Die Optimale Sitzhöhe beim Mountainbike Berechnen: Ein Umfassender Leitfaden

„Schmerzfrei und effizient in die Pedale treten und das Rad beherrschen.“ Diese Ziele einen vom Einkaufsradler bis zum Tour-de-France-Sieger alle Fahrradfahrer.

Ein Fahrrad ist nichts anderes als eine Maschine. Eine Maschine, gebaut, um die Beinkraft des Fahrers über den Antrieb und die Laufräder in Vortrieb zu verwandeln. Stichwort Ergonomie! Dieses System kann nur optimal funktionieren, wenn die Maschine Fahrrad an den Bewegungsapparat des Fahrers angepasst wird.

Die richtige Einstellung deines Mountainbikes ist entscheidend für Komfort, Performance und Gesundheit. Indem du die Sattelhöhe, Sattelneigung, horizontale Sattelverstellung und Lenkerposition optimal einstellst, kannst du dein Fahrerlebnis erheblich verbessern. Probiere unsere Tipps aus, mache Testfahrten und finde die für dich ideale Einstellung.

Die Rahmenhöhe und Rahmenlänge sind entscheidend für die richtige Sitzposition. Du solltest deinen Körper vermessen und dann die richtigen Einstellungen am Rad vornehmen.

Warum ist die richtige Sitzhöhe wichtig?

Wichtigster Faktor: Die Position des Sattels. Die richtige Sitzposition sorgt dafür, dass die Beine ihre Arbeit als Hebel so effizient wie möglich verrichten können. Mit einer falschen Sitzposition sind außerdem Überbelastungen und Schmerzen vorprogrammiert. Deshalb sollte man sich für die Bestimmung der Sitzhöhe genügend Zeit nehmen. Und so akribisch wie möglich arbeiten.

Die richtige Einstellung deines Mountainbikes ist entscheidend für dein Fahrerlebnis. Eine falsche Sitzposition kann nicht nur zu Schmerzen und Ermüdung führen, sondern auch deine Gesundheit langfristig beeinträchtigen. Besonders die Sattelhöhe und -neigung, sowie die Position des Lenkers und der Griffe spielen eine große Rolle. Hier sind einige Gründe, warum du dein MTB richtig einstellen solltest:

  • Vermeidung von Schmerzen und Beschwerden: Eine zu hohe oder zu niedrige Sattelhöhe kann zu Knie-, Rücken- und Handschmerzen führen.
  • Effiziente Kraftübertragung: Eine korrekte Sitzposition ermöglicht eine optimale Kraftübertragung auf die Pedale.
  • Bessere Kontrolle und Handling: Ein richtig eingestellter Lenker verbessert die Kontrolle über das Bike und erhöht die Sicherheit.

Grundlagen der Sitzhöhenberechnung

Die richtige Sitzhöhe auf dem Fahrrad orientiert sich an Ihrer Schrittlänge (Innenbeinlänge). Diese können Sie ganz einfach berechnen.

Innenbeinlänge: Ein zentraler Wert deines Körpers ist die Innenbeinlänge, oder auch Schrittlänge genannt. Sie hilft bei der Ermittlung der richtigen Sattelhöhe. Du kannst sie anhand dieser Anleitung ermitteln oder auch direkt in einem unserer Fahrrad XXL Shops vor Ort messen.

Innenbeinlänge (Schrittlänge) messen: Stelle dich mit Radhose bekleidet, aber ohne Schuhe mit dem Rücken aufrecht an eine Wand. Positioniere das Buch (oder Lineal) zwischen den Beinen und schiebe es waagerecht ganz nach oben in den Schritt. So, als wenn du auf einem Sattel sitzen würdest. Der Helfer misst nun den Abstand vom Boden bis zur Oberkante des Buchs. Das Ergebnis ist deine Innenbeinlänge.

SCHRITTLÄNGE MESSEN Um die richtige Sitzhöhe am Rad zu finden, hilft folgendes Vorgehen: Pressen Sie eine Wasserwaage in den Schritt und bitten Sie einen Helfer, den Abstand von der Oberkante zum Boden zu messen. Variante ohne Helfer: Stellen Sie sich z. B. dicht vor einen Türrahmen und markieren Sie die Höhe der Oberkante mit einem Stift. Lassen Sie sich für ein genaueres Ergebnis helfen. Alleine wird die Messung oft zur Turnübung und damit ungenau.

