (Herren) jeweils um 14:10 Uhr statt.

Der südafrikanische Streckenbau-Experten Nick Floros, der auch die Olympia-Tracks von Rio 2016 und Tokio 2021 gestaltet hat, designte die Strecke und soll "zu 95% existierende Wege" nutzen. Nach den Olympischen Spielen bleibt das Gelände in ähnlicher Form erhalten, soll Mountainbiker sowie Wanderer anlocken und auch für MTB-Rennen genutzt werden.

Rückblick auf Tokio 2021

In der 28-jährigen Geschichte mit acht Austragungen gewannen Schweizer sowie französische Fahrerinnen und Fahrer 16 von 42 Medaillen. Beim Olympia-Rennen 2021 in Tokio bestand das komplette Podium aus Schweizer Fahrerinnen! Jolanda Neff gewann den "Maskenball" in Japan.

Die Ergebnisse in Paris 2024

Die Mountainbikerennen der olympischen Spiele sind passé. Die beiden Top-Favoriten Tom Pidcock und Pauline Ferrand-Prevot, konnten die Erwartungen erfüllten und rolllten, beide auf Pinarello unterwegs, als Erste über die Ziellinie. Bei den Damen komplettierten Haley Batten (USA) und Jenny Risveds (Schweden) mit den Plätzen zwei und drei das Podium.

Nina Benz konnte bei den Frauen auf einem soliden 16. Platz finishen. Die deutschen Männer, Julian Schelb und Luca Schwarzbauer rollten auf Platz 15 und 16 ins Ziel.

Favoritensieg im Mountainbike-Rennen der Frauen

Die Französin Pauline Ferrand Prevot holte sich überlegen Gold vor der US-Amerikanerin Haley Batten und Jenny Rissveds aus Schweden. Pauline Ferrand Prevot kann auf dem Rad sozusagen alles. Die 32-Jährige hat schon 15 Weltmeistertitel in verschiedensten Disziplinen eingesammelt. Und dass sie auch im etwas gesetzteren Radsport-Alter noch das Maß aller Dinge sein kann, bewies die in Reims geborene Französin am Sonntag (28.07.2024) auf dem olympischen Mountainbike-Kurs in Elancourt, nahe der Hauptstadt Paris.

Im Schatten Ferrand Prevots versuchte die Niederländerin Puck Pieterse zunächst tapfer, Kontakt zu halten. Je länger Das Rennen dauerte, desto größer wuchs der Vorsprung der führenden Französin an. Im Verfolgerfeld ereignete sich derweil ein schwerer Sturz. Die Französin Lecomte, auf Rang drei liegend, stürzte bei einer Abfahrt vornüber auf den Kopf und blieb zunächst offenbar ohne Bewusstsein liegen.

Während die Entscheidung um Gold gefallen war, entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Medaillen. Pieterse hatte mit einem Defekt zu kämpfen, in der 5. Runde wurde sie von den Verfolgerinnen um die US-Amerikanerin Haley Batten überholt.

Nina Benz, die einzige deutsche Starterin, hatte sich im Vorfeld des Rennens eine Platzierung um Rang zehn erhofft - doch daraus wurde nichts. Die Freiburgerin kämpfte aber und arbeitete sich in der Folge kontinuierlich etwas nach vorn. Nach fünf Runden lag sie auf Rang 19. Im Ziel hatt sie sich noch Rang 16 erarbeitet.

Weitere Einblicke und Learnings aus den MTB-XCO-Rennen in Paris

  • Pauline Ferrand-Prévot: Bei ihren vierten Olympischen Spielen sicherte sie sich hochverdient die Goldmedaille vor heimischem Publikum.
  • Französische Fans: Sie sind der Inbegriff von Stimmung und Race-Vibe, was die Rennen zu einem unvergesslichen Erlebnis machte.
  • Mechanische Bikes: Auch Bikes ohne elektronische Schaltung können Olympia-Gold holen, wie Tom Pidcock bewies.

Die Emotionen der Olympioniken im Radsport in Paris 2024 war ein unvergessliches Ereignis. Wir lieben die Emotionen des Frauensports.

Learnings aus den MTB-XCO-Rennen in Paris

  1. Endlich! Bei ihren vierten Olympischen Spielen sichert sich die Französin Pauline Ferrand-Prévot nach einem mit Herz und Verstand gefahrenen Rennen hochverdient die Goldmedaille - die Menge jubelt. Bei der Siegerehrung rufen sie “Merci, Pauline”!
  2. Auch Bikes ohne elektronische Schaltung können Olympia-Gold holen!
  3. Tom Pidcock und Victor Kortzky lieferten sich ein heißes Battle um die Goldmedallie am Elancourt Hill.

Ausrüstung

  • Maxxis: Hinterreifen-Defekt bei Puck Pieterse (NED)
  • Continental: Vorderrad-Defekt bei Thomas Pidcock (UK)
  • Specialized: Haley Batten, vermutlich Hinterreifen-Defekt (USA)

Wie schon bei der Zielankunft überwältigen sie ihre Gefühle, sie weint hemmungslos, ehrlich und herzergreifend. Die schwedische Bronzemedaillen-Gewinnerin Jenny Rissveds, Olympiasiegerin von Rio umarmt Pauline, steht ihr zur Seite, gibt ihr Halt - ein wunderbares Bild für alle Sportfans. Die Siegerehrung auf dem Colline d’Élancourt ist natürlich nur eines von vielen Beispielen des Sportsgeists der Frauen.

Der Cross-Country-Sport ist für den Radsport das, was die Formel 1 für den Motorsport ist. Logisch, dass teils auch innovative Hightech-Materialien verwendet werden. So sind die Laufräder des mit zwei Silbermedaillen dekorierten Specialized-Racing-Teams, der Roval Control SL Team, aus Carbon gefertigt. Das Ineos-Grenadiers-Team, welches mit Ferrand-Prévot und Pidcock beide Goldmedaillen absahnte, setzt bei der Speichentechnologie gar auf Berd-Spokes, die aus Textil gefertigt sind.

Mountainbikerin Sabine Spitz hatte bei den Olympischen Spielen in Peking alle Zeit der Welt ihren Gold-Triumph zu genießen. Bei 41 Sekunden Vorsprung konnte sich die damals 36-Jährige in Ruhe noch eine Deutschland-Fahne geben lassen und sogar ihr Mountainbike über die Ziellinie tragen.

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