Die Formel zur Berechnung

Sitzhöhe = 0,885 x Schrittlänge (cm)

Die Quick-Methode, wenn’s mal schnell gehen muss: Mal eben ein Bike für die Probefahrt vorbereiten? Oder mit dem Bike des Kumpels eine Runde um den Block drehen? Mit Augenmaß lässt sich die Sattelhöhe folgendermaßen grob einstellen: Setze dich gerade aufs Rad, Hände an den Lenker. Stelle das rechte Pedal an den tiefstmöglichen Punkt (sechs Uhr). Stelle die Sattelhöhe so ein, dass am gestreckten(!) rechten Bein die Ferse(!) gerade eben die Standfläche des unten stehenden Pedals berührt. Wenn du nun in normaler Tretposition mit dem Fußballen aufs Pedal drückst, ist das Bein entsprechend abgewinkelt.

Die genaue Methode: Jetzt kommt die zuvor ermittelte Innenbeinlänge ins Spiel. Die Rechnung ist einfach: Die Sattelhöhe entspricht 109 Prozent der Innenbeinlänge. Das heißt du rechnest: Innenbeinlänge x Faktor 1,09. Gemessen wird die Sattelhöhe von der Pedalachse zur Satteldecke, wenn das Pedal (fast ganz) unten steht. Der Kurbelarm muss dann die Verlängerung des Sitzrohrs bilden.

Wenn du die Möglichkeit hast, den Kniewinkel zu messen, dann lässt sich die Sitzhöhe überprüfen und verfeinern. Dazu dient ein Winkelmesser, auch genannt Goniometer. Check: In der tiefsten Position des Pedals (Fuß in korrekter Ballenposition auf dem Pedal) sollte der Kniewinkel zwischen 25 und 35 Grad liegen. Ältere oder unbeweglichere Fahrer tendieren zu 25 Grad, sportliche Fahrer zu 35 Grad.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Bestimmung der Sitzhöhe

  1. Messen Sie Ihre Schrittlänge (Innenbeinlänge).
  2. Multiplizieren Sie Ihre Schrittlänge mit 0,885.
  3. Sie erhalten anschließend Ihre Sitzhöhe in Zentimetern.

Sitzhöhe bestimmen Die Schrittlänge liefert Ihnen einen sehr guten Anhaltspunkt für die Sitzhöhe - das ist der Abstand von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sattels. TIPP: Die richtige Sitzhöhe ist das Maß für gute Kraftentfaltung. Beginnen Sie die Annäherung an die optimale Sitzposition am besten von einer etwas zu hohen Sitzposition aus - erkennbar am unrunden Tritt und kippendem Becken. Tasten Sie sich abwärts mit der Sitzhöhe, bis der Tritt rund ist und das Becken nicht mehr mit jedem Tritt wegkippt.

Weitere Faktoren für eine optimale Sitzposition

„Die Sitzhöhe ist die wichtigste Größe, um die richtige Sitzposition auf dem Rad zu finden“, verdeutlicht Kühnen noch einmal. Eine zweite wichtige Stellschraube stellt die Lenkerposition dar. Die zu bestimmen und anzupassen, ist komplizierter als im Fall der Sattelhöhe: „Welche die passende Lenkerposition ist, hängt zunächst auch wieder vom Einsatzzweck Ihres Fahrrads ab. Auf dem Rennrad etwa wollen Sie eine sportliche, vorgelagerte Position einnehmen, um die Aerodynamik zu verbessern“, erläutert der Journalisten-Weltmeister auf der Straße.

  • Sattel Setback einstellen: Damit der Druck aufs Pedal so effizient wie möglich ist, muss auch die horizontale Position des Sattels stimmen. Dazu lässt sich der Sattel auf den Befestigungsschienen unter der Sitzfläche, den so genannten Rails, verschieben. Zur Ermittelung der Position benötigst du das Senklot. Zuerst stellst du den Sattel (die Neigung der Sitzfläche) waagerecht ein. Nimm dann auf dem Bike platz und stelle einen Fuß, rechts oder links, in normaler Tretposition aufs Pedal (Ballen). Die Kurbel muss zur Messung waagerecht stehen! Lege die Schnur mit dem Gewicht am Ende über die Kniescheibe des angewinkelten Beins. Das Lot muss nun mitten durch die Achse des Pedals fallen. Verschiebe den Sattel entsprechend horizontal, bis dies der Fall ist.
  • Sattelneigung: In der Standardeinstellung sollte dein Sattel beim Hardtail waagerecht stehen. Stelle das Fahrrad auf eine ebene Fläche und lege eine Wasserwage der Länge nach auf den Sattel, um eine waagerechte Position einzustellen. Bei einem Fully kann die Sattelnase minimal abgesenkt werden, damit der Sattel beim Einfedern im Fahrbetrieb waagerecht steht.

Die Lenkerposition

Wo Sie beim Thema Lenkerposition im Detail anpacken müssen, weiß Diplom-Ingenieur Kühnen natürlich auch: „Sie können die Lenkerposition horizontal, also vor und zurück, über die Vorbaulänge anpassen. Der Vorbau ist das Bauteil, das den Lenker mit der Gabel verbindet.

Je nach Einsatzzweck Ihres Fahrrads variiert die Lenkerposition. Hinweis: Mit einer sportlichen Lenkerposition allein ist es nicht getan, diese erfordert gezieltes Training.

  • Lenkerhöhe: Die Höhe des Lenkers sollte so eingestellt sein, dass deine Arme leicht gebeugt sind. Ein höherer Lenker sorgt für eine aufrechtere Sitzposition, ein niedrigerer Lenker für eine sportlichere Haltung.
  • Lenkerbreite: Die Lenkerbreite sollte zu deiner Schulterbreite passen. Ein breiterer Lenker bietet mehr Kontrolle, ein schmalerer Lenker weniger Luftwiderstand.
  • Lenkerneigung: Stelle den Lenker so ein, dass deine Handgelenke in einer neutralen Position sind, um Überlastungen zu vermeiden. Wenn du unsicher bist, beginne zuerst so, dass du die Griffstück waagerecht einstellst. Nach Bedarf kannst du dann den Winkel der Griffe, beziehungsweise deren Neigung so einstellen, das nur ein sehr feiner Winkel vom Arm zum Handrücken entsteht.

Cleat-Position

Pedalplatten: Die Pedalplatten (Cleats) deines Schuhsystems sollten so eingestellt sein, dass die Längsachse deines Fußes im rechten Winkel zur Pedalachse steht. Des weiteren sollte dein Großzehengelenk direkt auf der Pedalachse stehen. Hierfür kann die Anschaffung einer Schablone hilfreich sein, mit der du die Cleats an deinen Radschuhen millimetergenau einstellen kannst.

Sattelnachsitz: Verschiebe deinen Sattel in der Klemmung nach vorne oder hinten, bis bei waagerechter Pedalstellung das Lot von deinem Kniegelenk genau durch die Pedalachse fällt. Kontrolliere danach erneut deine Sitzhöhe. Sattelstützen mit oder ohne Versatz bieten Spielraum für weitere Einstellungsmöglichkeiten, falls der Verstellbereich der Sattelklemmung nicht ausreicht.

Feintuning und individuelle Anpassung

Auch wenn die gezeigten Methoden zur Bestimmung der Sitzhöhe in den allermeisten Fällen zu einem optimalen Ergebnis führen - sie sind dennoch nicht in Stein gemeißelt! Solltest du dich also in irgendeiner Weise auf der Fahrt unwohl fühlen, oder sogar Knieschmerzen bekommen, dann gilt es, die Positionen in Nuancen zu verändern. Bereits wenige Millimeter können etwas bewirken. Allzuweit solltest du dich jedoch nicht von den ermittelten Werten entfernen.

  • „Immer an erster Stelle: Checken Sie die Sattelhöhe!
  • „Checken Sie die Sattelstellung. Ist sie waagerecht? Dann können Sie gegebenenfalls die Sattelnase leicht senken. Dies vermindert vorne den Druck und ist besonders für Frauen eine wirksame Maßnahme. Senken Sie den Sattel aber nur sehr wenig, sonst sitzen Sie auf einer schiefen Ebene. Dann müssen Sie sich mit den Armen abstützen und belasten so die Schultern zu stark. Ziel einer Veränderung der Sattelstellung ist es, die Sitzknochen zu belasten.
  • „Ist der Lenker gut erreichbar? Wie schon erläutert, soll der Lenker bequem greifbar sein.
  • „Sattelstellung checken, die Zweite: Sie können Ihren Sattel auch vor und zurück bewegen. Das wirkt sich auf die Kräftebalance zwischen Lenker, Sattel und Pedal aus.
  • „Und zu guter Letzt: Prüfen Sie die Fußstellung auf dem Pedal - insbesondere bei Klickpedalen. Die Position auf dem Pedal sollte der natürlichen Fußstellung entsprechen.

Die richtige Rahmengröße

Robert Kühnen: „Der Zuschnitt und die Bemaßung der Fahrräder ist heute nicht mehr einheitlich. Oft geben die Hersteller nur Konfektionsgrößen wie S, M und L an. Das macht es schwer, eindeutige Empfehlungen zur Rahmengröße zu geben. Aber alle Hersteller geben Tipps, zu welcher Körpergröße/Schrittlänge welches Modell passt. Die eine ‚richtige‘ Rahmengröße gibt es sowieso nicht. Es kommt ein Bereich in Frage, je nachdem, wie man sitzen möchte.

Die Hersteller geben ihre Rahmengröße bei Mountainbikes meist in Zoll an, z.B. 19,5 Zoll. Einige Hersteller geben ihre Rahmen auch in den Größen S, M, L und XL an, was auf den ersten Blick nichts über die tatsächlichen Maße aussagt.

Stack und Reach

Stack und Reach erfassen als signifikante Kenngrößen des Rahmens die Maße zwischen Mitte Tretlager und Oberkante Steuerrohr in senkrechter und waagerechter Richtung, wie in der Grafik anschaulich dargestellt ist (ST = Stack und RE = Reach). Anhand der Angabe von Stack und Reach bzw. dem Quotienten daraus (StR) kannst du die Charakteristik eines Rahmens ableiten, beispielsweise ob er eher tief und lang oder hoch und kurz ist. Außerdem kannst du unterschiedliche Rahmen anhand dieser Werte genau miteinander vergleichen. Stack geteilt durch den Reach ergibt in der Regel einen Wert zwischen 1,35 und 1,65 , wobei kleinere Werte bis 1,45 für eine sportlich gestreckte Sitzposition stehen, Werte zwischen 1,45 und 1,55 eine gemäßigt sportliche Sitzposition abbilden und Werte über 1,55 für eine komfortable Geometrie stehen. Stack und Reach können dir also dabei helfen, einen passenden Rahmen ohne Fitting zu finden, denn diese Maßangaben sind mittlerweile bei allen Herstellern Standard und in den Datenblättern aller Mountainbike Modelle zu finden.

Die modernen Rahmenformen, z.B. mit abknickenden Sitzrohren, lassen sich auch schwer mit einer Angabe des Reach erfassen, daher hat sich speziell im MTB-Bereich die Angabe der Effektiven Oberrohrlänge (OR) bei der Maßangabe der Rahmen etabliert. Dieses Maß spiegelt die Sitzlänge eines Mountainbikes am ehesten wider und macht unterschiedliche Bikes miteinander vergleichbar.

Bikefitting: Ja oder Nein?

Zunächst liefert Robert Kühnen seine Definition von Bikefitting: „Bikefitting ist der Versuch, mittels eines kurzen Maßnehmens Beschwerden vorzubeugen oder diese abzustellen. Es gibt dabei unter den Anbietern grundsätzlich zwei Philosophien: Die einen sagen, wir machen das einmal richtig und dann ist es gut.

Letzteres sieht Kühnen kritisch, da in diesem Fall nur eines sicher ist: „Hier fließt viel Geld …“ Seine Empfehlung zum Bikefitting lautet: „Die größte Motivation, an seinem Rad etwas zu ändern, ist: Schmerzen abstellen. Daher meine Einschätzung: Wenn Sie keine wirklich ernsthaften Probleme in dieser Hinsicht haben, ist Bikefitting nicht unbedingt nötig.

Individuelles Bikefitting: Dies ist der Königsweg der Anpassung und meist auch mit höheren Kosten verbunden. Dennoch ist ein Bikefitting durchaus mit einem Maßanzug oder -kleid zur vergleichen. Nichts anderes passt so gut auf Anhieb.

Checkliste für eine optimale Sitzposition

  • Sattelhöhe: 0,885 x Schrittlänge (cm)
  • Sattelneigung: Waagerecht (ggf. minimal nach unten bei Fullys)
  • Pedalplatten: Längsachse des Fußes im rechten Winkel zur Pedalachse
  • Sattelnachsitz: Lot vom Kniegelenk durch die Pedalachse
  • Sitzlänge: Ca. 0,3 x Körpergröße (Abstand Sattelspitze zu Lenkermitte)
  • Lenker-/Sattelüberhöhung: Komfortorientiert: Lenker 2 cm über oder unter Sattelniveau

Ergonomie und Cockpit-Einstellung

Biken mit abgeknickten Handgelenken wird dir früher oder später Taubheitsgefühle in Armen und Händen bescheren und dir den Spaß an deiner Mountainbike-Tour rauben. In diesem Falle können zum Beispiel Plattformgriffe mit einer vergrößerten Auflagefläche den Druck auf die Innenhand reduzieren. Zudem ist eine ergonomische Einstellung der Griffe und Bremshebel Pflicht für schmerz- und ermüdungsfreies Greifen des Lenkers.

  • Lenkerbreite wählen: Für eine bessere Kontrolle unter allen Bedingungen geht der Trend zu immer breiteren Lenkern. Wo früher noch Lenkerbreiten von 600 mm Standard waren, sind die heutigen MTB-Lenker im Durchschnitt 720 mm bis 780 mm breit. Im Zweifelsfall einen etwas breiteren Lenker wählen und verschiedene Griffweiten ausprobieren, gekürzt werden kann der Lenker immer noch.
  • Bremshebel einstellen: Um blitzschnell bremsen zu können, muss der Bremshebel perfekt erreichbar sein. Daher sollte sich dieser weder zu nah am Griff noch zu weit davon entfernt befinden, sodass eine optimale Hebelwirkung erreicht werden kann. Hierfür sollte zudem der Finger am äußeren Ende des Griffs liegen und zusammen mit der Hand und dem Unterarm eine gerade Linie bilden.

Satteltypen und ihre Eigenschaften

Der Sattel beim Mountainbike ist üblicherweise lang und schmal, jedoch etwas breiter und mehr gepolstert als beim Rennrad, um eine gute Stützwirkung in der aufrechten Sitzposition zu erzielen. Zu weiche Sättel werden schnell als unangenehm empfunden, da die Nerven im Sitzbereich großflächig belastet werden, was zu Taubheitsgefühlen oder Schmerzen führen kann.

Neben der richtigen Sattelbreite, die von deinem Sitzknochenabstand abhängt, spielen die Form und das Polster eine große Rolle. Du solltest dich auch nicht eher zufrieden geben, bis du ein zu dir passendes Modell gefunden hast, denn ein unpassender Sattel kann nicht nur körperliche Beschwerden hervorrufen, sondern dir auch den Spaß am Radfahren gründlich vermiesen.

Überprüfung der Sitzposition in der Praxis

Du hast die beschriebenen Einstellungen vorgenommen und wenn du alle Schritte gewissenhaft durchgeführt hast, passt dir dein Mountainbike jetzt bereits sehr gut. An den geometrischen Daten solltest du nun erstmal nichts weiter verändern, sondern eine ausgiebige Probefahrt von mehreren Kilometern unter realen Bedingungen machen. Oftmals bildet sich nach den ersten Kilometern bzw. Trails erst das neue Fahrgefühl richtig aus und du kannst dein Empfinden beim Fahren genauer bewerten.

In der Praxis erkennst du eine gute Sitzposition daran, dass du längere Zeit ohne nennenswerte Probleme oder Beschwerden fahren kannst. Wenn du deine gewählte Sitzposition lange halten kannst, ohne auf dem Rad unruhig zu werden, d.h. du nicht auf dem Sattel nach vorne oder hinten rutscht, deine Sitzposition zentral und kompakt bleibt ohne dass du verspannst oder häufig die Extremitäten lockern musst.

Zusammenfassung

Die richtige Einstellung deines Mountainbikes ist entscheidend für Komfort, Performance und Gesundheit. Indem du die Sattelhöhe, Sattelneigung, horizontale Sattelverstellung und Lenkerposition optimal einstellst, kannst du dein Fahrerlebnis erheblich verbessern. Probiere unsere Tipps aus, mache Testfahrten und finde die für dich ideale Einstellung.

Eine korrekte Sitzverteilung ist für eine gesunde Sitzposition verantwortlich. Im Idealfall ist der Sattel waagerecht und nur minimal geneigt. Die ideale Lenkerbreite errechnet sich aus der Schulterbreite, plus der zweifachen Handbreite.

Tabelle: Schnelle Referenztabelle für die Sattelhöhe

Körpergröße (cm) Schrittlänge (cm) Sattelhöhe (cm)
160-165 70-74 61,6-65,1
166-170 75-79 66-69,5
171-175 80-84 70,4-73,9
176-180 85-89 74,8-78,3

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